“Na? Einen Arschficker weniger?” – LGBT Jugendliche in Russland

Meine Mutter kaufte mir einen Schwangerschaftstest. Er war positiv. Ihr Glück kannte keine Grenzen. „Du wirst gebären und normal werden“, wiederholte sie, wie aufgezogen. Ich erinnerte mich an die Vergewaltigung und wollte verrecken.

Ein Gastbeitrag von Lisa Piesek

Vor einigen Tagen schrieb ich einen Gastbeitrag über einen homophoben Zwischenfall am Moskauer Flughafen, dem der israelische Eurovision Song Contest Kandidat Hovi Star zum Opfer wurde. Als ich die Reaktionen in LGBT Foren auf meinen Artikel beobachtete, fiel mir auf, dass ein gar nicht mal so kleiner Teil der Community sich nach wie vor für die Homoästhetik des diesjährigen russischen ESC-Beitrags begeistern lässt, bereit ist für Russland zu stimmen und sich auf einen ESC 2017 in Russland freut.

2009 hat es bereits einen ESC in Russland gegeben. Am Tag der Finalausstrahlung wurde eine Schwulenparade in Moskau niedergeknüppelt. Einerseits bin ich traurig, dass ein Teil der queeren Community ein so kurzes Gedächtnis hat. Andererseits wäre es wohl homophob von den Menschen zu erwarten, dass sie, nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, wachsamer und weiser sind, und weniger anfällig für Putins Honigfallen, als der Rest der europäischen Bevölkerung. Es ist eine Masche des Regimes, sich in prestigeträchtige Großveranstaltungen einzukaufen, um diese dann als Propagandabühne nach innen und außen zu nutzen. Auch der ESC 2017, sollte er in Russland stattfinden, wird eine einzige große Propagandashow. An der Menschenrechtslage würde es gar nichts ändern, in Gegenteil: Damit geht es Jahr für Jahr bergab.

Auch die Homo- und Transphobie wurde in Russland, wie alles andere verstaatlicht. Der in der Bevölkerung vorhandene Hass wird durch staatlich kontrollierte Medien und in den Schulen geschürt, die sexuellen Minderheiten sind durch restriktive Gesetzgebung auch direkten staatlichen Repressalien ausgesetzt. Dass der ESC in Russland etwas daran ändern würde, ist nur eine schöne Illusion, wer die dortige LGBT Bewegung unterstützen will, sollte lokalen Initiativen helfen.

Zum Beispiel dem Projekt Kinder 404. Es wurde 2013 von der Journalistin Lena Klimova ins Leben gerufen. Dort können homo-, bi-, und transsexuelle Jugendliche anonym psychologische Hilfe bekommen, ein Teil ihrer Briefe wird veröffentlicht. Die jungen Menschen schreiben über Probleme mit den Familien, in der Schule und über Spott und Gewalt, manche wollen aber auch nur die Geschichte einer unglücklichen Teenagerliebe erzählen. Ich habe einige Briefe übersetzt.

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Tascha, 14 Jahre, 7 Februar 2016
Ich bin verwirrt. Ende letzten Sommers habe ich erfahren, dass meine Eltern leidenschaftlich homophob sind. Was war passiert? Während wir auf die Bahn gewartet haben, hat eine junge Frau Animeflyer verteilt. Dort war ein Paar, ein Junge und ein Mädchen, und meine Mutter dachte, es seien zwei Mädchen und sagte voller Verachtung: „Lesben“! Mein Herz tut immer noch weh, wenn ich daran denke. Und damals habe ich verstanden, dass es für mich kein Coming Out geben wird, bevor ich meine Eltern verlasse. Was habe ich nicht alles versucht. Aber wohin soll ich gehen? Alle Freunde, Bekannte und Verwandte sind zu weit weg. […]

Manchmal will ich wirklich aus dem Schrank rauskommen. Aber … ich darf nicht. Es ist nicht bloß Angst, sondern ein absolutes Verbot. Meine Eltern schreien auch so schon wegen jeder Kleinigkeit und schimpfen obszöner als ein Schuster. Sie hassen mich. Wie kann man einen Menschen beschimpfen, den man liebt? […] Meine Arme sind schon längst von Narben bedeckt und ich erzähle ihnen, der Kater habe mich gekratzt. Lächerlich, nicht wahr? Wenn mir doch nur jemand Zuflucht gewähren könnte. Und jetzt…

Ich habe einfach Angst, hier zu leben. Wenn man mich schon ohne Schuld verprügelt. In dieser Konstellation ist weder ein Coming Out noch das weitere Leben möglich. „Tascha, halte durch“, sage ich immer zu mir, aber es klappt einfach nicht. […] Selbst die Gedanken in meinem Kopf sind durcheinander. Aber ich glaube, ich habe das Wesentliche erzählt… Ich weiß nur nicht, was ich tun soll. Wahrscheinlich werde ich auf der Straße leben.

D., 16 Jahre, 24 März 2016
Mein Name fängt mit D an und ich bin zur Zeit 16 Jahre alt, es fing vor zwei Jahren an. Obwohl, vielleicht schon in der Kindheit?! Als kleiner Junge war ich größtenteils mit Mädchen befreundet und spielte mit Puppen, aber auch mit Autos. Meine Eltern hat es irgendwie nicht gestört.

Mit 14 Jahren bemerkte ich eine Sympathie für Jungs und fing an, über Schwule und Bisexuelle nachzudenken. In dieser Zeit lernte ich einen sehr netten schwulen Typen kennen, der mir alle meine Fragen zum Thema LGBT beantwortet hat. Später hat meine Mutter davon erfahren, als sie meine Sachen durchwühlt hat, und ein Tagebuch fand, in dem ich alles notiert hatte. Natürlich habe ich bereut, es geführt zu haben. Meine Mutter hat mich sofort mit unflätigen Beschimpfungen attakiert, sie brüllte und schrie, dass Schwule keine Menschen sind, sie seien Unrat und ich sei nicht so einer und hätte mir alles eingebildet. Es gebe nur Adam und Eva. Sie hat es auch meiner Oma und meiner Tante erzählt. Auch die Oma hat Predigden abgehalten, aber meine Tante hat nichts gesagt. Danach gab es nur Misstrauen und ständige Kontrollen, was mich ziemlich nervte. Meine Mutter hat mein Handy regelmäßig kontrolliert und hat gedroht, meinem Vater alles zu erzählen. Der ist zwar nett, aber es hätte großen Ärger gegeben.

Für meine Eltern bin ich jetzt quasi hetero, aber ich fühle mich mehr zum eigenen Geschlecht hingezogen, was mich einfach zerreißt. Ich will meine Elten nicht enttäuschen, aber ich kann auch nicht jemand sein, der ich wahrscheinlich nicht bin. […]

Bitte gebt mir irgendeinen Rat, ich zähle auf euch. Danke im Voraus.

Andrej, 16 Jahre, 29 November 2015
Hallo, ich bin ein Junge. Ich wohne in einem kleinen Städtchen, und ja, ihr habt es schon erraten, ich bin schwul.

Anfang September hatte ich mein Coming Out. Meine Mutter ist viel älter als ich und sie versteht mich überhaupt nicht, wir streiten oft. Einmal begann sie zu klagen, wie schlecht ihr Leben sei und dass sie keiner schätze. Da hielt ich es nicht aus: „Und wisst ihr überhaupt, wie es mir geht, wisst ihr, warum ich jeden Tag niedergeschlagen nach Hause komme und jede Nacht weine? Weil ich schwul bin.“ Stille.“ Das wirst du bereuen“

Abends stürmte mein Vater rein und schrie mich an, so laut er nur konnte. Meine Eltern drohten, mir den Sauerstoff abzudrehen. Sie sagten, was für eine Scheiße ich sei und dass ich lieber hätte verrecken sollen. Mein Vater sagte, wenn er erfährt, dass ich mit einem Mann geschlafen habe, wird er mich zu Tode schlagen… Was sie nicht alles gesagt haben.

Ein Paar Monate vergehen. Wir streiten fast jeden Tag. Meine Mutter schimpft bei jedem Anlass. Vor einigen Tagen kommen wir wieder auf das Thema sexuelle Orientierung zu sprechen. Ich sagte, dass sie meine Meinung überhaupt nicht schätzen. Meine Mutter sagte mir ins Gesicht, dass sie auf meine Meinung scheißt und drückte mir einen Zettel mit der Vertrauensnummer in die Hand, ich soll alle meine Probleme mit denen lösen. Und wenn ich mich nicht umentscheide, schießt sie mich nach der Schule in den Wind.

Ich denke oft an Suizid und habe es vor ein Paar Tagen wieder probiert. Erst hat mich mein Geheimnis drei jahre lang gefoltert und, als es rauskam, haben sie es wieder reingestopft, zugenäht und sie drücken jeden Tag darauf, damit es nicht wieder ausbricht. Ich bin müde […] und wenn ich nicht bald (wenigstens psychologische) Hilfe bekomme, endet für mich alles in einer Schlinge.

Cherry, 11 Klasse, 22 September 2015
Ich bin lesbisch und wohne in einer absolut provinziellen Kleinstadt in Sibirien. Bei uns kann von Homosexualität keine Rede sein, und falls doch, wird es morgen schon die ganze Stadt wissen und darüber reden. […] Vor genau einem Jahr, passierte das Ereignis, das mich gebrochen hat.

Ich hatte seit meiner Kindheit einen guten Freund. In der Schule war ich nur mit ihm befreundet, wir haben viel unternommen und dazu war er auch noch homosexuell, er hatte einen Freund im Internet. So haben wir auch noch eine Scheinbeziehung angefangen, damit unsere Eltern keinen Verdacht schöpfen. In Wirklichkeit waren wir wie Bruder und Schwester.

Eines Morgens kam er einfach nicht in die Schule und ging nicht ans Telefon, ich dachte, er habe verschlafen und wollte nach der Schule bei ihm vorbeikommen. […] Es stellte sich heraus, dass sein Vater auf Dienstreise war und die Mutter hatte Nachtdienst, er war allein zuhause. Wir haben am Vorabend noch bis zwei Uhr nachts geskyped, er war recht gut gelaunt. Am Morgen kam seine Mutter nach hause, da war er schon kalt. Er hat sich einfach die Pulsadern aufgeschnitten.

Ich habe es lange Zeit nicht verstanden, aber die Antwort kam von selbst, als mir sein angeblicher Freund geschrieben hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass es solche widerlichen Menschen gibt und dass ich mal auf sie treffen würde. „Na? Ein Arschficker weniger?“, stand in der Nachricht. Es stellte sich heraus, dass die ganze Schule Bescheid wusste. Dieser „Freund“ war ein gewöhnlicher Bastard aus einer anderen Schule. Zusammen mit unseren Klassenkameraden wollten sie meinen Freund als Homosexuellen entlarven, um ihn vor der ganzen Schule zu blamieren. Auf meine Frage, „Warum?“, sagte er: „Man muss diese Kakerlaken ausrotten“

Später gab mir die Mutter meines Freundes sein Handy und ich konnte deren Dialog lesen.
„Wissen es deine Mitschüler?“
„Was?“
„Dass du schwul bist“
„Nein, das müssen sie nicht wissen“
„Dann solltest du besser die Schule wechseln :)“
Und dann hat er ein Paar Fotos dieser Schwachköpfe geschickt, wie sie sich zusammenrotten und vor der Schule auf ihn warten.

Einen Tag vor der Beerdigung wollte ich mir in der Schule frei nehmen. Aber meine Lehrerin, eine adäquate erwachsene Frau, sagte nur: „Wofür? Wo willst du hin? Vergiss ihn, solche Wesen sollte man gleich nach der Geburt abknallen“. Ich stand auf und ging und habe ein Paar Tage später die Schule gewechselt, obwohl das Schuljahr erst begonnen hatte.

Ihr fragt euch sicherlich, warum er nicht die Polizei gerufen hatte? Die Polizei ist doch meistens gleichgültig. Jeden Tag werden in unserem Land Menschen, wie mein Freund und ich, physisch und psychisch erniedrigt. Das gilt als normal. Zum Schluss möchte ich euch warnen, in höchstem Maße vorsichtig zu sein. Heutige Kinder sind schlimmer als Erwachsene, sie sind bereit, Andersartigen die Kehle durchzunagen.

Und jetzt kommt die, meiner Meinung nach, schlimmste Geschichte, die seit Beginn des Projekts veröffentlicht wurde:

Anonym, 19 Jahre, 6. Febuar 2014
Hallo. Ich lese schon seit langem eure Briefe, aber habe mich noch nie getraut, euch zu schreiben. Vielleicht werden einige meine Geschichte abartig finden, ich bitte um Verzeihung. Es ist bitter und beschämend, darüber zu schreiben, aber ich kann nicht länger ungehört bleben. […]

Ich war immer ein ruhiges Kind. Ich las gerne und bekam Musikunterricht, ich saß ständig zuhause, denn ich hatte keine Freunde und wurde in der Schule gemobbt. Ich war verletzlich und darum ein leichtes Ziel. […] Und dann bekam ich mit 15 Jahren Internetzugang. Für mich glich es einem Wunder, denn ich hatte sofort die Hoffnung, wenigstens einen Freund zu finden. Und ich fand einen. Eine Freundin. Wir haben viel geschrieben und, es mag komisch klingen, aber es entstand eine „virtuelle Liebe“. Sie erklärte mir, dass es normal sei, Mädchen zu lieben und ich war beruhigt.

Dann fragte ich meine Mutter, ob wir sie nicht einladen können. Meine Mutter wunderte sich, dass ich Freunde habe und gab mir die Erlaubnis. Und … sie kam. Es war eine wunderbare Zeit. Bis meine Mutter unser Gespräch belauschte und erfuhr, wer wir waren. Mein Vater verprügelte mich und meine Mutter nahm meiner Freundin das Handy weg, um deren Eltern anzurufen. Es gab einen Riesenskandal, sie fuhr weg, und meine Mutter flehte mich an, die Mädchen zu vergessen.

Fast ein Jahr lang lebte ich mein übliches Leben. Ab und zu erinnerten sich meine Eltern an den Zwischenfall und schikanierten mich. Damals kam mir der Gedanke, in eine andere Stadt zu ziehen. Ich schloss die neunte Klasse ab und fuhr weg. Ich dachte, ich sei aus der Hölle ausgebrochen, aber das war ein Fehler.

Ich fand eine Clique und eine Freundin. Mit 17 zogen wir zusammen. Wenn meine Eltern anriefen. log ich, dass ich im Wohnheim lebte. Und eines Tages, als ich in den Unterricht kam, wurde ich zum Rektor zitiert. Er sagte mir, meine Mutter habe mich aus dem College abgemeldet. Später rief sie mich an und sagte, dass ich meine Sachen packen soll. […] Der Leiter des Wohnheims hat ihr erzählt, dass ich mit einer Frau zusammen lebe. Meine Mutter war wütend, sie schrie, dass ich ein Freak bin und dass ich mit meinen „Homoangelegenheiten“ nicht davonkomme.

Man sperrte mich in meinem Zimmer ein und nahm mir alles weg. Ich musste sogar in der kalten Garage schlafen. Ich drohte mit der Polizei, aber sie hörten nicht auf mich. Damals war ich schon 18.

Eines Morgens packte mich mein Vater und schleppte mich ins Gästezimmer. Er und meine Mutter fesselten mich. Ich weiß nicht, wieviel Zeit verging, bis irgendein seltsamer Junge reinkam. Er entschuldigte sich und als ich ihn um Hilfe bat, lachte er nur.

Dann… vergewaltigte er mich.

Meine Eltern waren glücklich und für mich war es das erste Mal mit einem Mann. Jetzt habe ich scheckliche Angst vor Männern, wirklich. Und Frauen liebe ich immer noch.

Bei der Polizei sagte man, dass man mir nicht glaubt, und dass ich den jungen Mann auf jeden Fall selbst besprungen haben muss. Das mit meinen Eltern nahm man mir überhaupt nicht ab. Niemand glaubte mir.

Im November ging es mir dann richtig schlecht. Meine Mutter kaufte mir einen Schwangerschaftstest. Er war positiv. Ihr Glück kannte keine Grenzen. „Du wirst gebären und normal werden“, wiederholte sie, wie aufgezogen. Ich erinnerte mich an die Vergewaltigung und wollte verrecken.

Ich denke ich bin zu Einsamkeit, Leid und Qualen verdammt. Und ich werde mit meinen Eltern leben müssen, denn ich bin von deren Geld abhängig. Ich habe keine Bildung und werde niemals von jemandem geliebt werden. Ich werde keine geliebte Frau an meiner Seite haben. Ich bleibe allein.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Ich brauche wenigstens irgendeine Unterstützung. Die ganzen Anfälle, die Tränen … ich denke, ich werde meinem Leben bald ein Ende setzen. Aber ich halte durch, denn meine Situation könnte auch schlimmer sein.

Bitte verurteilt mich nicht.

Gegen die Aktivistin Lena Klimova wurden mehrere Gerichtsprozesse eröffnet. Im Januar 2015 wurde sie letztendlich zu einer Geldstrafe von 50 000 Rubel (666 €) verurteilt. Die russische Zensurbehörde Kommunikationsaufsichtsbehörde setzte eine Sperrung der Seite des Projekts im russischen sozialen Netzwerk VK durch. Lena bekommt täglich mehrere Drohnachrichten, auch sie werden zusammen mit den Fotos der lächelnden und hübsch posierenden Autoren veröffentlicht. Hier sind einige:

Kolja wird von seiner Freundin von hinten umarmt, beide lächeln glücklich in die Kamera, Er schreibt: Lena ich hasse Sie. Sie sind widerwärtig und wenn ich die Macht hätte, würde ich Sie exekutieren. Ich hoffe, Ihr Projekt wird verboten und Sie werden von der Gesellschaft isoliert. Niemand braucht sie, außer die kleinen Missgeburten von Ihrer Art. 

Artem hockt stolz vor seinem Auto neben ihm steht eine 1,5 Liter Bierflasche. Er schreibt: Verrecke, du käufliche europäische Hure.

Alexander sitzt auf dem Sandstrand und streichelt einen Hund. Er schreibt: Verfickte Nutte! Warum propagierst du Päderastie? Gut, niemand will dich ficken, aber das sind doch deine Probleme! Schließe dein Projekt, du Dreck! Oder ich fange eine Schwuchtel und poliere ihr die Fresse und werde darauf den Namen deines Projekts schreiben, und DU wirst daran schuld sein!

Kristina macht ein hübsches Selfie. Sie schreibt: Ihr Perversen werdet alle in der Hölle brennen. Wenn ich dich treffe, erwürge ich dich eigenhändig.

Zum Schluss ein optimistisch stimmender Brief:


A., 16 Jahre, St. Petersburg, 18. Dezember 2015

Ich bin 16 Jahre alt, ich bin schwul. Es ist noch gar nicht lange her, dass das größte Problem meines Lebens ein anstehendes Gespräch mit meiner Mutter war. Ich denke, ihr versteht selbst, worum es da gehen sollte. Ich habe lange meine Gedanken geordnet, habe alle möglichen Dialogszenarien durchdacht. Und dann habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und habe angerufen. Nach dem Geständnis hat meine Mutter geweint, wir haben eine Stunde lang geredet. Und wisst ihr was? Das Beste, was ich jemals in meinem Leben gehört habe, waren ihre Worte „Ich liebe dich trotzdem, du bist doch mein Sohn“. Ich war noch niemals glücklicher gewesen.

Ich wünsche jedem von euch diese Freude, dass eure Eltern euch so akzeptieren, wie ihr seid! Seid glücklich!

Hier sind die Kontakte der Initiative:

Web
Mail
Facebook

***

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„Jerusalem“ – Eine Komödie in 5 Akten

Personen:

Ein Christ
Ein Moslem
Ein Jude

Ort:

Eine Bar

Zeit:

Heute

***

Erster Akt
Ein Jude geht in die Bar. Er bestellt eine geschlossene Flasche Wein (koscher).

Zweiter Akt
Ein Christ kommt hinzu. Er bestellt eine offene Flasche Bier (Reinheitsgebot).

Dritter Akt
Ein Moslem kommt hinzu. Er bestellt eine Fanta im Glas (ohne Eis).

Vierter Akt
Sie trinken.

Fünfter Akt
Der Christ wendet sich zum Juden.

Christ: Ihr Juden habt Jesus umgebracht!

Jude: Nein. Das waren die Muslime.

Moslem: So ein Blödsinn. Vor zweitausend Jahren gab es noch gar keine Muslime.

Christ: Da hat er recht!

Jude: Stimmt. Dann können wir ja jetzt über Jerusalem reden!

Der Vorhang fällt.

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Israelischer ESC-Kandidat am Moskauer Flughafen drangsaliert

Ein Gastbeitrag von Lisa Piesek.

Cause we are all…
Made of stars
Silver fragments fallin‘.
We are… made of stars.
We are made of stars,
Searching for that secret promise,
Made of stars.

In seinem Lied singt der israelische Eurovision Kandidat Hovi Star darüber, dass alle Menschen gleich sind und doch jeder Mensch besonders ist. Als bekennender Homosexueller lebt er dieses Prinzip. An einem Moskauer Flughafen bescherte ihm das vor Kurzem ein hässliches Erlebnis.

Hovi Star flog nach Russland, um seinen Song “Made of Stars” dort zu promoten. Als die Grenzbeamten ihn sahen, begannen sie ihn laut auszulachen, zu beleidigen und über sein Aussehen zu lästern. Dann rissen sie eine Seite aus seinem Reisepass aus und teilten ihm mit, man könne ihn nicht ins Land lassen, weil sein Pass nicht in Ordnung sei.

Der Sänger hatte erst nicht vor, diese ungeheuere Demütigung publik zu machen. Nachdem aber die spanische Eurovision Kandidatin den Vorfall in einem Interview geschildert hatte, hat auch Hovi Star ihn bestätigt.

Die Praxis, Pässe zu beschädigen, um unliebsame Menschen nicht ins Land oder aus dem Land zu lassen, wird in Russland schon seit einiger Zeit angewandt. Homosexuelle werden dort in der Gesellschaft geächtet und verfolgt und sind auch Repressalien des Staates ausgesetzt. Wer sich offen zu seiner sexuellen Orientierung bekennt, hat mit hohen Geldbußen und Haftstrafen zu rechnen.

Bei den Eurovision Song Contest Beiträgen setzt Russland aber weiterhin auf sympathische Propaganda. Polina Gagarina belegte 2015 den zweiten Platz mit einem Friedenssong, während russische Staatsbürger, sowie reguläre russische Soldaten mit russischen Waffen und Militärgerät in der Ostukraine kämpften. Dieses Jahr setzen die Staatssender mit Sergey Lazarev unverkennbar auf Homoästhetik. Es bleibt nur zu hoffen, dass die queere Community sich nicht an der Nase herumführen lässt und nicht für den potemkinschen Schwulen Sergey Lazarev stimmt.

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Was das Gericht in Sachen Erdoğan berücksichtigen muss!

Erstens: Die Frau von Erdoğan wurde am 21. Februar 1955 in Istanbul geboren. Sie ist somit vom chinesischen Sternzeichen Ziege!

Zweitens: Ich erwarte, dass zur Klärung der Frage, ob es eine Beleidigung ist zu behaupten, Erdoğan habe Schrumpelklöten, Erdoğan dem Gericht seine Hoden zeigen muss!

Drittens: Ich erwarte zudem, dass von einem durch das Gericht ernannten Experten überprüft wird, wonach Erdoğans Gelöt riecht. Dafür muss Erdoğan nach Deutschland bestellt werden!

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Was Angela Merkel hätte sagen sollen

„Ich glaube fest an die Gewaltenteilung. Es darf nicht die Aufgabe der Bundesregierung sein, Aufträge an die Staatsanwaltschaft zu erteilen. Die Staatsanwaltschaft soll und muss von sich aus ermitteln und alle Möglichkeiten nutzen, die ihr unabhängig zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung hält sich daher raus und erteilt für nichts einen Auftrag! Die Staatsanwaltschaft braucht keine Ermächtigung der Regierung. Sie ist frei.“

Der Paragraf 103 im Strafgesetzbuch, der die Beleidigung von „Majestäten“ unter besondere Strafe stellt, ist ein Gesetz, das nicht mehr in unsere Welt passt. Alle Menschen sollten vor dem Gesetz gleich sein, auch Majestäten! Wenn sich eine Majestät beleidigt fühlt, sollte diese Majestät die gleichen Rechte haben wie jeder andere Mensch auch. Neben §103 StGB gibt es noch §104a StGB gibt. Dort steht:

„Straftaten nach diesem Abschnitt werden nur verfolgt, wenn die Bundesrepublik Deutschland zu dem anderen Staat diplomatische Beziehungen unterhält, die Gegenseitigkeit verbürgt ist und auch zur Zeit der Tat verbürgt war, ein Strafverlangen der ausländischen Regierung vorliegt und die Bundesregierung die Ermächtigung zur Strafverfolgung erteilt.“

§104a StGB erklärt die Majestätsbeleidigung zu einem Privileg sogenannter Majestäten. Ich möchte in keinem Land leben, in dem es eine Zweiklassenjustiz gibt, in der es der Bundesregierung frei steht, die Staatsanwaltschaft zu ermächtigen, mit besonderer Härte gegen eine Beleidigung vorzugehen, nur weil es sich dabei um eine vermeintliche Majestät handelt. Ich hätte daher von meiner Bundeskanzlerin erwartet, dass sie folgendes sagt:

„§104a gibt der Bundesregierung die Möglichkeit, die Staatsanwaltschaft zu ermächtigen, mit besonderer Härte gegen Jan Böhmermann zu ermitteln. Ich lehne jedoch eine Zweiklassenjustiz ab und werde nicht von dem Recht der Kanzlerin gebrauch machen, einer Majestät mehr Rechte zu geben als einem Bürger! Ich erkläre daher, dass ich nicht von dem Kanzlerprivileg §104a gebrauch machen werde und erwarte von jeder Majestät, die Wege zu gehen, die jedem anderen Bürger auch offen stehen.

Die Bundesregierung wird zudem prüfen lassen, ob die Paragrafen 103 bis 104a StGB überhaupt verfassungskonform sind.

Ich bin eine Kanzlerin, der es leider per Strafgesetzbuch erlaubt ist, eine Zweiklassenjustiz zu ermöglichen. Das selbe Gesetz aber lässt mir die Wahl. Daher erkläre ich: Diese Kanzlerin wird die Staatsanwaltschaft nicht ermächtigen nach dem Prinzip zu ermitteln: Manche Menschen sind gleicher als andere!“

Diese Möglichkeit hatte Angela Merkel!

Mit der Ermächtigung hat Angela Merkel nicht den Weg für die Staatsanwaltschaft frei gemacht. Der Weg war schon frei! Angela Merkel hat eine Zweiklassenjustiz ermächtigt! Dass das deutsche Gesetz der Regierung diese Möglichkeit zur Ermächtigung gibt, sollte geändert werden, dass die Kanzlerin, obwohl sie es nicht musste, diese Ermächtigung zur Zweiklassenjustiz exekutiert hat, ist jedoch ein Skandal!

Am 15. April 2016 ermächtigte Angela Merkel die Staatsanwaltschaft Mainz zur besonderen Strafverfolgung Jan Böhmermanns aufgrund des Verdachtes einer Majestätsbeleidigung. Am 16. April 1844 erließ die preußische Regierung Haftbefehl gegen Heinrich Heine. Am 12. September 1844 ordnete Friedrich Wilhelm IV. sogar persönlich die Verhaftung Heines an aufgrund der „empörenden Schmähungen auf des Königs Majestät.“

§104a StGB gibt der Regierung die Möglichkeit, sich über das Gesetz zu stellen und eine Zweiklassenjustiz zu ermächtigen. §103 StGB gibt es für die Staatsanwaltschaft nur dann, wenn die Regierung zu diesem Paragrafen ermächtigt. Sie muss es nicht tun! Und solange sie es nicht tut, sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich und eine Beleidigung ist eine Beleidigung, möge sie gegen einen Metzger oder eine Majestät gehen!

§104a StGB ist ein Ermächtigungsgesetz, das die Regierung nicht dazu zwingt, sondern nur befugt, die Staatsanwaltschaft zu ermächtigen, manche Menschen gleicher als gleich zu behandeln und somit quasi einen Notstand auszurufen, indem der Gleichheitsgrundsatz entkräftet wird.

Wer behauptet, Angela Merkel hätte sich über das Gesetz gestellt, wenn sie die Ermächtigung nicht erteilt hätte, muss auch behaupten, das Parlament stelle sich über das Gesetz, wenn es den Notstand nicht ausruft, was es unter Umständen darf!

Mir scheint fast so, als sei der Paragraf 104a im Strafgesetzbuch ein Test für die Bundesregierung, um zu schauen, ob sie im Zweifel für oder gegen eine Zweiklassenjustiz ist. Angela Merkel ist durchgefallen!

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Mein Ruf gehört nicht mir

Mein Ruf gehört nicht mir. Mein Ruf gehört den Anderen.

Andere entscheiden, was sie von mir halten, denken und sagen. Sie können mich loben und beleidigen. Sie können lügen oder die Wahrheit sagen. In Sachen Ruf bin ich die Geisel der Anderen.

Ich kann dazu Stellung nehmen, kann widersprechen, zustimmen und schweigen. Ich kann versuchen, Einfluss auf meinen Ruf zu nehmen, aber ich kann die anderen Menschen niemals bestehlen. Mein Ruf ist das Eigentum der Anderen.

Dafür haben wir den Ruf der Anderen in unseren Händen. Wir tragen Verantwortung.

Lebe nicht so, als wäre es der letzte Tag in Deinem Leben; lebe so, als wäre es der letzte Tag im Leben eines Menschen, den Du liebst!

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Etwas Geschichte

Der 15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg angefügt. Er wurde am 3. Februar 1870 zur Ratifizierung vorgelegt und verbietet seitdem, einer Person aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Hautfarbe oder ihres früheren Standes als Sklave, das Wahlrecht zu verweigern.

Der 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde vom Kongress am 4. Juni 1919 vorgeschlagen und am 18. August 1920 zur Verfassung aufgenommen. Der Zusatz untersagt der Bundesregierung und den Staaten seitdem, einer Person aufgrund ihres Geschlechts den Zugang zu einer Wahl zu verbieten.

Fünfzig Jahre liegen zwischen dem ersten schwarzen Mann, der in Amerika wählen durfte und der ersten Frau. Frauen wurden in den USA deutlich länger ihrer Rechte beraubt als schwarze Männer und zwar unabhängig von ihrer Hautfarbe. Frauen aller Hautfarben in Amerika waren untereinander in Sachen Wahlrecht immer gleich (un)berechtigt.

Der erste schwarze Präsident war revolutionär. Die erste Präsidentin wird nicht weniger revolutionär sein. Hoffentlich müssen wir darauf nicht noch weitere 42 Jahre warten!

Und ja, am Wichtigsten ist und bleibt Kompetenz und davon hat in diesem Jahr eine Kandidatin mehr als genug!

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Verbietet der Bundesjustizminister bald den Koran?

Nachdem es in der Silvesternacht in Köln zu organisierten sexistischen Übergriffen gegen Frauen gekommen war, entschied die SPD-Parteispitze, deutlich und vor allem nachhaltig auf diese Gewalt zu reagieren. Der Bundesjustizminister Heiko Maas will diesen Beschluss nun umsetzen und erklärt, für Deutschland ein „moderneres Geschlechterbild“ etablieren zu wollen. Dazu sei es zwingend notwendig, geschlechterdiskriminierende Werbung zu verbieten. Ein entsprechender Entwurf eines Zensurparagrafen soll laut dem Magazin Spiegel bereits in die Ressortabstimmung geschickt worden sein.

Als Sexismus wird die auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung bezeichnet. Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken. Nackte Haut ist somit nicht sexistisch! Ein nackter Mann, der für einen Duft wirbt oder eine nackte Frau, die für Seife wirbt, sind zunächst einmal nur nackte Menschen. Nacktheit ist menschlich, nicht sexistisch!

Sexistisch ist die Zuschreibung von Macht aufgrund des Geschlechts und da sind es nicht in erster Linie Werbebilder für Autos und Joghurts, die sexistisch sind, sondern Religionen! Wird Heiko Maas somit jetzt auch Religionen verbieten?

Am 23. Januar 2015 wurde der Hashtag #aufschrei, ausgelöst durch einen Artikel der Journalistin Laura Himmelreich, zwei Jahre alt. An genau diesem Tag wurde in Berlin eine Predigt gehalten, die einen #aufschrei mehr als verdient hätte. Ein Aufschrei blieb jedoch aus. Die Predigt hatte folgenden Inhalt:

“Eine Frau darf niemals das Haus ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen!”

“Das Leben einer Frau muss auf das Haus ihres Mannes beschränkt sein!”

“Eine Frau muss kochen, den Boden wischen, sauber machen und sich um ihren Mann, ihre Söhne und Töchter kümmern!”

“Einer Frau ist es nicht gestattet, den Beischlaf mit ihrem Mann zu verweigern! Mit keiner Entschuldigung darf sie sich rausreden!”

“Eine Frau darf unter keinen Umständen “Nein” sagen, wenn ihr Mann mit ihr schlafen will!”

“Auch wenn eine Frau ihre Tage hat, muss sie mit ihrem Mann schlafen, wenn der Mann will. Er sollte nur ihre Vagina meiden … und ihren Anus!”

Dieser nackte Sexismus wurde in einer deutschen Moschee in Berlin gepredigt. Der Prediger berufte sich dabei auf den Koran, ein Buch, in dem die unterschiedliche Machtstellung von Mann und Frau manifestiert ist. Der Koran bestimmt in der zweiten Sure, dass das Zeugnis eines Mannes soviel wert ist, wie das Zeugnis von zwei Frauen. Es ist dieses Buch, das das Geschlechterbild der meisten Angreifer der Silvesternacht in Köln geprägt hat, jedenfalls deutlich mehr als diese Werbung.

Eine Frau gegen ihren Willen auszuziehen, ist sexualisierte Nötigung, ebenso wie eine Frau gegen ihren Willen zu verhüllen. Beide Taten zielen auf den Körper der Frau als Schlachtfeld männlicher Phantasien ab! Wer allein schon bei den Anblick einer nackten Frau auf einem Werbeplakat Sexismus brüllt, muss auch bei dem Anblick einer Frau mit Kopftuch Sexismus rufen, da es nicht nur Frauen gibt, die gegen ihren Willen ausgezogen werden, sondern ebenso Frauen, die gegen ihren Willen verhüllt werden. Letzteres ist sogar in vielen Ländern Gesetz!

Es gibt viele Länder, in denen Frauen gezwungen werden, Kopftücher zu tragen oder sich gar unter Ganzkörperverschleierungen zu verbergen, aber es gibt kein Land auf der ganzen Welt, in dem Frauen gezwungen werden, nackt zu sein. Es gibt unzählige Frauen, die in Gefängnissen sitzen und gefoltert werden, weil sie sich nicht verhüllt haben, aber keine Frau, die eingekerkert wurde, weil sie nicht nackt sein wollte. Das Kopftuch ist somit deutlich sexistischer als Nacktheit.

Natürlich gibt es Frauen, die freiwillig und gerne Kopftuch tragen, wie diese Frau, aber es gibt eben auch Frauen, die freiwillig nackt sind, wie diese Frauen.

Einen besonderen Skandal durch Nacktheit löste im Jahr 2011 die damals zwanzigjährige ägyptische Künstlerin und erklärte säkulare, liberale Feministin Aliaa Magda Elmahdy aus. Sie schockiert Ägypten mit ihrem „rebellischen Tagebuch“ und Fotos auf ihrer Webseite, für die sie sich nackt auszog. Sie erklärte, das sei ihre Art zu protestieren gegen „eine Gesellschaft, in der Gewalt, Rassismus, Sexismus, sexuelle Belästigung und Scheinheiligkeit“ herrschen und fügte hinzu: „Ich habe das Recht, überall frei zu leben!“

Elmahdy wurde mit einem Sturm an Todesdrohungen überhäuft. Sie wurde nach eigenen Angaben entführt und entkam nur knapp einer Vergewaltigung. Elmahdy erhielt weltweit Unterstützung aus feministischen Kreisen. In Israel versammelten sich ungefähr vierzig Frauen nackt zu einem Gruppenfoto, um Elmahdy zu unterstützen. Im März 2012 verließ Elmahdy Ägypten. Am 20. Dezember 2012 entblößte sie ihren Körper vor der ägyptischen Botschaft in Stockholm. Auf ihrem Körper stand der Schriftzug „Sharia is not a Constitution“. Sie hielt einen Koran vor ihre Hüfte und hatte eine ägyptische Flagge umgehängt. Eine weitere Aktion führte sie im Juni 2013 in einer Stockholmer Moschee durch.

Für Nacktheit werden Frauen eingesperrt, für Kopftücher nicht! Macht es somit nicht mehr Sinn, im Kampf gegen den Sexismus Kopftücher zu verbieten? Nein! Denn jede Frau kann selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper macht und sie braucht dafür keinen Mohamed und keinen Heiko.

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Erst dachte ich, das ist nur Schmähmusik auf Erdoğan, aber als ich den 31. Ton hörte, musste ich kotzen!

Eine musikalische Schmähung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan von David Serebrianik.

Jan Böhmermann hat ein Schmähgedicht geschrieben, das die Bundeskanzlerin Angela Merkel als „bewusst verletzend“ eingestuft hat. Nun, Frau Merkel ist sicherlich eine herausragende Literaturkennerin und Kritikerin, damit sie Gedichte beurteilen kann. Ich stell mir die Frage, ob ihre Kenntnisse in der Musik genau so herausragend sind und habe deswegen ein Stück geschrieben, das Schmähmusik heißt. Jeder einzelene Ton in diesem Stück ist bewusst verletzend, ist also eine Schmähung. Dieses Stück ist natürlich dem türkischen Präsidenten Erdogan gewidmet und soll ihn sozusagen charakteristisch darstellen. Ich bin gespannt, wie diese Musik eingestuft wird, ob sie verboten wird, ob sie mit juristischen Konsequenzen geahndet wird, ob da zahlreiche Musikkenner des Bundestages oder wer auch immer an diesem Stück ihr Können und ihr Wissen beweisen können. Hinzu kommt eine prinkelnde Eigenartigkeit meines Lebenslaufes. Ich bin gar kein deutscher Staatsbürger. Ich besitze eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland und bin ein sogenannter Kontingentflüchtling. Es stellt sich also die Frage: Wer muss sich für diese Musik entschuldigen! Frau Merkel ist nicht für mich zuständig. Wer wird sich entschuldigen? Der usbekische Präsident oder wer?

Fehler
Dieses Video existiert nicht

(TINDS)

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Facebook – system fail

Facebook has recently stated that videos uploaded to their platform which spread hatred and promote inflammatory lies about Jews do not violate their community standards. The video in question shows a 23-year-old terrorist wielding a knife in her hand after stabbing a person on the street. Bystanders try to prevent the terrorist from escaping. However, the video was maliciously edited in order to distort the facts and then uploaded to Facebook. The explanatory text propagates outright lies:

„#Palestine – Israeli settlers attack an old woman and try to run her over“

„JEWS attack and stone an elderly PALESTINIAN WOMAN!“

The video has been since disseminated in the internet by „Islam Facts“, „Islam awakening“, „Ummah News“ and presumably shared by many other Islamic Facebook pages and scores of private users.

Within just a few hours hundreds and even thousands of users have been spilling out their contempt of Jews. There have been calls for violence against Jews and for their extermination, even suggesting gassing them. These haters celebrate Hitler as a great man and call Jews pigs, dogs and bastards. One man even wrote:

„After watching the video on Facebook, I can now understand Hitler.“

After reporting the video, Facebook responded:

“Thank you for taking the time to report something that you feel may violate our Community Standards. Reports like yours are an important part of making Facebook a safe and welcoming environment. We reviewed the page you reported for containing hate speech or symbols and found it doesn’t violate our community standard on hate speech.”

Facebook is in effect saying that spreading lies about Jews, lies which lead to a large number of violent comments containing anti-Jewish fantasies, does not violate the community standards of Facebook. That’s the safe and welcoming environment Facebook is promoting!

At Facebook there’s clearly a complete system fail:

On the other hand, fully acceptable critical comments about Islam are often deleted by Facebook, simply because a small percentage of Muslims feel offended while a lot of pages that are openly anti-Jewish – even calling for their extermination – are not deleted. That’s because a comment on Facebook can be deleted if enough people feel offended and report the post. Since there are about 1.6 billion Muslims in the world, but only 16 million Jews, we are dealing with an immensely skewed weighting.

Just 1% of all Muslims who are offended by a statement on Facebook have the same numerical weight as all the Jews in the world. Therefore, it would be impossible for Jews to defend themselves against offensive and defamatory comments and videos! There are simply not enough Jews in the world to effectively tackle hatred of Jews!

The current system with which Facebook deals with hate and calls for violence definitely discriminates against Jews! Facebook must change that immediately!

(Translation: William Wires)

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