Was bedeutet „Nie wieder“?

„Heute vor 78 Jahren beriet die Naziregierung auf der #Wannseekonferenz, wie man elf Millionen Jüdinnen und Juden ermorden sollte. Nicht nur der Beschluss schockiert, sondern auch wie bereitwillig er von vielen umgesetzt wurde.

In allem, was wir tun, muss klar sein: nie wieder.“

Das schrieb Heiko Maas am 20. Januar 2020 via Twitter.

Heiko Maß erklärt auch:

„Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“

Wenn Heiko Maas in allem, was er tut, klar machen will, dass es nie wieder den Versuch geben darf, das jüdische Volk zu vernichten, warum kritisiert er dann unverhältnismäßig oft ausgerechnet das Land, das einen zweiten Holocaust verhindert?

Der Großmufti von Jerusalem, Hadsch Muhammad Amin al-Husseini und der Führer von Nazideutschland, Adolf Hitler, trafen sich im Jahr 1941 in Berlin. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”. Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war.

Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvernichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Auch heute gibt es ein Dokument, dass die Vernichtung aller Juden fordert. Die Gründungscharta der Hamas aus dem Jahr 1988 fordert in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden. Im Jahr 2019 erklärte Fathi Ahmad Hamad, Innenminister der Hamas von 2009 bis 2014:

„Wir müssen alle Juden auf dem Antlitz der Erde angreifen, sie schlachten und töten mit der Hilfe Gottes.“

Der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ predigte in Jahr 2015 in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte im Jahr 2010.

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“

Im Gazastreifen ist das Hakenkreuz ein beliebtes Symbol.

Unter den Nazis schaute die Weltöffentlichkeit weg, als Juden in Europa verfolgt und ermordet wurden. Heute schaut die Welt wieder weg, wenn es gegen Juden geht. Die ganze Welt? Nein! Ein kleines Land, nicht größer als Hessen, schaut nicht weg. Es gab das Land noch nicht, als die Nazis in Deutschland mordeten. Heute gibt es dieses Land und sorgt dafür, dass der zweite Holocaust nicht realisiert wird. Das Land heißt Israel!

Als im Rahmen des Plans zum zweiten Holocaust 850.000 Juden aus der arabischen Welt vertrieben wurden, nahm Israel die Juden auf! Als im Rahmen dieses Plans Juden in Entebbe selektiert wurden, befreite Israel die Juden. Jedes Mal, wenn Israel mit Raketen angegriffen wird, die in der Absicht abgefeuert werden, so viele Juden wie möglich zu töten, fängt Israel diese Raketen ab. Zu manchen Zeiten fliegen diese Raketen wochenlang mehrmals am Tag!

Es ist nicht die Welt, die all diese Versuche, einen zweiten Holocaust anzurichten, verhindert hat. Es ist Israel! Ginge es nach der Mehrheit der Länder der Welt, wäre ein weiterer Holocaust möglich. Die Vereinten Nationen tun alles, um die Verteidigung Israels zu diskreditieren und zu torpedieren. Die Vereinten Nationen haben mehr Resolutionen gegen Israel hervorgebracht als gegen alle anderen Länder der Welt zusammen. Die Vereinten Nationen kritisieren, dass Juden sich verteidigen! Was fällt den Juden eigentlich ein?

Bis in zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galten alle Menschen, die in Palästina lebten, als Palästinenser. Dazu gehörten auch Juden. Viele Juden wurden selbstverständlich Palästinenser genannt. Die Nazis beschlossen, dass Juden keine Deutsche sein konnten und die Führer der arabischen Welt beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können. Seitdem soll Palästina „judenrein“ sein, so wie es einst für Deutschland geplant war. Das ist der Grund, der einzige Grund, warum heute die Rede von „illegalen jüdischen Siedler“ ist. Ihr Jüdischsein macht sie illegal!

Und was machen die Vereinten Nationen und eine erschreckende Mehrheit der Menschheit? Sie nehmen diese Sprachregelung auf, reden ebenfalls von „illegalen jüdischen Siedlern“ und behaupten, der Konflikt sei eine Auseinandersetzung um Land. Das haben die Nazis auch behauptet. Die Behauptung ist heute jedoch so unwahr wie damals. Es geht nicht um Land! Die arabischen Führer sagen es selbst!

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

Ein Holocaust wurde möglich, weil die ganze Welt wegsah. Ein weiterer Holocaust wurde verhindert, weil Israel nicht wegsieht: Für diese Verteidigung wird Israel pausenlos kritisiert, auch von Heiko Maas.

Als die Grenze Israels im April 2018 vom Gazastreifen aus massiv angegriffen wurde, erklärte die deutsche Bundesregierung, alle Maßnahmen zur Verteidigung von Israels Sicherheitsinteressen müssten „verhältnismäßig“ sein. Was soll das bedeuten?

Welche Verteidigung ist unverhältnismäßig, wenn es darum geht, einen Holocaust zu verhindern? Entweder sagt man „Nie wieder“ oder man sagt: „Wenn es verhältnismäßig ist, nie wieder, ansonsten gilt: Was willste machen?“

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung und das ist gut so, denn eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden.

Es gibt für Juden nur zwei Alternativen: Entweder werden sie als Opfer betrauert oder aber sie werden kritisiert, weil sie sich wehren. Es ist gut, dass Juden sich heute effektiv wehren können, denn deshalb wird ein zweiter Holocaust verhindert.

Deutschland und die Vereinten Nationen haben nichts zu der Verhinderung eines weiteren Holocausts beigetragen. Sie haben einfach noch nicht verstanden, dass ein klares „Nie wieder“ bedeutet, dass es keine Unverhältnismäßigkeit gibt, wenn jemand einen Holocaust ausführen will!

Veröffentlicht unter Deutschland, Israel | Kommentare deaktiviert für Was bedeutet „Nie wieder“?

Die Herrenmenschen der Vergangenheitsbewältigung

„Es gibt Roberto Benignis „Das Leben ist schön“. Und es gibt Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer, die keine Holocaust-Filme drehen sollten. Wir gehören nicht zu letzteren.“

Dieser Bewertung stammt von Philipp Ruch. Er gehört zu der Aktionsgruppe Zentrum für politische Schönheit (ZPS).

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit, so einen Satz auszusprechen.

Philipp Ruch maßt es sich an, darüber zu urteilen, welche Künstler besser oder schlechter dafür geeignet sind , sich künstlerisch mit dem Holocaust auseinanderzusetzen. Wer glaubt Herr Ruch eigentlich, dass er ist? Mr. Holocaust-Remembrance? Super-Nicht-Vergessen-Man. Ist Philipp Ruch etwa ein Herrenmensch der Vergangenheitsbewältigung?

Philipp Ruch stellt fest: Aber der Holocaust ist und bleibt die Motivation für all unsere Aktionen.“

Wie diese Motivation aussieht, konnte im Jahr 2019 bestaunt werden. Hochmotiviert grub das ZPS in über zwanzig Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis gemordet haben, nach Asche ermordeter Menschen und brachte einige Überreste nach Berlin, um sie dort vor dem Reichstagsgebäude in einer Säule auszustellen. Zu der Asche erklärte Ruch, das ZPS wisse nicht, welcher Nation, welcher Religion, welcher Widerstandsgruppe die Menschen angehörten: „Die Asche ist wie in der Welt von Schrödingers Katze. Die Identität dieser Menschen lässt sich gerade nicht feststellen. Es ist unmöglich, das Richtige zu tun.

Die Säule, so erklärte es das Kollektiv, sei eine „Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie“, um den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld zu erinnern, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben. Heute streckten wieder Konservative die Hand nach den Faschisten aus, sagte das ZPS in Hinblick auf die AfD: „Es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde.“

Während des Holocaust wurden Juden in Vernichtungslager deportiert, dort ermordet und im Jahr 2019 deportierte das Zentrum für Politische Schönheit die Asche der Ermordeten nach Berlin, um mit den sterblichen Überresten politische Kunst zu machen. So sieht politische Schönheit in Deutschland von hochmotivierten Künstlern aus. Ich hätte es besser gefunden, wenn Opa seine künstlerischen Enkel irgendwie anders angefeuert hätte.

Nachdem diese Aktion besonders von jüdischen Gemeinden in Deutschland kritisiert worden war, erklärte Philipp Ruch: „Wir haben uns entschuldigt, die Asche aus der Stele genommen und an die Orthodoxe Rabbinerkonferenz übergeben.“

Ich kann mir die Herren und Damen vom Zentrum für politische Schönheit lebhaft vorstellen. In Ihrer Schulzeit haben sie gewiss jeden 9. November betroffen vor dem Gedenkstein in ihrem Heimatdorf gestanden, um an die Synagoge zu erinnern, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. An einem 27. Januar haben sie gewiss eine Klassenfahrten nach Theresienstadt gemacht oder wenigstens „Schindlers Liste“ im Leistungskurs Geschichte geschaut. Bestimmt haben sie auch mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus‘ gesprochen.

Sie sind vorbildliche Vergangenheitsbewältiger. Jedes Jahr wurden sie besser. Heute sitzen sie ganz weit auseinander von der Vergangenheit. Sie sind hier und irgendwo, ganz weit weg, die dunkele, böse Vergangenheit. Die Distanz bewirkt Wunder. Heute graben sie nach Asche, malen sich die Gesichter an und zeigen, wozu schöne Kunst in der Lage ist.

Vergangenheitsbewältigung ist mittlerweile neben Autos und Bier das wichtigste Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Wie dramatisch sähen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aus, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Die Stadt Berlin wäre um einer ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: das Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.

Das Zentrum für politische Schönheit aber stellt all das in den Schatten und instrumentalisiert die Vernichtung, weil es fest davon überzeugt ist, den Horror gut genug verstanden zu haben, um es als Instrument der politischen Debatte zu nutzen. Im Gegensatz zu Til Schweiger, dessen Schaffen mit der Kunstauffassung und dem Schönheitsideal des ZPS nicht in Einklag zu bringen ist. Diese Form der künstlerischen Arroganz ist nicht neu. Die Nazis hatten dafür damals einen sehr unschönen Begriff.

Veröffentlicht unter Kunst | Kommentare deaktiviert für Die Herrenmenschen der Vergangenheitsbewältigung

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ich bedanke mich bei all meinen Leserinnen und Lesern, von denen ich im letzten Jahr finanzielle Unterstützung bekommen habe.

Ihr macht es möglich, dass ich die Zeit finden kann, Tapfer im Nirgendwo zu schreiben.

Ich habe mich über die 300,- Euro eines großzügigen Spenders am Ende des Jahres gefreut, aber ich bedanke mich auch für die kleinen, teilweise monatlich eingehenden Beträge in Höhe von fünf, zehn oder zwanzig Euro.

Besonders gefreut habe ich mich über den Betrag von 19,48 Euro, da das das Gründungsjahr des Staates Israel ist.

Sollten auch Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto.

Die Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder per Telefon, gerne auch per SMS.

Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke für Ihre Unterstützung,
Gerd Buurmann

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

„Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!“

Die Mädchen vom WDR Kinderchor Dortmund haben ein Lied zum Jahreswechsel eingesungen. Das Lied fand sich bei Veröffentlichung dieses Artikels in der WDR Mediathek.

Der Text lautet wie folgt:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma sagt: „Motorradfahren ist voll cool.“ Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma brät sich jeden Tag ’n Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehn Mal im Jahr ’ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau!

We will not let you get away with this!”

Es gibt viel, was an diesem Video gruselig ist, zum Beispiel das konformistische Rebellentum, aber besonders hervor stechen die letzten Sekunden, wenn die Kinder drohend auf englisch in die Kamera sagen: „Wir werden Euch damit nicht davon kommen lassen!“

Dieser gesungene Kinderkreuzzug wurde von Erwachsenen geschrieben, inszeniert und produziert. Erwachsene Menschen haben Kinder benutzt, um eine politische Botschaft zu produzieren, die von staatlich eingetriebenen Beiträgen finanziert wurde.

Statt eines Kommentars zeige ich einfach ein paar weitere Videos von Kindern, die ganz in der Tradition des WDR ihre Seelen für die Ideen erwachsener Menschen im Takt und Gleichklang entblößen mussten.

Im Takt und Gleichschritt die Welt verbessern wollen. Da ist der Weg zur Diffamierung des Anderen als Feind nicht mehr weit.

Erwachsene Menschen schreiben Protestparolen und legen sie in die Münder von Kindern. Seid bereit!

Nachtrag: Etwa eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Artikels löschte der WDR das Video aus seiner Mediathek und erklärte via Facebook, dass „die Mutmaßung, WDR 2 hätte die Kinder des Chores instrumentalisiert, für die Redaktion unerträglich ist.“

Ein paar Stunden später erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow: „Das Video war ein Fehler. Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür.“

Der freie WDR-Mitarbeiter Danny Hollek von der Aktuellen Stunde erklärt auf seinem privaten Twitter-Account, Oma sei zwar keine Umweltsau aber dafür eine „Nazisau“.

Die Redaktion von WDR aktuell stellte danach umgehend klar, Danny Hollek habe „den Tweet von seinem privaten Twitter-Account abgesetzt. Wir distanzieren uns scharf von Form und Inhalt.“

Hollek erhielt nach seinem Posting Morddrohungen und wurde sogar im Privatleben belästigt. Solidarität mit Journalisten, die bedroht werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Tapfer im Nirgendwo verteidigt selbstverständlich das Recht auf freie Meinung für alle Menschen. Die Drohungen gegen Danny Hollek sind inakzeptabel. Der WDR sollte zu ähnlicher Deutlichkeit in der Lage sein, auch bei inhaltlichen Differenzen. Werde Mitglied im Artikel 5 Club.

Eigentlich dürfte es keine Probleme geben. Der WDR darf alles sagen und alle dürfen frei entscheiden, ob sie das finanzieren wollen. Die Realität sieht leider anders aus.

Keine vierundzwanzig Stunden nachdem sich Tom Buhrow zu Wort gemeldet hatte, wurde in Köln zum Thema Umweltsau auf dem Appellhofplatz vor dem WDR demonstriert. Die Polizei erklärte: „Zeitweise kam es zwischen linken und rechten Meinungsgegnern zu verbalen Provokationen.“

Nicht anwesend waren die „Meinungsgegner“ Saskia Esken (SPD) und Armin Laschet (CDU). Sie meldeten sich via Twitter zu Wort:

Spätestes jetzt müssen alle zugeben, es handelt sich hier um atemberaubende Satire. Es bleibt jedoch bedenklich, dass dafür Kinder instrumentalisiert wurden.

Veröffentlicht unter Deutschland | Kommentare deaktiviert für „Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!“

Banksy, why do you oppose the message of peace?

Dear Banksy,

For this Christmas season, you created a special nativity scene. You call your artwork „The Scar of Bethlehem“. Mary and Joseph, ox and donkey and the baby Jesus are arranged on straw bedding in front of a wall of gray concrete slabs. A star-shaped hole caused by an explosion in the wall depicts the guiding star of Bethlehem.

I have a question: How did Mary and Joseph get to Bethlehem?

Mary and Joseph were Jews and Jews are now persecuted in Bethlehem. Bethlehem today is not safe for Jews. Bethlehem today is a place of Jew hatred.

The murderous hatred of Jews, which is cultivated in Bethlehem, is constantly seeking ways to murder in Israel as well. Actually, the wall shown in your nativity scene ensures that the festering hatred of Jews in Bethlehem can’t explode in Israel. Since the barrier was built, suicide bombings in Israel – committed by terrorists educated and trained in the territories under the rule of the Palestinian Authority – have been reduced to zero. The barrier protects the lives of Jews.

In Bethlehem, Fatah rules. On the 47th anniversary of Fatah, Mufti Muhammad Hussein, whom Abbas personally appointed „spiritual leader of an autonomous Palestine“, spoke the following words to a cheering crowd: „The hour of resurrection will not come until we have annihilated the Jews.“

Children in Bethlehem are taught to hate Jews. In schools and on children’s television they are told that Jews are not human beings and that it’s even fun to kill them. They sing songs celebrating the extermination of Jews and recite poems that present Jews as the worst plague in the world. Parents tell their children that they would be proud of them if they should murder Jews in suicide missions.

The founding charter of Hamas of August 18, 1988 states that all Jews worldwide should be exterminated (Article 7) and that there should be no peace with Israel (Article 13). Hamas ministers call for the extermination of all Jews, which they publicly describe as vermin and bacteria, whose throats should be cut and families murdered. Speeches calling for the annihilation of Jews are continually held in schools, mosques, market places and on television.

The Gaza Strip has been „freed of Jews“. On the morning of September 12, 2005, the last Jews left the Gaza Strip via the Kissufim border crossing. Arabs celebrated the withdrawal frenetically with gun salvos and noisy motorcades. Torched synagogues recreated a live Middle Eastern „Crystal Night“. Since that infamous day, Hamas has fired over eight thousand rockets and grenades at Israel. The rockets are aimed at civilian targets in Israel: schools, kindergartens, synagogues, mosques, churches and hospitals.

In the Palestinian territories, Jew hatred is preached and encouraged. On the contrary, the Israeli declaration of independence reiterates a message of peace:

„WE EXTEND our hand to all neighboring states and their peoples in an offer of peace and good neighborliness, and appeal to them to establish bonds of cooperation and mutual help with the sovereign Jewish people settled in its own land. The State of Israel is prepared to do its share in a common effort for the advancement of the entire Middle East.“

The declaration of independence of the Jewish state of Israel resembles much more the message in the Christian Christmas story.

Dear Banksy,

why do you oppose this message of peace? Why do you criticize the land of Israel, which desires peace? Why do you criticize a barrier that protects Jews from being murdered?

———

My thanks go to the artist William Wires for his inspiration and translations of my texts into English.

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für Banksy, why do you oppose the message of peace?

What’s with the Democrats?

In the past, a majority in the Democratic Party violently opposed the abolition of slavery by the Republicans under Lincoln. Then they agitated politically against the Republicans who gave former slaves the right to vote. Some Democrats reacted by creating the terrorist organization, Ku Klux Klan. Later, the Democrats fought against allowing women to vote and when women were finally allowed to hold political office, the first female Democratic leader was a former slave owner.

The Democrats fought against the emancipation of women and blacks, stating that they weren’t intelligent enough. But, the American Constitution defines how democracy works: Not only those who the Democrats consider to be smart, good and educated may govern or vote, but every adult! Even those who dislike policies of the Democrats.

Today, the Democrats still think they are superior and are fighting desperately to remove the elected Republican President, who in their eyes was elected by ignorant people. Again, they harbor nothing but disdain for their political opponents.

There is however an easy way to remove a President. Just vote for another President. Just be better!

The Constitution provides for elections, not impeachments.

Why is it that Democrats still have such a hard time with democracy?

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für What’s with the Democrats?

Eine Frage an die Israelkritiker

Du sagst, Kritik an Israel sei nicht antisemitisch? Stimmt! Kritik an Israel ist nicht antisemitisch.

Jetzt, wo das geklärt ist, habe ich eine Frage an Dich. Kein Land wird so stark kritisiert wie Israel. Warum?

Das kleine Land Israel wird seit seiner Gründung immer wieder mit Raketen angegriffen, abgefeuert von militanten Gruppen, Terrororganisationen und hasserfüllten Regierungen, deren erklärtes Ziel es ist, Israel auszulöschen und das jüdische Volk zu vernichten. Einige Länder finanzieren diese Gruppen, Organisationen und Regierungen.

Keines dieser Länder wird von den Vereinten Nationen so kritisiert wie Israel. Der sogenannte Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat Israel stattdessen öfter verurteilt als alle anderen Länder der Welt zusammen.

Dafür gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder ist Israel ein Staat, böser, abartiger und verdammenswerter als alle anderen Länder der Welt zusammen oder die Vereinten Nationen sind judenfeindlich.

Kritik an Israel ist nicht judenfeindlich; eine Dämonisierung Israels, die sich darin zeigt, dass Israel stärker kritisiert wird als alle anderen Länder, schon!

Wenn Du sagst, die Vereinten Nationen seien nicht judenfeindlich, dann erkläre mir bitte, was an Israel verurteilenswerter ist als an allen anderen Ländern der Welt zusammen.

Nenn mir bitte ein paar der Verbrechen, die es in Deinen Augen notwendig machen, dass Israel öfter verurteilt wird als Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Andorra, Angola, Antarktis, Antigua und Barbuda, Äquatorialguinea, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Birma, Burundi, Chile, China, Cookinseln, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti, Ecuador, Elfenbeinküste, El Salvador, Eritrea, Estland, Falklandinseln, Fidschi, Finnland, Föderierte Staaten von Mikronesien, Frankreich, Französisch Guayana, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Italien, Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgisistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo, Kosovo, Kroatien, Kuba, Kuwait, Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Nordkorea, Nordzypern, Norwegen, Oman, Österreich, Pakistan, Palau, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Salomonen, Sambia, Samoa, San Marino, São Tomé und Príncipe, Saudi-Arabien, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Singapur, Simbabwe, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Südsudan, Südkorea, Surinam, Svalbard, Swasiland, Schweden, Schweiz, Syrien, Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Timor-Leste, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Tuvalu, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan, Vanuatu, Vatikan, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Vietnam, Weißrussland, Westsahara, Zentralafrikanische Republik und Zypern zusammen.

Wenn Du nichts nennen kannst, das Israel zum Teufel macht, wenn Du also weißt, das Israel nicht schlimmer ist als der Rest der Welt, warum schweigst Du dann zu dem Vereinten Judenhass oder behauptest sogar, Kritik an Israel sei nicht möglich?

Sollte Dich diese Frage schon aufregen, habe ich hier noch ein paar weitere Fragen. Einfach hier klicken.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, als Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ in meiner Arbeit für eine gerechte Berichterstattung über Israel unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

Veröffentlicht unter Israel | Kommentare deaktiviert für Eine Frage an die Israelkritiker

Maas on war

In December 2019, The German Foreign Minister Heiko Maas stated: „Peace has never been achieved through military means“. He is therefore insinuating that the war against Nazi Germany hadn’t created peace.

Dear citizens of America, Britain, France, Russia, Canada, Austalia, Poland, New Zealand, South-Africa, Greece, Belgium, Netherlands, Norway, Czech Republic and all the other allied forces,

I apologize for my Foreign Secretary’s rash words. The courageous men and women who fought and died in the war against Nazi Germany certainly brought peace and freedom to my country.

With your military you’ve restored peace in Germany. I therefore assure you my eternal gratitude.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für Maas on war

Berlin, Dein Gesicht hat Hamas-Sprossen

„Wir müssen alle Juden auf dem Antlitz der Erde angreifen, sie schlachten und töten mit der Hilfe Gottes. Das ganze palästinensische Volk ist bereit, sich in die Luft zu sprengen. Wir bauen Fabriken für Sprengstoffgürtel mit Gottes Hilfe. Unsere Schwestern sind bereit, sie zu tragen. Wir alle sind bereit, die Sprengstoffgürtel zu tragen auf dem Weg zu Gott. Wir werden die Spengstoffgürtel massenhaft verteilen. Wir wollen, dass Ihr die Messer schwenkt. Sie kosten nur fünf Schekel das Stück. Was muss uns die Kehle eines Juden kosten? Fünf Schekel oder weniger.“

Das erklärte Fathi Ahmad Hamad im Juli 2019. Von 2009 bis 2014 war er Innenminister im von der Hamas verwalteten Gazastreifen.

Am 7. Dezember 2019 fand in Berlin eine Konferenz mit dem Titel „Die Palästinenser in Europa und UNRWA“ statt. Organisiert wurde sie unter anderem vom Palestinian Return Center (PRC) und der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (PGD). Beide Organisationen werden von verschiedenen Verfassungsschutzämtern der Terrororganisation Hamas zugeordnet.

Tapfer im Nirgendwo zitiert ein paar Aussagen ranghoher Persönlichkeiten der Hamas:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Das erklärte der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens im Jahr 2015.

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, im Jahr 2010.

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Das steht in der Gründungscharta der Hamas im Artikel 7.

Am Tag der Konferenz wurde Israel vom Gazastreifen aus mit Raketen beschossen. Tausende Raketen hat die Hamas bereits auf Israel abgefeuert. Die Hamas finanziert Anschläge auf Juden und Angriffe auf die Grenze Israels. Die Hamas führt einen Krieg gegen Israel, an dessen Ende sie laut eigener Charta nur die Zerstörung Israels akzeptieren kann.

In Berlin fand im Jahr 2019 eine Konferenz statt, deren Teilnehmer mit einer Gruppierung in Verbindung gebracht werden, die Juden vernichten und Israel auslöschen wollen. Die Konferenz fand an einem Tag statt, an dem Israel mit Raketen angegriffen wurde.

Veröffentlicht unter Deutschland | Kommentare deaktiviert für Berlin, Dein Gesicht hat Hamas-Sprossen

Der Missbrauch der Opfer muss aufhören!

In der Nähe des Reichstagsgebäude in Berlin hat das Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) eine Stahlsäule errichtet, die nach Angaben der Gruppe Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthalten soll.

An über zwanzig Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis gemordet haben, will das ZPS nach Asche gesucht haben und behauptet nun, die Überreste nach Berlin gebracht zu haben, weil dort, so erklärt es das Kollektiv, der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände der Mörder legte: „Wir dürfen nie vergessen: Freiwillig wurde ihnen die Macht ausgehändigt. Bis heute erinnert nichts an diesen Verrat.“

Die Säule sei eine „Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie“, um den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld zu erinnern, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben. Heute streckten wieder Konservative die Hand nach den Faschisten aus, sagte das ZPS in Hinblick auf die AfD: „Es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde.“

Ich fasse mal zusammen: Um eine Partei im Deutschen Bundestag des Jahres 2019 zu kritisieren, hat das Zentrum für Politische Schönheit die Totenruhe von Opfern des Nationalsozialismus gestört und die Asche der Ermordeten als öffentliches Spektakel für ihre politische Agenda missbraucht. Sieht so politische Schönheit in Deutschland?

Selbst wenn das ZPS irgendwann erklärt, alles sei nur eine Kunstaktion und es sei nicht wirklich Asche von Ermordeten in der Säule, so ist diese Instrumentalisierung des Holocaust mehr als geschmacklos.

Das ZPS erklärt, unter anderem einen Damm bei Auschwitz geöffnet zu haben, der von Häftlingen aus Asche aufgeschüttet wurde. In dem Vernichtungslager Auschwitz wurden von den Nationalsozialisten europaweit gefangen genommene Menschen vernichtet. Etwa neunzig Prozent der Opfer waren Juden. Das Zentrum für Politische Schönheit hat die Asche der Ermordeten im Jahr 2019 nach Berlin deportiert, um mit den sterblichen Überresten Politik zu machen. Ob das ZPS dafür wieder die Bahn genutzt hat?

Natürlich ist es wichtig, das unfassbare Verbrechen nicht zu vergessen, aber nicht indem man Menschen auf den Moment ihrer Ermordung reduziert und ihre Asche dann als Attraktion missbraucht.

Der Missbrauch der Opfer muss aufhören!

Besonders das jüdische Leben in Deutschland leidet unter dem Missbrauch der Opfer. In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. Juden sind Gespenster von damals. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht.

Wenn man in New York sagt: „Heute gehen wir in ein jüdischen Stück“, dann freuen sich alle. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn man aber in Deutschland sagt: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann kommen deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. Juden sind für viele Deutsche nur die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute. Genau da ist das Problem.

In Deutschland haben mehr Juden Denkmäler dafür bekommen, ermordet worden zu sein, als dafür, etwas geschaffen zu haben. Solange in Deutschland mehr Denkmäler für ermordete Juden stehen als für Juden, die aus ihrer eigenen Schöpfungskraft etwas erreicht haben, werden es lebendige Juden in diesem Land schwer haben.

Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist ein Mahnmal des Todes, das Holocaust Mahnmal in Berlin. Warum gibt es in Deutschland nicht ein Denkmal, das mindestens ebenso groß ist, wie das Holocaustmahnmal und das all die herausragenden und erhabenen Errungenschaften ehrt, die Juden in und für Deutschland geleistet haben? Ich würde gerne zu einem solchen Denkmal gehen. Altkanzler Gerhard Schröder aber sagte, das Holocaust-Mahnmal sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Das Zentrum für Politische Schönheit ist vermutlich auch stolz auf seine Art der Vergangenheitsbewältigung. Die Vergangenheitsbewältigung gäbe es ohne die Vergangenheit jedoch nicht.

Das ZPS instrumentalisiert die Opfer des Nationalsozialismus und deportiert sie für die Kunst und die eigene politische Idee.

Veröffentlicht unter Nachrichten | Kommentare deaktiviert für Der Missbrauch der Opfer muss aufhören!