Der Judenhass ist heute

Heute ist der 9. November 2021 und wieder setzten sich Deutsche mit ihrer Vergangenheit auseinander, jedes Jahr ein bisschen mehr. Heute sitzen sie so weit auseinander mit ihrer Vergangenheit, dass sie gar nicht mehr sehen können, was so offensichtlich ist: Der Judenhass ist heute!

Zwischen dem 9. November 2020 und dem 9. November 2021 wurden in Deutschland einige judenfeindliche Taten begangen. Ein Jude in Hamburg wurde brutal zusammengetreten. Ein Jude in Köln wurde zusammengeschlagen. In Berlin wurde ein Mensch lebensgefährlich verletzt, weil er sich geweigert hatte, „Free Palestine“ zu rufen. Dafür erklärte im letzten Jahr die Jugendorganisation der SPD ihre Solidarität mit der judenfeindlichen Fatah-Jugend. Es gab einen versuchten Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm. Vor der Synagoge in Gelsenkirchen wurden judenfeindliche Parolen gebrüllt. Der jüdische Friedhof in Haren wurde mit Hakenkreuzen geschändet. In seiner Chatgruppe hetzte Attila Hildmann gegen Juden und Feyza-Yasmin Ayhan schrieb für das ZDF trotz des Teilens judenfeindlicher Karikaturen. Auf Flugblättern und in Zeitungen wurden judenfeindliche Klischees verbreitet.

Hier eine kleine Auswahl einiger Artikel über judenfeindliche Aktionen des letzten Jahres:

Im November des Jahres 2020 wurde bekannt, dass in einem bislang nicht näher einzugrenzenden Tatzeitraum mehrere Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof durch das Einritzen von mehreren Hakenkreuzen geschändet wurden. Einige Beschädigungen könnten nach Bewertung der Spuren an den Grabmählern bereits mehrere Monate alt sein. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. (Jüdischer Friedhof in Haren geschändet)

Ende November 2020 verabschiedete die Jugendorganisation der SPD (Jusos) auf ihrem virtuellen Bundeskongress einen Antrag, in dem sie sich solidarisch mit der Palästinenserorganisation Fatah-Jugend erklärte. Der führende Politiker der Fatah ist Mahmud Abbas sagte einst: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“ (Nicht alle in der SPD sind so)

Am 4. Dezember 2020 tauchte das Flugblatt in Köln auf. Darauf wird behauptet, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine „polnischstämmige Jüdin“. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Außenminister Heiko Maas werden als Juden bezeichnet. Über den Virologen Christian Drosten wird behauptet, er sei, „dem Phänotyp nach ebenfalls Jude“. Das Flugblatt endet mit der hetzerischen Aussage: „Je mehr Juden in Politik und Medien, desto übler die Zustände!“ (Ein formaljuristisches Verfahren)

Patrick Bahners ist Journalist, schreibt und wirkt unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und erklärte im Dezember 2020 auf Twitter, der israelbezogene Antizionismus sei eine Erfindung, „um Kritik am Zionismus zu skandalisieren.“ (Patrick Bahners: „Der israelbezogene Antisemitismus wurde erfunden, um Kritik am Zionismus zu skandalisieren.“)

Am 31. März 2021 schrieb Attila Hildmann vom „Judenabschaum“ und führte aus, Juden seien keine Menschen, sondern Parasiten. Am selben Tag wandte er Jens Spahn eine „jüdische Pharmatunte“. Am 4. April 2021 behauptete Attila Hildmann, der Holocaust sei eine von Juden erfundene Lüge. Er nannte den Holocaust sogar die „schlimmste Kriegslüge der Menschheitsgeschichte“ und führte aus, den Deutschen träfe keine Schuld. Am selben Tag schrieb er stolz, er sei Nationalsozialist. (Holocaustleugnung, Judenhass und weiterer Dreck von Attila Hildmann)

Im Mai 2021 wurden in der Nähe der Synagoge von Gelsenkirchen von einem aufgebrachten Mob judenfeindliche Parolen gebrüllt. (Deutschland 2021)

Dies sind Bilder einer Demonstration in Köln am 15. Mai 2021 auf dem Heumarkt. Es wurde versucht, eine Israelfahne zu verbrennen. Ein Mann wurde von den Ordnungskräften aufgefordert, seine Israel-Fahne zu verstecken, um nicht zu provozieren; ein anderes Bild von einer Frau jedoch, auf dem die Israel-Fahne ebenfalls zu sehen war, durfte bleiben, allerdings wurde die Israel-Fahne dort auch in negativer Weise dargestellt. Der Einsatzleiter erklärt: „Wir wollen nicht eskalieren.“ (Demo in Köln – 15. Mai 2021)

„Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch klug.“ Mit diesem Satz ist ein Artikel von Malte Lehming für den Berliner Tagesspiegel überschrieben. Der Artikel erschien am 1. Juni 2021 nachdem in Berlin drei junge Menschen von Demonstranten umringt, beschimpft, angegriffen und verletzt worden waren, weil zwei von ihnen einen Davidstern trugen. Nach dem Angriff erhielten sie von der Polizei den Ratschlag, künftig am „Tag der Nakba“ bei einer Demonstration von Palästinensern auf jüdische Symbole zu verzichten. (Der Neue Lehming für Gebotenes Verhalten in der Öffentlichkeit)

Auf die Synagoge in Ulm wurde heute morgen, am 5. Juni 2021, ein Brandanschlag verübt. Verletzt wurde niemand. (Brandanschlag auf Ulmer Synagoge)

Am Schabbat, 20. August 2021 wurde in Köln gegen 23:30 Uhr ein 18-jähriger Mann, der eine Kippa trug, durch einen judenfeindlichen Angriff schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde dem jungen Mann in einem Park am Kaiser-Wilhelm-Ring von einer Gruppe, bestehend aus ungefähr zehn jungen Männern, die Kippa vom Kopf gerissen. Laut Angaben wurde das Opfer antisemitisch beleidigt, geschlagen und getreten. Bei dem Angriff wurde ihm ein Gesichtsknochen gebrochen. Zwei mutmaßliche Täter im Alter von 18 und 19 Jahren konnten aufgrund von Aufnahmen einer Videoüberwachung festgenommen werden. „Dabei handelt es sich um einen Deutschen und einen Deutschtürken“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Weitere Details zu den Verdächtigten nannte die Polizei nicht. Die Verdächtigten wurden vernommen und dann wieder freigelassen. (Judenfeindlicher Angriff in Köln)

Am 18. September 2021 wurde in Hamburg ein 60-jähriger Jude an einer Mahnwache für Israel und gegen Judenhass mit einem Faustschlag ins Gesicht schwer verletzt. Zuvor hatte der Angreifer den Mann judenfeindlich beleidigt. Der Mann musste schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. (Das Schweigen hilft den Tätern)

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ZDF ist völlig überrascht. Für das Comedy-Format „Barrys Barbershop“ hat der Sender die Autorin Feyza-Yasmin Ayhan engagiert und muss nun erkennen, dass sie eine islamische Aktivistin ist, die einigen problematischen Überzeugungen anhängt. Zu den Aktionen von Feyza-Yasmin Ayhan gehört unter anderem die Verbreitung einer antisemitischen Karikatur, auf der ein Jude mit Hakennase dargestellt wurde. Zudem hat sie auf einer Veranstaltung einer Organisation, die der judenfeindlichen Hamas nahesteht, passend zur Gründungscharta der Hamas, wo die Vernichtung aller Juden weltweit gefordert wird, das Ende des Staates Israel gewünscht. (Kleider machen Leute)

Am 25. Oktober 2021 wurde ein 36-jähriger Mann in Berlin-Spandau auf einem Gehweg am Altstädter Ring von drei Männern beinahe umgebracht, weil er sich trotz ihrer aggressiven Aufforderung geweigert hatte, laut „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina) zu rufen. Die unbekannten Täter schlugen den Mann zusammen und traten mehrfach auf ihn ein, auch immer wieder auf den Kopf des Mannes. Nachdem Zeugen einen Rettungswagen alarmiert hatten, wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Lebensgefahr schwebte. (Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe)

Die Gegenwart von heute wird die Vergangenheit von morgen sein. Anstatt ständig nur Kränze für tote Juden abzuwerfen, während die lebendigen Juden vor allem in Israel kritisiert werden, weil sie sich nicht einfach so abschlachten lassen wollen, sollten wir den lebendigen Juden etwas mehr Solidarität zeigen und den Judenhass von heute bekämpfen, statt nur den von früher zu bewältigen. Vielleicht sparen wir uns in den nächsten Jahren einfach mal ein paar Kränze für tote Juden und laden dafür öfter lebendige Juden ein. Juden lieben nämlich das Leben. Sie stoßen sogar darauf an: Lechaim!

Bereits am 9. November 2017 erschien ein Artikel unter dem Titel „Der Judenhass ist heute“.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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4 Antworten zu Der Judenhass ist heute

  1. Anonymous schreibt:

    Genau, Juden hassen Goyim u. verhalten sich entsprechend. Man höre sich die Aussagen des Schuster an o. konsultiere Talmud u. Thora. Sehr nett sind auch Lerner-Spectre, Sarkozy, Attali u. Rebbes, die sich mit abscheulichen Ansagen profilierten. Da es ca. 15 Mio. Juden weltweit geben soll, können sie sich nicht so betragen wie Moslems, die in vielen Westländern ensprechend sich verhalten u. die Knäste füllen.

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  2. Bernd L. Mueller schreibt:

    Was sollen wir zu diesen Abscheulichkeiten vs. Juden sagen ? Nur eines : …jüdische Mitbürger oder Besucher gehören gleich normal zu uns wie unsere Familie.

    Wir haben Gott sei Dank – persönlich – noch keine Aggressivität vs. Juden gesehen, erlebt. Wir versichern ernsthaft : …..passiert es, wir werden einschreiten, helfen, ggf. um Hilfe rufen wenn es unsere Kräfte / Kondition übersteigt.

    Keinesfalls, nicht zur Relativierung, sondern ein klein wenig – nur ein bisschen zur Beruhigung. In unserem Freundeskreis, Familie, in Unternehmen überall wo wir verkehren, es gibt keinen Judenhass.

    Ist er in unseren Kreisen latent vorhanden ? Wir wissen, hoffen dass es n i c h t so ist. Danach richten wir uns ohne die – wie o.g. aufgezählt – offensichtlichen Gemeinheiten zu leugnen, sind dokumentiert. W i d e r l i c h.

    Bleibt alle heil und gesund !

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  3. WFBeck schreibt:

    Ich bin in einigen Großstädten zu Fuß unterwegs. Kippaträger sehe ich leider keine. Aggressive Kopftuchträgerinnen und ihre männlichen 1. Klasse Menschen sehr sehr oft. Man kann im Vorbeigehen, die offene Ablehnung, für die schon länger hier Lebenden förmlich spüren. Schauen wir zurück in die Geschichte. Ich war entsetzt, als ich den jüdischen Friedhof von Buttenheim (Lewis Strauss) ca. 10 km von dem Ort auf einer Anhöhe der fränkischen Schweiz (Ebermannstadt) entdeckte. Wir waren auf einer Wanderung entlang der Wiesent. Auch vor 150 Jahren waren die Juden ausgegrenzt und entmenschlicht. Es hat sich durch den Zuzug von antisemitischen Islamisten nicht verändert. Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

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  4. nouseforislam schreibt:

    Tja, es ist nicht davon auszugehen, dass es unter der neuen „Regierung“ besser wird. Als Mitleser der Jüdischen Rundschau – von meiner Frau abonniert – bekommt man so einiges mit, was unsere Medien gerne verschweigen.

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