„Kippa und Kufiya“ von Markus Rosch

Was haben eine Synagoge und ein Kamel gemeinsam? Markus Rosch von der ARD hat für beides eine passende Kopfbedeckung. Am 8. September 2016 schrieb Herr L. eine Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Netz habe ich ein Interview vom 21. April 2015 mit Ihrem Korrespondenten Markus Rosch gefunden. Darin ist er auf einem Foto mit einer Kufiya auf seinem Kopf zu sehen. Dieses Tuch, das auf ikonische Weise von PLO-Chef Yassir Arafat getragen wurde, hat eine starke politische Bedeutung und ist kein bloßes Bekleidungsstück.

Können Sie in Erfahrung bringen, welche Rückschlüsse dies auf die journalistische Unabhängigkeit von Herrn Rosch zulässt? Ist das Tragen einer Kufiya auf Bildern, die für ein Interview mit dem NDR zur Verfügung gestellt werden, mit der vom Zuschauer geforderten Integrität des Korrespondenten vereinbar?

Eine Stellungnahme von Herrn Rosch selbst bzw. einem seiner Kollegen in Tel Aviv ist wünschenwert.

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im voraus für eine Antwort,
ML

Da keine Antwort kam, hakte Herr L. am 12. September 2016 nach:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit meiner letzten Mail vor einer halben Woche sind ein islamischer, ein jüdischer und dann ein christlicher Ruhetag ins Land gegangen. Hätten Sie wohl jetzt die Zeit, meine Mail zu beantworten?

Hoffnungsvoll,
ML

Am 13. September 2016 kam dann die Antwort von Markus Rosch:

„Sehr geehrter Herr L!

Arafat Kopfbedeckung? Wenn ich in einer Synagoge drehe trage ich Kippa, beim traditionellen Kamelreiten das traditionelle Kopftuch. Dabei möchte ich es jetzt bewenden lassen.
Gruss

Markus Rosch
ARD German TV“

Herr L. antwortete prompt:

Sehr geehrter Herr Rosch,

naja, das eine ist, dass Sie etwas „dabei bewenden lassen“ möchten. Das andere ist, dass zig Millionen Deutsche, so auch ich, Ihre Arbeit in Tel Aviv finanzieren müssen.

Inwiefern sind Kamelreiten und das von Ihnen aufgesetzte Kopftuch traditionell? Kürzlich habe ich im ZDF gelernt, dass es schwer diskriminierend sei, Araber auf Kamelen darzustellen. Können Sie mir das mit der Tradition bitte nochmal einordnen?

Haben Sie eigentlich Ihren Rechenfehler (die Quadratmeter-Quadratkilometer-Verwechslung) schon korrigiert und sich dafür entschuldigt?

Beste Grüße,
ML

PS: Was meinen Sie eigentlich mit „traditionell“ im Gegensatz zu „Synagoge“? Sind Synagogen in Israel nicht traditionell?

Jetzt warten wir auf die nächste Antwort.

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7 Antworten zu „Kippa und Kufiya“ von Markus Rosch

  1. Bruno Becker schreibt:

    Ich kann diese Gurke auch nicht leiden, aber unter dem Link finde ich nur ein einziges Foto von dem Vogel mit besagter Kopfbedeckung. Ich muss gestehen, dass ich seinerzeit, also vor 32 Jahren bei meiner Arbeit in der Wüste dasselbe getragen habe. Da habe ich mir nichts bei gedacht. Und doof, wie er ist, hat er sich auch nichts bei gedacht. Denken ist ja nachweislich nicht seine Stärke. Das Interview selber finde ich harmlos. Deswegen hätte ich keine Briefe geschrieben, ob mit oder ohne Foto von Kopfbedeckung auf der hohlen Birne. Aber die Antwort auf seine Antwort, die finde ich Klasse! Good job, ML !!

  2. Melanie schreibt:

    „Markus Rosh afilu joter katan“. Bulbul 🙂

  3. Heimchen am Herd schreibt:

    Markus Rosch scheint ein selten dämliches Kamel zu sein!

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