Sie sind gefeuert!

Ein Mann kommt mit einem Napoleonhut auf dem Kopf zur Arbeit.

Chefin: Warum tragen Sie diese Kopfbedeckung?

Mann: Weil ich Napoleon verehre.

Chefin: Ist heute irgendein Gedenktag bezüglich Napoleon?

Mann: Nein. Ab heute gehe ich jeden Tag so aus dem Haus.

Chefin: Und warum?

Mann: Weil ich zeigen will, dass ich Napoleon verehre.

Chefin: Hat Napoleon nicht viele Menschen getötet?

Mann: Was soll diese respektlose Frage?

Chefin: Ich habe das mal irgendwo gelesen.

Mann: Das sind alles Lügen.

Chefin: Also hat Napoleon keine Menschen getötet?

Mann: Napoleon bedeutet Frieden!

Chefin: Aber er war doch ein Feldherr, oder?

Mann: Das kann man nur im Kontext verstehen.

Chefin: Hat er nun getötet oder nicht?

Mann: Nur wenn er musste. Sind sie etwa napoleonphob?

Chefin: Warum unter all den Feldherrn gerade Napoleon?

Mann: Weil Gott es so will.

Chefin: Gott?

Mann: Ja.

Chefin: Wollen Sie den Hut auch bei der Arbeit tragen?

Mann: Ja!

Chefin: Sie sind gefeuert!

Ich kann die Chefin verstehen. Wer seine Mode nach einem längst verstorbenen Feldherren ausrichtet, um damit einen unsichtbaren Freund zu huldigen, darf getrost als leicht meschugge angesehen werden. Dabei ist es egal, um welchen Feldherrn es sich handelt, ob nun um Napoleon, Cäsar, Barbarossa, Hitler oder Mohammed.

Es gibt viele Gründe, ein Kopftuch zu tragen. Bei gewissen Wetterlagen zum Beispiel kann ein Kopftuch sehr hilfreich sein. Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was in dem Kopf ist. Wenn sich aber eine Frau verhüllt und dies mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem männlichen Feldherren vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anzuziehen haben, dann ist meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Platz in diesem Kopf frei.

Wenn ich mich wie Batman verkleide und aus dem Haus gehe, obwohl nicht Karneval ist, wundere ich mich nicht, wenn ich auffalle.

Was würde wohl passieren, wenn Nazis plötzlich sagen, Gott hätte ihnen zugeflüstert, ihre Frauen müssten Hakenkreuze auf ihren Köpfen tragen? Würde aus Politik dann plötzlich Religion und Nazis genössen den Schutz nach Artikel 4? Kämen Nazis dann sogar mit dem Judenhass davon wie heute so viele Islamisten?

Was, wenn die Nazis auch noch erklären, in der Bibel und im Koran stünden auch schlimme Sachen und darum dürfe man „Mein Kampf“ nicht anders behandeln als alle anderen historischen Bücher? Außerdem müsse man das Buch im Kontext lesen und „Heil“ bedeute Glück und Hitler Frieden und überhaupt, wer kein Deutsch kann, könne „Mein Kampf“ eh nicht richtig verstehen.

In Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte. Das garantiert Artikel 2 in unserem Grundgesetz. Auch die Männer dürfen Kopftuch tragen. Das garantiert Artikel 3. Sie dürfen damit jedem Gott huldigen. Das garantiert Artikel 4. Allerdings dürfen über all diese Dinge auch Witze gemacht werden. Das garantiert nämlich Artikel 5.

Neben dem Kopftuch gibt es noch die Burka. Für Damenwäscheträger ein einfaches Muss. Einfacher geht Travestie nicht. Kein Make-Up, kein Rasieren, nur Kopftuch drüber, fertig und aus einem Mann wird eine Frau. Die Schwulenparade in Islamabad kann kommen!

Warum tragen nicht viel mehr Männer Burka, vor allem die Spanner? Und überhaupt, alle reden immer nur über ein Kopftuchverbot für Frauen. Warum redet eigentlich niemand über ein Kopftuchverbot für Männer? Weil Männer solche Dinger wie einen Hijab nicht tragen. Warum? Aus dem gleichen Grund, warum wir in der Regel keine High Heels tragen. Weil wir nicht bescheuert sind.

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Beispiel schwadronierte einst:

„Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen, aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“

Es ist immer wieder amüsant, wenn ein Mann allen Frauen erklärt, was sie mit ihrem Körper zu tun haben und wie sie sich zu kleiden haben. Wenn Alexander Van der Bellen jetzt noch ein paar Kriege führt, ein neunjähriges Mädchen heiratet, Länder erobert und Juden ermordet, hat er durchaus die Chancen ein neuer Prophet zu werden. Vielleicht erleben wir hier die Geburt einer neuen Religion.

Nirgendwo auf der Welt wird eine Frau ermordet oder gesteinigt, weil sie ein Kopftuch trägt. In vielen islamischen Ländern bedeutet für Frauen das Nichttragen einer Kopf- und Körperverhüllung jedoch der Tod. Auch in Europa ist es für Musliminnen deutlich gefährlicher sich gegen das Kopftuch auszusprechen als dafür. Sogenannte „Ehrenmorde“ gibt es auch in Europa. Sogar in Deutschland leben Frauen in Lebensgefahr, weil sie sich weigern, das Kopftuch zu tragen.

Sollten wir daher nicht alle Musliminnen bitten, das Kopftuch auszuziehen, aus Solidarität mit jenen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden?

Wenn Sie diese Forderung unverschämt finden, dann muss Ihnen die Forderung von Alexander Van der Bellen die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn es ist für eine Muslimin in Europa deutlich gefährlicher, das Kopftuch nicht zu tragen, als es zu tragen.

Deutlich weniger Frau schweben in Lebensgefahr, weil sie ein Kopftuch tragen, als wenn sie das Kopftuch ausziehen. Frauen mit Kopftuch brauchen daher deutlich weniger Solidarität als jene, die sich von diesem Kleidungsstück befreien. Eine Frau, die ihren Kopf bedeckt, weil ein unsichtbarer Freund ihr sagt, dass sie damit einen verstorbenen Feldherrn aus voraufgeklärten Zeiten huldigen soll, kann und darf das selbstverständlich tun, aber niemand kann mir vorwerfen, dass ich ein ungutes Gefühl habe, wenn diese Frau über mich als Richterin Recht spricht.

Wer Ärztin werden will, muss sich bei der Arbeit von Dreck an den Händen trennen können. Ebenso gilt, wer Richterin werden will, muss sich wenigstens bei der Arbeit von religiösen Dogmen trennen können. Mein Vorschlag ist daher: Die Richterin nimmt ihr Kopftuch einfach ab und verhüllt damit das Kreuz an der Wand, sollte dort eins hängen. Damit wäre dann allen geholfen!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

Auf diesem Bild trage ich das Kopftuch übrigens, um damit die Kriegerin Penthesilea zu ehren. Die Göttin Athena hat mir zugeflüstert, das zu tun!

Und überhaupt, in einer Gesellschaft, in der Homosexualität gleichberechtigt ist, müssen da nicht eigentlich auch Männer Kopftuch tragen und ihre Reize bedecken?

Sollten Sie mich in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Meine Lieblingsmoschee

Am 16. Juni 2017 wurde in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee von der Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş gegründet. Weitere GründerInnen sind unter anderem die Menschenrechtsaktivistin Saïda Keller-Messahli, die Politologin Elham Manea und der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi. Die Moschee befindet sich in einem Raum in einem Nebengebäude der evangelischen Kirche St. Johannis in Berlin-Moabit.

In der Moschee wird ein liberaler Islam praktiziert. Frauen und Männer beten gemeinsam, die Predigten werden auch von Frauen gesprochen, homosexuelle Männer und Frauen sind ausdrücklich willkommen und die Moschee steht verschiedenen islamischen Konfessionen offen. Seit der Eröffnung der Moschee erhält Seyran Ateş viele, nach Gefährdungsanalyse des Landeskriminalamtes ernstzunehmende Morddrohungen und steht seitdem unter Polizeischutz.

Die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet behauptet, die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee bemühe sich, die Religion „zu untergraben und zu zerstören“. Gläubige sollten sich von der liberalen Auslegung des Islam nicht „provozieren“ lassen.

Das Ägyptische Fatwa-Amt kritisierte die Moschee lehnt weibliche Imame ab und erklärt, Frauen könnten nicht in einer Reihe neben Männern beten. Zudem sei es ihnen nicht erlaubt, ohne Schleier zu beten.

Der Vorstand der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) erklärt, die Toleranz der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegenüber der Homosexualität sei eine „Verunglimpfung“, „Schmähung“ und „Beleidigung“ religiöser Traditionen.

Der Blogger Yasin Al-Hafni nennt Seyran Ateş eine „faschistische Feministin“, „unterentwickelte Gestalt“ und einen „Teufel“.

Der islamische Prediger Eyad Hadrous erklärt:

„Wie kannst Du als Frau kommen und sagen: Ich möchte die erste Imamin sein und möchte – ich bin Frauenrechtlerin, ja, mach Deine Frauenrechte, aber nicht in der Religion, gibt’s nicht, Allah sagt: [arabischer Text] Allah sagt im Koran, die Männer sind den Frauen überlegen, in dem, was Allah [arabischer Text] ihnen an Vorzug gegeben hat. (…) Allah hat sie erschaffen. Allah sagt, sie sind nicht gleich. Allah entscheidet und Allah [arabischer Text] bestimmt, dass ein Mann nicht von einer Frau in seinem Gebet geführt werden darf! Punkt.“

Der Hass, der Seyran Ateş entgegenschlägt, ist enorm. Im August waren Hamed Abdel-Samad und Henryk M. Broder zu Gast in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Da Hamed Abdel-Samad nicht mehr ohne Personenschutz das Haus verlassen kann, da eine Todesfatwa über ihn ausgesprochen wurde, waren über ein Dutzend Personenschützer in der Moschee. Das Treffen wurde gefilmt und auf YouTube gestellt. Allerdings löschte YouTube das Video wieder, nachdem der islamische Prediger Eyad Hadrous erklärt hatte, das Zitieren seiner Predigt habe seine Urheberrechte verletzt.

Der gepredigte Hass ist also nicht das Problem. Das Zitieren des gepredigten Hasses schon! Da hört für YouTube der Spaß auf. Hass ja, aber nicht zitiert und kommentiert!

Menschen wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş leben in Europa unter ständiger Lebensgefahr, weil sie Homosexuelle nicht verurteilen, für Frauenrechte streiten, das Kopftuch für Frauen nicht fordern, Juden nicht hassen und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisieren, was viele Muslime in Europa als Grund heranziehen, sie umbringen zu wollen. Europäische Politiker wie der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen schwadronieren jedoch derweil:

„Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen, aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“

Mal ganz abgesehen davon, dass es sehr bemerkenswert ist, wenn ein Mann allen Frauen erklärt, was sie mit ihrem Körper zu tun haben, ist die Aussage von Alexander Van der Bellen schon allein deshalb unverschämt, weil keine Frau in Europa unter dem Urteil eines staatlich ausgesprochenen Todesurteils leben muss, weil sie ein Kopftuch trägt, aber sehr viele Muslime in Europa unter staatlich und religiös legitimierten Morddrohungen leben müssen, weil sie es wagen, den Islam zu kritisieren.

Sollten wir nicht alle Musliminnen bitten, das Kopftuch auszuziehen, aus Solidarität mit jenen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden?

Wenn Sie diese Forderung unverschämt finden, dann muss die Forderung von Alexander Van der Bellen Ihnen die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn es ist für eine Muslimin in Europa deutlich gefährlicher, das Kopftuch nicht zu tragen, als es zu tragen. Das jedenfalls zeigt uns Seyran Ateş mehr als überdeutlich!

Für mich ist Seyran Ateş die Heldin des Jahres. Sie ist eine Muslimin, vor der ich keine Angst habe. Ich bewundere sie sogar. Von Yasin Al-Hafni und Eyad Hadrous kann ich das nicht behaupten. Vor dem Islam dieser Männer habe ich Angst. Zu Recht!

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Tuvia Tenenbom – „Hello, Refugees!“

Das Buch „Allein unter Flüchtlingen“ von Tuvia Tenenbom, das in Deutschland nur mit geschwärzten Stellen veröffentlicht wurde, ist nun unter dem Titel „Hello, Refugees!“ auch auf englisch erscheinen, allerdings ohne geschwärzte Stellen.

„Sie und ich mögen seine Worte nicht gutheißen, doch ich finde, er hat das Recht, sie zu äußern. Hätte er sich entsprechend über Juden geäußert, dann würde ich ihm genau dasselbe Recht zubilligen, obwohl ich schließlich selbst jüdisch bin. Denn, hey, lieber weiß ich, was die Leute über mich denken, als meine Zeit mit ‚Liberalen‘ zu vergeuden, die mir Liebe schwören, mich und andere Juden aber in Wahrheit nicht ausstehen können.“

Diese Worten stammen von Tuvia Tenenbom. Sie finden sich im 21. Kapitel des Buchs „Hello, Refugees!“. In Deutschland ist das Buch unter dem Titel „Allein unter Flüchtlingen“ bei Suhrkamp erschienen, allerdings mit schwarzen Balken, denn in der deutschen Ausgabe sind alle Antworten des Grünen-Politikers Volker Beck geschwärzt.

Wie es zu dieser Schwärzung kam, erklärt Volker Beck wie folgt:

„Das Gespräch wurde mir nicht, wie meiner Erinnerung nach vereinbart, zur Autorisierung vorgelegt. Da ich über Rechtliches auf Englisch nicht präzise sprechen kann, hatte ich um Autorisierung gebeten. Sonst hätte ich einfach nicht mit ihm gesprochen, was ich auch zukünftig ohne eigene Zeugen und eigenes Aufzeichnungsgerät nicht mehr tun werde.“

Tuvia Tenenbom jedoch sagt:

„Die Geschichte mit Volker ist eigentümlich. Ich interviewte ihn in Frankfurt. Vorher fragte ich ihn, ob es ihm recht sei, befragt zu werden und ob ich ihn aufnehmen könne. Er sagte, das sei in Ordnung – und auch das wurde aufgezeichnet. Isi hat das Interview auch gefilmt. Dann, etwa einen Monat, bevor das Buch erscheinen sollte, rief er mich an und bat um eine Autorisierung vor der Veröffentlichung. Ich sagte ihm, dass ich ihm nicht erlauben würde, zu ändern, was er gesagt hat. In den USA würden das die Medien, wie zum Beispiel ‚New York Times’, niemals zulassen. Diese Politik ist allen wohlbekannt.“

Nun ist das Buch auch in den USA herausgekommen und die schwarzen Balken sind dort nicht vorhanden. Tuvia Tenenbom fragt: „Kein anderes Land, das die Genfer Konvention unterzeichnet hat, hält sich an die Genfer Konvention, außer Deutschland. Warum?“

Volker Beck antwortet, dass das gar nicht mehr der Fall sei, da Deutschland jetzt ein Abkommen mit der Türkei habe und sich mittlerweile genauso verhalte wie allen anderen Länder auch. Tuvia Tenenbom hakt nacht: „Mit anderen Worten, die deutsche Regierung ist umgeschwenkt und hält sich nicht mehr an ihre Politik der offenen Grenzen. Warum dieser plötzliche Sinneswandel der deutschen Regierung?“

Volker Beck erwidert, da müsse Tuvia Angela Merkel fragen. Tuvia Tenenbom gibt sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden und fragt, warum die Grünen im Bundestag keine Abstimmung über das Abkommen mit der Türkei gefordert hätten. Was dann folgt ist ein langes Hin und Her, bei dem Tuvia Tenenbom sein ganzes Geschick aufwenden muss, um Volker Beck zu einer einfachen Antwort zu bewegen, nämlich ob über das Abkommen mit der Türkei im Bundestag abgestimmt wurde. Als er die Antwort endlich hat, erklärt Tuvia Tenenbom:

„Es ist schwierig, von deutschen Politikern eine einfache Antwort auf die Frage zu erhalten, ob sie über einen bestimmten Sachverhalt abgestimmt haben oder nicht.“

Nachdem Tuvia Tenenbom eine Antwort hat, stellt er Volker Beck eine spannende Folgefrage: „Viele Europäer, dieselben, die sich nicht an die Genfer Konvention halten, die sie betrifft, werfen zugleich Israel vor, sich nicht an die Konvention von 1949 zu halten. Deshalb frage ich Volker, den deutschen Israel-Freund, ob Europäer mit dem Finger auf Israel zeigen dürfen, weil Israel eine Konvention missachtet, wenn sich Europa selbst so wenig um Konventionen schert.“

Volker Beck erklärt, wenn jemand selbst einen Fehler macht, habe er damit noch lange nicht das Recht, selbst einen Fehler zu machen. Tuvia fragt daraufhin: „Aber kann man anderen predigen, was man selbst nicht tut?“ Volker Becks Antwort lautet:

„Predigen ist was für religiöse Menschen. Ich denke, dass jeder Kritik akzeptieren muss. Wenn wir sagen, dass nur der kritisieren darf, der selbst perfekt ist, dann gäbe es keine Kritik.“

Dazu schreibt Tuvia Tenenbom: „Ich bewundere Volker. Mir würde im Leben kein solcher Satz über die Lippen kommen. Aber Volker bringt es fertig.“

Dank der englischen Ausgabe können wir jetzt endlich alle auch diesen bewundernswerten Satz lesen. Ich wundere mich allerdings, dass es ausgerechnet dazu kam, dass das Gespräch mit Volker Beck in der deutschen Ausgabe geschwärzt wurde, schließlich redet Tuvia in seinem Buch mit vielen Leuten, Gregor Gysi, Henriette Reker, Jürgen Todenhöfer und Frauke Petry, aber kein anderes Gespräch wurde geschwärzt. Dabei ist es Volker Beck, der einst Benjamin Netanjahu aufgrund eines geplatzten Gesprächstermins mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mit diesen Worten kritisierte:

„Gesprächsverbote gehen gar nicht. Das geht nicht, wenn linke Gruppen in Deutschland meinen, man dürfte mit bestimmten Politikern oder NGOs in Israel nicht sprechen, und das geht auch nicht, wenn der israelische Ministerpräsident meint, Politikern in Israel vorzugeben, mit wem sie sprechen dürfen und mit wem nicht.“

Tuvia Tenenbom kennt keine Gesprächsverbote. Er redet mit allen Seiten. Im 22. Kapitel zum Beispiel spricht er mit dem deutschen Autor Akif Pirinçci. Man muss diesen Mann nicht mögen, um zu erkennen, wieviel Unrecht und Gewalt ihm in Deutschland angetan wird. Man muss jedoch ein sehr selbstgerechter Deutscher sein, um die Gewalt, die ihm alltäglich angetan wird, zu rechtfertigen oder achselzuckend hinzunehmen. Es ist egal, was Akif Pirinçci geschrieben hat, es ist falsch, was ihm alltäglich in Deutschland angetan wird.

Als Tuvia Tenenbom Akif Pirinçci besucht, fällt ihm zunächst auf, dass seine Wohnungstür mit diversen Farbanschlägen attackiert wurde. In der Wohnung erfährt Tuvia dann, dass Amazon Pirinçcis Bücher nicht mehr direkt verkauft, ausgerechnet Amazon, wo Bücher des Ku-Klux-Klans, „Mein Kampf“, das kommunistische Manifest, der Koran und die Bibel feilgeboten werden, alles Bücher, in dessen Namen gemordet wurde. Als Tuvia und Akif spazieren gehen, wird Tuvia Zeuge, wie ein junger Mann auf Akif zustürmt und ihn wüst beschimpft. Einige Zeit später wird Akif von einem älteren Herrn beschimpft. Als Tuvia ihn auf diese Verbalangriffe anspricht, erzählt Akif, dass es auch schon mal vorgekommen ist, dass jemand eine Flasche Cola über seinen Kopf entleert hat. Als die in ein Restaurant gehen wollen, erfährt Tuvia, dass es mehrere Restaurants gibt, die sich weigern, Akif Pirinçci zu bedienen. Tuvia Tenenbom beschreibt seine Erfahrungen wie folgt:

„Junge und alte Deutsche haben nichts Besseres zu tun, als diesen Mann zu verletzten. Als Akif, den Volksfeind, zu verletzen. Gib den Leuten die Gelegenheit, andere zu verletzen und zu demütigen, sage ihnen, Grausamkeit sei eine Tugend, und sie werden zu Tieren.“

Ich kenne die Grausamkeiten nur zu gut. Was bin ich schon angegriffen, nur weil ich schreibe, was mir gerade so durch den Kopf geht. Dabei wird mir immer vorgeworfen, ich würde mich mit den Menschen gemein mache, deren Rechte ich verteidige. „Du solltest Dir echt überlegen, ob Du diesen Bericht veröffentlichen möchtest“, riet mir eine gute Freundin, mit der ich mich in der Zeit der Entstehung über diesen Artikel sprach und fügte hinzu: „Du unterstützt damit Akif Pirinçci und solltest Dich fragen, ob Du das willst.“ Ja, das will ich! Schließlich gelten die Grundrechte für alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nur für jene, die sich anständig benehmen.

Als Frauen im 19. Jahrhundert das Wahlrecht forderten, gab es jene Gruppierung, die forderte, Frauen mögen sich erst einmal beweisen, ob ihnen das Recht überhaupt zustünde, während die radikalen Feministinnen erklärten, jeder Frau stünde das Wahlrecht zu, unabhängig von ihrem Verhalten, ganz einfach weil sie ein Mensch sei. Hedwig Dohm betonte, „Menschenrechte haben kein Geschlecht“ und führte aus:

„Die Schwachen und Kranken, die Krüppel, die Dummen und die Brutalen, sie alle sind wahlberechtigt. Jede Frau, die schreiben und lesen kann, steht an Fähigkeiten über dem Mann, der diese Kunst nicht versteht.“

Man mag Akif Pirinçci für dumm, brutal und krank halten. Wenn man findet, er habe die Würde eines anderen Menschen verletzt, so kann man ihn verklagen und den Rechtsweg wählen. Ihn jedoch zu attackieren, Cola über seinen Kopf zu gießen und sein Eigentum zu zerstören, sind inakzeptable Aktionen und verlangen eine klare Verurteilung. Egal was er gesagt hat! Ich werde solche Gewalttaten immer kritisieren, weil sie unmenschlich sind und es ist mir egal, in welche Ecke ich dafür von wem auch immer gestellt werde. Ich verteidige Akif Pirinçci genauso gegen Gewalt, wie ich Henryk Broder oder Ayaan Hirsi Ali verteidige. Gewalt gegen Menschen oder die Wohnung eines Menschen ist falsch, möge es nun ein Appartement in Berlin sein oder ein Flüchtlingsheim in Heidenau.

Tuvia Tenenbom fragt in seinem Buch, was Menschen dazu bringt, diejenigen zu demütigen, die nicht ihrer Meinung sind? Zu Akif Pirinçci schreibt er:

„Was macht Menschen zu Gerechten? Was bringt sie dazu, diejenigen zu demütigen, die nicht ihrer Meinung sind? Ich weiß es nicht. Welches Verbrechen hat Akif begangen? Er macht sich über den Islam lustig. Er, der türkische Junge, der deutscher Staatsbürger wurde, zieht die Religion seiner Eltern durch den Kakao, er verhöhnt seine eigene Kultur und sein eigenen Volk. Ich kenne Leute wie ihn. Weiße Deutsche, die das Christentum, die Religion ihrer Eltern, verhöhnen und die ihre eigene Kultur und ihr eigenes Volk auf den Arm nehmen – und manchmal Hassreden gegen Christen halten, so ähnlich wie oder schlimmer noch, als Akif es tut. Wie wir alle wissen, sind diese Leute die Künstler, die Autoren, die kulturelle Elite Deutschlands. Als Weiße haben sie das Recht, so etwas zu tun und man stellt sie dafür auf den Sockel. Akif aber hat nicht dieses Recht, so etwas zu tun. Weil er Türke ist. Weil er eine dunklere Haut hat. Weil seine Eltern Muslime waren. Knapp zusammengefasst haben Weiße Rechte, die Nichtweiße nicht haben. So denken politisch korrekte Menschen. Sie sind, um es mal kurz und deutlich zu sagen, verdammte Rassisten. Passt auf, ihr Leute aus Syrien, Libyen und Nordafrika: Der Tag wird kommen, da ihr wie Akif lernen werdet, dass man euch hier nur liebt, wenn ihr brav auf der untersten Stufe bleibt.“

Tuvia Tenenbom hat vollkommen Recht, wenn er mit allen Menschen redet und mögen sie noch so verhasst sein. In seinem Buch redet er mit Volker Beck, Henriette Reker, Gregor Gysi, Lutz Bachmann und Frauke Petry. Die Art, wie er mit seinen Gesprächspartnern spricht, macht das Buch besonders lesenswert, denn selten wird in Deutschland so miteinander geredet. Die deutsche Art zu „diskutieren“ beschreibt Tuvia Tenenbom am Beispiel Frauke Petrys. Er redet offen und in neugieriger Zugewandtheit mit ihr und erfährt so, dass ihre minderjährigen Kinder öffentlich gemobbt werden wegen ihrer Mutter. Sippenhaft nannte sich das bei den Nazis. Nach dem Gespräch stellt er fest:

„Als die Zeit zum Aufbruch naht, posiert sie mit mir vor der Kamera, als wären wir alte Kumpel. Sie brauchte eine Weile, um mit mir warm zu werden, aber am Ende ist die richtig aufgetaut. Sie ist keine Dämonin, muss ich Ihnen leider mitteilen; sie ist eine Deutsche, eine deutsche Lady, die laut ausspricht, was die größten deutschen Machos nicht einmal zu flüstern wagen. Ich mag diese Lady. Wenn ich es recht bedenke, mochte ich bislang jeden Deutsch und jeden Araber, dem ich auf dieser Reise begegnet bin. Wie kommt es, werden Sie sich vielleicht fragen, dass ich unweigerlich Gefallen an Arabern und Deutschen finde, also genau an den Leuten, die eine bizarre Tradition des Judenhass verbindet? Ist das der Schicksal des Juden, seine Feinde zu lieben?“

Tuvia Tenenbom besuchte für sein Buch ebenfalls Flüchtlingslager. Was er vorfand war teilweise unmenschlich und deckt sich vollkommen mit dem, was auf meinem Blog berichtet wurde, nur noch schlimmer. Tuvia berichtet von Kälte, Nässe, Krankheit und Kot. Ein Ort, an dem definitiv keine Liebe gemacht werden kann. Tuvia schreibt:

„Sobald ich aus dem Lagerbereich raus bin, setze ich mich. Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig. Was wird mich auf dieser Reise noch erwarten? O Allah, hab Erbarmen!“

Tuvia Tenenbom zitiert einen Flüchtling, der in einem deutschen Flüchtlingslager lebt, mit diesen Worten:

„Dies ist ein schrecklicher Ort. Die deutsche Regierung behandelt uns schlechter als Hunde. Hunde haben ein besseres Leben als wir! Ich will hier raus. Ich will nach Syrien zurück. Wenn ich hier raus rennen und ein Flugzeug nach Syrien nehmen könnte, ich würde es heute tun! Ich will hier raus! Heute noch! Heute!“

Wenn man das liest, erkennt man, dass es den meisten Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend, tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen hatten, gar nicht um die Flüchtlinge ging, sondern vielmehr nur um ihr eigenes Image! Diese Deutsche benutzten die Flüchtlinge, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Tuvia Tenenbom schreibt daher vollkommen zu recht:

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

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Wenn Ausgewogenheit das Problem ist

Im August 2014 waren beim Tagesgespräch auf dem Radiosender WDR5 an einen Tag der ehemalige Botschafter Israels, Shimon Stein und am darauffolgenden Tag die sogenannte Botschafterin Palästinas, Kholoud Daibes, zu Gast. Sie stellten sich den Fragen der Hörerinnen und Hörer.

Das Gespräch mit dem ehemaligen Botschafter Israels war sehr ausgewogen. Shimon Stein sprach sich zu jeder Sekunde für den Frieden aus. Niemals artikulierte er einseitige Kritik in Richtung aller Palästinenser. Seine Kritik richtete sich ausschließlich an die Hamas. Die meisten Anrufer jedoch übten massive einseitige Kritik an Israel. Jedem Anrufer begegnete Shimon Stein mit Respekt. Er sprach über Fehler auf israelischer Seite und gestand ein, keine Seite sei ohne Makel.

Bei Kholoud Daibes war das ganz anders. Schon mit ihrem ersten Monolog setzte sie zu einer Hetze gegen Israel an. Sie weigerte sich, die Terrororganisation Hamas zu verurteilen und sprach stattdessen von legitimer Verteidigung. Sie verurteilte nicht die Charta der Hamas, die zur Vernichtung aller Juden auffordert. Obwohl die Hamas einen Krieg gegen alle Juden führt und Israel lediglich versucht, die Vernichtung des jüdischen Volkes zu verhindern, behauptete Daibes, es ginge Israel nur darum, Palästinenser zu töten. Für sie war Israel das pure Böse!

Sie sprach zudem ständig von einer Besatzung. Da Israel den Gazastreifen seit 2005 nicht mehr besetzt hält, konnte sie damit nur den Staat Israel selbst meinen. Sie forderte somit, der Staat Israel solle ein Ende finden.

Die meisten Anrufer, die zu Kholoud Daibes durchgestellt wurden, kritisierten, wie am Tag zuvor bei Shimon Stein fast ausnahmslos Israel. Generell wird bei WDR-Tagesgesprächen zum Thema Israel das kleine jüdische Land von den Anruferinnen und Anrufern stets überwiegend kritisiert. Das hält die Anrufer jedoch nicht davon ab, ebenfalls immer wieder zu behaupten, in den Medien werde Kritik an Israel nicht genug geäußert und man könne Israel kaum kritisieren.

Der erste Anrufer bei dem Tagesgespräch mit Kholoud Daibes zum Beispiel behauptete, die Fakten seien klar: Israel wolle niemals Frieden, sondern nur noch mehr Zerstörung und Boden rauben! Er betonte, Israel sei ein Unrechtsstaat, aber nicht wegen seiner Handlungen, sondern durch seine Gründung. Er erklärte somit die Existenz Israels zum Unrecht. Der Moderator schritt nicht ein. Er schritt erst ein, als der Anrufer zu lange sprach. Es war die Zeit, die seiner Einseitigkeit ein Ende setze.

Auf jede Kritik an Israel stürzte sich Daibes mit Wolllust. Sie malte immer hässlichere Fratzen von Israel. Eine Anruferin wurde durchgestellt, die zunächst die „Gräueltaten“ Israels verurteilte, aber dann doch anmerkte, dass Daibes Wortwahl etwas problematisch sei. Daraufhin unterbrach Daibes sie und brüllte sie regelrecht nieder. Es dauerte lange, bis der Moderator einschritt.

Die Frage des Moderators, ob Kholoud Daibes sich vorstellen könne, mit Shimon Stein über Frieden zu verhandeln, beantwortete sie durch die Weigerung, die Frage zu beantworten. Stattdessen nannte sie Israel, wo 1,2 Millionen Araber als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger leben, einen Apartheidsstaat. Gaza erklärte sie jedoch nicht zu einen Apartheidsstaat, obwohl dort keine Juden leben dürfen. Generell nannte sie keines der Länder im Nahen Osten, wo Homosexuelle verfolgt, Frauen unterdrückt und Ungläubige getötet werden, einen Apartheidsstaat, sondern Israel, wo alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Rechte haben, unabhängig davon, woran sie glauben, mit wem sie schlafen und welches Geschlecht sie haben. Dafür behauptete Daibes, die Tatsache, die Hamas benutze die Zivilbevölkerung als Schutzschild, als Lüge und Propaganda Israels. Ein Anrufer sagte darauf: „Ich muss das jetzt glauben. Es gibt keinen Grund, das nicht zu glauben.“

Da hatte der WDR ganze Arbeit geleistet. Im August 2014 wurde Dank des Tagesgespräch ein Hörer ein gläubiger Israelhasser. Im August 2014 gab es an einem Tag in Anwesenheit von Shimon Stein Kritik an Israel und an die Hamas und am darauffolgenden Tag gab es in Anwesenheit von Kholoud Daibes hemmungslose Hetze gegen Israel und die Weigerung, die Hamas zu kritisieren. Shimon Stein erklärte, Israel sei nicht ohne Makel und Kholoud Daibes bestand darauf, Israel sei purer Makel. Das war die Ausgewogenheit auf WDR5!

Bei dieser „Ausgewogenheit“ im öffentlich-rechtlichen Radio wundert es nicht, dass so viele Deutsche einseitige Kritik an Israel richten. Wäre der WDR meine Hauptinformationsquelle, ich würde auch einseitig Israel kritisieren, denn Ausgewogenheit herrscht beim WDR, wenn bei zwei Gästen einer Israel und Hamas kritisiert und der andere Gast ausschließlich gegen Israel hetzt und jegliche Kritik in Richtung Hamas verweigert.

Zum Schluss des Tagesgespräch mit Daibes wurde ein Anrufer durchgestellt, der nach all der einseitigen Hetze zum großen Schlag ausholte. Es war der Höhepunkt der Veranstaltung. Als großes Finale forderte er, die ganze Welt möge sich gegen Israel richten, dem Land jede Hilfe verweigern und das Land ächten. Daibes hob an, um auch noch ihren Senf dazuzugeben, aber der Moderator sagte, es täte ihm leid, die Zeit sei zu Ende. Er sagte: „Ich unterbreche sie ungerne!“ Beim Tagesgespräch wird Hetze gegen Israel offensichtlich ungern unterbrochen.

Bei einem Tagesgespräch zum Thema Israel vom 23. Juli 2014 riefen acht Hörerinnen und Hörer an. Sieben davon kritisierten Israel und eine Person kritisierte Israel und die Hamas. Hundert Prozent der durchgestellten Anruferinnen und Anrufer kritisierten somit Israel! Es gab an dem Tag aber mindestens ein Hörer, der bereit war, Israel nicht zu kritisieren. Ihm wurde von der Redaktion mitgeteilt, er werde angerufen, falls seine Meinung gewünscht sei. Er wurde nie angerufen. Der Mann war ich.

Immer wieder höre ich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, man wolle im Krieg gegen Israel neutral berichten. Wie aber kann man in diesem Krieg neutral bleiben? Die Hamas erklärt in ihrer Gründungscharta, Israel zerstören und alle Juden vernichten zu wollen. Israel jedoch erklärt in der Unabhängigkeitserklärung, mit allen Nachbarn in Frieden und Sicherheit leben zu wollen. In Israel leben zwanzig Prozent Muslime gleichberechtigt, der Gazastreifen ist „judenrein“ und der WDR erörtert neutral das Für und Wider dieses Vernichtungskriegs und lässt daher jene zu Wort kommen, die ausrotten wollen, aber auch jene, die ausgerottet werden sollen. Das ist die Ausgewogenheit des WDR!

Man kann nicht ausgewogen über eine Gruppierung berichten, die das ganze jüdische Volk vernichten will. Wie soll denn diese Ausgewogenheit aussehen? Etwa so:

„Die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes ist eine ziemlich heftige Forderung. Können wir uns um des lieben Friedens Willen nicht irgendwo in der Mitte treffen? Wie wäre es, wenn nicht das ganze jüdische Volk vernichtet wird, sondern nur sechs Millionen Juden? Kommen wir dann dem Frieden etwas näher?“

Wer in Anbetracht eines Vernichtungskriegs, in dem nur eine Seite die andere Seite vollkommen vernichten will, neutral und ausgewogen berichtet, macht dadurch Zugeständnisse an den geplanten Völkermord. Die Hamas und die Fatah sind zwei zutiefst rassistische, sexistische und judenfeindliche Parteien. In Deutschland gibt es keine einzige Partei, die auch nur ansatzweise so menschenverachtend ist wie die Hamas oder die Fatah. Die extremste Partei, die es zur Zeit in Deutschland gibt, ist die NPD. Von der Hamas und der Fatah wird jedoch selbst sie in den Schatten gestellt. Dennoch berichten der WDR und andere öffentlich-rechtliche Sendeanstalten nicht neutral und ausgewogen über die NPD. Müssen sie auch nicht. Der WDR muss keine zugewandten Portraits von NPD-Politikern machen, wie es der Sender von Politikerinnen und Politikern anderer Parteien macht. Der WDR darf unausgewogen und nicht neutral sein.

Auch wenn über ausländische Regierungschef berichtet wird, können öffentlich-rechtliche Sender sehr unausgewogen sein. Die Berichterstattung über Donald Trump zum Beispiel ist alles andere als ausgewogen. Warum muss dann eine Berichterstattung über Mahmud Abbas ausgewogen sein? Die Fatah predigt den Krieg gegen Israel und die Hamas fordert in ihrer Gründungscharta die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7). Wer neutral und ausgewogen über diesen geplanten Völkermord berichtet, positioniert sich damit, besonders wenn er sich bei Trump durchaus positionieren kann.

Es ist nicht ausgewogen und neutral, wenn israelische Politiker kritisiert werden, weil sie nicht perfekt sind, arabische Politiker jedoch schon gelobt werden, wenn sie nicht alle Juden vernichten wollen.

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Wofür steht das A in Arte?

Wofür steht eigentlich das A in Arte? Diese Frage stellte ich mir, als Arte im Frühling 2017 erklärte, eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa nicht zu senden. Heute stelle ich mir die Frage wieder, denn Arte hat einen Film voller Lügen über Israel gesendet.

Wenn es zum Juden geht, scheint Arte mit zweierlei Maß zu messen. Kritik an Israel wird gerne, ausgiebig und einseitig gesendet, während Kritik an haltloser Kritik an Israel, die nicht selten in judenfeindlicher Lügerei umschlägt, nicht gesendet wird. Arte liebt es, Juden zu kritisieren. Arte hat aber ein Problem damit, wenn Juden gegen hetzerische Verleumdung verteidigt werden. Der WDR, der den Sender Arte damals in seiner Entscheidung, die Dokumentation über Judenhass nicht zu senden, unterstützte, erklärte:

„Der Film entspricht nicht dem Auftrag von arte, nämlich den „Antisemitismus in Europa“ zu beleuchten. Das behandelt der Film allerdings nur in Teilen. Der WDR kann die Kritik von arte nachvollziehen, da der Film nicht liefert, was beauftragt war.“

Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wurden sogar mit diesen Worten zitiert:

„Der Film ist eine Provokation!“
„Der Film schüttet Öl ins Feuer!“
„Der Film kann angesichts der Terrorlage in Frankreich nicht gezeigt werden.“
„Der Film ist antiprotestantisch, antimuslimisch und proisraelisch.“
„Der Film ist nicht ergebnisoffen.“

Die Dokumentation, die Arte nicht senden wollte, heißt „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. In der Dokumentation zeigen Joachim Schroeder und Sophie Hafner in neunzig Minuten den Judenhass Europas, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten in Europa gerechtfertigt und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Der WDR hatte ein großes Problem mit dieser Zusammenfassung der europäischen Geschichte und erklärte:

„Die angerissene historische Entwicklung des Antisemitismus im Neuen Testament, in Schriften von Martin Luther, Molière, Richard Wagner und anderen lässt den jeweiligen historischen Kontext völlig außer Acht.“

Welchen Kontext die Dokumentation außer Acht gelassen haben soll, erklärte der WDR nicht. Der WDR erklärte auch nicht, ob dieser Kontext den brutalen Judenhass vielleicht hätte verständlich erscheinen lassen.

Die Dokumentation zeigt ferner, wie der Judenhass in die arabische Welt exportiert wurde und heute nach Europa zurückkehrt und zwar in Form einer brutalen und durch europäische Organisationen finanzierten Kritik an Israel, die sogar vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt. Nachdem man die Dokumentation gesehen hat, versteht man die letzten Sätze der Dokumentation:

„Niemals, ich bin überzeugt, niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“

Die Liste der Menschen, die so gewalttätig wurden, dass sie Juden mordeten ist lang und die Dokumentation zeigt sie:

Am 21. Januar 2006 wurde Ilan Hamimi in Frankreich von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Ihm wurde unter anderem bei lebendigem Leibe der Penis abgeschnitten. Am 19. März 2012 wurden drei Kindern und ein Erwachsener vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet, weil sie Juden waren. Am 24. Mai 2014 wurden zwei Israelis und eine Französin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Am 3. Dezember 2014 wurde ein jüdisches Paar in Paris brutal überfallen. Die Angreifer stürmten in die Wohnung und brüllten: „Ihr seid Juden, also seid ihr reich!“ Sie raubten Schmuck und Geld und vergewaltigten die Frau vor den Augen ihres Freundes. Wochen zuvor hatten die selben Täter einen siebzigjährigen Juden verprügelt. Am 9. Januar 2015 nahm ein selbsternannter Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und tötete vier Juden. Im Sommer 2014 wurden auf deutschen Straßen diese Parolen gebrüllt:

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“
„Juden ins Gas!“
„Adolf Hitler!“
„Tod den Juden!“

All diese antisemitischen Verbrechen werden in dem Film erwähnt und ihre Wurzeln durchleuchtet. Sie liegen im Nahen Osten, wo die Hamas in ihrer Gründungscharta zur Vernichtung aller Juden aufruft und die Fatah Judenmörder feiert. Die Dokumentation zeigt, dass dieser Hass auf Juden im Gazastreifen und in der palästinensischen Autonomie durch Gelder aus Deutschland und Europa finanziert wird. Gelder von Brot für die Welt, Misereor und der Europäischen Union benutzt, um im Nahen Osten Judenhass zu finanzieren und arabische Kinder zu missbrauchen, indem sie dazu gezwungen werden, als Schutzschilde für den Judenmord zu fungieren. Dieser Hass wird dann nach Europa zurückexportiert. Es wundert daher nicht, dass der Terror, wie wir ihn von palästinensischen Terroristen kennen, die mit Autos und Lkws in Menschenmengen rasen und wahllos Passanten abstechen, jetzt auch in Europa um sich greift.

Arte weigerte sich, diesen Film zu senden. Erst nach massivem Druck wurde die Dokumentation doch gezeigt, allerdings nicht ohne zu erklären, Martin Luthers Judenhass habe einen Kontext und weiteren als Kommentierungen getarnten Verharmlosungen von Judenhass, mit denen Arte die Dokumentation denunzierte und verfälschte. Henryk M. Broder schrieb dazu, das sei ein „einmaliger und einzigartiger Vorgang“:

„Vor die Wahl gestellt, den Film zu senden oder nicht zu senden, hat sich das Haus klammheimlich und ohne Absprache mit den Autoren der Doku dafür entschieden, die Arbeit zu denunzieren und zu verfälschen.“

Arte weigert sich bis heute, die Dokumentation unverfälscht zu senden. Arte weigerte sich jedoch nicht, die Dokumentation „Gaza: Ist das ein Leben?“ zu senden. Diese „Dokumentation“ ist so einseitig und hetzerisch, dass das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), die Amadeu Antonio Stiftung, der Zentralrat der Juden in Deutschland, Dr. h. c. Charlotte Knobloch und viele weitere Verbände und Privatpersonen, darunter auch ich, folgenden Offenen Brief an Arte verfassten:

Offener Brief an Arte bzgl. Doku „Gaza: Ist das ein Leben?“

„Sehr geehrter Herr Bergmann,
sehr geehrter Herr Dr. Nievelstein,

wir begrüßen es prinzipiell sehr, wenn sich der Sender Arte im Rahmen einer Fernsehdokumentation mit der Situation im Nahen Osten sachlich auseinandersetzt. Umso stärker bedauern wir, dass die am Samstag, den 22.07.2017 in “Arte Reportage” ausgestrahlte Dokumentation “Gaza: Ist das ein Leben?” stark durch Einseitigkeit geprägt ist und den Zuschauerinnen und Zuschauern entscheidende Informationen vorenthält. Wir möchten Ihnen unsere Sichtweise im Folgenden detailliert erläutern.

Die Autorin der Dokumentation, Anne Paq, sowie eine weitere Person ihres Regie-Teams schreiben auch für das Online-Portal „Electronic Intifada“. Die „Electronic Intifada“ verbreitet nach Kriterien der Arbeitsdefinition Antisemitismus des European Centre on Racism and Xenophobia vielfach antisemitische Propaganda, z.B hier, hier und hier. Bereits der Name „Electronic Intifada“ suggeriert eine Unterstützung für die gezielte Tötung israelischer Zivilisten. Aus unserer Sicht diskreditiert eine solche Verbindung jegliche seriöse journalistische Arbeit.

Gleich zu Beginn der Dokumentation wird auf 2250 Menschen hingewiesen, „die beim Angriff Israels auf den Gaza-Streifen vor drei Jahren starben“ [Minute 01:31]. Nicht erwähnt wird, dass sich unter diesen Palästinenserinnen und Palästinensern 850 Kombattanten befanden. Ebenso wenig findet die Tatsache Erwähnung, dass die Hamas Menschen als Schutzschilde missbrauchte und somit massiv zu den Opferzahlen beigetragen hat. Im Satz darauf wird behauptet, dass „Gaza nach dem Willen der israelischen Politik nur an drei bis vier Stunden pro Tag Strom hat“ [1:35]. Es wird dabei außer Acht gelassen, dass erst vor kurzem auf Bitten der Palästinensischen Autonomiebehörde die Stromversorgung in Gaza reduziert wurde. Ebenso verbreitet die Dokumentation die Falschinformation, Gaza sei “einer der am stärksten überbevölkerten Orte weltweit” [1:58]. Es existieren jedoch zahlreiche Metropolen die eine ebenso hohe oder sogar höhere Bevölkerungsdichte aufweisen.
Im weiteren Verlauf der Dokumentation wird analysiert: „Die Belagerung lähmt die Wirtschaft, 80 % der Leute hier überleben nur durch Hilfe von außen.“ [02:40]. Erneut unterlässt die Dokumentation eine Kontextualisierung, die verdeutlicht, dass die Regierung der Hamas durch Korruption, Arbeitsplatzvergabe nach politischer Gesinnung und Veruntreuung von internationalen Hilfsgeldern zu militärischen Zwecken die missliche wirtschaftliche Lage in Gaza maßgeblich mitbedingt.

Darüber hinaus heißt es in der Dokumentation in Bezug auf die militärische Auseinandersetzung in Gaza 2014: „Durch israelische Bomben verloren 142 Familien drei oder mehr ihrer Mitglieder. Es war der brutalste Angriff Israels auf das palästinensische Volk seit 1967, als Israel den Gaza-Streifen besetzte“ [11:14]. An dieser Stelle wird das Bild der alleinigen Schuld Israels an den militärischen Auseinandersetzungen gezeichnet. Die Tatsache, dass Israel damit auf intensiven Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen reagierte, wird verschwiegen.

Ebenso wird suggeriert, dass Israels Militäraktionen sich gegen das palästinensische Volk als Ganzes richte und nicht etwa gegen die militärische Infrastruktur der Hamas. Schließlich wird im Zuge des historischen Vergleichs nicht erwähnt, dass der Sechstagekrieg durch die massive Bedrohung arabischer Staaten gegenüber Israel maßgeblich mitverursacht wurde.

Schließlich präsentiert die Dokumentation einen Palästinenser, der Gaza in Richtung Istanbul verlassen möchte, da es in Gaza Parks und Tanzmöglichkeiten ebenso wenig gäbe wie Strom [12:15]. Er fügt hinzu: „Das ist die Belagerung, die schnürt uns die Luft ab“ [12:25]. Für fehlende Tanzmöglichkeiten in Gaza eine “Belagerung” verantwortlich zu machen, entbehrt nicht nur jeder Logik, sondern verschweigt, dass die radikal-islamische Hamas die Kulturpolitik in Gaza verwaltet.

Neben den fehlenden Einordnungen der Gesamtsituation in Gaza, zu der auch die Nichterwähnung der radikal-islamischen Hamas zählt, fällt die Dokumentation auch dadurch auf, dass sie keine israelische Stimme zu den reichlich vorhandenen Vorwürfen gegen Israel zu Wort kommen lässt. Dies wäre im Sinne einer ausgeglichenen Darstellung der Situation jedoch dringend geboten gewesen.

Mit großer Bestürzung müssen wir daher konstatieren, dass die Dokumentation „Gaza: Ist das ein Leben?“ eklatante journalistische Mängel aufweist und letztlich ein stark verzerrtes und Israel dämonisierendes Bild verbreitet. Sie vermittelt insgesamt den Eindruck, Israel sei alleinig an der wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Situation in Gaza Schuld.

Wir fordern Sie daher dazu auf, die Dokumentation unter seriösen journalistischen Gesichtspunkten zu überarbeiten oder die Veröffentlichung zurückzuziehen. Zudem erwarten wir eine Stellungnahme von Ihnen, wie es zu einer solch eklatanten Fehlleistung kommen konnte.“

Es ist nicht die erste eklatante Fehlleistung von Arte. Nur ein paar Wochen nachdem Arte sich geweigert hatte, die Dokumentation über Antisemitismus in Europa zu zeigen, sendet der Sender eine anti-israelische Dokumentation, die vor Einseitigkeit nur so strotzte. Der Film „Was ist die grüne Linie“ begann mit den Worten:

„Nach dem Unabhängigkeitskrieg 1949 zeichnen Israel, Ägypten, Jordanien und Syrien unter Vermittlung der UNO die neue Linie Israels mit grüner Tinte.“

Nicht erwähnt wurde, dass Israel angegriffen wurde und dass es die erklärte Absicht der Angreifer ist, Israel als Land und als Volk zu vernichten. Die Gründungscharta der Hamas enthält heute noch die Forderung nach der Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes. All das interessierte arte nicht. Israel wurde als bösartiger Aggressor gezeigt. Der Film enthielt auch diese Worte: „Sechstagekrieg, 1967. Israel erobert den Gaza-Streifen, die Sinai-Halbinsel, sie Golan-Höhen, das Westjordanland.“

Dabei wurde eine Karte eingeblendet, in der Israel in rot dargestellt wurde, dessen gefährliche rote Farbe sich unter dramatischer Musik über die Gebiete des Nahen Osten ergoss. An einer Stelle wurde sogar gezeigt, wie sich das israelische Rot über den ganzen arabischen Raum legte und Ägypten, Syrien, Jordanien und den Libanon verschlang. Juden sind die blutrote Gefahr, die alles verschlingen.

Das war die Bildsprache des Senders, der sich vorher weigert, einen Bericht über Antisemitismus in Europa zu senden. Der Film ging sogar noch weiter und erklärte: „Israel zieht sich zurück, aber jüdische Siedler gehen über die Grüne Linie hinaus in die Palästinensergebiete.

Dabei zeigt der Film ein in grün gehaltenes Gebiet, in dem sich rote Flecken solange ausbreiten, bis die ganze Karte wieder rot ist. Unter den Worten „Heute leben 400.000 im Westjordanland und 200.000 in Ostjerusalem“ färbt sich wieder die ganze Karte rot.

Arte verschwieg jedoch, dass 400.000 Juden im Westjordanland jedoch nur rund 17% sind, während in Israel über 20% Palästinenser leben. Warum war Israel bei diesen 20% nicht grün, wenn 17% Juden eine Karte schon rot machten? Warum verschwieg Arte, dass in Israel selbstverständlich Muslime leben und zwar mit den gleichen Rechten versehen wie jeder andere Bürger und jede andere Bürgerin des Landes aus, während die Hamas erklärt, keinen einzigen Juden auf ihrem Gebiet zu tolerieren? Seit 2005 ist der Gazastreifen „judenrein“. Hätte Arte sowas nicht wenigstens erwähnen sollen, bevor Bilder gezeigt wurden, in denen sich Juden unter dramatischer Musik und mit blutroter Farbe über den ganzen Nahen Osten ausbreiten?

Wer nicht gut informiert diese Reportagen schaut, muss Israel verurteilen und als brutalen Staat sehen, der Menschen einfach so ermordet und vertreibt. Arte hat diesen Film gesendet. Erinnern uns mal an die Begründungen, die angeführt wurden, warum der Film über Judenhass nicht gezeigt wurde:

„Der Film ist eine Provokation!“
„Der Film schüttet Öl ins Feuer!“
„Der Film kann angesichts der Terrorlage in Frankreich nicht gezeigt werden.“
„Der Film ist nicht ergebnisoffen.“

Kann mir mal bitte jemand erklären, wie ein Mensch, der solche Worte gesprochen hat, den Film „Was ist die grüne Linie“ senden kann? Dieser Film ist absolut einseitig, nicht ergebnisoffen und schüttet Öl ins Feuer. Er sollte gerade gerade angesichts der Terrorlage in Frankreich nicht gezeigt werden.

Erinnern wir uns auch an die Worte, mit denen die Dokumentation gegen Judenhass, die Arte nicht gesendet hat, endet:

„Niemals, ich bin überzeugt, niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“

Arte ist ein deutsch-französischer Sender. Daher ist es durchaus geboten, mal darüber nachzudenken, ob die Aussage nicht auch so formuliert richtig ist:

„Niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte Arte sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen.“

Nach all dem, was sich Arte mittlerweile erlaubt hat, angefangen von der Weigerung eine Dokumentation über Judenhass zu senden, weil sie nicht „ergebnisoffen“ gewesen sein soll, hin über den gesendeten Propagandafilm über die „grüne Linie“, bis zu der einseitigen und hetzerischen Arte Reportage über Gaza, die von Menschen gemacht wurde, die für die Intifada gegen Israel schreiben, sind all diese Fragen mehr als berechtigt: Welche Rolle spielt Arte bei dem mörderischen Judenhass in Frankreich? Wer ermöglicht diesen Judenhass? Wer finanziert und unterstützt den Judenhass? Und natürlich: Wofür steht das A in Arte?

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„Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige“

"#Dieselgate – Wo drastische Taten fehlen, müssen wenigstens drastische Worte her: Deutsche #Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige"

Diese Aussage stammt von Jürgen Döschner. Er twitterte sie am 30. Juli 2017. Seit 1984 ist er in verschiedenen Funktionen für den WDR und die ARD tätig. Seit Ende 2011 ist Döschner offizieller „Energieexperte“ des ARD-Hörfunks und arbeitet in dieser Funktion in der Chefredaktion des WDR-Hörfunks.

Auf den WDR-Faktencheck zu dieser Aussage bin ich sehr gespannt! Zudem würde mich Interessen, was mit Schuldigen ist. Dürfen die vergast werden? Döschner prangert schließlich nur die Vergasung von Unschuldigen an.

Mich erinnert der Spruch an eine Demonstration für ein Nachtflugverbot aus dem Jahr 2012. Dort wurde ein Plakat getragen, auf dem zu lesen war:

“Wir Blankenfelder leben wie im KZ. Werden von zwei Seiten vergast + verlärmt, dank Platzek & Co.”

Nachtrag:

Ein paar Stunden später kam der Faktencheck:

"Mein Tweet z #Dieselskandal war provokant, aber kein Vergleich m Holocaust. "Vergasen" steht lt Duden f "Töten durch Giftgas" – hier: Abgas"

Dieser Faktencheck reichte allerdings keine halbe Stunde. Dann relativierte Jürgen Döschner seine Aussage:

"#Dieselgate: wo drastische Taten fehlen, müssen drast Worte her: deutsche #Automafia tötet jährl 10000 Unschuldige"

Es waren allerdings immer noch nur die Unschuldigen, deren Tötung er anprangert. Zwei Minuten später erklärte er seine Änderung so:

"#Dieselgate: Da m Tweet vielfach bewusst als Holocaust-Vergleich missinterpretiert wurde, habe ich ihn durch e "neutralere" Formul ersetzt"

Der WDR hat wahrlich echte Experten.

Den besten Kommentar dazu hat Alexei Pavlovic dazu verfasst, in dem er erklärt, mit der Begründung von Jürgen Döschner könne jeder jetzt auch "Sieg Heil" brüllen, ohne dabei die Nazis zu meinen, denn laut Duden bedeute Sieg lediglich "das Gewinnen eines Wettkampfes" und Heil "etwas, was jemandem das ersehnte Gute bringt; jemandes Wohlergehen, Glück".

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Erkennen Sie den Ort?

Am 23. Juli 2017 brüllte eine Frau folgenden Satz auf Englisch über den Platz:

„Palästina wird frei sein, wenn Israel vernichtet wurde und verschwunden ist.“

Erkennen Sie den Ort? Wo jubelte die Menge als über die Zerstörung Israels gesprochen wurde? Wo wurde dieses Kind auf den Hass gegen Israel eingeschworen?​

Wo brüllte dieser Mann in die jubelnde Menge, dass der Zustand vor 1948 wieder herbeigeführt werden solle, als Israel noch nicht exitierte, weil nur das die „richtige Lösung“ sei?​

Ich gebe einen kleinen Tipp: In dem Land wird diese Sprache gesprochen:​

Erkennen Sie dem Ort?

Wo wurde an einem Sonntag erklärt, Israel müsse zerstört werden? Wo wurde gesagt, die Welt sei besser ohne Israel? Wo wurde in Anwesenheit von Kindern der Hass bejubelt?

Die Antwort lautet: In Österreich!

Die Demonstration fand am 23. Juli 2017 vor der Staatsoper auf dem Karlsplatz in Wien statt.

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Klartext zum Tempelberg

Der Tempelberg ist die heiligste Stätte des Judentums. Alle Tore zum Tempelberg werden jedoch von Angestellten einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) überwacht. Nicht selten erlaubt die Waqf nur Muslimen der Zutritt zum Tempelberg. Das ist in etwa so, als würden Medina und Mekka von Christen überwacht, die dann keine Muslime reinlassen. 

Der Status Quo auf dem Tempelberg wird von israelischen Sicherheitskräften bewahrt. Kann sich irgendjemand vorstellen, dass muslimische Sicherheitskräfte dafür einstehen würden, dass Medina und Mekka christlich bewacht werden?

Was würde wohl der Vatikan sagen, wenn der Zugang zum Vatikan von einer Frommen Stiftung des Islams bewacht werden würde, die zu bestimmten Zeiten nur Muslime in den Vatikan lassen würde? Glaubt irgendwer ernsthaft, Christen und Muslime würden nur mit Metalldetektoren und Kameras antworten, wie Israel es tut?

Juden machen für den Frieden Zugeständnisse, die kein Christ und kein Muslim jemals gemacht hat oder jemals machen würde. Dennoch wird Israel kritisiert.

Judenhass ist, wenn man Juden für etwas kritisiert, das man bei allen Anderen durchgehen lässt. Wer in der heutigen Situation und bei der Eskalation auf dem Tempelberg Israel kritisiert, fällt in genau diese Definition.

Solange Mekka nicht christlich und der Vatikan nicht muslimisch überwacht sind, sollte niemand Israel kritisieren, denn die heiligste Stätte der Juden ist nicht jüdisch überwacht.

Würde man das Judentum so behandeln wie jede andere Religion auch, dann müsste der Tempelberg jüdisch überwacht sein und auf dem Berg müsste ein jüdischer Tempel stehen und keine Moschee. 

Israel aber verzichtet auf einen Tempel und zwar um des Friedens Willen. Israel ist mit Frieden zufrieden und überlässt dafür den Tempelberg einer Frommen Stiftung des Islams. Israel ist ein pragmatisches Land. 

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

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Darum geht es!

Es geht nicht um Land, heilige Stätte und Freiheit. Es geht nur um eins und es steht in Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas. Darum geht es. Um nichts anderes. Es steht dort so deutlich wie in „Mein Kampf“. Man muss es nur lesen. Es ist ernst gemeint!

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Zwei Sätze für Israelkritiker

Es ist nicht leicht mit Israelkritikern zu reden. Ihr Ressentiment ist derart verhärtet, dass sie nicht mehr klar denken können. Es helfen jedoch zwei Sätze, die wie Hämmer in die Mauern der Ignoranz schlagen.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert diese zwei Sätze und setzt zu jedem Satz einen passenden Link ans Ende, der die Aussage des Satzes erläutert.

Nutzt diese Sätze gerne, um passionierte Israelkritiker aus dem Konzept zu bringen. Der erste Satz lautet:

Juden sind Palästinenser!

Dieser Satz wird den gemeinen Israelkritiker völlig verwirren. Er stimmt jedoch und kommt von der ehemaligen Premierministerin Israels, Golda Meir: „Ich bin eine Palästinenserin“

Der zweite Satz lautet:

Jüdische Siedler sind ein Garant für den Frieden im Nahen Osten.

Bei diesem Satz wird ein waschechter Israelkritiker vollkommen die Fassung verlieren, ist er doch felsendomsicher davon überzeugt, dass jüdische Siedler das größte Friedenshindernis darstellen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die jüdischen Siedler sind nicht das Problem.

Und jetzt viel Spaß mit den Israelkritikern. Haut Ihnen diese zwei Sätze um die Ohren!

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