Vertreter der sogenannten „Israelkritik“ unterdrücken und verfolgen Menschen! Dieser Hass ist auf der pro-israelischer Seite nicht vorhanden!
Als Beweis präsentiert Tapfer im Nirgendwo eine kleine Auswahl von Aufnahmen, die allesamt zeigen, wie Menschen niedergeschrieen, bedroht oder aus Hörsälen vertrieben werden, nur weil sie eine pro-israelische Haltung haben oder einfach nur Juden sind.
Diese Form des Hasses ist gegen Israel gerichtet und kommt auf pro-israelischer Seite nicht vor! Wer das Gegenteil behaupten will, muss nur diese Tapfer im NirgendwoHerausforderung bestehen:
Zeigen Sie mir Aufnahmen, wo israelkritische Stimmen ebenso bedroht werden wie in diesen Videos:
Musiker werden in der Royal Albert Hall in London niedergebrüllt, weil sie Israelis sind:
Ein Mensch wieder an einer Universität niedergebrüllt, weil er ein Israeli ist:
Ein Israeli wird aus dem Hörsaal vertrieben und in einem weiteren Hörsaal niedergebrüllt:
Ein Mann wieder an einer Universität niedergebrüllt, weil er Israeli ist:
Ein Mann beleidigt einen Menschen und brüllt ihn an, weil er Israeli ist:
Ein Konzert wird gestört, weil die Musiker Israelis sind:
An der Universität von Chicago wird ein Politiker niedergebrüllt, weil er Israeli ist:
Auch in Washington wurde er niedergebrüllt:
Israelis werden niedergebrüllt und beleidigt:
Unter „Allahu Akbar“-Rufen wird der Künstler Lars Vilks attackiert, mit der Begründung, er arbeite für „die Zionisten“:
Judenhass auf Berliner Straßen, ab Minute 0:45 richtig widerwärtig:
Ab Minute 2:57 wird gerufen: „Tod den Juden. Adolf Hitler!“:
Das ist der Hass, der gegen Israel geht.
Veröffentlicht unterAntisemitismus, Palästina, Politik|Kommentare deaktiviert für Die Tapfer im Nirgendwo Herausforderung
Ein Jahr, nachdem Angela Merkel die berüchtigten Worte in einer Bundespressekonferenz am 31. August 2015 im Hinblick auf die Flüchtlingskrise benutzt hatte, nutzte auch Israels Premierminister am 22. September 2016 diese Worte in Zusammenhang mit der weltweiten Flüchtlingssituation vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen, nur ganz anders:
Meine Damen und Herren,
während wir in Israel den Frieden mit all unseren Nachbarn suchen, wissen wir auch, dass der Frieden keinen größeren Feind kennt als die Kräfte des militanten Islams. Die blutige Spur dieses Fanatismus‘ zieht sich durch alle Kontinente, die hier vertreten sind. Sie läuft durch Paris und Nizza, Brüssel und Bagdad, Tel Aviv und Jerusalem, Minnesota und New York, von Sydney bis nach San Bernardino. So viele haben bereits unter dieser Barbarei gelitten: Christen und Juden, Frauen und Homosexuelle, Yeziden und Kurden und viele, viele andere. Den höchsten Preis aber zahlen die unschuldigen Muslime. Hunderttausende von ihnen wurden unbarmherzig geschlachtet, Millionen zu verzweifelten Flüchtlingen verdammt, zig Millionen brutal unterjocht. Die Niederlage des militanten Islam wird ein Sieg für die ganze Menschheit sein, aber vor allem ein Sieg für die vielen Muslime, die ein Leben ohne Angst suchen, ein Leben in Frieden und Hoffnung.
Um die Kräfte des militanten Islams zu besiegen, müssen wir sie unnachgiebig bekämpfen. Wir müssen sie in der realen Welt bekämpfen und in der virtuellen Welt. Wir müssen ihre Netzwerke zerstören, ihre Finanzierungen kappen und ihre Ideologie diskreditieren. Wir können sie besiegen und wir werden sie besiegen. Mittelalterlichkeit passt nicht in die Moderne. Hoffnung ist stärker als Hass. Freiheit ist stärker als Angst. Wir schaffen das!
Wer bisher nicht verstanden hat, warum Benjamin Netanjahu in Israel so beliebt ist, weil er über diesen Mann immer nur aus der europäischen Presse erfahren hat, sollte sich einmal die Zeit nehmen, nicht nur die Dinge zu lesen, die über ihn gesagt werden, sondern auch mal die Dinge, die er selber sagt. Sie zeigen nämlich, dass er ein Mann des Friedens, der Vernunft und der Zukunft ist. Die folgende Rede hielt er am 22. September 2016 in den Vereinten Nationen. Es ist eine wahrlich grandiose Rede. Ich möchte die Rede wie folgt überschreiben:
Benjamin Netanjahu erzählt von einem Witz!
Herr Präsident, meine Damen und Herren,
was ich jetzt sage, wird Sie schockieren: Israel hat eine glänzende Zukunft in den Vereinten Nationen vor sich. Ich weiß, es muss Sie überraschen, das ausgerechnet von mir zu hören, da ich Jahr für Jahr an diesem Podium gestanden und die Vereinten Nationen für ihre obsessive Voreingenommenheit gegenüber Israel gescholten habe. Die UNO hat jedes schonungslose Wort verdient, bedenkt man das schändliche Tun der Generalversammlung, im vergangenen Jahr zwanzig Resolutionen gegen den demokratischen Staat Israel verabschiedet zu haben, aber nur die Summe von exakt drei Resolutionen gegen alle anderen Länder auf diesem Planeten. Israel, zwanzig; der Rest der Welt, drei.
Und was ist mit dem Witz, der sich UN-Menschenrechtsrats nennt und jedes Jahr Israel mehr verurteilt als alle anderen Länder der Welt zusammen? In einer Welt, in der Frauen systematisch vergewaltigt, ermordet und als Sklavinnen verkauft werden, welches ist wohl das einzige Land, das die UN-Kommission dieses Jahr auserkoren hat, um es für die Behandlung von Frauen zu verurteilen? Ja, Sie haben richtig geraten: Israel. Israel! Israel, wo Frauen Kampfjets fliegen, große Unternehmen und Universitäten leiten, dem Obersten Gericht schon zwei Mal vorstanden und als Sprecherinnen in der Knesset und als Premierministerin gedient haben.
Und der Zirkus geht weiter bei der UNESCO. Die UNESCO ist als UN-Gremium damit beauftragt, das Weltkulturerbe zu erhalten. Es ist schwer zu glauben, was ich jetzt sage, aber diese UNESCO verweigerte dem jüdischen Volk tatsächlich jüngst die in 4000 Jahren gewachsene Verbindung zu seiner heiligsten Stätte, dem Tempelberg. Das ist genauso absurd, wie die Verbindung zwischen der Chinesischen Mauer und China zu leugnen.
Meine Damen und Herren,
die UNO hat einst als eine moralische Instanz begonnen, sie ist aber zu einer moralischen Farce verkommen. Sie werden jetzt vielleicht denken, wenn es in den Vereinten Nationen um Israel geht, wird sich nichts mehr ändern, aber da irren Sie sich. Sehen Sie, all das wird sich ändern und viel früher als Sie denken. Die Veränderungen werden sich auch in diesem Saal manifestieren. Wenn Sie wieder zu Hause sind, werden Ihre Regierungen schon sehr bald ihre Haltungen zu Israel verändern und das wird früher oder später dafür sorgen, dass auch Sie Ihre Wahlentscheidungen über Israel hier in den Vereinten Nationen überdenken. Immer mehr Nationen, ob nun in Asien, Afrika oder in Lateinamerika, werden Israel als starken Partner erkennen im Kampf gegen den Terrorismus von heute und im Entwickeln von Technologien von morgen.
Heute pflegt Israel diplomatische Beziehungen zu mehr als 160 Ländern. Das ist fast doppelt zu viel als zu der Zeit, da ich hier vor rund dreißig Jahren als Israels Botschafter diente. Und diese Beziehungen werden jeden Tag tiefer und intensiver. Die Führer der Welt wissen immer mehr zu schätzen, dass Israel ein starkes Land mit einem der besten Nachrichtendienste der Welt ist. Aufgrund unserer unerreichten Erfahrung und unseren bewährten Fähigkeiten im Kampf gegen den Terrorismus, suchen viele Ihrer Regierungen unsere Hilfe, um Ihre Länder sicher zu halten.
Viele streben danach, von Israels Einfallsreichtum zu profitieren, sei es nun in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, in der Wasseraufbereitung, in der Internetsicherheit, der Verarbeitung von großen Datenmengen, der Netzwerkerweiterung oder der Entwicklung künstlicher Intelligenzen, all das Wissen, das die Welt in jeder Hinsicht verändert.
Sie sollten dies bedenken: Israel ist weltweit führend in der Wiederaufbereitung von Abwasser. Wir recyceln über 90% unseres Abwassers. Wie bemerkenswert ist das? Nun, das nächste Land auf der Liste recycelt nur etwa 20% des Abwassers. Israel ist somit eine globale Wassermacht. Wenn wir also eine durstige Welt haben, und die haben wir, dann gibt es dagegen keinen besseren Verbündeten als Israel.
Wie sieht es mit der Internetsicherheit aus? Das ist ein Thema, das uns alle betrifft. Israel macht zwar nur ein Zehntel eines Prozents der Weltbevölkerung aus, hat aber dennoch im vergangenen Jahr rund zwanzig Prozent aller weltweit privaten Investitionen im Bereich der Internetsicherheit getätigt. Verdauen Sie diese Zahl erst einmal. In der Internetsicherheit schlägt sich Israel erfolgreich satte 200 mal über seiner Gewichtsklasse. Somit ist Israel ebenfalls eine globale Internetmacht. Wenn Hacker Ihre Banken, Flugzeuge, Stromnetze und so ziemlich alle anderen Netzwerke attackieren, bietet Israel unverzichtbare Hilfe an. Die Regierungen der Welt ändern ihre Haltungen zu Israel, weil sie wissen, dass Israel ihnen helfen kann, ihre Völker zu schützen, zu ernähren und ihr Leben besser zu gestalten.
In diesem Sommer hatte ich die unglaubliche Gelegenheit, diese Veränderungen mit eigenen Augen zu sehen und zwar als ich eine unvergessliche Reise in vier afrikanische Länder tätigte. Es war der erste Afrikabesuch eines israelischen Premierministers seit Jahrzehnten. Im Laufe des heutigen Tages werde ich mich zudem mit Führern von 17 afrikanischen Ländern treffen, um darüber zu diskutieren, wie israelische Technologien helfen können, diese Länder in ihren Bemühungen zu unterstützen, die eigene Situation zu verbessern. In Afrika, ändern sich die Dinge! Auch in China, Indien, Russland, Japan ändert sich die Haltung zu Israel ebenfalls. Diese mächtigen Nationen wissen, dass Israel trotz der geringen Größe große Veränderungen in vielen, vielen Bereichen bewirken kann, die ihnen wichtig sind.
Aber jetzt werde ich Sie noch mehr überraschen. Sie werden feststellen, dass die größte Veränderung in der Haltung zu Israel anderswo stattfinden wird, nämlich in der arabischen Welt. Unsere Friedensverträge mit Ägypten und Jordanien sind Stabilitätsanker im sonst so unsicheren Nahen Osten. Und daher sage ich Ihnen noch etwas: Zum ersten Mal in meinem Leben, erkennen viele andere Staaten in der Region, dass Israel nicht ihr Feind ist, sie erkennen vielmehr, dass Israel ihr Verbündeter ist! Unsere gemeinsamen Feinde sind der Iran und ISIS. Unsere gemeinsamen Ziele sind Sicherheit, Wohlstand und Frieden. Ich glaube daher, dass wir in den kommenden Jahren zusammenarbeiten werden, um diese gemeinsamen Ziele in offener Zusammenarbeit zu verwirklichen.
Israels diplomatische Beziehungen erleben gerade nichts weniger als eine Revolution. In dieser Revolution werden wir jedoch nie unsere liebste Allianz und unsere tiefste Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika vergessen. Sie ist die stärkste und großzügigste Nation auf der Erde.
(Applaus im Saal)
Unsere unzertrennliche Verbindung mit den Vereinigten Staaten von Amerika geht über Parteien und Politik hinaus. Sie zeigt sich vor allem in der überwältigenden Solidarität, die Israel unter dem amerikanischen Volk erfährt, eine Unterstützung, die sich zur Zeit auf einer Rekordhöhe befindet und für die wir sehr dankbar sind.
Die Vereinten Nationen prangern Israel an. Die Vereinigten Staaten unterstützen Israel. Eine zentrale Säule dieser Unterstützung bei den Vereinten Nationen ist Amerikas konsequente Verteidigung Israels. Ich schätze Präsident Obamas Engagement für diese langjährige US-Politik. Um genau zu sein, das einzige Mal, dass die Vereinigten Staaten während der Obama-Präsidentschaft ein Veto im UN-Sicherheitsrat einbrachten, war es ein Veto gegen eine anti-israelische Resolution aus dem Jahr 2011. Wie Präsident Obama zu Recht auf diesem Podium erklärte, Frieden kommt nicht von Erklärungen und Resolutionen der Vereinten Nationen.
Ich glaube, der Tag ist nicht mehr fern, da Israel sich auf viele, viele weitere Länder verlassen können wird, die dann mit uns und zu uns unter den Vereinten Nationen stehen. Langsam, aber sicher, finden die Zeiten, da UN-Botschafter reflexartig Israel verurteilten, ein Ende.
Meine Damen und Herren,
die automatische Mehrheit gegen Israel, die sich heute noch regelmäßig in der UNO einstellt, erinnert mich an die unglaubliche Geschichte von Hiroo Onada. Hiroo war ein japanischer Soldat, der im Jahre 1944 auf die Philippinen versetzt wurde. Dort lebte er im Dschungel, ernährte sich von der Umgebung und entzog sich mehrfach Festnahmen. Er ergab sich erst im Jahr 1974, rund 30 Jahre nachdem der Zweite Weltkrieg bereits zu Ende war. Jahrzehnte weigerte sich Hiroo zu glauben, dass der Krieg vorbei war. Während sich Hiroo im Dschungel versteckte, schwammen japanische Touristen in Pools amerikanischer Luxushotels in der Nähe von Manila. Schließlich erbarmte sich ein ehemaliger Kommandant Hiroos und konnte ihn davon überzeugen, aus seinem Versteck zu kommen. Erst da legte Hiroo seine Waffen nieder.
Meine Damen und Herren, verehrte Delegierte aus so vielen Ländern,
ich habe heute eine Nachricht für Sie: Legen Sie Ihre Waffen nieder. Der Krieg gegen Israel bei den Vereinten Nationen ist zu Ende!
Einige von Ihnen wissen es vielleicht noch nicht, aber ich bin zuversichtlich, eines Tages, in nicht allzu ferner Zukunft, werden auch Sie die Meldung von Ihrem Präsidenten oder von Ihrem Premierminister erhalten, dass der Krieg gegen Israel in den Vereinten Nationen vorbei ist. Ja, ich weiß auch, es könnte noch ein Sturm vor der Ruhe kommen. Ich habe hier nämlich wieder die Absicht vernommen, dass später dieses Jahres hier in der UNO wieder gegen Israel agitiert werden soll. Aber glaubt hier wirklich jemand ernsthaft, dass Israel die Vereinten Nationen über Sicherheitsfragen und nationale Interessen Israels bestimmen lassen wird? Wir werden die Versuche der Vereinten Nationen, Israel Bedingungen zu diktieren, nie akzeptieren, denn wir wissen um die Geschichte der Feindseligkeit der Vereinten Nationen gegenüber Israel! Der Weg zum Frieden führt durch Jerusalem und Ramallah, nicht durch New York.
Aber unabhängig davon, was in den nächsten Monaten passieren wird, ich habe vollstes Vertrauen, dass sich in den kommenden Jahren das gute Ansehen Israels unter den Nationen der Welt auch auf das Ansehen Israels unter den Nationen in diesem Saal auswirken wird. Ich habe sogar so viel Zutrauen, dass ich vorhersage, in einem Jahrzehnt von heute wird ein israelischer Premierminister hier stehen, wo ich jetzt stehe und den Vereinten Nationen applaudieren.
Aber jetzt frage ich Sie: Warum müssen wir ein ganzes Jahrzehnt warten? Warum wollen Sie weiter Israel verleumden? Vermutlich, weil einige von Ihnen noch nicht begriffen haben, dass die obsessive Voreingenommenheit gegenüber Israel nicht nur ein Problem für mein Land ist, sondern auch ein Problem für Ihre Länder. Wenn die UNO nämlich so viel Zeit damit verbringt, die einzige liberale Demokratie im Nahen Osten zu verurteilen, hat sie viel weniger Zeit, um Krieg, Krankheit, Armut, Klimawandel und all die anderen ernsten Problemen zu adressieren, die diesen Planeten plagen.
Oder haben Sie das Abschlachten einer halben Million Syrer mit Ihrer Verurteilung Israels verhindert? Das Israel, das Tausende von verletzten Syrern in Krankenhäusern aufgenommen und behandelt hat. Darunter ist ein Feldlazarett, das meine Regierung auf der Golanhöhe entlang der Grenze zu Syrien gebaut hat. Haben Sie all den an Kränen aufgehängten Homosexuellen im Iran durch Ihre Verunglimpfung Israels geholfen, dem Israel, wo Homosexuelle stolz in unseren Straßen marschieren und in unserem Parlament dienen? Ich bin stolz darauf, dass sie auch in meiner Likud-Partei sind. Haben Sie den hungernden Kinder in der brutale Tyrannei Nordkoreas mit Ihrer Dämonisierung Israels geholfen, Israel, dessen landwirtschaftliches Wissen den Hunger in Entwicklungsländern bekämpft?
Je früher die Obsession der Vereinten Nationen mit Israel endet, umso besser. Es ist besser für Israel, besser für Ihre Länder und besser für die Vereinten Nationen selbst!
Meine Damen und Herren,
wenn schon die Gewohnheiten der Vereinten Nationen schwer aussterben, sterben palästinensische Gewohnheiten noch viel schwieriger aus. Präsident Abbas hat gerade von diesem Podium aus die Balfour-Deklaration angegriffen. Er bereitet momentan eine Klage gegen Großbritannien vor, aufgrund der Erklärung von 1917. Das ist fast 100 Jahren her. Da steckt mal jemand in der Vergangenheit fest! Die Palästinenser können genauso gut den Iran für die Erklärung Nebukadnezars verklagen, der es uns Juden erlaubte, unseren Tempel in Jerusalem vor 2500 Jahre wieder aufzubauen. Oder wo wir schon mal dabei sind, warum bringen die Palästinenser nicht direkt eine Sammelklage gegen Abraham ein, weil er ein Grundstück in Hebron kaufte, wo die Väter und Mütter des jüdischen Volkes vor 4000 Jahren begraben wurden?
(Stille im Saal)
Sie lachen nicht? Es ist nicht absurder als die britische Regierung für die Balfour-Deklaration zu verklagen! Meint er das ernst? Das wird ernst genommen hier?
Präsident Abbas greift die Balfour-Deklaration an, weil sie das Recht des jüdischen Volkes zu einer nationalen Heimstätte in dem Land Israel anerkennt. Die Vereinten Nationen unterstützten die Errichtung eines jüdischen Staates im Jahr 1947, weil sie unser historisches und moralisches Recht an einem Land in unserer Heimat anerkannten. Doch heute, fast 70 Jahre später, weigern sich die Palästinenser immer noch, dieses Recht anzuerkennen. Sie erkennen weder unser Recht auf eine Heimat an, noch unser Recht auf einen Staat und eine eigene Gesetzgebung. Sie erkennen nichts an! Die anhaltende palästinensische Weigerung, den jüdischen Staat in irgendeiner Grenze anzuerkennen, ist der wahre Kern des Konflikts. Sie sehen, in diesem Konflikt geht es nicht um die Siedlungen. Darum ging es nie.
Der Konflikt tobte schon Jahrzehnte vor der ersten Siedlung, als Judäa, Samaria und Gaza noch allesamt in arabischer Hand waren. Seit die Westbank und der Gazastreifen in arabischer Hand sind, werden wir aus diesen Gebieten angegriffen, wieder und wieder und wieder. Als wir alle 21 Siedlungen im Gazastreifen aufgaben und uns gänzlich selbst aus den letzten Winkeln Gazas verabschiedeten, bekamen wir nicht Frieden aus dem Gazastreifen. Wir bekamen Tausende von Raketen, die aus dem Gazastreifen auf uns abgefeuert wurden. Dieser Konflikt tobt, weil die Siedlungen, die die Palästinenser nicht anerkennen, folgende Namen tragen: Haifa, Jaffa und Tel Aviv.
Die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Siedlungen ist eine reale Frage. Sie kann und muss in Verhandlungen gelöst werden. Aber in diesem Konflikt ging es nie um Siedlungen oder um die Errichtung eines palästinensischen Staats. Es ging immer schon um die Existenz eines jüdischen Staates in irgendeiner Grenze.
Meine Damen und Herren,
Israel ist bereit, ich bin bereit, über sämtliche endgültigen Fragen zu verhandeln, bis auf eine Sache: Ich werde nie über unser Recht verhandeln, einen eigenen und einzigen jüdischen Staat zu haben.
(Anhaltender Beifall im Saal)
Wow, anhaltender Beifall für den Premierminister von Israel in der UN-Generalversammlung? Die Veränderung kommt früher als ich dachte.
Hätten die Palästinenser im Jahr 1947 zu dem jüdischen Staat Ja gesagt, hätte es nie einen Krieg gegeben und somit auch keine Flüchtlinge und keinen Konflikt. Sobald die Palästinenser zu einem jüdischen Staat Ja sagen, werden wir in der Lage sein, diesen Konflikt ein für allemal zu beenden. Nun, genau hier liegt die Tragödie. Die Palästinenser sind nicht nur in der Vergangenheit gefangen, ihre Führer vergiften sogar die Zukunft. Ich möchte Sie einmal bitten, sich den Tag eines 13-jährigen palästinensischen Jungen vorzustellen. Nennen wir ihn Ali.
Ali wacht vor der Schule auf. Er geht zu seiner Fußballmannschaft trainieren, benannt nach Dalal Mughrabi, einem palästinensischen Terroristen, der für den Mord an 37 Israelis in einem Bus verantwortlich ist. Danach geht Ali zur Schule und nimmt dort an einer Veranstaltung teil, finanziert vom palästinensischen Bildungsministerium zu Ehren Baha Alyans bei, der im vergangenen Jahr drei israelische Zivilisten ermordet hat. Auf seinem Weg nach Hause, geht Ali an eine hoch aufragende Statue vorbeit, die erst vor ein paar Wochen von der palästinensischen Behörde errichtet wurde, um Abu Sukar zu ehren, der eine Bombe im Zentrum von Jerusalem zur Detonation gebracht, bei der 15 Israelis getötet wurden. Ali kommt nach Hause und schaltet den Fernseher ein. Er sieht ein Interview mit dem hochrangigen palästinensischen Beamten Jibril Rajoub, der sagt, dass, wenn er eine Atombombe hätte, er sie noch heute über Israel hochgehen lassen würde. Ali schaltet das Radio an und hört Präsident Abbas Berater, Sultan Abu al-Einein, der Palästinenser dies erklärt: „Schlitzt die Kehlen der Israelis auf, wo Ihr sie findet.“ Daraufhin überprüft Ali sein Facebookprofil und sieht dort einen kürzlich erschienenen Beitrag von Präsident Abbas‘ Fatah-Partei, wo das Massaker an elf israelische Athleten bei den Olympischen Spielen in München als eine „Heldentat“ feiert. Auf YouTube, sieht Ali dann einen Clip von Präsident Abbas selbst, der sagt: „Wir begrüßen jeden Tropfen Blut, der in Jerusalem verschüttet wird.“ Das ist ein direktes Zitat. Beim Abendessen fragt Ali seine Mutter, was passiert, wenn er einen Juden getötet und dafür in ein israelisches Gefängnis muss. Hier ist, was ihm die Mutter erzählt. Sie sagt, dass er dafür Tausende von Dollar jeden Monat von der Palästinensischen Behörde bekommt. Genauer gesagt sagt sie ihm, desto mehr Juden er tötet, desto mehr Geld bekommt er. Ach ja, und wenn er aus dem Gefängnis kommt, so sagt sie, bekommt Ali noch einen guten Job in der Palästinensischen Behörde.
Meine Damen und Herren,
das ist alles real! Es passiert jeden Tag, die ganze Zeit. Leider ist Ali kein Einzelfall. Er repräsentiert Hunderttausende von palästinensischen Kindern, die jeden Moment mit Hass indoktriniert werden, jede Stunde. Das ist Kindesmissbrauch!
Stellen Sie sich vor, Ihr Kind würde dieser Gehirnwäsche unterzogen. Stellen Sie sich vor, wie schwer es für einen kleinen Jungen oder ein kleines Mädchen ist, aus dieser Kultur des Hasses auszubrechen. Manche schaffen es, aber viel zu viele schaffen es nicht. Wie kann irgendeiner von uns erwarten, dass junge Palästinenser den Frieden unterstützen, wenn ihre Führer ihre Gedanken für den Frieden vergiften? Wir in Israel tun das nicht! Wir erziehen unsere Kinder zum Frieden. Wir haben erst vor kurzem ein Pilotprogramm gestartet, meine Regierung hat das getan, um das Studium der arabischen Sprache für jüdische Kinder obligatorisch zu machen, damit wir einander besser verstehen können, um gemeinsam Seite an Seite in Frieden leben zu können.
Natürlich gibt es in Israel, wie in allen Gesellschaften, auch Extremisten. Aber unsere Antwort auf diese Extremisten macht den Unterschied! Nehmen Sie nur den tragische Fall von Ahmed Dawabsha. Ich werde nie vergessen, wie ich nur wenige Stunden nach dem Angriff Ahmed im Krankenhaus besuchte. Ein war ein kleines Kind, ein Baby und war schwer verbrannt. Ahmed war das Opfer einer schrecklichen Tat eines jüdischen Terroristen. Er lag bandagiert und bewusstlos, während israelische Ärzte rund um die Uhr daran arbeiteten, ihn zu retten.
Keine Worte können der Familie dieses Jungen Trost bringen. Dennoch, als ich an seinem Bett stand, sagte ich zu seinem Onkel: „Das ist nicht unser Volk. Das ist nicht unser Weg.“ Ich ordnete daraufhin außerordentliche Maßnahmen an, um Ahmeds Angreifer vor Gericht zu bringen. Heute sitzen die jüdischen Bürger Israels, die beschuldigt werden, den Angriff auf die Familie Dawabsha begangen zu haben, im Gefängnis und erwarten ihren Prozess.
Einige werden nun sagen, diese Geschichte zeige, dass beide Seiten ihre Extremisten hätten und beide Seiten gleichermaßen verantwortlich seien für diesen scheinbar endlosen Konflikt. Aber Ahmeds Geschichte beweist tatsächlich das genaue Gegenteil. Es zeigt die tiefen Unterschiede zwischen unseren beiden Gesellschaften. Während die israelische Führung Terroristen verurteilt, und zwar alle Terroristen, Araber und Juden gleichermaßen, feiern palästinensische Führer ihre Terroristen. Während in Israel die handvoll jüdischer Terroristen in Gefängnissen sitzen, bezahlen die Palästinenser Tausende von Terroristen unter ihnen. Daher rufe ich Präsident Abbas auf: Sie haben die Wahl! Sie können weiterhin den Hass schüren, wie Sie es heute getan haben, oder Sie können endlich gegen den Hass vorgehen und mit mir daran arbeiten, Frieden zwischen unseren beiden Völkern zu schaffen.
Meine Damen und Herren,
ich höre das Gemurmel. Ich weiß, dass viele von Ihnen den Frieden aufgegeben haben. Aber ich möchte, dass Sie wissen: Ich habe den Frieden nicht aufgegeben. Ich bleibe der Vision von Frieden verpflichtet, basierend auf zwei Staaten für zwei Völker. Ich glaube, so stark wie nie zuvor, dass die Veränderungen in der arabischen Welt uns eine einmalige Gelegenheit bieten werden, diesen Frieden zu verwirklichen.
Ich lobe Präsident el-Sisi von Ägypten für seine Bemühungen, Frieden und Stabilität in unserer Region zu fördern. Israel begrüßt den Geist der arabischen Friedensinitiative und begrüßt einen Dialog mit den arabischen Staaten, um einen größeren Frieden zu befördern. Ich glaube zudem, um einen breiten Frieden für alle zu erreichen, müssen die Palästinenser ein Teil der Verhandlungen werden. Ich bin bereit, sofort Verhandlungen zu beginnen, um Frieden zu erreichen und zwar heute, nicht morgen, nicht nächste Woche, heute!
Vor einer Stunde sprach Präsident Abbas hier. Wäre es nicht besser, wenn wir, statt aneinander vorbei zu reden, miteinander reden würden? Präsident Abbas, statt hier bei den Vereinten Nationen in New York gegen Israel zu reden, lade ich Sie herzlich ein, in der Knesset in Jerusalem zum israelischen Volk zu sprechen. Ich spreche im Gegenzug gerne zum palästinensischen Parlament in Ramallah.
Meine Damen und Herren,
während wir in Israel den Frieden mit all unseren Nachbarn suchen, wissen wir auch, dass der Frieden keinen größeren Feind kennt als die Kräfte des militanten Islams. Die blutige Spur dieses Fanatismus‘ zieht sich durch alle Kontinente, die hier vertreten sind. Sie läuft durch Paris und Nizza, Brüssel und Bagdad, Tel Aviv und Jerusalem, Minnesota und New York, von Sydney bis nach San Bernardino. So viele haben bereits unter dieser Barbarei gelitten: Christen und Juden, Frauen und Homosexuelle, Yeziden und Kurden und viele, viele andere. Den höchsten Preis aber zahlen die unschuldigen Muslime. Hunderttausende von ihnen wurden unbarmherzig geschlachtet, Millionen zu verzweifelten Flüchtlingen verdammt, zig Millionen brutal unterjocht. Die Niederlage des militanten Islam wird ein Sieg für die ganze Menschheit sein, aber vor allem ein Sieg für die vielen Muslime, die ein Leben ohne Angst suchen, ein Leben in Frieden und Hoffnung.
Um die Kräfte des militanten Islams zu besiegen, müssen wir sie unnachgiebig bekämpfen. Wir müssen sie in der realen Welt bekämpfen und in der virtuellen Welt. Wir müssen ihre Netzwerke zerstören, ihre Finanzierungen kappen und ihre Ideologie diskreditieren. Wir können sie besiegen und wir werden sie besiegen. Mittelalterlichkeit passt nicht in die Moderne. Hoffnung ist stärker als Hass. Freiheit ist stärker als Angst. Wir schaffen das!
Meine Damen und Herren,
Israel schlägt diese schicksalshafte Schlacht gegen die Kräfte des militanten Islam jeden Tag. Wir schützen unsere Grenzen vor ISIS, wir verhindern, dass kriegsentscheidende Waffen an die Hisbollah im Libanon geschmuggelt werden, wir vereiteln palästinensische Terroranschläge in Judäa und Samaria, bekannt als Westbank, und wir halten die Hamas von Raketenangriffen aus Gaza ab.
Das ist die selbe Terror-Hamas, der sich grausam, unglaublich grausam, weigert, uns drei unserer Bürger auszuliefern, sowie die Leichen zweier gefallener Soldaten, Oron Shaul und Hadar Goldin. Hadar Goldins Eltern, Leah und Simcha Goldin, sind heute hier bei uns. Sie haben nur eine Bitte: Ihren geliebten Sohn in Israel begraben zu können. Alles, worum sie bitten, ist diese einfache Sache: Sie wollen in der Lage sein, das Grab ihres gefallenen Sohns Hadar in Israel besuchen zu können. Die Hamas weigert sich. Sie könnte sich nicht weniger interessieren. Ich flehe Sie an, sich an die Seite der Familie zu stellen, zu uns, mit allem, was in unserer Welt anständig ist, um gegen die Unmenschlichkeit der Hamas anzugehen, denn die Hamas ist unanständig und barbarisch. Die Hamas bricht jede menschliche Regel, die im Buche steht. Haut der Hamas dieses Buch um die Ohren!
Meine Damen und Herren,
die größte Bedrohung für mein Land, für unsere Region und letztlich für unsere ganze Welt ist und bleibt das militante islamische Regime im Iran. Der Iran fordert offen Israels Vernichtung, droht den Ländern im Nahen Osten und fördert den Terror weltweit. In diesem Jahr hat der Iran im offenen Bruch der Resolutionen des Sicherheitsrates Raketen abgefeuert. Der Iran geht aggressiv gegen den Irak, Syrien und Jemen vor. Der Iran ist der vorderste Unterstützer des weltweiten Terrorismus‘ und baut sein globales Terrornetzwerk aus. Das Terrornetzwerk umspannt mittlerweile alle fünf Kontinenten. Der springende Punkt ist daher, die Bedrohung des Irans, die uns alle betrifft, ist nicht hinter uns, sie liegt noch vor uns. In den kommenden Jahren müssen wir unsere vereinten Kräfte nachhaltig gegen die iranischen Aggressionen und den iranischen Terror bündeln. Wieder ein Jahr näher an den Tag, da die Atombeschränkungen für den Iran aufgehoben werden, lassen Sie mich eins klar sagen: Israel wird es dem terroristischen Regime im Iran niemals erlauben, Atomwaffen zu entwickeln, nicht jetzt, nicht in einem Jahrzehnt, niemals!
(Beifall im Saal)
Meine Damen und Herren,
ich stehe heute vor Ihnen in einer Zeit, da Israels Ex-Präsident Shimon Peres, um sein Leben kämpft. Shimon ist einer von Israels Gründerväter, einer seiner kühnsten Staatsmänner und einer seiner angesehensten Führer. Ich weiß, Sie schließen sich alle meinem und dem Genesungswunsch des ganzen israelischen Volks an: Refuah shlemah, Shimon! Auf eine baldige Genesung.
Ich habe stets Shimons grenzenlosen Optimismus bewundert. Mich erfüllt die selbe Hoffnung. Ich bin voller Hoffnung, weil Israel in der Lage ist, sich selbst gegen jede Bedrohung zu verteidigen. Ich bin voller Hoffnung, weil die Tapferkeit unserer kämpfenden Männer und Frauen unübertroffen ist. Ich bin voller Hoffnung, weil ich die Kräfte der Zivilisation kenne, die letztlich immer über die Kräfte des Terrors triumphieren. Ich bin voller Hoffnung, denn im Zeitalter der Innovation, floriert Israel, die Nation der Innovation, wie nie zuvor. Ich bin voller Hoffnung, weil Israel unermüdlich daran arbeitet, die Situation all ihrer Bürger zu verbessern, für Juden, Muslime, Christen, Drusen, für alle gleich. Und ich bin voller Hoffnung, da ich trotz aller Neinsager glaube, dass wir in Israel einen dauerhaften Frieden mit allen unseren Nachbarn schmieden können.
(Beifall im Saal.)
Meine Damen und Herren,
ich bin zuversichtlich, über das, was Israel schaffen kann, weil ich gesehen habe, was Israel bisher geschafft hat. 1948 war das Jahr der israelischen Unabhängigkeit. Unsere Bevölkerung umfasste damals 800.000 Menschen. Unser wichtigstes Exportgut war Orangen. Die Leute sagten damals, wir seien zu klein, zu schwach, zu isoliert, zu demographisch unbedeutend, um zu überleben, geschweige denn zu gedeihen. Die Skeptiker lagen damals falsch in Sachen Israel. Und die Skeptiker liegen in Sachen Israel noch heute falsch! Israels Bevölkerung hat sich verzehnfacht. Unsere Wirtschaft hat sich vervierzigfacht. Heute ist unser größtes Exportgut die Technologie, israelische Technologie, welche weltweit Computer, Handys, Autos und vieles mehr ans Laufen bringt.
Meine Damen und Herren,
die Zukunft gehört jenen, die innovativ sind. Das ist der Grund, warum die Zukunft Ländern wie Israel gehört. Israel möchte Ihr Partner sein, diese Zukunft zu formen. Daher rufe ich Ihnen allen zu: Arbeiten Sie mit Israel zusammen, umarmen Sie Israel, träumen Sie mit Israel. Träumen Sie von einer Zukunft, die wir gemeinsam gestalten, eine Zukunft der atemberaubenden Fortschritte, eine Zukunft der Sicherheit, des Wohlstands und des Friedens, eine Zukunft der Hoffnung für die ganze Menschheit, eine Zukunft, in der Israel selbst bei den Vereinten Nationen, selbst in diesem Saal, aufgenommen wird, um unverbrüchlich seinen rechtmäßigen Platz unter den Nationen einzunehmen.
Vielen Dank.
Veröffentlicht unterNachrichten|Kommentare deaktiviert für Kommt ein Jude in die Vereinten Nationen …
In Israel sind Muslime und Juden Nachbarn. Sie sind einander Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordnete, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. All diese Menschen werden von der weltweit agierenden Kampagne des Hasses BDS diskriminiert.
Der Name BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS wendet sich gegen ganz Israel und kulturell gegen alles, was israelisch ist. Die Politik von BDS lässt sich auf diese Formeln bringen:
„Kauft nicht bei Israelis!“
„Israel ist unser Unglück!“
„Kein Dialog mit Israel!“
Mit einer Person, die man boykottiert und mit der man nicht redet, kann man keinen Frieden schließen. BDS will keinen Frieden!
Über zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Sie alle leben in Frieden, Nachbarschaft, Gleichberechtigung, Toleranz und Respekt mit Juden. Sie sind alle Israelis und somit auch Ziel der Diskrimierung von BDS. Die Kampagne fordert dazu auf, diese Muslime zu boykottieren und zu bestrafen (sanktionieren), sowie jede Form der Unterstützung mit diesen Muslimen zu kappen (Divestment).
BDS fordert dazu auf, Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben, so zu behandeln, wie Juden von Judenhassern behandelt werden.
Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören. BDS richtet sich ganz bewusst nicht gegen diesen Hass. BDS richtet sich auch nicht gegen Wiam Wahhab und seine Partei. Wahab war ein libanesischer Minister und erklärte am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:
„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“
Der Libanon gehört zu den Ländern, die ein Reiseverbot gegen mich, Gerd Buurmann, ausgesprochen haben, nur weil ich es gewagt habe, das Land Israel zu bereisen. Neben dem Libanon, behalten es sich Syrien, Kuwait, Jemen, Libyen, Saudi-Arabien und der Iran vor, keine Menschen ins Land zu lassen, wenn sie Juden sind oder freiwillig in Israel waren. Viele diese Länder erklären stolz, das Volk der Juden gänzlich aus ihren Ländern vertrieben zu haben. Sie sind stolz auf ihren Völkermord. Diese Länder verfolgen ebenfalls Homosexuelle. Im Iran, im Jemen und Saudi-Arabien werden Homosexuelle sogar getötet. In Saudi-Arabien dürfen Frauen keine Autos fahren und nicht unverschleiert und ohne Erlaubnis eines Mannes das Haus verlassen. Diese Länder betreiben Apartheid der übelsten Sorte. Gegen all diese Länder richtet sich BDS nicht!
BDS richtet sich gegen das Land, das beschlossen hat, staatliche Krankenhäuser mit Gebetsräumen für alle Religionen ausstatten zu lassen, nachdem ein Muslim erfolgreich beim Obersten Justizgerichtshof des Landes geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv im Freien beten musste. Juden im Gaza-Streifen, in Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen haben keinen eigenen Gebetsraum in Krankenhäusern, sie haben nicht mal eine Aufenthaltserlaubnis dort. In diesen Regionen ist es verboten, Jude zu sein. Die Länder sind allesamt „judenrein“!
BDS richtet sich ausschließlich gegen das Land, in dem die damals 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko, Lina Mahul, die israelische Ausgabe von „The Voice“ gewann. BDS richtet sich aber nicht gegen das Gebiet, in dem Mohammed Assaf die arabische Version von DSDS (Arab Idol) mit einem Lied gewann, in dem er hoffnungsfroh über das Ende Israels sang.
Im israelischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit ein Test mit versteckter Kamera unternommen, um zu schauen, wie die Menschen in Israel auf Diskriminierung reagieren. Ein Tankstellenverkäufer, weigerte sich, Araber zu bedienen. Die Gäste reagierten wie folgt:
Gegen diese Menschen richtet sich BDS und somit gegen das einzige Land im Nahen Osten, in dem 1,694,000 Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe. Jeder fünfte Israeli ist ein Moslem und 77 Prozent dieser Muslime geben laut einer repräsentativen Umfrage der Harvard Kennedy School an, in keinem anderen Land lieber leben zu wollen, als in Israel! Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, das von Muslimen so geschätzt wird. Gegen diese Muslime richtet sich BDS!
Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. Die israelische Regierung ist somit die einzige auch von Muslimen und Arabern demokratisch gewählte Vertretung eines Landes im Nahes Osten. Gegen diese Demokratie hetzt BDS. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. BDS schweigt dazu! Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. Alle Palästinenser, die nicht dem Islam angehören, sind in Jordanien Bürger zweiter Klasse. BDS schweigt! In Syrien sind alle Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselt die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und lies sie dort verhungern. BDS schweigt!
BDS richtet sich ausschließlich gegen Israel und somit auch gegen die dort lebenden Muslime, die in Frieden mit Juden leben.
Ein Judenhasser kritisiert an Juden Dinge, die er bei Nicht-Juden durchgehen lässt. BDS tut genau das. BDS schweigt zu sämtlichen barbarischen Unmenschlichkeiten der Welt, kritisiert aber Israel, weil das Land nicht perfekt ist. Für BDS muss Israel übermenschlich sein, um existieren zu dürfen. Für den Rest der Menschheit reicht es, menschlich zu sein. Ein israelischer Politiker wird bereits verteufelt, wenn er kein Heiliger ist. Ein arabischer Politiker jedoch wird schon zum Heiligen erklärt, wenn er kein Teufel ist. Dieser Hass gibt Milliarden aus, um Juden zu finden, die nicht perfekt sind, nur um dann rufen zu können: Seht her, die Juden!
Unzählige Journalisten, Korrespondenten, europäische und amerikanische Organisationen sind in Israel unterwegs, nur um Bilder zu schießen, Filme zu fangen und Geschichten zu sammeln, die zeigen, dass Juden nicht perfekt sind. Diese Bilder, Filme und Geschichten werden dann nicht selten von staatlich geförderten und unterstützten Medien von der ARD bis zur BBC in kurzen Abständen abgefeuert, so dass dann die Mehrheit glaubt, Israel sei die größte Gefahr für den Weltfrieden und im Großen und Ganzen auch nicht besser als seine judenhassenden Nachbarn.
Dabei ist Israel das einzige Land, das trotz des seit 1948 anhaltenden Krieges, den die Gegner Israels in der Absicht führen, das ganze Land mitsamt seiner Bevölkerung vollkommen auszulöschen, an sämtlichen Grundprinzipien einer demokratisch verfassten Gesellschaft festgehalten hat. Das ist einmalig in der Geschichte.
Israel ist zwar nicht perfekt, aber es gibt kein Land, das es bei vergleichbarer Gefahr besser macht. BDS reicht das nicht. Nur ein perfekter Jude ist ein guter Jude und nur die guten Juden dürfen bleiben! Das ist die Kampagne des Hasses, für die BDS steht.
Veröffentlicht unterIsrael|Kommentare deaktiviert für BDS – Eine Kampagne des Hasses
In einem Land, in dem der 42. Präsident nicht mal hinter verschlossenen Türen unbemerkt auf ein blaues Kleid spermen konnte, ohne dass die ganze Welt davon erfuhr, soll die amerikanische Regierung unter dem 43. Präsidenten eine solche Verschwörung geplant haben?
Bill Clinton konnte nicht mal dafür sorgen, dass seine Praktikantin schweigt. George W. Bush soll Millionen Menschen solidarisch in Schweigen hinter sich versammelt haben? Eine Regierung, die später nicht in der Lage war, Hurrikan Katrina und die Folgen vernüftig zu managen?
Die amerikanische Regierung unter George W. Bush soll es geschafft haben, vor den Augen der Weltöffentlichkeit, in einem der meist gefilmten und besuchten Gebäude der Welt, von der freien Presse unbemerkt, über Wochen Sprengstoff zu verstecken, ohne das ein Beteiligter auspackt? In einem Land, in dem das Geld herrscht?
Die amerikanische Regierung war nicht mal in der Lage, Massenvernichtungswaffen im abgeschiedenen und von der Presse kaum beobachteten Irak zu verstecken.
Eine Regierung, die von den Medien der Welt unbemerkt tonnenweise Sprengstoff ins World Trade Center geschmuggelt haben soll, soll daran gescheitert sein, ein paar Waffen in einem irakischen Keller zu verbuddeln?
NEIN!
Können wir also bitte mit dem Quatsch aufhören!
(Bildnachweis: Wikipedia – Robert on Flickr • CC BY-SA 2.0)
Veröffentlicht unterAmerika|Kommentare deaktiviert für War 9/11 ein Inside Job?
„Sie haben sie einfach so abgeholt? Und niemand hat geholfen?“
Rana Ahmad weint. Sie kann nicht fassen, was damals geschehen ist. Sie steht an einem Brunnen in Köln, der sich an der Stelle befindet, an dem einst eine jüdische Schule stand, bevor sie von den Nationalsozialisten geschlossen wurde und die Kinder vertrieben und ermordet wurden, weil sie Juden waren. Von ihren Gefühlen überwältigt geht sie auf die Knie und streichelt mit ihrer Hand über die Namen der Kinder. Noch in der Nacht schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite die Worte #NeverForgetHolocaust.
Es ist der 31. August 2016, ein sommerlicher Tag. Zusammen mit Rana bin ich in Köln unterwegs. Ich kenne sie erst seit ein paar Stunden, aber schon verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Wir sprechen englisch miteinander, denn sie lebt erst seit ein paar Monaten in Deutschland. Vorher lebte sie in Saudi-Arabien. Sie hat jedoch einen syrischen Pass. Sie wuchs in Riad auf, in einer Welt der Unterdrückung. Es war ihr nicht erlaubt, das Haus unverschleiert und ohne Beisein eines Mannes zu verlassen. Überall in der Öffentlichkeit musste sie „ein Gefängnis aus Stoff“ tragen, wie sie die Vollverschleierung nennt. „Freiheit gibt es unter dem Niqab nicht“, sagt sie und fügt hinzu: „Es ist die Religion, die die Frauen in Saudi-Arabien kontrolliert!“
Rana ist Atheistin. Sie glaubt nicht an Gott. Ihren Zweifel konnte sie in Saudi-Arabien jedoch nie öffentlich artikulieren, da dort die Abkehr vom Islam mit dem Tod bestraft wird. „Ich glaube nicht an Gott. Ich bin Atheistin. Aber sogar als Atheistin musste ich mich wie eine Muslimin anziehen. Gott interessiert mich aber nicht. Mich interessiert die Teilchenphysik. Mein Traum ist es, bei der Europäischen Organisation für Kernforschung zu arbeiten.“
Saudi-Arabien ist für so eine Frau nicht der richtige Ort. Sie durfte dort noch nicht einmal ein Auto fahren. Eine Flucht aus diesem Gefängnis, das ihren Körper und ihren Geist einschloss, war somit unausweichlich.
Die Absicht zu fliehen hielt sie vor ihrer Familie geheim. „Sie durften es nicht erfahren.“ Die Flucht begann am 26. Mai 2015. „Mein Vater ging zur Arbeit, wie jeden Tag. Er wusste nicht, dass er mich nicht wieder sehen würde. Ich sah ihn an und verabschiedete micht mit den Augen. Seitdem habe ich ihn nicht wiedergesehen.“
Die Flucht führte sie zunächst in die Türkei. Dort warf sie erstmals den Schleier in aller Öffentlichkeit ab, um zu den Klängen eines Straßenmusikers zu tanzen. „Ich fühlte mich ein Vogel, den man aus dem Käfig gelassen hatte.“ Im November 2016 ging es dann mit einem Flüchtlingsboot über das Mittelmeer nach Griechenland. Es war eine sehr gefährliche Fahrt. Vor dort gelang sie dann über Mazedonien, Slowenien und Österreich nach Deutschland.
Am 31. August 2016 saß ich mit ihr am Rathenauer Platz vor der Synagoge. Wir tranken Bier. Vor einem Jahr, war es ihr verboten, ein Bier zu trinken. Es war ein sommerlicher Tag. Sie trug armfrei. Auch das war ihr vor einem Jahr noch verboten. Und sie redete mit einem Mann! Einer meiner ersten Fragen war: „Warum machen die Frauen in Saudi-Arabien diese ganze Unterdrückung mit?“ Sie antwortete:
„Es ist die Religion. Islam ist ein Gefühl, ein Gefühl der Angst. Islam hat nichts mit dem Verstand zu tun. Frauen in Saudi-Arabien, die dieses heilige Buch lesen, glauben, der Koran sei das Wort Gottes und sie lieben Gott und den Propheten. Sie möchten Gott und Mohamed nicht verärgern. Und Gott sieht alles und mit Gott schaut die Familie, der Vater, der Staat und die Gesellschaft auf Dich, dass Du auch ja nichts unanständiges machst. Du bist ständig unter Beobachtung. Irgendwann denkst Du, Du seist ein guter Mensch, wenn Du jene glücklich machst, die Dich beobachten.“
Diesen Kreislauf der Angst zu durchbrechen, ist lebensgefährlich. „Ich fürchte, dass mein älterer Bruder, wenn er jemals nach Deutschland kommen sollte, mich umbringen würde. Ich bin mir nicht sicher, aber ich kann es mir vorstellen. Für meinen Bruder ist es nämlich nicht nur eine Schande, wie ich jetzt lebe, sondern ein Grund zu töten.“
„Und das zeigt, dass Du im Recht bist“, erwiderte ich: „Du willst niemanden töten. Du bist nicht zornig. Du bist realtiv zufrieden. Dein Bruder nicht!“
„Das stimmt,“ sagte sie, „aber eine Sache kann ich meinen Eltern nicht verziehen. Sie verschleierten mich, als ich zehn Jahre alt war. Sie stahlen mir meine Kindheit! Ich hatte sogar eine Freundin in Saudi-Arabien, die mit 14 Jahren verheiratet wurde. Der Mann waren über dreißig Jahre alt.“
Ihre ersten Tage in Deutschland beschreibt sie wie folgt:
„Wenn Du nach Deutschland kommst, dann bist Du zunächst wieder zusammen mit Flüchtlingen, die oft streng gläubige Mulime sind. Du hast zwar den Ort verlassen, wo der Glaube herrscht, der Dich unterdrückt hat, aber in Deutschland bist Du wieder zusammen mit Flüchtlingen, die zwar vor dem Krieg geflüchtet sind, aber genau den Glauben haben, vor dem Du geflüchtet bist. Sie hassen mich, weil ich Atheistin bin. Aber auch Christen haben es schwer. Erst jüngst wurden in einem Berliner Flüchtlingslager LGBTs angegriffen. Sie leben ebenfalls gefährlich in den Flüchtlingsheimen. Es gibt keinen Raum für uns. Es gibt keinen Raum für Menschen, die den Islam kritisieren. Und ich kritisiere den Islam nicht nur, ich hasse ihn. Wie kann ich eine Religion nicht hassen, die sagt, sogar Mohamed sagt es, dass ich getötet werden soll?“
Im Verlauf des Gesprächs fiel Ranas Blick auf den Davidstern auf dem Dach der Synagoge und sie fragte: „Gibt es in Köln eigentlich einen Ort, wo man den Opfern des Holocaust gedenkt? Ich würde da gerne Blumen ablegen.“
So kam es, dass ich mit Rana zu dem Brunnen ging, auf dem die Namen der verfolgten und ermordeten jüdischer Kinder stehen. „In Saudi-Arabien sind viele froh, dass es den Holocaust gab. Es gibt dort so viel Hass!“
„Und sie haben sie einfach so abgeholt? Und niemand hat geholfen?“„Einfach so“, sagte ich. „Sie holten Sie aus den Schulen, aus den Häuser und aus den Nachbarschaften. Niemand hat geholfen.“„Das ist unfassbar“, sagte sie. „Jetzt verstehe ich, warum es Israel gibt, geben muss!“
„Dann möchte ich Dir auch gerne den Ort zeigen, wo die Idee des Staates Israels seine Wurzeln hat“, sagte ich, „denn er ist auch hier in Köln.“ Und so kam es, dass wir die Stelle besuchten, an der das Haus stand, wo im 19. Jahrhundert die Idee des jüdischen Staates Israels von Maximilian Bodenheimer und David Wolffsohn entstand.
Anschließend gingen wir noch eine Weile durch Köln spazieren. Wir erzählten uns dies, wir erzählten uns das und wir lachten viel. Irgendwann sagte ich zu Rana: „Du bist nicht von Zuhause weggelaufen. Du bist nach Hause geflüchtet. Hier ist Dein Zuhause. Hier gehörst Du hin, mit Deinem Humor, Deiner Neugier, Deiner Toleranz und Deinem Wissen. Für mich bist Du keine Fremde. Dich verstehe ich. Fundamentalisten verstehe ich nicht. Sie sind Fremde für mich, nicht Du. Willkommen zu Hause!“
Mittlerweile bin ich mit Rana gut befreundet. Hier ein paar interessante Beiträge von ihrer Facebook-Seite:
Rana Ahmad feiert sich:
Für ihre Überzeugungen steht sie öffentlich ein:
Sie findet es lustig, dass es in Deutschland normal ist, dass vor einer Moschee Werbung für eine erotische Show mit viel Sex gemacht wird:
Sie kämpft öffentlich für die Rechte von LGBTs und für Israel:
Rana Ahmad is crying. She can’t believe what happened back then. She’s standing near a fountain in Cologne where there was once a Jewish school. The school was closed by the Nazis. The children were rounded up and later murdered simply because they were Jews. Overwhelmed by her emotions, she kneels and strokes her hand over the names of the children. That same evening, she wrote on her Facebook page the words #NeverForgetHolocaust.
August 31, 2016 is a beautiful summer day. Rana and I are taking a walk in Cologne. Although we know each other a mere few hours, we already share a deep friendship. We speak English with each other, because she’s only recently arrived in Germany. Previously, she lived in Saudi Arabia. However, she has a Syrian passport. She grew up in Riyadh, in a world of oppression. She was not allowed to leave the house unveiled and then only accompanied by a man. In public, she had to wear a full veil, „a prison made of fabric“, as she calls it. „The niqab is not freedom,“ she says, adding: „It’s religion that controls women in Saudi Arabia.“
Rana is an atheist, who doesn’t believe in God. In Saudi Arabia, she wouldn’t dare articulate her doubt publicly. To renounce Islam means certain death. „I do not believe in God. I’m an atheist. But even as an atheist I was forced to dress like a Muslim. God does not interest me. I’m interested in particle physics. My dream is to work at the European Organization for Nuclear Research.“
Saudi Arabia is not the place for such woman. She wasn’t even allowed to drive a car. An escape from this prison, which enclosed her body and her spirit, was thus inevitable. She had to keep her plans secret from her family. „They shouldn’t know.“ Her escape began on May 26, 2015. „My father went to work, like every day. He didn’t know that he wouldn’t see me again. I looked at him and said goodbye with my eyes. I haven’t seen him since.“
The first stage of her escape was Turkey. There, she through off her veil to dance to the melody of a street musician. „I was a bird that left its cage.“ In November 2016, the next stage was crossing the Mediterranean Sea in a refugee boat to Greece. A very dangerous journey. From there, she traveled through Macedonia, Slovenia and Austria to finally arrive in Germany.
On August 31, 2016, I sat with her on Rathenauer Square in front of the synagogue and sipped on a beer. It was a beautiful summer day and she wore a sleeveless dress. A year ago that would have been prohibited. And now she was even conversing with a man! One of my first questions was: „Why do women in Saudi Arabia put up with the oppression?“ She answered:
„It’s the religion. Islam embodies a sense of fear. Islam has nothing to do with the mind. Women in Saudi Arabia who read the Koran believe it’s the word of God. They don’t want to upset God and Mohamed. God sees everything. And the family, the patriarch, the state and society are also watching. You are constantly under scrutiny and eventually you think you’re a good person, if those who watch you are happy.“
Breaking the circle of fear can be extremely dangerous. „I’m afraid that my older brother, if he should ever come to Germany, would kill me. For my brother, my way of life is not only shameful, but a reason to kill me.“
„And that shows that you’re right,“ I added. „You don’t want to kill anyone. You’re not angry. You are happy. But, your brother’s not!“
„That’s true,“ she said, „but there’s one thing for which I can’t forgive my parents. They veiled me when I was just ten years old. They stole my childhood. My female friends in Saudi Arabia were married away at the age of 14 years. The husbands were thirty and older.“
„How is it to live in Germany as a refugee?“
„In Germany I’m confronted with refugees who are often devout Muslims. Although I’ve left the place where religion rules and oppresses; in Germany I’m back together with refugees, who are fleeing war, but represent exactly that religion I fled from. They hate me because I’m an atheist. Christians also have a hard time here. Only recently in a refugee camp in Berlin, LGBTs were attacked by refugees. They also live in danger. There’s no place for us. There’s no room for people who criticize Islam. And I not only criticize Islam; I hate it. How can I not hate the religion – along with Mohamed, which demands I be murdered.“
Momentarily, Rana’s eyes wander to the Star of David on the roof of the synagogue. She asked me: „Is there a place in Cologne which commemorates the victims of the Holocaust where I can place flowers?“
That’s why I was with Rana at the fountain on which the names of many persecuted and murdered Jewish children can be read. „Many people in Saudi Arabia are happy that the Holocaust took place. There is so much hatred! Jews were just picked up and nobody protested?“ „Yes,“ I said. „They were picked up from schools, from their homes, from their neighborhoods. No one protested.“ „That’s unbelievable,“ she said. „Now I understand why there is Israel, why Israel must exist!“
„I would also like to show you the place where the idea of the state of Israel has its roots,“ I said. „That place is also in Cologne.“ And so we visited the spot where the building once stood where Maximilian Bodenheimer and David Wolffsohn developed the idea of a Jewish State in the 19th century.
We continued walking through Cologne. We talked about this and that, and laughed a lot. Then I said to Rana: „You didn’t run away from home; you arrived home. You belong here, along with your humor, your curiosity, your tolerance and your knowledge. You’re not a stranger to me. I understand you. I don’t understand the fundamentalists. They are strangers to me. You’re not. Welcome home! „
Since that day I’m good friends with Rana. Here are a few interesting posts from her Facebook page:
Rana Ahmad celebrates herself:
She expresses her thoughts publicly:
She thinks it’s funny that in Germany advertising for an erotic show with lots of sex can be seen near a mosque:
She fights publicly for the rights of LGBT people and Israel:
She gives women courage:
And she’ catching up on her childhood:
A courageous woman!
(Translation: William Wires)
Veröffentlicht unterIn English|Kommentare deaktiviert für A day with Rana Ahmad in Cologne
klicken Sie bitte mal auf dieses Bild. Da steht: „Wir glauben erst mal gar nichts.“ Die Worte stammen von Dr. Hauke Janssen. Er ist Leiter der SPIEGEL-Dokumentation und prüft mit seinem Team von 70 Leuten jedes Wort jedes Artikels. Wo war das Team von diesen 70 Leuten eigentlich, als der Spiegel diesen Artikel brachte:
„Künstliche Befruchtung als palästinensischer Widerstand
In israelischen Gefängnissen sitzen Hunderte Palästinenser – die trotzdem Babys zeugen. Ihr Sperma schmuggeln Kinder aus den Haftanstalten zu den Müttern.“
Der Spiegel berichtet von einem 27-jährigen Araber, der von Israel zu einer lebenslangen Haftstraße verurteilt wurde und angeblich im Gefängnis onaniert haben soll, um sein Sperma dann in eine Stifthülle zu verstauen. Den Stift soll er dann in einen Schokoriegel versteckt haben, um ihn dann seinem Sohn zu geben. Der Sohn wiederum soll den Riegel später der Mutter gegeben haben, die dann damit in eine Klinik gefahren sein soll, um sich mit dem Sperma künstlich befruchten zu lassen.
Liebe Redaktion,
das ist die abenteuerlichste Geschichte einer Befruchtung im Nahen Osten seit der Geschichte der Befruchtung von Maria, die angeblich von einem Heiligen Geist geschwängert worden sein soll und zwar durch ihr Ohr! Der eine wichst in einen Stift, der andere kommt durch das Ohr. Beides sind schöne Metaphern für den ersten Satz im Johannes-Evangelium: „Am Anfang war das Wort.“ Die Sache ist nur, die Worte müss auch geglaubt werden. Ausgrechnet der SPIEGEL tritt nun dieser Gemeinschaft der Gläubigen bei. Dabei gibt es diverse Gründe, an der Geschichte zu zweifeln.
Die Wissenschaft:
Spermien sind ausgesprochen empfindlich und an der Luft nur wenige Minuten überlebensfähig. Sie müssen sich bewegen können, um eine Eizelle zu befruchten. Sie sind nur in ihrer Flüssigkeit (Seminalplasma) bewegungs- und überlebensfähig. Sobald das Ejakulat an der Luft ist, beginnen die Veränderungsprozesse in der Flüssigkeit. Es können zwar einzelne Spermien etwas länger überleben, aber sie sind auf keinen Fall mehr befruchtungsfähig. Um Spermien zu archivieren braucht es perfekte, sterile Bedingungen und moderne, wissenschaftliche Technik. All dies ist in einem Gefängnis nicht unbedingt gegeben!
Die Politik:
Sowohl die Hamas als auch die Fatah feieren Judenmörder als Helden und Märtyer. Nach ihnen werden Straßen, Sportplätze und Schulen benannt. Erst jüngst wurden von der Fatah wieder ganz offiziell jene Mörder geehrt, die im Jahr 1972 bei den Olympischen Spielen in München Juden quälten, verstümmelten und vernichteten. Die Familien dieser „Helden“ werden fürstlich belohnt, nicht selten mit Geldern der Euopäischen Union. Jedes Kind eines inhaftierten Terroristen erhält somit besondere Zuwendungen und Privilegien. Es ist daher sehr gut möglich, dass manch eine Frau in Gaza alles versucht, ihre Kinder zu Abkömmlingen von „Helden“ zu erklären.
Die Ehre:
Eine nicht zu unterschätzende Größe in patriarchalen Gesellschaften wie dem Islam ist die Ehre. In ihrem Namen werden Morde verübt und Tötungen gerechtfertigt. Frauen, die außerehelichen Geschlechtsverkehr haben, sind in diesen Strukturen nicht die angesehensten Menschen. Eine solche Frau wird gewiss nicht eingestehen, dass Leben und Lust weitergehen, auch wenn der eigene Mann im Gefängnis sitzt. Sie wird vermutlich eher eine Geschichte mit Schokoriegeln und Stiften erfinden. Verzweifelte Siuationen schreien nach verzweifelten Taten.
Die Quellen:
Die Presseberichte über den Spermaschmuggel lassen sich bis ins Jahr 2013 zurückverfolgen. Wenn man sämtliche Medienberichte zu dieser Geschichte vergleicht, finden sich einige Hinweise dafür, dass die Journalisten einer Ente auf den Leim gegangen sind. In den meisten Medienberichten wird jene Frau als Kronzeugin präsentiert, über die auch der SPIEGEL berichtet. Nur wenige andere Frauen kommen vor und deren Biografien sind kaum nachvollziehbar oder überprüfbar. Die verschiedenen Berichte variieren allerdings im Ablauf des Samenschmuggels und sind oft widersprüchlich. Mal sind Kinder involviert und es heißt, Frauen dürften keinen direkten Kontakt zu den Inhaftierten aufnehmen, in andere Artikel jedoch steht explizit, die Frauen bekämen das Sperma zugesteckt. Über den weiteren Verlauf herrscht dann aber wieder größtenteils Einstimmigkeit. Die meisten Quellen berichten davon, dass die Frau, die mit Röhrchen in eine Klinik geht und und sich dort einer In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung) unterzieht. Für eine In-vitro-Fertilisation muss eine Frau erst einer längeren Hormonbehandlung unterzogen werden. In keiner Quelle wird diese Tatsache erwähnt. In dem SPIEGEL-Bericht findet sich jedoch diese interessante Information:
„Normalerweise kostet die Befruchtung dort umgerechnet 3000 Euro, eine große Summe für diese Familien. Aber die Kliniken bieten den Frauen die Behandlung umsonst an. Um den palästinensischen Widerstand zu unterstützen.“
Hier wird klar, worum es in der ganzen Geschichte geht. Der sogenannte „palästinensische Widerstand“, der zur Vernichtung aller Juden aufruft, Judenmörder feiert und Kinder zu Judenmördern erzieht, züchtet sich Kindersoldaten. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass selbst wenn die Frau eines als Helden gefeierten inhaftierten Terroristen mit abgestorbenen Spermien in einer Klinik auftaucht und behauptet, es seien die Spermien ihres Mannes, sie von den Ärzten kostenfrei behandelt und mit irgendwelchen anderen Spermien befruchtet wird, nur damit sie sagen kann, in mir wächst der Widerstand.
Die ganze Geschichte strotzt nur so von Widersprüchen und Unmöglichkeiten. Es gibt jedoch eine ganz einfache Methode, die Geschichte annähernd zu akzeptieren: Ein DNA-Test! Bevor ein solcher Test nicht vorliegt, ist die Geschichte zu hanebüchen und abenteurlich, um an den 70 Leuten des SPIEGELS vorbei zu kommen. Es sei denn, die 70 Menschen waren geschlossen beim Rudelwichsen oder sie hassen Israel so sehr, dass sie jede Geschichte des „Widerstands“ gegen den Judenstaat schlucken.
Also, liebe Redaktion,
was sind die Beweise für die Story?
Veröffentlicht unterDeutschland, Israel, Politik|Kommentare deaktiviert für Waren 70 Leute des SPIEGEL beim Rudelwichsen?
Was haben eine Synagoge und ein Kamel gemeinsam? Markus Rosch von der ARD hat für beides eine passende Kopfbedeckung. Am 8. September 2016 schrieb Herr L. eine Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Netz habe ich ein Interview vom 21. April 2015 mit Ihrem Korrespondenten Markus Rosch gefunden. Darin ist er auf einem Foto mit einer Kufiya auf seinem Kopf zu sehen. Dieses Tuch, das auf ikonische Weise von PLO-Chef Yassir Arafat getragen wurde, hat eine starke politische Bedeutung und ist kein bloßes Bekleidungsstück.
Können Sie in Erfahrung bringen, welche Rückschlüsse dies auf die journalistische Unabhängigkeit von Herrn Rosch zulässt? Ist das Tragen einer Kufiya auf Bildern, die für ein Interview mit dem NDR zur Verfügung gestellt werden, mit der vom Zuschauer geforderten Integrität des Korrespondenten vereinbar?
Eine Stellungnahme von Herrn Rosch selbst bzw. einem seiner Kollegen in Tel Aviv ist wünschenwert.
Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im voraus für eine Antwort,
ML
Da keine Antwort kam, hakte Herr L. am 12. September 2016 nach:
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit meiner letzten Mail vor einer halben Woche sind ein islamischer, ein jüdischer und dann ein christlicher Ruhetag ins Land gegangen. Hätten Sie wohl jetzt die Zeit, meine Mail zu beantworten?
Hoffnungsvoll,
ML
Am 13. September 2016 kam dann die Antwort von Markus Rosch:
„Sehr geehrter Herr L!
Arafat Kopfbedeckung? Wenn ich in einer Synagoge drehe trage ich Kippa, beim traditionellen Kamelreiten das traditionelle Kopftuch. Dabei möchte ich es jetzt bewenden lassen.
Gruss
Markus Rosch
ARD German TV“
Herr L. antwortete prompt:
Sehr geehrter Herr Rosch,
naja, das eine ist, dass Sie etwas „dabei bewenden lassen“ möchten. Das andere ist, dass zig Millionen Deutsche, so auch ich, Ihre Arbeit in Tel Aviv finanzieren müssen.
Inwiefern sind Kamelreiten und das von Ihnen aufgesetzte Kopftuch traditionell? Kürzlich habe ich im ZDF gelernt, dass es schwer diskriminierend sei, Araber auf Kamelen darzustellen. Können Sie mir das mit der Tradition bitte nochmal einordnen?
Ein 27-jähriger Palästinenser, der von Israel zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, holt sich im Knast einen runter, verstaut sein Sperma in einer Stifthülle, vermutlich, indem er das Ejakulat reinsaugt, steckt diesen Stift dann in einen Schokoriegel, woher der Gefangene ihn auch immer hat und wartet, bis sein fünfjähriger Sohn ihn besuchen darf, weil nur Kinder unter sechs Jahren Terroristen in israelischen Gefängnissen besuchen dürfen, ohne dabei von einer Glasscheibe getrennt zu sein. Über das Kind gelangt der Stift im Riegel an seine Munnter, die damit in eine Klinik geht, um sich dort künstlich befruchten zu lassen und schwanger zu werden. Wenn das Kind dann fünf Jahre alt ist, geht es zu seinem Vater ins Gefängnis, um dort ebenfalls einen neuen Schokoriegel geschenkt zu bekommen.
Ein Kuli als Kuli!
Das ist so ziemlich die abenteuerlichste Geschichte einer Befruchtung im Nahen Osten seit der Geschichte der Befruchtung von Maria.
Maria wurde angeblich von einem Heiligen Geist befruchtet und zwar durch ihr Ohr. Der eine wichst in einen Stift, der andere in ein Ohr. Beide Erzählungen sind interessante Metaphern für den ersten Satz von Johannes: „Am Anfang war das Wort.“ Die Sache ist nur, die Worte muss man glauben!
Jetzt kommt das wahrhaft Unvorstellbare. Christian Neeb interviewt einen Fotografen, der eine Frau bei dem Spermaschmuggel begleitet haben soll und schickt dieses Interview an Spiegel online. Jetzt kommt es: Spiegel online bringt die Geschichte und zwar ohne auch nur den geringsten Zweifel an den Wahrheitsgehalt der Geschichte aufkommen zu lassen. Dabei hätte es schon gereicht, einmal bei Dr. Sommer von der BRAVO nachzufragen. Dr. Sommer hätte bestimmt so geantwortet:
Lieber Christian,
Spermien sind total empfindlich. Sie müssen sich gut bewegen können, um die Eizelle befruchten zu können. Dafür haben sie eine eigene Flüssigkeit, in der sie überleben können. Sobald das Ejakulat aber an der Luft ist, sterben die Spermien in nur wenigen Minuten ab. In einem verschlossenen Behälter sind Spermien zwar etwas länger überlebensfähig, wenn das Sperma eng beieinander liegt, weil die Flüssigkeit dann nicht so schnell eintrocknet, aber der Behälter muss steril und verschlossen sein. Ein Stift in einem Gefängnis, in einem heißen Land, ist kein geeigneter Ort für Spermien. Du musst Dir daher keine Sorgen machen!
Leider hat Christian Neeb nicht bei Dr. Sommer nachgefragt. Er bringt die Geschichte und fügt der Wichse noch ein paar rührende Tränen hinzu. Der Fotograf erzählt:
„Ich habe viel im Mittleren Osten gearbeitet. Aus meiner Erfahrung heraus sind die Palästinenser die aufgeschlossensten Menschen in diesem Teil der Welt. Künstliche Befruchtung ist dort kein Tabu.“
Zu den Männern im Gefängnis sagt der Fotograf, es seien „auch Männer darunter, die an Universitäten Flyer verteilt haben, für Treffen der Hamas, auf denen über die Rechte von Palästinensern gesprochen werden sollte.“
Die bösen Juden aber auch. Auf die Frage, warum die Familien auf das Wunder der Befruchtung durch Stifte und Schokoriegel zurückgreifen, erklärt der Fotograf:
„Alle Frauen haben mir die gleiche Antwort gegeben. Der erste Grund: Ihr Leben soll weitergehen, und die Israelis sollen sie davon nicht abhalten. Der zweite Grund: Sie glauben, dass dieser Krieg irgendwann aufhören wird und ihre Männer nach Hause kommen können. Dann wollen sie ihnen eine Familie geben. Der dritte Grund: Auch für sie ist dieses Kind ein Teil des palästinensischen Widerstands (…) Kein Widerstand im militärischen Sinn. Sie wollen einfach ihr Leben führen, ohne Einschränkungen. Und sie wollen Babys bekommen. Nichts soll sie davon abhalten. Hana und die anderen sind sehr starke Frauen, die ihrem Land eine neue Zukunft geben wollen.“
Der Fotograf, der diese Worte spricht, ist Italiener, heißt Antonio Faccilongo, wurde 1979 geboren und lebt in Rom, dem Ort, wo heute noch die Sache mit Maria und dem Ohr geglaubt wird. Dabei wird die Sache vermutlich anders gelaufen sein.
Vielleicht hat Maria mit einem fremden Mann geschlafen, wurde dabei schwanger und brauchte dringend irgendeine Geschichte, die sie ihrem Mann Josef erzählen konnte. Aussichtslose und verzweifelte Situationen rufen nach verzweifelten Mitteln. Wer hätte ahnen können, dass die Geschichte später durch Evangelisten verbreitet wurde.
Der Evangelist im Jahr 2016 heißt Christian. Ich aber sage Euch, einige Frauen in Gaza wurden schwanger, obwohl ihre Männer im Gefängnis sitzen, aber anstatt sich einzugestehen, dass Leben und Lust eben weitergehen, auch wenn der eigene Mann ein Terrorist ist und im Gefängnis sitzt, erfinden die Frauen lieber Geschichten mit Schokoriegeln und Stiften und finden schließlich einen katholischen Italiener, der diese Botschaft glaubt und daraus eine „gute Nachricht“ macht, die dann auf Spiegel online erscheint und zum friedlichen Widerstand gegen israelische Unmenschlichkeiten hochgewichst wird.
Die abenteuerliche Geschichte hat aber noch einen Grund: Jedes Kind eines inhaftierten Terroristen, der von der Hamas als Märtyrer gefeiert wird, erhält besondere Zuwendungen und Privilegien von arabischen Organisationen. Es ist somit durchaus verständlich, dass eine Frau in Gaza alles versucht, viele Kinder zu bekommen und ihre Kinder zu Abkömmlingen von Märtyrern erklärt. All dies ist Christian Neeb nicht in den Sinn gekommen. Er gehört halt zu der Gemeinschaft der Gläubigen. Da ist kritisches Denken nicht so sehr gewünscht.
Vielleicht wird der ganze Kram von Christian Neeb bald verfilmt. Mel Gibson kann sich ja die Rechte sichern und die Geschichte verfilmen mit Boris Becker als Arzt, dem die Frauen vertrauen. Sein erster Satz im Film wird lauten:
„Wo habe ich den Kugelschreiber hingelegt? Moment, ich komm‘ gleich drauf!“
Veröffentlicht unterNachrichten|Kommentare deaktiviert für Der Spiegel holt sich einen runter
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