Gregor Gysi und der Ruf der Juden

Der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi (Die Linke) hängt dem Irrglauben an, Juden könnten durch ihr Verhalten Judenhass mindern. Damit offenbart er, das Wesen des Judenhass‘ nicht verstanden zu haben.

Auf Twitter schreibt Gregor Gysi: „Der Ruf von Israel wird bei Realisierung der Annexionspläne weltweit deutlich negativer. Das trifft auch überall Jüdinnen und Juden. Weder sie noch Israel werden dadurch sicherer, im Gegenteil.“

Dieser Kommentar ist vollkommen meschugge!

Egal, was Juden tun oder lassen, Judenhasser hassen Juden. Sie hassen Juden, weil sie leben. Es gibt nichts, was Juden tun können, um diesen ressentimentgeladenen Ruf zu verbessern. Juden können sich lediglich vor diesem Ruf schützen und sich gegen die daraus entstehenden Gewalttaten wehren. Genau diese Wehrhaftigkeit der Juden mögen Judenhasser nicht und kritisieren sie.

Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert, weil Juden sich wehren. Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten, wenn sich die eine Seite dagegen wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalation heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen, aufhören zu sein, aufhören, Gebiete zu befreien, von denen aus sie angegriffen werden. Eskalation heißt, gegen die Vernichtung zu kämpfen. Eskalation heißt zu leben.

Solange der Konflikt eskaliert, existiert Israel. Solange Israel existiert, können Juden sich verteidigen. Solange Juden sich verteidigen können, leben sie. Wenn dadurch der Ruf von Juden leidet, bin ich mir sicher, dass Juden mit diesem schlechten Ruf leben können. Schließlich bin auch ich lieber ungeliebt und lebendig als beliebt und tot.

Es gibt allerdings einen Weg, wie die Eskalation zu verhindern ist: Der Hass auf Israel muss ein Ende haben.

Warum also kümmert sich Gregor Gysi nicht lieber um die Menschen, die hassen, als sich um den Ruf derer zu sorgen, die gehasst werden?

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Defäkiere auf Political Correctness!

Da Facebook mit der originalen Überschrift dieses Artikels ein Problem hat, präsentiert Tapfer im Nirgendwo hier eine nicht vulgäre Version.

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Mein Kollege und Freund Özgür Cebe hat mich in seinem Vlog zitiert. Ich möchte ihm antworten.

Lieber Özgür,

erst einmal vielen Dank, dass Du aus meinem Artikel „Ein radikales Plädoyer für Meinungsfreiheit“ zitiert hast. Wie Du Dir denken kannst, habe ich einige kritische Anmerkungen. Du sagst: „Wenn es meine Absicht ist, eine Minderheit herabzusetzen, wie es die Rassisten tun, dann ist die Intention keine gute.“

Neonazis sind in Deutschland zur Zeit eine Minderheit. Du setzt sie in Deinem Video herab. Selbstverständlich hast Du das Recht dazu. Ist Deine Intention jetzt etwa keine gute? Wenn Du Deine eigene Philosophie zugrunde legst, dann nicht.

Meinungsfreiheit schließt auch die Hassrede mit ein. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geäußert werden dürfen. Würden alle immer nur das Richtige sagen, bräuchte es keine Meinungsfreiheit. Es gibt auch kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Jeder Mensch hasst irgendwas. Wem ist daher geholfen, wenn die Artikulation des Hasses verboten wird?

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte müssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann. Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden.

Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

Lieber Özgür,

Du sagst: „Political Correctness bedeutet für mich Anstand, Respekt und Höflichkeit.“

Das hast Du sehr schön gesagt. Anstand, Respekt und Höflichkeit, wer kann schon dagegen sein? Weißt Du, was noch sehr schön klingt? Das hier:

„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“

Klingt gut, oder? Wer kann da schon widersprechen? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Es ist doch gut, wenn all das verboten ist. Es gibt nur ein Problem: Der zitierte Absatz fand sich an fünfter Stelle des sechsten Artikels der Verfassung der DDR. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden.

So verführerisch der Absatz klingt, die Antwort auf die Artikulation von extremen Positionen darf nicht ein staatliches Verbot sein. Wie Du bin ich für Anstand, Respekt und Höflichkeit. Es ist unschön, über andere Menschen schlecht zu reden. Aber nicht alle Menschen ticken so wie Du und ich.

Dennoch möchte ich einem Staat nicht die Macht geben, über die Sprache zu regieren. Der Staat ist nämlich bewaffnet. Das letzte Mittel jeder staatlichen Forderung ist die Gewalt. Am logischen Ende jeder staatlichen Forderung befindet sich die Waffe.

Ich finde den Gedanken unerträglich, dass der Staat mit gezogener Waffe einem Menschen befehlen darf, was er sagen soll oder wozu er zu schweigen. Ich finde diesen Gedanken deshalb unerträglich, weil ich weiß, dass in einer Demokratie immer auch mal mein politischer Gegner an die Macht kommt. Daher beurteile ich jedes Gesetz nach diesem Prinzip: Kann ich bei diesem Gesetz wollen, dass meine politischen Gegner an die Macht kommen? Wenn ich das nicht kann, stimmt etwas mit dem Gesetz nicht.

Lieber Özgür,

Du sagst: „Aber das merkwürdige ist, dass Rassisten, Rechte und Populisten sich selbst nicht als solche wahrnehmen.“

Das liegt manchmal daran, dass sie keine Rassisten, Rechte oder Populisten sind, sondern zu solchen Unmenschen erklärt wurden. Die haben lediglich eine andere Meinung. Nicht jeder ist das, wozu Du ihn erklärst.

Für die Schergen der DDR zum Beispiel waren Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Schmidt Faschisten. In der DDR wurden Menschen in Gefängnisse gesteckt und gefoltert, weil sie zu Rechten, Faschisten und westlichen Populisten erklärt wurden. Um Gewalt gegen Menschen rechtfertigen zu können, müssen sie zunächst entmenschlicht werden. Diese Entmenschlichung findet statt, wenn Menschen in eine böse politische Ecke gedrängt werden, obwohl sie sich dort selbst nicht sehen.

Wer erklärt, ein Mensch würde Gewalt ausüben, weil er spricht, möchte damit nur die tatsächliche Gewalt rechtfertigen, mit der er zum Schweigen gebracht werden soll.

Die Nazis wurden damals von den Deutschen nicht verhindert. Das nagt heute an der Seele vieler Deutschen, die stolz darauf sind, nicht stolz zu sein. Sie wollen beweisen, dass sie selbst niemals auf die Nazis reingefallen wären. Um das jedoch zu beweisen, brauchen sie Nazis. Deshalb sehen sie überall Nazis und wo es keine gibt, schaffen sie einfach welche. Sie brauchen Nazis, um über achtzig Jahre zu spät die NSDAP zu verhindern. Darum jazzen sie ihre politischen Gegner zu Nazis hoch und skandalisieren jedes unbedachte Wort. Es gibt in Deutschland eine Lust nach Nazis, eine Todessehnsucht nach der Dämmerung der Demokratie, um endlich beweisen zu können, dieses Mal auf der richtigen Seite zu stehen.

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn sich eine Gruppe von Menschen gegen ein Feindbild formiert, möge das Feindbild auch noch so schlecht sein. Sehr schnell entsteht in solchen Gruppen nämlich eine Dynamik, die dafür sorgt, dass jede abweichende Meinung zum Verrat erklärt wird. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, ist die Rhetorik dieser neuen Patrioten und die Aufforderung zur Distanzierung ihr Mittel der Unterdrückung.

Lieber Özgür,

ich plädiere für mehr Gelassenheit. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit von Hassenden, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden. Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt für ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf. Das Messer in der Hose eines Mannes verschwindet nicht, wenn ihm der Mund verboten wird!

Eine der ersten Aktionen der Nazis, nachdem sie die Macht dazu bekommen hatten, bestand darin, Meinungen zu kriminalisieren und Kunst zu verbieten. Deshalb ist ein Staat, der Zensur übt, immer schlimmer als ein Arschloch, das menschenfeindliche Scheiße redet.

Ich finde, wir sollten viel weniger Angst vor den Worten der Arschlöcher haben. Aber vor allem finde ich: Defäkiere auf Political Correctness!

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Scheiß auf Political Correctness!

Mein Kollege und Freund Özgür Cebe hat mich in seinem Vlog „Scheiß auf political correctness?!“ zitiert. Ich möchte ihm antworten.

Lieber Özgür,

erst einmal vielen Dank, dass Du aus meinem Artikel „Ein radikales Plädoyer für Meinungsfreiheit“ zitiert hast. Wie Du Dir denken kannst, habe ich einige kritische Anmerkungen. Du sagst: „Wenn es meine Absicht ist, eine Minderheit herabzusetzen, wie es die Rassisten tun, dann ist die Intention keine gute.“

Neonazis sind in Deutschland zur Zeit eine Minderheit. Du setzt sie in Deinem Video herab. Selbstverständlich hast Du das Recht dazu. Ist Deine Intention jetzt etwa keine gute? Wenn Du Deine eigene Philosophie zugrunde legst, dann nicht.

Meinungsfreiheit schließt auch die Hassrede mit ein. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geäußert werden dürfen. Würden alle immer nur das Richtige sagen, bräuchte es keine Meinungsfreiheit. Es gibt auch kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Jeder Mensch hasst irgendwas. Wem ist daher geholfen, wenn die Artikulation des Hasses verboten wird?

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte müssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann. Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden.

Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

Lieber Özgür,

Du sagst: „Political Correctness bedeutet für mich Anstand, Respekt und Höflichkeit.“

Das hast Du sehr schön gesagt. Anstand, Respekt und Höflichkeit, wer kann schon dagegen sein? Weißt Du, was noch sehr schön klingt? Das hier:

„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“

Klingt gut, oder? Wer kann da schon widersprechen? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Es ist doch gut, wenn all das verboten ist. Es gibt nur ein Problem: Der zitierte Absatz fand sich an fünfter Stelle des sechsten Artikels der Verfassung der DDR. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden.

So verführerisch der Absatz klingt, die Antwort auf die Artikulation von extremen Positionen darf nicht ein staatliches Verbot sein. Wie Du bin ich für Anstand, Respekt und Höflichkeit. Es ist unschön, über andere Menschen schlecht zu reden. Aber nicht alle Menschen ticken so wie Du und ich.

Dennoch möchte ich einem Staat nicht die Macht geben, über die Sprache zu regieren. Der Staat ist nämlich bewaffnet. Das letzte Mittel jeder staatlichen Forderung ist die Gewalt. Am logischen Ende jeder staatlichen Forderung befindet sich die Waffe.

Ich finde den Gedanken unerträglich, dass der Staat mit gezogener Waffe einem Menschen befehlen darf, was er sagen soll oder wozu er zu schweigen. Ich finde diesen Gedanken deshalb unerträglich, weil ich weiß, dass in einer Demokratie immer auch mal mein politischer Gegner an die Macht kommt. Daher beurteile ich jedes Gesetz nach diesem Prinzip: Kann ich bei diesem Gesetz wollen, dass meine politischen Gegner an die Macht kommen? Wenn ich das nicht kann, stimmt etwas mit dem Gesetz nicht.

Lieber Özgür,

Du sagst: „Aber das merkwürdige ist, dass Rassisten, Rechte und Populisten sich selbst nicht als solche wahrnehmen.“

Das liegt manchmal daran, dass sie keine Rassisten, Rechte oder Populisten sind, sondern zu solchen Unmenschen erklärt wurden. Die haben lediglich eine andere Meinung. Nicht jeder ist das, wozu Du ihn erklärst.

Für die Schergen der DDR zum Beispiel waren Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Schmidt Faschisten. In der DDR wurden Menschen in Gefängnisse gesteckt und gefoltert, weil sie zu Rechten, Faschisten und westlichen Populisten erklärt wurden. Um Gewalt gegen Menschen rechtfertigen zu können, müssen sie zunächst entmenschlicht werden. Diese Entmenschlichung findet statt, wenn Menschen in eine böse politische Ecke gedrängt werden, obwohl sie sich dort selbst nicht sehen.

Wer erklärt, ein Mensch würde Gewalt ausüben, weil er spricht, möchte damit nur die tatsächliche Gewalt rechtfertigen, mit der er zum Schweigen gebracht werden soll.

Die Nazis wurden damals von den Deutschen nicht verhindert. Das nagt heute an der Seele vieler Deutschen, die stolz darauf sind, nicht stolz zu sein. Sie wollen beweisen, dass sie selbst niemals auf die Nazis reingefallen wären. Um das jedoch zu beweisen, brauchen sie Nazis. Deshalb sehen sie überall Nazis und wo es keine gibt, schaffen sie einfach welche. Sie brauchen Nazis, um über achtzig Jahre zu spät die NSDAP zu verhindern. Darum jazzen sie ihre politischen Gegner zu Nazis hoch und skandalisieren jedes unbedachte Wort. Es gibt in Deutschland eine Lust nach Nazis, eine Todessehnsucht nach der Dämmerung der Demokratie, um endlich beweisen zu können, dieses Mal auf der richtigen Seite zu stehen.

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn sich eine Gruppe von Menschen gegen ein Feindbild formiert, möge das Feindbild auch noch so schlecht sein. Sehr schnell entsteht in solchen Gruppen nämlich eine Dynamik, die dafür sorgt, dass jede abweichende Meinung zum Verrat erklärt wird. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, ist die Rhetorik dieser neuen Patrioten und die Aufforderung zur Distanzierung ihr Mittel der Unterdrückung.

Lieber Özgür,

ich plädiere für mehr Gelassenheit. Hast Du etwa Angst, zum Nazi zu werden, wenn Du Nazipropaganda hörst oder liest? Wenn diese Gefahr besteht, sorge dafür, dass Du die Meinung nicht hörst, aber übe diese Gewalt nicht auf mich aus, denn für mich ist die Meinungsfreiheit mehr Schutz als Gefahr. Meinungsfreiheit macht mich nicht zum Nazis, sondern schützt mich vor ihnen, weil ich sie so rechtzeitig erkennen kann.

Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit von Hassenden, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden. Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt für ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf. Das Messer in der Hose eines Mannes verschwindet nicht, wenn ihm der Mund verboten wird!

Eine der ersten Aktionen der Nazis, nachdem sie die Macht dazu bekommen hatten, bestand darin, Meinungen zu kriminalisieren und Kunst zu verbieten. Deshalb ist ein Staat, der Zensur übt, immer schlimmer als ein Arschloch, das menschenfeindliche Scheiße redet.

Ich finde, wir sollten viel weniger Angst vor den Worten der Arschlöcher haben. Aber vor allem finde ich: Scheiß auf Political Correctness!

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(TINÖC)

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Annexion? Für mich ist es eine Befreiung!

Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, in dem das Gesetz Israels gilt, ist ein gewonnener Quadratmeter.

Unter dem israelischen Gesetz kann ich jeder Religion angehören, die Regierung kritisieren, unabhängig von meinem Geschlecht frei meine Meinung sagen und werde ich für homosexuelle Handlungen nicht verfolgt.

Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen. Ich bin für Israel, weil es das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

Warum soll ich es kritisieren, wenn es im Nahen Osten bald mehr Orte gibt, wo ich, so wie ich bin, ohne Angst vor Verfolgung leben kann?

Der Ort muss nicht nur Israel sein. Statt Israel zu kritisieren und ständig nur voller Hass und Neid auf den kleinen jüdischen Staat zu blicken, könnten sich die Nachbarn auch ein Beispiel an Israel nehmen und etwas für das eigene Volk lernen.

Jedes Land, das Frieden schließt mit mir, mit Andersgläubigen, Kritikerinnen, Komikern, Homosexuellen und vor allem mit Israel, findet meine Unterstützung. Der Ort kann meinetwegen sogar Palästina heißen. Ich werde die Fahne gerne zu den Klängen der freien Musikerinnen und Musiker des Landes schwenken.

Diese friedliche und respektvolle Absicht gibt es bei den Feinden Israels jedoch zur Zeit nicht. Daher feiere ich jeden gewonnen Quadratmeter im Nahen Osten, wo das Gesetz Israels Anwendung findet. Manche nennen es Annexion. Ich nenne es Befreiung!

Ich bin nämlich auf der Seite des Landes, das mich nicht verfolgt und Menschen nicht aufgrund ihres Lebensstils tötet. Nennt mich ruhig egoistisch, aber Menschenrechte nehme ich persönlich.

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Gemeinsamer Brief an alle Nahostexperten

Wir, die Unterstützerinnen und Unterstützer dieses Briefs, teilen ernsthafte Bedenken über jene Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus ganz Europa, die sich in den sogenannten israelisch-palästinensischen Konflikt einmischen. Wir sind zutiefst besorgt über all die Präzedenzfälle, die sie durch ihre Einmischungen schaffen und dadurch einen möglichen Frieden verhindern.

Die angesprochenen Parlamentarierinnen und Parlamentarier torpedieren teilweise seit Jahrzehnten eine Lösung des Konflikts, indem sie sich für eine Zwei-Staaten-Regelung einsetzen, die von großen Teilen der arabischen Welt abgelehnt wird. Sie erklären immer wieder selbstgerecht, im Einklang mit dem Völkerrecht und mit einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zu stehen. Bedauerlicherweise erklären sie jedoch nicht, was dieser Einklang bedeutet.

Das kleine Land Israel wird seit seiner Gründung immer wieder mit Raketen angegriffen, abgefeuert von militanten Gruppen, Terrororganisationen und hasserfüllten Regierungen, deren erklärtes Ziel es ist, Israel auszulöschen und das jüdische Volk zu vernichten. Manche Länder finanzieren diese Gruppen, Organisationen und Regierungen. Keines dieser Länder wird von den Vereinten Nationen so kritisiert wie Israel. Der sogenannte Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat Israel stattdessen öfter verurteilt als alle anderen Länder der Welt zusammen.

Die Vereinten Nationen haben das Land Israel öfter in Resolutionen verurteilt als Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Andorra, Angola, Antarktis, Antigua und Barbuda, Äquatorialguinea, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Bahamas, Bahrain, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Birma, Burundi, Chile, China, Cookinseln, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti, Ecuador, Elfenbeinküste, El Salvador, Eritrea, Estland, Falklandinseln, Fidschi, Finnland, Föderierte Staaten von Mikronesien, Frankreich, Französisch Guayana, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Italien, Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgisistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo, Kosovo, Kroatien, Kuba, Kuwait, Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshallinseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Montenegro, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Nordkorea, Nordzypern, Norwegen, Oman, Österreich, Pakistan, Palau, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Salomonen, Sambia, Samoa, San Marino, São Tomé und Príncipe, Saudi-Arabien, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Singapur, Simbabwe, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Südsudan, Südkorea, Surinam, Svalbard, Swasiland, Schweden, Schweiz, Syrien, Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Timor-Leste, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Tuvalu, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan, Vanuatu, Vatikan, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Vietnam, Weißrussland, Westsahara, Zentralafrikanische Republik und Zypern zusammen.

Dafür gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Entweder ist Israel ein Staat, böser, abartiger und verdammenswerter als alle anderen Länder der Welt zusammen oder die Vereinten Nationen haben ein Problem mit dem jüdischen Staat.

Viele Abgeordnete in Europa unterstützen diese international vereinbarten Parameter und Prinzipien und fördern damit effektiv die dauerhafte Aggression gegen Israel und geben den Feinden grünes Licht für ihren Hass. Dies ist für die Aussichten auf einen israelisch-arabischen Frieden fatal. Es wird daher Zeit, die grundlegendsten Normen internationaler Beziehungen einschließlich der Charta der Vereinten Nationen in Frage zu stellen.

Wir sind zutiefst besorgt über die Auswirkungen der Worte und Taten mancher Parlamentarierinnen und Palamentarier auf das Leben von Israelis und Arabern sowie über ihr destabilisierendes Potential in einer Region vor der Haustür Europas. Diese Besorgnis ist in einer Zeit, in der die Welt mit der COVID-19-Pandemie, dem größten kollektiven Notstand seit Jahrzehnten, kämpft, nicht weniger schwerwiegend. Zu den Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus Deutschland, die den Frieden mit ihren Besserwissereien und Torheiten am meisten gefährden, gehören:

Luise Amtsberg, Grüne; Rasmus Andresen, Grüne; Ulrike Bahr, SPD; Margarete Bause, Grüne: Dietmar Bartsch, Die Linke; Franziska Brantner, Grüne; Leni Breymeier, SPD; Agniesza Brugger, Grüne; Karl-Heinz Brunner, SPD; Birke Buill-Bischoff, Die Linke; Udo Bullmann, SPD; Delara Burkhardt, SPD; Reinhart Bütikofer, Grüne; Dieter Dehm, Die Linke; Özdem Demirel, Grüne; Yasmin Fahimi, SPD; Sylvia Gabelmann, Die Linke; Kai Gehring, Grüne; Stefan Gelbhaar, Grüne; Sven Giegold, Grüne; Katrin Göring-Eckardt, Grüne; Erhard Grundl, Grüne; Gregor Gysi, Die Linke; Robert Habeck, Grüne; Anja Hajduk, Grüne; Heike Hänsel, Die Linke; Gabriela Heinrich, SPD; Anton Hofreiter, Grüne; Andrej Hunko, Die Linke; Dieter Janecek, Grüne; Ulla Jelpke, Die Linke; Achim Kessler, Die Linke; Katja Keul, Grüne; Katja Kipping, Die Linke; Cansel Kiziltepe, SPD; Sylvia Kotting-Uhl, Grüne; Sven Lehmann, Grüne; Sabine Leidig, Die Linke; Stefan Liebich, Die Linke; Tobias Lindner, Grüne; Erik Marquardt, Grüne; Christoph Matschie, SPD; Martina Michels, Grüne, Falko Mohrs, SPD; Niema Movassat, Die Linke; Claudia Müller, Grüne; Zaklin Nastic, Die Linke; Ingrid Nestle, Grüne; Hannah Neumann, Grüne; Cem Özdemir, Grüne; Aydan Özoguz, SPD; Tobias Pflüger, Die Linke; Bernd Riexinger, Die Linke; Clauda Roth, Grüne; Margit Stumpp, Grüne; Jürgen Trittin, Grüne; Sahra Wagenknecht, Die Linke; Gerhard Zickenheiner, Grüne; Sabine Zimmermann, Die Linke.

Wir fordern diese Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf, sich entschlossen aus dem Konflikt rauszuhalten.

Europa hat den internationalen Akteuren in diesem Konflikt nicht zu erklären, wie sie sich zu verhalten haben und welche Lösung sie zu finden haben. Vor allem aber haben europäische Vertreterinnen und Vertreter zu akzeptieren, dass es nicht unangefochten vonstattengehen kann, dass die Hamas in ihrer Gründungscharta die Vernichtung Israels fordert und die Fatah großzügige Renten an Terroristen ausschüttet, die Juden ermordet haben. Da die Fatah von Geldern der Europäischen Union unterstützt wird, werden diese Terroristen indirekt auch von Europa finanziert.

Wir kritisieren dies voll und ganz: Die gewaltsame Rhetorik zur Vernichtung Israels und des jüdischen Volks hat im Jahr 2020 keinen Platz und muss entsprechende Konsequenzen haben. Die stetige Unterlassung einer angemessenen Reaktion ermutigt immer mehr arabische Politiker, grundlegende Prinzipien des Menschenrechts zu missachten.

Khaled Meshall, Vorsitzender der Hamas, sagte am 3. Februar 2006: „Bevor Israel stirbt muss es gedemütigt und erniedrigt werden!“

Der ehemalige libanesischen Minister, Wiam Wahhab erklärte am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV: „Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, sagte am 28. Februar 2010: „Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ hielt am 9. Oktober 2015 folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah: „Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Mahmud Abbas von der Fatah erklärt: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Wenn Judenhass zur Regel wird, dann müssen diese Regeln gebrochen werden.

Wir haben ein starkes Interesse daran und die Verantwortung dafür, Strukturen, die die Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung von Juden regeln, zu bekämpfen. Eine dauerhafte Lösung des Konflikts muss dem Menschenrecht gerecht werden und Gleichberechtigung garantieren. Dies wird Juden jedoch bisher verwehrt.

Schon einmal hat Europa versagt, als Juden von Deutschen vernichtet wurden. Europa hat geschwiegen, weggeschaut und teilweise am Morden teilgenommen. Europa verfügt daher weder über die diplomatischen Instrumente noch über die moralische Berechtigung, um ein gerechtes Ziel in dem Konflikt des Nahen Ostens zu fördern.

Im Nahen Osten leben Araber, Israelis, Muslime, Juden, Drusen und Palästinenser. Sie sind einander Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordnete, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. All diese Menschen sind mit Vernunft versehen, verantwortlich für ihr Handeln und in der Lage, einen Frieden zu schließen.

Wir kritisieren alle europäischen Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die durch ihre Einmischung von außen einen Friedensprozess torpedieren. Sie hetzen die beiden Seiten gegeneinander auf, indem sie die grausamen Taten der arabischen Seite verharmlosen oder verschweigen und die Taten der israelischen Seite dämonisieren. Das Problem vieler selbsternannter Nahostexperten besteht darin, dass sie bereits jauchzen, wenn ein Politiker in Gaza kein Hitler ist, sie aber garstig einen jüdischen Politiker in Israel in Grund und Boden stampfen, wenn er kein Nathan der Weise ist.

Wir fordern diese Parlamentarierinnen und Parlamentarier daher auf, dem Frieden zu dienen, indem sie sich zurücknehmen und sich aus dem Konflikt heraushalten.

Wir, das sind alle Menschen, die diesen Artikel öffentlich mit folgenden Worten teilen: Durch das Teilen dieses Artikels erkläre ich, diesen gemeinsamen Brief zu unterstützen.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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The Obscure Raven Song

On many streets of the world’s cities the past is croaking its “obscure raven song” (Heinrich Heine). By torchlight, stupid things, reflecting the most ignorant medieval times, are being said. A narrow-minded mob, which whines much about love and belief, but whose love is nothing other than hatred and whose belief consists solely of irrationality, and which, in its ignorance, knows of nothing better to do than to topple statues.

The young people who are destroying and torching reliques of the past remind me of those German students who met at the Wartburg in 1817. On October 18th of that year, about five hundred students and a few professors met for a protest rally against reactionary politics. During the Wartburg festival, objects belonging to the authorities were destroyed and even books were burned. As the books of the German-Jewish publicist Saul Ascher were burning, protesters chanted: „Woe to the Jews, who hold dear their Judaism, but mock our national German identity!“

The spirit of 1817 and the spirit of 2020 are similar in nature. Young people recognize only enemies in their political opponents, from whom they feel victimized. Their indignation increases with their convictions. They are dead certain that they are first and only generation which finally sees through it all. They are the self-defined good guys. All the countless generations before them who have strived to give meaning, value and significance to their lives, experiencing both successes and defeats, are now judged wrong. They are so wrong that the symbols of their former existences must be destroyed. Those who criticize the destruction are labeled as reactionary and evil, and face massive defamation. Writers who criticise some of the movement’s excesses or follies are banned from major internet platforms.

Critics are being silenced in 2020. As in 1817, today some protesters who destroy symbols enter into an ominous alliance with those activists who were and are extremely critical of Jews, and particularly of Israel, vehemently and unforgivingly.

A sad climax was reached when youth, who believed that they belonged to a movement that would create a brave new world, tossed books into the fire during a protest in May 1933, planned and staged by German student organizations in Berlin and in many other cities.

Heinrich Heine‘s books and many others were burned. Heine who witnessed the book burning at the Wartburg protest, said: „That was but a prelude; where they burn books, they will ultimately burn people also.”

The sentence is from Heine’s tragedy „Almansor“, set in 15th century Spain. The sentence is spoken by the Muslim, Hassan. It refers to a burning of the Koran that took place during the conquest of Spanish Granada by Christian knights under the inquisitory cardinal Mateo Ximenes de Cisneros.

Hassan: „To those fighters once I had joined in the mountains, the cold sneer, fled with flaming heart. Just as the snow up there, never do the embers in our breast disappear; as those mountains never move, so never wavered our faithfulness; and how often we rolled down from those mountains as crushing stone boulders, from those heights to the Christian people in the valley; and when they died gasping, as distant whimpering mourning bells, and fear chants dully, the sound was a sweetness in our ears.“

Almansor: „We heard that the terrible Ximenes, at the market place of Granada – my tongue freezes in my mouth – threw the Quran into a flaming pyre!“

Hassan: „That was but a prelude; where they burn books, they will ultimately burn people also.“

A man, who criticizes book burning, slaughtered people. For Hassan burning a copy of the Quran is a mortal sin, but the killing of Christians resonates „sweetness in his ears“.

Within this context, Heinrich Heine’s sentence takes on a very special meaning. On the one hand, Heine criticizes the act of burning books, but on the other hand he also makes clear the double standard with which a person condemns the burning of books as a crime, but calls the killing of human beings as lustfully beautiful. A country in which burning books is forbidden, but killing people is not, has quite different problems.

I would rather live in a country where the symbols of the state and books may be burned, but hardly anyone does so, than in a country where the oppressed long to burn the symbols of oppression, but are not allowed to do so.

But, I have one condition. The things you destroy must belong to you. Anyone may burn my books, but he must buy them first. Anyone who topples statues, plunders businesses and torches other people’s property is a criminal like those Nazis who stormed into synagogues to burn the books there.

The state must protect the right to own books, but must not be allowed to determine what may be done with a book. It makes no difference between a state inviting people to burn books or prohibiting the burning of books. Such a state would rather imprison people than allow the books of its own political ideology be burned.

People can work creatively, journalistically and scientifically without fear of state paternalism only if the constitution guarantees freedom of opinion, freedom of the press and freedom of art. This freedom also includes the right to burn books without fear of state sanctions. I therefore take the liberty – and I am sure that I am not even betraying Heinrich Heine in the slightest – by adding a clause to his famous sentence:

„That was but a prelude; where they burn books, they will ultimately burn people also; and where it’s forbidden to burn books, people will also be burned“

But there is a great difference in what is happening these past few weeks. No one has the right to destroy other people’s property. This is absolutely not the obscure raven song of 1817, but rather the brutal destructive fury of 1933.

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Translation: William Wires

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Rabengesang 2.0

Auf einigen Straßen der Welt krächzt zur Zeit die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang. Bei Fackellicht werden Dummheiten gesagt und getan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig sind. Ein beschränkter Mob, der viel von Liebe und Glaube greint, dessen Liebe aber nichts anders ist als Hass auf fremde Gedanken und dessen Glaube nur in der Unvernunft besteht und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden weiß, als Statuen zu stürzen und sie zu verbrennen oder zu versenken.

Mich erinnern die jungen Menschen, die heute Bilder der Vergangenheit stürzen, verbrennen und versenken, an jene deutsche Studenten, die sich im Jahr 1817 auf der Wartburg trafen. Am 18. Oktober des Jahres trafen sich ungefähr fünfhundert Studenten und ein paar Professoren zu einer Protestkundgebung gegen reaktionäre Politik und Kleinstaaterei. Bei dem sogenannten Wartburgfest wurden obrigkeitsstaatliche Gegenstände zerstört und sogar Bücher verbrannt. Die Bücher des deutsch-jüdischen Publizisten Saul Ascher wurden mit dem Ruf verbrannt: „Wehe über die Juden, so da festhalten an ihrem Judentum und wollen unser Volkstum und Deutschtum spotten und schmähen!“

Der Geist von 1817 und der Geist von 2020 sind in ihrem Wesen verwandt. Es sind junge Menschen, die in ihren politischen Gegnern nur noch Feinde erkennen können, als dessen Opfer sie sich betrachten. Sie sind grenzenlos von sich selbst und ihrem Leid ergriffen. Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass sie die erste Generation sind, die alles verstanden hat. Sie sind die Guten. All die unzähligen Generationen, die vor ihnen versucht haben, ihren Leben Sinn, Wert und Bedeutung zu geben und dabei sowohl Erfolge als auch Niederlagen erlebten, hatten Unrecht und zwar so sehr, dass die Symbole zur Erinnerung der Vergangenheit zerstört werden müssen. Wer Kritik anmeldet ist reaktionär, böse und steht dem Guten im Weg.

Wer auch nur im mindesten etwas gegen diese Bewegung oder überhaupt gegen manch eine dort entstehende Lächerlichkeit schreibt, kann sich auf massive Diffamierung gefasst machen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die manche Auswüchse der Bewegung kritisieren, werden im Jahr 2020 von großen marktbestimmenden Plattformen verbannt. So war es im Jahr 1817 ebenfalls. Heinrich Heine berichtet vom Wartburgfest:

„Ich erinnere mich bei dieser Gelegenheit, dass man ganz ernsthaft debattierte, ob man einen gewissen Berliner Schriftsteller, der sich im ersten Bande seines Werkes gegen die Turnkunst ausgesprochen hatte, bereits auf die erwähnte Proskriptionsliste setzen dürfe: denn der letzte Band seines Buches sei noch nicht erschienen, und in diesem letzten Bande könne der Autor vielleicht Dinge sagen, die den inkriminierten Äußerungen des ersten Bandes eine ganz andere Bedeutung erteilen.“

Auch im Jahr 2020 werden Kritikerinnen und Kritiker zum Schweigen gebracht. Wie im Jahr 1817 gehen auch heute einige Student*Innen, die staatliche Symbole stürzen, eine unheilvolle Verbindung mit jenen Aktivisten ein, die besonders bei Juden außerordentlich kritisch sind und daher besonders vehement und unversöhnlich Israel kritisieren.

Einen traurigen Höhepunkt erreichte eine Jugend, die glaubte, einer Bewegung anzugehören, die eine schöne neue Welt schaffen wird, im Mai des Jahres 1933 als bei einer von der Deutschen Studentenschaft geplanten und inszenierten Aktion am Berliner Opernplatz und in vielen weiteren Städten Bücher ins Feuer geworfen wurden, unter anderem von Heinrich Heine.

Von Heinrich Heine, der die Bücherverbrennung beim Wartburgfest 1817 miterlebte, stammt der Satz: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”

Der Satz stammt aus Heines Tragödie “Almansor“. Sie spielt im 15. Jahrhundert in Spanien. Der Satz wird von dem Moslem Hassan gesprochen. Er nimmt damit Bezug auf eine Verbrennung des Korans, die während der Eroberung des spanischen Granadas durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Mateo Ximenes de Cisneros stattgefunden hat.

Hassan: So stürzten wir von jenen Höhen oft zermalmend, auf das Christenvolk im Tal; und wenn sie sterbend röchelten, die Buben, wenn ferne wimmerten die Trauerglocken, und Angstgesänge dumpf dazwischen schollen, dann klang’s in unsre Ohren süß wie Wollust.

Almansor: Wir hörten, dass der furchtbare Ximenes, inmitten auf dem Markte, zu Granada – Mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan: Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen. 

Der Mann, der das Verbrennen des Korans kritisiert, hat selbst unzähige Christen geschlachtet. Während für ihn das Verbrennen des Korans eine Todsünde ist, klingt die Tötung von Christen in seinen „Ohren süß wie Wollust.“

Im Wissen um diesen Kontext bekommt Heinrich Heines Satz eine ganz besondere Bedeutung. Auf der einen Seite kritisiert Heine den Akt der Bücherverbrennung, aber auf der anderen Seite macht er auch die Doppelmoral deutlich, mit der ein Mensch zwar das Verbrennen von Büchern als Verbrechen verdammt, aber das Töten von Menschen als wolllüstig schön bezeichnet. Ein Land, in dem das Verbrennen von Büchern verboten ist, das Töten von Menschen jedoch nicht, hat ganz andere Probleme.

Ich lebe lieber in einem Land, in dem die Symbole des Staates und Bücher verbrannt werden dürfen, es aber kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Unterdrückten danach sehnen, die Symbole der Unterdrückung zu verbrennen, es aber nicht dürfen. Ich habe aber eine Bedingung. Die Dinge, die zerstört werden, müssen den Zerstörern gehören. Jeder Mensch darf meine Bücher verbrennen, er soll sie dafür jedoch kaufen.

Wer jedoch Statuen stürzt, Geschäfte plündert und fremdes Eigentum abfackelt, ist ein Verbrecher wie jene Nazis, die in Synagogen stürmten, um die dortigen Bücher zu verbrennen.

Der Staat muss das Recht der Menschen schützen, Bücher zu besitzen. Er darf sich jedoch nicht anmaßen, darüber zu befehlen, was ein Mensch mit seinem Buch zu machen hat. Dabei ist es ganz egal, ob der Staat nun zur Bücherverbrennung lädt oder das Verbrennen von Büchern verbietet. Ein solcher Staat schafft eher Menschen ab, als dass er es zulässt, dass die Bücher seiner Ideologie verbrannt werden.

Es gibt nur dann die Möglichkeit, ohne Furcht vor staatlicher Bevormundung kreativ, journalistisch und wissenschaftlich arbeiten zu können, wenn die Verfassung Meinungs-, Presse-, und Kunstfreiheit garantiert. Zu dieser Freiheit gehört es auch, dass Bücher verbrannt werden dürfen, ohne staatliche Sanktionen befürchten zu müssen. Ich erlaube mir daher, und ich bin mir sicher, Heinrich Heine damit nicht einmal im Ansatz zu verraten, seinen berühmt geworden Satz, um einen Nebensatz zu erweitern:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen; aber dort wo das Verbrennen von Büchern verboten ist, da werden Menschen verbrannt.”

Niemand hat das Recht, fremdes Eigentum zu zerstören. Daher ist das, was heute im Jahr 2020 passiert, nicht mehr nur der obskure Rabengesang von 1817, sondern die brutale Zerstörungswut von 1933.

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Ich gebe es zu, mich plagen Bauchschmerzen!

Ein Beitrag von Malca Goldstein-Wolf.

Als politischer Mensch empfinde ich das Wahlrecht nicht nur als Geschenk, sondern als verantwortungsvolle Pflicht. Nicht zu wählen, käme mir eigentlich nicht in den Sinn, gäbe es da nicht noch den tiefen Bezug von mir als Jüdin zu Israel, meiner Lebensversicherung im Fall der Fälle. Im Angesicht des Antrags, den der Bundestag gegen die angeblichen „Annexionspläne“ Israels stellt, wird mir ganz schwindelig.

Dass auf das von der SPD geführte „Auswärtige Amt“, dessen führender Minister, „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen ist und das jede noch so absurde Resolution gegen Israel in den Vereinten Nationen absegnet, Israels Todfeind, den Iran, mit allen Kräften subventioniert und indirekt sogar palästinensische Terrorrenten finanziert, kein Verlass ist, ist schon seit längerer Zeit klar. Von der SPD erwarte ich als Jüdin wahrlich keine Unterstützung. Die SPD, so ist anzunehmen, wird den Antrag aus tiefster Überzeugung, unterstützen.

Dass die CDU, unter der Kanzlerin, die den Begriff „Deutsche Staatsräson“ geprägt hat, die aber die israelfeindliche Aussenpolitik nicht nur nicht stoppt, sondern offenbar unterstützt, zeigt, dass auch diese Partei kein verlässlicher Hafen für mich ist. Es ist davon auszugehen, dass auch die CDU den israelfeindlichen Antrag unterzeichnet.

Eine Partei, deren hohe Funktionäre wie zum Beispiel Renate Künast, israelische Produkte aus den „besetzten Gebieten“, vermutlich zur Freude der Boykottbewegung gegen Israel, brandmarken möchte und deren Parteifreund Omid Nouripour trotz Aufklärung und Aufforderung die „Deutsch-Palästinensische-Gesellschaft“, die genau dieser Boykott-Bewegung (BDS) nahesteht, nicht verlassen möchte, spricht Bände. Vermutlich werden auch Die Grünen den Antrag leidenschaftlich gerne unterzeichnen.

Die Linke, bei der Antisemitismus in grossen Teilen tief manifestiert ist, kann für mich gar kein Thema sein.

Und auch wenn die AfD, wovon auszugehen ist, sich dem Antrag widersetzen wird, ist eine Partei, in der Gestalten wie Höcke auf breite Zustimmung treffen und der vom Parteivorsitzenden sogar als „Politiker der Mitte“ bezeichnet wird, keine wählbare Alternative für mich.

In meiner Arbeit als Aktivistin gegen Juden- und Israelhass erfahre ich aus den Reihen der FDP die zuverlässigste Unterstützung. Politiker wie Frank Müller-Rosentritt und Bijan Djir-Sarai leisten im Kampf gegen die unsäglichen UN-Resolutionen, gegen die Terrororganisation Hisbollah und gegen die antisemitische BDS-Bewegung vorbildliche Arbeit. Wenn jetzt ausgerechnet die FDP diesen Antrag, wie Der SPIEGEL kürzlich berichtete, mitträgt, bricht mir mein politisches Herz, verliere ich den Glauben an die Israel-Solidarität dieser Partei und weiß tatsächlich nicht mehr, wen ich dann noch wählen soll.

Dieser Antrag ist ein Lackmustest für Aufrichtigkeit, Anstand und Mut.

Verstehen wir uns bitte nicht falsch. Es gibt keine 100% israelfreundliche Partei, überall befinden sich schwarze Schafe. Es gilt das kleinste Übel herauszuarbeiten, israelfeindliche Politik kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, so eine Partei kann ich nicht wählen. Und ja, selbstverständlich kann man israelische Politik kritisieren. Wenn man sich aber, mit Hinblick auf die deutsche Geschichte, nur auf den jüdischen Staat konzentriert, tatsächliche Unrechtsstaaten wie den Iran nicht zum Gegenstand eines medienwirksamen Antrag im Bundestag macht, sondern das Mullah-Regime sogar finanziell unterstützt, hinterlässt das einen bitteren Beigeschmack, vor allem dann, wenn schon die Bezeichnung des Antrags im Bundestag nicht den Tatsachen entspricht.

Die Bezeichnung „Annexion“ ist schlichtweg falsch, weil es 1967 und auch heute keinen „Staat Palästina“ gab und gibt. Daher kann Israel das Gebiet dieses „anderen Staates“ nicht annektieren und tut dies auch nicht. Bewusst lassen deutsche Politiker die Historie der Gebiete „Judää“ (man beachte den Namen) und „Samaria“ und deren jüdische Bevölkerung seit tausenden von Jahren ausser Acht. Wer das Wort „Annexion“ in diesem Zusammenhang wählt, betreibt Propaganda. Und selbst wenn diese politische Entscheidung Israels, die Souveränität seiner Gebiete zu planen, aus deutscher Sicht nicht klug ist, ist es eine innerpolitische Entscheidung Israels, deren Konsequenzen Israelis tragen. Deutsche Bevormundung ist fehl am Platze.

So bleibt mir nur die Hoffnung, dass sich die aufrechten Politiker innerhalb der liberalen Bundestagsfraktion durchsetzen können, sonst werde ich politisch heimatlos.

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(TINMGW)

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Wen würdest Du stürzen?

Eine Frage für alle Bilderstürmer:

Wenn Du nur eine Persönlichkeit, die heute noch in manchen Teilen der Welt geehrt wird, vom Sockel stürzen könntest, welche würde es sein?

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Ich bleib‘ im Bus!

Ein musikalischer Beitrag von Lea Tunes.

„Moral, Ethik, Anstand, Werte, starke Worte, die meine Mum mich lehrte. Fuck you hate! Ich bin für Liebe. Zum Glück denkt ihr das auch, guckt euch um, wir sind viele.

Kein Mensch ist illegal! Grenzen made by Menschen! What? Grenzen made by Menschen!

Ich geh den Weg, der sich mir zeigt, bin froh, dass ich das tun kann, will es dir mitteilen und dir sagen, dass du das auch tun kannst. Ich genieße die Zeit, mache das was ich gut kann. Mach dich bereit, denn als nächster bist du dran.

Ich weiß kein Mensch ist illegal! Ich kann sein wer ich will! Egal, was sie meinen. Ich bleibe stark. Ich bleib‘ im Bus, Rosa Parks!

Es liegt auf der Hand. Es ist einfach logisch. Wir wissen es alle, was anderes wär idiotisch!

Grenzen sind da. Grenzen sind symbolisch. Warum ist das Menschenrecht für Menschen utopisch? Kein Mensch ist illegal! Grenzen made by Menschen!

Egal was sie sagen, egal was sie tun. Ich bleib bei meiner Meinung, bleib’ im Bus. Was machst du?“

Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Informationen zu Rosa Parks und zu der Zeit und der Gesellschaft, in der sie lebte:

Rosa Parks war eine amerikanische Bürgerrechtlerin, die sich am ersten Tag des Monats Dezember im Jahr 1955 in der Stadt Montgomery im Staat Alabama geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Sie wurde daraufhin festgenommen. Rosa Parks mutige Entscheidung gilt als Initialzündung der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, die das Ende der sogenannten Jim-Crow-Gesetze erkämpfte.

Elf Jahre vorher kämpfte bereits Irene Morgan für die Abschaffung der staatlich sanktionierten Rassentrennung in den USA. Sie wurde im Alter von 27 Jahren verhaftet, weil sie ihren Sitz in einem Greyhound-Bus auf der Fahrt vom US-Staat Virginia nach Maryland nicht für einen Weißen aufgeben wollte. In ihrem Rechtsstreit gegen die Verwaltung Virginias im Jahr 1946 wurde richterlich festgelegt, dass aufgrund des Vorrangs von Bundesrecht einzelstaatliche Rassentrennungsgesetze in zwischenstaatlichen Beförderungsmitteln nicht anzuwenden sind, da sie gegen die Bestimmungen des 14. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten verstießen.

„Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Gesetzeshoheit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten und des Einzelstaates, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Keiner der Einzelstaaten darf Gesetze erlassen oder durchführen, die die Vorrechte oder Freiheiten von Bürgern der Vereinigten Staaten beschränken, und kein Staat darf irgend jemandem ohne ordentliches Gerichtsverfahren nach Recht und Gesetz Leben, Freiheit oder Eigentum nehmen oder irgend jemandem innerhalb seines Hoheitsbereiches den gleichen Schutz durch das Gesetz versagen.“

Morgans Fall inspirierte einige Bürgerinnen und Bürger zum Freedom Ride. Am 4. Mai 1961 verließen zwei Busse mit schwarzen und weißen Fahrgästen Washington DC. Die Männer und Frauen saßen bewusst gemischt, mit mindestens einem Schwarzen in der für Weiße reservierten Zone im vorderen Bereich. Sie hatten sich darauf geeinigt, gewaltfrei zu protestieren. Sie fuhren ohne größere Probleme durch Virginia, North Carolina und Georgia. Dann erreichten sie Alabama.

In der Stadt Anniston wurden die Busse am 14. Mai von einem wütenden Mob angegriffen. Ein Bus wurde in Brand gesteckt und der Mob versuchte, die Türen zuzuhalten, um die Insassen im Bus bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Als jedoch der Fahrzeugtank explodierte, gelang den Menschen im Bus die Flucht. Außerhalb des Busses wurden die Menschen vom Mob angegriffen. Lediglich die Warnschüsse eines Polizisten konnten ein Lnynchen verhindern.

Einige Freedom Rider mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Um zwei Uhr morgens wurden die Verletzten jedoch des Krankenhaus‘ verwiesen, weil das Krankenhauspersonal Übergriffe eines Mobs fürchtete. Ein baptistischer Geistlicher vor Ort organisierte daraufhin Autos und brachte die Verletzten in Sicherheit.

Als der verbliebene Bus die Stadt Birmingham in Alabama erreichten, wurden die Menschen von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans angegriffen. Unter Anordnung und Mithilfe des Polizeikommissars wurden die Freedom Rider nach Hautfarbe getrennt und dann beide Gruppen mit Baseballschlägern, Eisenstangen und Fahrradketten brutal zusammengeschlagen.

Nach diesem Überfall weigerte sich der Busfahrer aus Angst, weiterzufahren. Die verbliebenen Freedom Rider beschlossen daher, mit dem Flugzeug nach New Orleans zu fliegen. Daraufhin kam es am Flughafen zu Bombendrohungen und Angriffen.

Am 17. Mai 1961 versuchten zehn Studentinnen und Studenten der Nashville Studenten-Bewegung den Freedom Ride fortzusetzen. Sie fuhren nach Birmingham, wo sie allerdings sofort verhaftet wurden und zwar von dem Polizeikommissar, der die Freedom Rider hatte zusammenschlagen lassen. Zwei Tage später fuhren weitere Freedom Rider in Richtung der Stadt Montgomery in Alabama und wurden dabei unter anderem von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans angegriffen. Die Polizei ließ die Angriffe zu.

In der Nacht zum 21. Mai versammelten sich 1.500 Menschen in der Ersten Baptisten Kirche in Montgomery, um im Gebet auf die Ankunft der Freedom Rider zu warten. In der Kirche hielt Martin Luther King eine Rede. Das Gebäude wurde schließlich von 3000 Weißen belagert, die damit drohten, die Kirche niederzubrennen. Im Keller telefonierte Martin Luther King mit dem US-Generalstaatsanwalt und bat um Hilfe. Während des Telefonats wurden Ziegelsteine durch die Fensterscheiben geworfen wurden und anschließend Tränengas ins Gebäude gesprüht.

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika drohte daraufhin dem Staat Alabama, Bundeseinheiten zu schicken, um die Situation zu befrieden. Daraufhin setzte der Gouverneur des Staates Alabamas die Nationalgarde ein, um Recht und Ordnung zu schützen.

Am 22. Mai erreichten die Freedom Rider Montgomery erreichten. Am 24. Mai fuhren sie Richtung Richtung Mississippi weiter. Sowohl die Bundesregierung, als auch die Gouverneure der Staaten Alabama und Mississippi erklärten, dass Nationalgarde und Staatspolizei die Fahrt schützen würden. Als die Freedom Rider jedoch in der Hauptstadt Mississippis ankamen, wurden sie verhaftet.

In der folgenden Zeit bis zum Juni 1961 fanden weit über fünfzig weitere Fahrten von Freedom Riders statt. Es kam zu unzähligen Verhaftungen. Hier ein paar Namen der Heldinnen und Helden im Bus:

„Ich bleib im Bus! Was machst Du?“

***

Bilder: Stefano Fonte

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