Attila erklärt Adolf

Tapfer im Nirgendwo präsentiert die Gedankenwelt des Attila Hildmann.

Wer ist dieser Attila Hildmann?

Attila Klaus Peter Hildmann ist ein deutscher Koch, der sich in seiner beruflichen Tätigkeit auf die vegane Küche spezialisiert hat. Nach eigenen Angaben wurde er Veganer, nachdem sein Adoptivvater im Jahr 2000 an einem Herzinfarkt gestorben war. Hildmann hatte für den Tod den übermäßigen Konsum des Vaters an Fleisch verantwortlich gemacht. Da Hildmann in der COVID-19-Pandemie mit kruden Verschwörungstheorien und einer gehörigen Portion Judenhass aufgefallen ist, wird es gewiss nicht mehr lange dauern, bis er diese Theorie ersinnt.

Mein Papa ist an Fleisch gestorben. Juden sind aus Fleisch. Juden haben meinen Vater getötet.

Weit ist er von dieser Überzeugung nicht mehr entfernt, denn aktuell behauptet er, „Zionisten“ hätten den Holocaust mitfinanziert. Wer diese „Zionisten“ sein sollen, erklärt der Koch auch. Es soll sich dabei um einen “Judenstamm” handeln, der schon lange versuche, „die deutsche Rasse auszulöschen“. Der „Judenstamm“ habe zum Beispiel schon nach dem Ersten Weltkrieg versucht, Deutschland durch Reparationsforderungen zu zerstören.

Mit diesem Geschichtsverständnis befindet sich Attila H. auf einer Linie mit Adolf H. und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Beide haben ein Werk geschaffen, das „Mein Kampf“ heißt. Hier ein paar Auszüge aus „Mein Kampf“ von Attila Hildmann.

„Liebe Freunde, liebe Patrioten, liebe Demokraten, liebe deutsche Nationalisten, (…)

Ich hab das Gefühl, dass irgendwie immer noch nicht genug Menschen raffen, dass es ein bißchen merkwürdig ist, dass ein Betriebssystemverkäufer einfach mal sieben Milliarden Menschen eine Spritze geben möchte. (…) Ein Betriebssystemverkäufer, dessen Vater, ein großer Fettsack, bester Kumpel von Rockefeller ist. (…) Und dieser kleine, satanistische Kinderficker, auf dessen Anwesen, ich spreche hier gerade von Bill Gates, ich hoffe, der mahnt mich ab, ich würde mich freuen, also dieser Betriebssystemverkäufer hat einen Mitarbeiter, der ganz zufälligerweise erwischt wurde, wie er sechstausend Bilder und Videos mit Kinderpornographie hatte und zwar auf dem Gelände von Bill Gates. (…) Und dieser kleine, elendige Kinderficker ist der größte Lügner und sagt in den Zeitungen, er hätte nichts mit Chips und Impfungen zu tun, hat dabei aber ein Projekt am laufen in Bangladesch, das nennt sich ID 2020, wo er 41 Millionen Menschen geimpft hat und dadurch gechipt hat. (…) Und dann muss dieser Kinderficker auch noch eine Kryptowährung anmelden.“

So geht es über 25 Minuten. Mal schauen, wie lange dieses Video auf YouTube zu sehen sein wird.

Hier ein paar weitere Highlights aus „Mein Kampf“ für alle, die keine Zeit oder Lust haben, dieses deutschsprachige Werk zu studieren. Attila Hildmann erklärt, Bill Gates habe eine psychische Störung, seine Frau sei eine Satanistin und sein besten Kumpels seien die Rothschilds. Er erklärt weiter, eine „kleine, dunkele Elite“ würde einen Völkermord an über sieben Milliarden Menschen planen, der mit Spritzen exekutiert werden soll, damit am Ende nur fünfhundert auserwählte Menschen übrig bleiben.

Mich erinnert der ganze Wahnsinn an folgende Personen, über die ich bei Tapfer im Nirgendwo berichtet habe:

Tilman Knechtel

Tobias Rathjen

Sebastian K.

Einer von den drei Männern hat in Hanau zehn Menschen ermordet. Menschen, die solche Verschwörungen verbreiten, sollten ernst genommen werden.

Herr H. hat auch einen Hund. Er heißt Akira. Das muss man wissen, denn Herr H. Erklärt, die Politiker in der deutschen Regierung seien „Parasiten wie Zecken. Das sind richtige krankhafte Organismen. Wie eine Zecke, die sich bei Akira hier, die auf Akiras Fell fällt, wenn ich joggen gehe, dann in seine Haut sticht und sich vollsaugt. Und wenn der Wirt dann quasi entweder infiziert ist oder kein Blut mehr hat, dann fällt sie ab, satt und fett und hat ein schönes Leben. Das sind unsere Politiker. Das sind Zecken. Das sind Parasiten.“

Ein Glück, dass Blondi das nicht mehr miterleben muss.

Möge uns in ferner Zukunft der Tag erspart bleiben, an dem ein Verharmloser sagen wird: „Es war nicht alles schlecht unter Attila Hildmann. Er hat die Sojawurst erfunden.“

Das stimmt nämlich nicht. Die Sojawurst hat Konrad Adenauer erfunden, jedenfalls erhielt er am 26. Juni 1918 ein britisches Patent auf eine Sojawurst. Und wo wir schon einmal dabei sind, die erste öffentliche Autobahn in Deutschland ist auch nicht von den Nazis gebaut worden. Es die heutige A555 zwischen Köln und Bonn. Sie wurde nach dreijähriger Bauzeit vor der Machtübernahme der Nazis am 6. August 1932 durch den damaligen Kölner Oberbürgermeister eröffnet. Raten Sie mal, wer das war. Richtig. Es war Konrad Adenauer!

Was die Autobahn für Hitler, ist die Sojawurst für Hildmann.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Steht Judenhass in Deutschland unter Denkmalschutz?

Kein deutsches Amt darf einen Christen zwingen, Judenhass zu verbreiten. Eine Behörde in Sachsen-Anhalt macht jedoch genau das.

Calbe ist eine kleine Stadt mit etwas mehr als 8600 Einwohnern in Sachsen-Anhalt. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist die St.-Stephani-Kirche mit ihren beiden 57 Meter hohen Zwillingstürmen. Vor einigen Monaten wurden an dieser Kirche Restaurationsarbeiten vorgenommen, bei der an der Nordseite der Kirche die Chimären abgenommen wurden. Chimären sind unechte Wasserspeier. Bei einer Chimäre handelt es sich um eine sogenannte „Judensau“.

„Judensäue“ sind eindeutige und obszöne Beleidigungen, die in deutlicher Bildsprache zeigen, für wie dreckig und widerwärtig Juden erachtet werden. Der „Judensau“ von Calbe mangelt es nicht an Deutlichkeit. Sie zeigt einen Juden, der das Arschloch eines Schweins leckt.

Nachdem diese brutale Beleidigung von der Kirche entfernt worden war, beschloss die Gemeinde einstimmig, die Beleidigung nicht wieder an der Kirche anzubringen. Der Pfarrer der Gemeinde, Jürgen Kohtz, erklärt, wenn es die Kirche ernst damit meine, andere Religionen zu respektieren und zu akzeptieren, gehöre so eine Skulptur nicht an eine Kirche und fügt hinzu, dass die Entscheidung von der Landeskirche mitgetragen werde. Die Kirche im Zentrum der Stadt sei ein Versammlungsort für die Menschen und dort könne so eine Figur, die andere Menschen anderen Glaubens beleidigt, nicht angebracht werden. Mit klaren Worten sagt er:

„Das geht nicht. Das ist eine Beleidigung anderer Menschen.“

Auch eine Tafel zur Einordnung der Beleidigung hält der Pfarrer nicht für ausreichend, da sich durch eine solche Tafel nichts an der Beleidigung anderer Menschen ändere.

Eigentlich dürfte damit alles gesagt und getan sein, aber da hat die Gemeinde die Rechnung ohne die Denkmalschutz-Behörde gemacht. Die deutschen Denkmalschützer verlangen, dass der mittelalterliche Originalzustand der Kirche wieder hergestellt wird und die „Judensau“ wieder an der Außenfassade angebracht wird. Da stellt sich die Frage:

Steht Judenhass in Deutschland unter Denkmalschutz?

Stellen Sie sich einen Mann vor, der einige Zeit seines Lebens ein überzeugter Neo-Nazi war und sich in der Zeit einige Tätowierungen des Hasses auf seinen Körper gestochen lassen hat. In späteren Jahren erkennt dieser Mann nun, dass er in jungen Jahren absolut auf dem falschen Weg war. Er steigt daher aus der Neo-Nazi-Szene aus und gibt viel Geld aus, um die Beleidigungen von seinem Körper entfernen zu lassen.

Was würden Sie sagen, wenn der Mann trotz seiner Abkehr vom Hass weiterhin seine hasserfüllten und beleidigenden Tattoos behalten müsste? Würden Sie das Argument zählen lassen, der Mann müsse damit reumütig zu seiner hasserfüllten Vergangenheit stehen?

Die Gemeinde in Calbe erklärt, die „Judensau“ sei „nicht mehr die Botschaft, die wir als Christen in die Welt geben wollen“, aber eine deutsche Behörde zwingt sie dazu, den Hass weiterhin in die Welt zu tragen.

Die St.-Stephani-Kirche ist zwar auch ein Wahrzeichen und ein Denkmal, aber in aller erster Linie ist sie eine lebendige Kirche. Dass dieser lebendige Körper und die Menschen, die darin beten, von einem deutschen Amt gezwungen wird, die alten Zeichen des Hasses weiterhin zu tragen, ist ein Skandal.

Die St.-Stephani-Kirche ist keine Leiche, die man so beerdigt, wie man sie vorgefunden hat, sondern lebendig und daher berechtigt, sich von dem Hass zu lösen, den sie einst verbreitet hat. Das Dokument des Hasses kann problemlos an einem separaten Ort ausgestellt werden, wo sich jede Person, die sich dafür interessiert, über die Geschichte des Christentums informieren kann.

Eine Kirche ist keine Gedenkstätte. In heute noch aktiven deutschen Ämtern gibt es keine Hakenkreuze mehr. Sie wurden entfernt, ohne dabei die Geschichte zu negieren. So wie ein deutsches Amt seine Symbole des Hasses in ein Museum geben darf, darf eine aktive und lebendige Kirche ebenfalls ihre Dokumente des Hasses in ein Museum geben, vor allem wenn die Gemeinde es selbst beschließt.

Der Neo-Nazi, der seine Tätowierungen entfernt, weil er erkannt hat, dass sie falsch sind, leugnet damit nicht seine Vergangenheit. Mit der Entfernung macht er jedoch klar, dass er den Rest seines Lebens nicht damit verbringen will, judenfeindliche Beleidigungen in die Welt zu tragen.

Die Gemeinde in Calbe hat ein Recht auf Reue, Buße und Umkehr. Die Einsicht, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben und die stets vorhandene Hoffnung auf Vergebung ist Kern des christlichen Glaubens. Kein deutsches Amt darf einem Christen dieses Recht nehmen und vor allem darf kein deutsches Amt einen Christen zwingen, Judenhass zu verbreiten.

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Ein spontanes Gespräch

Mitten in der Corona-Krise trafen sich Melissa Schönheit und Gerd Buurmann in Köln zu einem spontanen Gespräch. Hier die drei Folgen, die daraus entstanden sind und in zeitlichen Abständen veröffentlicht wurden:

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The Mensch on a Bench

Heute habe ich ein Paket erhalten, in dem ein wunderbares Geschenk zu meinem 44. Geburtstag am 22. Mai 2020 verpackt war.

In dem beigefügten Brief heißt es:

„Lieber Herr Buurmann,

zu Ihrem Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. Möge dieses Maskottchen Ihnen Gesundheit, Glück, unfallfreies Fahren, stets alkoholische Getränke und was das Leben sonst noch an nützlichem und wichtigem zu bieten hat, bereithalten.

Alles Gute wünscht: Bruno Becker“

Vielen Dank für dieses großartige Geschenk. Ich bin absolut gerührt und freue mich schon, die Geschichte von dem Mensch auf der Bank zu lesen.

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Hol den Vorschlaghammer!

In Saint Paul im Bundesstaat Minnesota stürzten mehrere Dutzend Protestierende eine mehr als drei Meter hohe Statue von Christoph Kolumbus. In Richmond im Bundesstaat Virginia wurde ein Kolumbus-Denkmal aus dem Jahr 1927 verwüstet und in einen See geworfen. In Boston im Bundesstaat Massachusetts wurde eine Statue von Kolumbus geköpft.

Die Menschen, die diese Statuen zu Fall gebracht haben, erklären, eine Ehrung von Kolumbus sei unangebracht. Sie kritisieren besonders sein gewalttätiges Verhalten gegenüber den Ureinwohnern Amerikas und betonen, er habe entscheidend zum transatlantischen Sklavenhandel beigetragen.

Auch in Portsmouth im Bundesstaat New Hampshire wurden vier Statuen geköpft und anschließend entfernt. Bei den Statuen handelt es sich um Soldaten des Heers der Konföderierten Staaten von Amerika unter dem Präsidenten der Konföderierten Staaten, Jefferson Davis von der Demokratischen Partei, aufgestellt zwischen 1876 und 1881 von der Ladies‘ Memorial Association.

Stellen wir uns mal vor, auch in Deutschland würde es zu so einem Bildersturm kommen. In der ganzen Republik müssten die Vorschlaghämmer herausgeholt werden.

Von Martin Luther zum Beispiel stehen überall im Land Statuen herum. Dabei hat er die abscheulichsten Dinge über Juden geschrieben. Er führte den Judenhass seiner Zeit auf eine ganz neue Ebene. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Martin Luther prägte mit seinen Schriften die Gedankenwelt der Nationalsozialisten. Beim Nürnberger Prozess erklärte Julius Streicher:

„Antisemitische Presseerzeugnisse gab es in Deutschland durch Jahrhunderte. Es wurde bei mir zum Beispiel ein Buch beschlagnahmt von Dr. Martin Luther. Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank. In dem Buch ‚Die Juden und ihre Lügen‘ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht, man solle ihre Synagogen niederbrennen, man soll sie vernichten.“

Im Jahr 2017 wurde Martin Luther im Zweiten Deutschen Fernsehen ein monumentales Denkmal gesetzt. Julius Streicher wäre von dieser Propaganda gewiss beeindruckt gewesen:

Martin Luther war wie Kolumbus ein Mensch, an dem es viel zu kritisieren gibt. Wer jedoch glaubt, das Stürzen der Statuen von Kolumbus sei gerechtfertigt, darf die Statuen von Luther nicht stehen lassen. Auch der ICE, der nach Martin Luther benannt ist, muss bei einem gleichen Grad der Empörung sofort all seine Fahrten einstellen.

Im Jahr 2017 suchte die Deutsche Bahn nach Namen für ihre neusten Züge. Die Wahl fiel unter anderem auf Hedwig Dohm, Alexander von Humboldt, Erich Kästner und Käthe Kollwitz. Im Februar 2018 gab die Deutsche Bahn jedoch bekannt, ihre neuen Züge doch nicht nach historischen Persönlichkeiten zu benennen. Damit reagierte das Unternehmen auf empörte Reaktionen, weil einer der Züge den Namen Anne Frank tragen sollte. Anne Frank wurde 1944 in ein Konzentrationslager verschleppt und starb im Alter von 15 Jahren im Lager Bergen-Belsen. Es war die Deutsche Reichsbahn, die das jüdische Mädchen in den sicheren Tod transportiert hatte.

Ein Bahnsprecher erklärte im Jahr 2017: „Wir müssen einräumen, dass wir das Thema leider falsch eingeschätzt und damit Gefühle verletzt haben.“ Er fügte hinzu, die Verstrickung von Reichsbahn und NS-Staat sei ein „dunkles Kapitel in der Geschichte der Eisenbahn“.

Statt nach Personen wurden die Züge schließlich nach deutschen Regionen, Flüssen oder Bergen benannt. Lediglich ein ICE 4 erhielt den Namen einer berühmten Persönlichkeit. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube und die deutsche Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, Margot Käßmann, tauften einen Zug am 7. November 2016 im Berliner Hauptbahnhof auf den Namen Martin Luther.

Auch weniger bekannte Menschen haben in Deutschland ein Denkmal gesetzt bekommen, indem Straßen nach ihnen benannt wurden. Nach Agnes Miegel zum Beispiel sind Straßen in Bergisch Gladbach, Bottrop, Bergheim, Haan, Hagen, Hilden, Herten, Kamp-Lintfort, Niederkassel, Sankt Augustin, Wermelskirchen, Wuppertal und Velbert benannt. Sie erklärte einst in einem Brief an den NS-Politiker Hans Friedrich Blunck:

„Wenn ich über meine Heimat und ihr Geschick etwas glaube, so ist es das: Wir werden ein nationalsozialistischer Staat sein – oder wir werden nicht sein! Und das wäre der Untergang nicht nur Deutschlands – es wäre der Untergang des weißen Mannes.“

Nach Ina Seidel sind in Kerpen, Ratingen, Sankt Augustin, Wülfrath und Neukirchen-Vluyn Straßen benannt. Sie schrieb für Adolf Hitler folgende Huldigung zu seinem 50. Geburtstag am 20. April 1939:

„Dort, wo wir als Deutsche stehen, als Väter und Mütter der Jugend und der Zukunft des Reiches, da fühlen wir heute unser Streben und unsre Arbeit dankbar und demütig aufgehen im Werk des einen Auserwählten der Generation — im Werk Adolf Hitlers.“

Nach Hermann Stehr sind in Bergheim, Köln, Ulm und Velbert Straßen benannt. Er erklärte im Jahr 1938:

„Uns sollen die Zähne ausfallen und die Zunge im Munde verdorren, wenn wir am 10. April nicht dem Führer und seinen Taten ein begeistertes Ja zurufen.“

Achtundachtzig deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller gaben am 26. Oktober 1933 deutschlandweit in der Presse das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ gegenüber Adolf Hitler ab. Nach vielen von ihnen sind heute noch Straßen in ganz Deutschland benannt. Einer davon war Heinrich Lersch.

In Münster gibt einen Heinrich-Lersch-Weg. Lersch war Mitglied der NSDAP. Sein Spruch „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen!“ wurde 1935 ein Motto der Nationalsozialisten. Lersch hielt Vorträge vor der Hitlerjugend und vor anderen nationalsozialistischen Organisationen. Auf Nachfrage erklärte der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, er sähe für eine Umbenennung „momentan keine Veranlassung“. Zwar seien „durch weitere intensivierte Quellen Recherche eine NSDAP-Mitgliedschaft Heinrich Lersch nachgewiesen“, aber: „Die Parteizugehörigkeit alleine stellte kein Kriterium für eine Umbenennung dar, sondern die Frage, ob eine Person als „aktive Stütze“ des NS-Regimes anzusehen ist.“

Was sind aktive Stützen?

Waren die Soldaten des Heers der Konföderierten Staaten von Amerika, deren Statuen in New Hampshire geköpft wurden, aktive Stützen des rassistischen Regimes? Wenn ja, dann gibt es in Deutschland sehr viele Denkmäler, die den gefallenen Soldaten zwischen 1939 und 1945 gedenken und die entfernt werden müssen, da diese Soldaten für ein Regime gekämpft haben, das Menschen verfolgt, unterdrückt und ermordet hat und das die Sklaverei hatte. Arbeitslager waren eine brutale Stütze des nationalsozialistischen Regimes. Es waren unter anderem amerikanische Soldaten, die diese Sklaverei beendet haben.

Und was ist mit den Gebäuden, die in Ehren von Feldherren errichtet wurden, die unzählige Menschen getötet haben? Was ist mit Napoleon oder mit Wilhelm II? Und wo wir schon mal dabei sind: Was ist mit Mohammed?

Hol den Vorschlaghammer?

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Institutionalised whataboutism

Racism in the USA is institutionalized. So why not go to the institutions?

George Floyd was killed by a police officer in the state of Minnesota. The Minneapolis Police Department reports to the Minneapolis City Council. President of the city council is Lisa Bender. Vice president is Andrea Jankins. Majority Speaker is Andrew Johnson. All three individuals are members of the Democratic Farmers and Workers Party of Minnesota (DFL). At the federal level, this party forms a union with the Democrats.

The Minnesota City Council consists of twelve Democrats and one Green. Not a single Republican sits on the city council which reflects a power structure that has been in place for almost half a century.

The representative of the 5th Congressional District of Minnesota, which includes Minneapolis, is Ilhan Omar. She is also a member of the DFL. The Governor of Minnesota and thus the chief executive officer of the state is Tim Walz. He is also a member of the DFL. The two senators from Minnesota are Amy Klobuchar and Tina Smith. They are also members of the DFL. Amy Klobuchar even ran as a candidate for the Democratic primaries in 2020.

Senator Amy Klobuchar called for the declaration on „a complete and thorough outside investigation into what occurred, and those involved in this incident must be held accountable.“ However, as a former Hennepin County attorney, she was criticized for declining to press criminal charges against police during her eight years in that office, including against Derek Chauvin, who later kneeled on suspect George Floyd’s neck for minutes. Today she’s busy defending herself:

„I think that was wrong, now. I think it would have been much better if I had taken the responsibility and looked at the cases and made the decision myself. But let me make this clear. We did not blow off these cases,“


The Democratic presidential candidate for the November 2020 Presidential election is Joe Biden. During a debate on June 27, 2019, the district attorney and intra-party rival, Kamela Harris, criticized Biden’s policies „on race“ and said Biden had made „very hurtful“ comments. She recalled his opposition to a policy on school buses that was supposed to improve the lives of black children. She told of the pain a little black girl in the 1970s felt because of his policies, adding, „That little girl in California was me.“

Joe Biden has been in politics for forty-four years. The Speaker in the United States House of Representatives is Nancy Pelosi. She’s also a member of the Democratic Party and has been in politics for thirty-three years. Pelosi and Biden have been in the political institutions of the United States for much longer than the current President, Donald Trump. So, why so much talk about Trump?

Despite all the justified criticism of Donald Trump, it should be noted that he doesn’t have any direct influence over the institutions which bear responsibility in the specific case of George Floyd. At best, he can send the military, an action that Barack Obama also considered when police violence against black citizens occurred under his presidency, for example in the cases of Eric Garner and Michael Brown.

The United States of America certainly has a problem with police brutality. A horrible video on the killing of a twenty-six year old man by a police officer illustrates the extent of the problem. This video (click here) records the killing of Daniel Shaver. Please note that the video ends with the death of a man pleading for his life, and like the footage of George Floyd, is very difficult to bear.

Police brutality reveals itself like the corresponding institutional racism in the USA. Donald Trump has only recently entered these institutions. He therefore bears responsibility, but not him only, and above all, not decisively.

The manic fixation on Donald Trump and the criticism of his current reactions and comments is a mass psychotic whataboutism. From all institutions responsible for the current situation – where poverty among the black population is exploding; where politics has nothing better to offer than symbolic gestures, consoling words and food stamps; where politics won’t allow people who are chained to poverty to free themselves; and where the police are seen and even sometimes are a danger – accusatory fingers point only at Donald Trump. They shout: „Yeah? And, what about Trump?“

Whataboutism, deflecting from responsibility.

All the above mentioned politicians are most likely not racists. Anyway, they say they’re not. Whether Biden or Trump, politicians and people across the political spectrum condemn the killing of George Floyd and also support the right to peaceful protest. They equally profess to work for all Americans, regardless of skin color or gender.

So, why are so many Democrats engaged in a massive whataboutism toward the Republicans? Why do so many politicians see racism and political failures only in their political opponents, even when those opponents are clearly not responsible, as in the case of the State of Minnesota and the City of Minneapolis, where Republicans hold no decisive political office at all?

The Declaration of Independence of the United States of America states

„We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

These words were written by men who owned slaves. They oppressed people because of the color of their skin and because of their sex. Yet, they wrote up a constitution against racism and sexism. The Constitution of the United States is the foundation for the abolishment of slavery and the establishment of equality among men and women. However, this took a bloody civil war along with protests and riots.

Interestingly, the majority of the Democratic Party resisted abolition with armed force against the Republicans under Lincoln. Later, they fought politically against the Republicans who aimed to give former slaves the right to vote. Some Democrats even founded a terrorist organization, the Ku Klux Klan. Other Democrats resisted Republican proposals and efforts with segregation laws, known as Jim Crow laws. Later, the Democrats fought against women’s suffrage. When women were finally allowed to hold political office, the first female Democratic leader was a former slave owner.

It was not until the 1960s that an anti-racist majority also prevailed among the Democrats, so that in the course of many protests and riots, discriminatory laws were repealed. Later, a member of the Democratic Party became the first black President of the United States.

Today it is no longer laws that promote racism, but the actions of people.

People who promote racism, often unconsciously and against their own intentions, are now found among Republicans and Democrats alike. When people are made aware of their racism, they usually get loud. They don’t want to admit acting racist because they don’t want to be racist. Donald Trump should be familiar with this behavior.

Racism is found in all classes, institutions and parties. Those who shout „Stop the thief“ especially loudly, even if the alleged thief wasn’t even near the crime scene, make themselves suspect. So, I ask myself as a German: Why are Germans, in particular, and Europeans, in general, – not to mention the rulers in Iran and Syria – shouting so loudly while pointing their fingers so self-righteously at Donald Trump? When tyrants accuse Trump of racism, my first thought is not to join in with them, but rather to ask why they’re so loud. What’s the distraction about?

So, to all those pointing their fingers at Donald Trump, please take pause and self-reflect on the political actions of your own party, your state, your community, your family, yourself. Even with the best of intentions, certain policies and lack of action may have led to the situation whereby life has become hell for black people exactly in the places where you’ve been politically responsible for decades. Some of those places have surely become „shitholes“.

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(Translation: William Wires)

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Facebook sperrt Arye Sharuz Shalicar

„Ich finde es echt erbärmlich wie die Palästinenser jede Ungerechtigkeit auf der Welt sofort für ihre Propaganda ausnutzen. Sie sind nicht bereit sich weiter zu entwickeln. Ein Grossteil ihres Einsatzes beruht auf Hass, Lügen und Terror.

Dann werden sie nicht weiter kommen und nach wie vor die Opferrolle vortäuschen, um Gelder geschenkt zu bekommen.“

Diese Sätze veröffentliche Arye Sharuz Shalicar am 5. Juni 2020 auf seiner Facebook-Seite. Shalicar hat den Offiziersrang eines Majors bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften, war als Hip-Hop-Musiker unterwegs und ist Politologe, Publizist und Buchautor. Für den oben zitierten Satz wurde er nun von Facebook für sieben Tage gesperrt. Der Vorwurf lautet: Hassrede.

Was Facebook hier veranstaltet, ist keine Seltenheit. Das Netzwerk sperrte Nutzer schon öfter aus nichtigen Gründen, während Beiträge, die unverhohlen und offen Hass predigen, nicht gelöscht wurden. Ich wurde schon drei Mal gesperrt.

Mein Account wurde mehrmals ohne Angaben von Gründen gesperrt und erst nach juristischer Hilfe wieder freigeschaltet. Bei allen Sperrungen erklärten manche Personen öffentlich ihre Freude darüber. Sie hatten im Vorfeld sogar dazu aufgerufen, die Sperrungen der Accounts durch massenhaftes Melden der Beiträge zu erwirken.

Immer wieder führt ein Meldemob einen Zermürbungskrieg gegen Menschen, die bedroht werden. Eine wichtige Waffe im Kampf gegen diese Gewalt ist das freie Wort und die Möglichkeit, diese Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut daher alles, seinen Gegnern diese Waffe zu entreißen. Leider erweisen sich Twitter, Facebook und YouTube oft als willige Vollstrecker dieses Mobs.

Es wurden schon viele Menschen, die sich brutaler Gewalt ausgesetzt sehen, von diesen Netzwerken temporär entwaffnet, zum Beispiel Hamed Abdel-Samad, Amed Sherwan und Seyran Ateş.

Jetzt wurde auch Arye Sharuz Shalicar temporär dieser wichtigen digitalen Selbstverteidigungswaffe beraubt.

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Institutionalisierter Whataboutism

Rassismus in den USA ist institutionalisiert. Warum geht man dann nicht an die Institutionen ran?

George Floyd wurde in dem Staat Minnesota von einem Polizisten getötet. Das Minneapolis Police Department untersteht dem Stadtrat von Minneapolis. Präsidentin des Stadtrats ist Lisa Bender. Vizepräsidentin ist Andrea Jankins. Der Mehrheitssprecher ist Andrew Johnson. Alle drei Personen sind Mitglieder der Demokratischen Bauern und Arbeiter Partei Minnesota (DFL). Auf Bundesebene bildet dieses Partei eine Union mit den Demokraten.

Der Stadtrat von Minnesota besteht aus zwölf Demokratinnen und Demokraten und einem Grünen. Kein einziger Republikaner und keine einzige Republikanerin sitzt im Stadtrat und dieses Kräfteverhältnis ist in dieser speziellen Institution schon seit über vier Jahrzehnten so.

Die Vertreterin des 5. Kongressbezirks von Minnesota, zu dem auch Minneapolis gehört, ist Ilhan Omar. Auch sie ist Mitglied der DFL. Der Gouverneur von Minnesota und somit der Hauptgeschäftsführer und Chef der Exekutive des Bundesstaates ist Tim Walz. Auch er gehört der DFL an. Die beiden Senatorinnen Minnesotas heißen Amy Klobuchar und Tina Smith. Auch sie gehören der DFL an. Amy Klobuchar kandidierte sogar als Präsidentschaftskandidatin für die Demokraten im Jahr 2020.

Senatorin Amy Klobuchar forderte „eine vollständige und gründliche Untersuchung des Geschehens von außen“ und erklärte, „die an diesem Vorfall Beteiligten müssen zur Rechenschaft gezogen werden“. Als ehemalige Anwältin des Bezirks Hennepin wurde sie jedoch dafür kritisiert, dass sie es teilweise abgelehnt hatte, in mehreren Fällen selbst Anklage gegen die Polizei während ihrer acht Jahre in diesem Amt zu erheben und die Fälle delegiert hatte. Dazu gehörte auch ein Fall bezüglich des Polizisten Derek Chauvin, der später minutenlang auf dem Hals von George Floyd gekniet hatte. Heute erklärt sie:

„Jetzt denke ich, das war falsch. Ich denke, es wäre viel besser gewesen, wenn ich die Verantwortung übernommen, mir die Fälle angesehen und die Entscheidung selbst getroffen hätte.“

Der Präsidentschaftskandidat für die Demokraten zur Wahl im November 2020 ist Joe Biden. Bei einer Debatte am 27. Juni 2019 kritisierte die Staatsanwältin und innerparteiliche Konkurrentin, Kamela Harris, die Politik Bidens „zum Thema Rasse“ und erklärte, Biden habe „sehr verletzende“ Kommentare getätigt. Sie erinnerte an seine Opposition gegenüber eine Politik bezüglich Schulbusse, die das Leben schwarzer Kinder verbessern sollte. Sie erzählte von dem Schmerz, den ein kleines schwarzes Mädchen aus den 1970er Jahren aufgrund seiner Politik verspürte hatte und fügte hinzu: „Dieses kleine Mädchen in Kalifornien war ich.“

Joe Biden ist seit vierundvierzig Jahren in der Politik. Die Sprecherin im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten von Amerika ist Nancy Pelosi. Sie ist ebenfalls Mitglied der Demokratischen Partei und seit dreiunddreißig Jahren in der Politik tätig. Pelosi und Biden tragen in den politischen Institutionen der USA deutlich länger Verantwortung als der amtierende Präsident, Donald Trump. Warum also reden wir so viel über Trump?

Bei aller zum Teil gewiss berechtigten Kritik an Donald Trump sollte nicht übersehen werden, dass er auf keine einzige Institution, die im speziellen Fall von George Floyd Verantwortung trägt, Einfluss hat. Er kann höchstens das Militär zur Hilfe entsenden, eine Aktion, die auch von Barack Obama in Betracht gezogen wurden, als es unter seiner Präsidentschaft zu Polizeigewalt gegen schwarze Bürger kam, zum Beispiel in den Fällen von Eric Garner und Michael Brown.

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben ein Problem mit Polizeigewalt. Ein furchtbar anzusehender Film über die Tötung eines sechsundzwanzig Jahre jungen Mannes durch einen Polizisten macht das Ausmaß des Problems deutlich. In diesem Video (hier klicken) ist die Tötung von Daniel Shaver festgehalten. Bitte beachten Sie, dass der Film am Ende die Tötung des Mannes, der um sein Leben fleht, zeigt und der Film daher, wie die Aufnahmen von der Tötung George Floyds, nur sehr schwer zu ertragen ist.

Die Polizeigewalt zeigt sich wie der Rassismus in den Institutionen der USA. Donald Trump hat diese Institutionen vor kurzer Zeit betreten. Er trägt somit Verantwortung, aber nicht nur und vor allem nicht maßgeblich.

Die manische Fixierungen auf Donald Trump und die Kritik an seinen aktuellen Reaktionen und Kommentaren ist ein massenpsychotischer Whataboutism. Aus sämtlichen Institutionen, die verantwortlich sind für die momentane Situation, in der die Armut unter der schwarzen Bevölkerung explodiert, wo die Politik, die oft nichts besseres als schöne Gesten, warme Worte und Essenmarken anzubieten hat, versagt, wo sozial abgehängte Menschen an ihrer Armut wie an Ketten liegen, weil die Politik es gar nicht zulässt, dass sie sich befreien können und wo die Polizei als Gefahr gesehen wird, es manchmal sogar ist und manchmal sogar selbst Opfer von Gewalt wird, wie der pensionierte Polizist David Dorn, schießen Finger hervor, die auf Donald Trump zeigen. Dabei wird gerufen: „Yeah? But what about Trump?“ (Ach ja? Und was ist mit Trump?)

Das ist Whataboutism. Das ist Ablenkung von der eigenen Verantwortung.

Alle oben genannten Politikerinnen und Politiker sind keine Rassisten. Jedenfalls erklären sie, keine zu sein. Ob Biden oder Trump, alle verurteilen die Tötung von George Floyd und alle sprechen sich für das Recht auf friedliche Proteste aus. Sie alle machen Politik und erklären, dies für alle Amerikaner zu tun, unabhängig von ihrer Hautfarbe und ihrem Geschlecht.

Warum also betreiben so viele Demokraten ein massives Whataboutism in Richtung der Republikaner? Warum sehen so viele Politikerinnen und Politiker den Rassismus und die politischen Versäumnisse nur bei ihren politischen Gegnerinnen und Gegnern, selbst wenn sie in manchen Fällen keine Verantwortung tragen, wie im Falle des Staats Minnesotas und der Stadt Minneapolis, wo die Republikaner nachweislich keinen politischen Einfluss haben?

In der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika heißt es:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden und dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter sind: Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.“

Diese Worte wurden von Männern verfasst, die Sklaven besessen haben. Sie unterdrückten Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe und aufgrund ihres Geschlechts. Dennoch schrieben sie eine Verfassung, die sich gegen Rassismus und Sexismus aussprach. Diese Verfassung wurde Institution und sorgte Jahrzehnte später dafür, dass die Sklaverei abgeschafft und alle Männer und Frauen gleichberechtigt wurden. Allerdings waren dafür ein Bürgerkrieg und viele Proteste und Ausschreitungen nötig.

Interessanterweise kämpfte die Mehrheit der Demokratischen Partei mit Waffengewalt dagegen, dass die Republikaner unter Lincoln die Sklaverei abschafften. Später kämpften sie mit aller politischen Macht dagegen, dass die Republikaner den ehemaligen Sklaven das Wahlrecht gaben. Einige Demokraten gründeten dafür sogar die Terrororganisation. Ihr Name ist Ku-Klux-Klan. Andere Demokraten etablierten gegen die Opposition der Republikaner Gesetze zur Rassentrennung. Sie wurden als Jim Crow Laws bekannt. Später kämpften die Demokraten gegen das Frauenwahlrecht. Als Frauen endlich politische Ämter inne haben durften, war die erste Amtsträgerin der Demokraten eine ehemalige Sklavenhalterin.

Erst in den sechziger Jahren setzte sich auch bei den Demokraten eine antirassistische Mehrheit durch, so dass im Zuge vieler Proteste und Ausschreitungen die Diskrimierungen per Gesetz aufhörten. Mittlerweile gab es sogar einen schwarzen Präsidenten. Er wurde aufgestellt von der Demokratischen Partei.

Heute sind es nicht mehr Gesetze, die den Rassismus befördern, sondern die Taten von Menschen.

Menschen, die Rassismus befördern, oft unbewusst und entgegen der eigenen Absicht, gibt es heute bei den Republikaner wie bei den Demokraten. Wenn Menschen auf ihren Rassismus hingewiesen werden, brüllen sie für gewöhnlich erst. Sie wollen nicht wahr haben, rassistisch gehandelt zu haben, weil sie nicht rassistisch sein wollen. Dieses Verhalten ist auch von Donald Trump bekannt.

Rassismus findet sich in allen Schichten, Institutionen und Parteien. Verdächtig machen sich daher jene, die besonders laut „Haltet den Dieb“ brüllen, selbst wenn der vermeintliche Dieb gar nicht in der vom Diebstahl betroffenen Institution anwesend war.

Von welchem rassistischen und undemokratischen Diebstahl müssen Deutsche und Europäer ablenken, dass sie es so nötig haben, so laut und so selbstgerecht auf Donald Trump zu zeigen? Ganz zu schweigen von den Machthabern im Iran und Syrien. Wenn Tyrannen Trump wegen Rassismus anklagen und ich tatsächlich so reinen Gewissens bin, dass ich mit meinem Finger auf jemanden zeigen kann, dann zeige ich nicht auf den Mann, auf dem schon genug Finger im eigenen Land zeigen, sondern auf den Tyrannen, der gerade auf Amerika zeigt.

Daher für alle, die nur mit dem Finger auf Donald Trump zeigen, lasst mal das Zeigen auf andere sein. Welche politischen Taten in Eurem Umfeld, in Eurem Staat, in Eurer Partei, in Eurer Familie, in Euch selbst, vielleicht sogar mit den besten Absichten vollführt, haben zu der Situation geführt, dass das Leben in den Regionen, in denen Ihr die politische und gesellschaftliche Verantwortung tragt, zur Hölle und die eigentliche Heimat zu einem „shithole country“ geworden ist?

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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„Ich verstehe den Schmerz“

Die folgenden Worte wurden im Original von Donald Trump auf Englisch gesprochen.

Ich verstehe den Schmerz, den Menschen verspüren. Der Tod von George Floyd auf den Straßen von Minneapolis ist eine schwere Tragödie. Es hätte niemals geschehen dürfen. Es hat Amerikaner im ganzen Land mit Schrecken, Zorn und Trauer erfüllt.

Wir unterstützen das Recht der Bürger auf friedliche Proteste und wir hören ihre Appelle. Die Stimmen gesetzestreuer Bürger müssen gehört werden können – sehr laut gehört werden!

Wir stehen zusammen mit der Familie Floyd, mit allen friedlichen Demonstranten und mit jedem gesetzestreuen Bürger, der für ein anständiges Miteinander, Sicherheit und Geborgenheit ist.

Was wir jedoch gerade auf Straßen unserer Städte sehen, hat nichts zu tun mit Gerechtigkeit und Frieden. Das Andenken von George Floyd wird geschändet von Randalierern, Plünderern und Anarchisten.

Die Gewalt und der Vandalismus wird angeheizt durch die AntiFa und andere linksradikale Gruppen, die Unschuldige tyrannisieren und Geschäfte zerstören. Der Mob vernichtet das Lebenswerk von guten Menschen und zerstört deren Träume. Es schadet jenen, die am wenigsten haben.

Wir können und dürfen nicht zulassen, dass eine kleine Gruppe Krimineller und Vandalen unsere Städte ruinieren und unsere Kommunen in den Dreck ziehen.

Wir müssen das Recht eines jeden Bürgers verteidigen, ohne Gewalt, Vorurteile und Furcht leben zu können.

Heilung nicht Hass, Gerechtigkeit nicht Chaos, dass sind die Gebote der Stunde.

Ich stehe vor Euch als Freund und Verbündeter von jedem Amerikaner, der nach Gerechtigkeit und Frieden strebt.

Niemand ist erschütteter als unsere treuen Gesetzeshüter über die handvoll Wenigen, die ihren Eid zu dienen und zu schützen, gebrochen haben.

Wir unterstützen die überwältige Mehrheit von Polizisten, die in jeder Weise fantastisch und engagierte Staatsdiener sind.

Wir müssen alle als Gemeinschaft zusammenarbeiten, um Möglichkeiten zu erweitern und eine Zukunft mit mehr Würde, Aussichten und Hoffnung für alle Menschen zu schaffen.

Jeder Bürger und jede Kommune hat das Recht auf Sicherheit am Arbeitsplatz, im Zuhause und auf den Straßen.

Wir wirken auf eine gerechtere Gesellschaft hin, aber dazu gehört es, aufzubauen, statt einzureißen, Hände zu reichen, statt Fäuste zu ballen, in Solidarität zu stehen, statt sich dem Hass zu ergeben.

Das ist das heilige Recht eines jeden Amerikaners, das ich bereit bin zu verteidigen und verteidigen werde.

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Ein Hoch auf das GG mit G wie Giraffe!

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz (GG) in Kraft. Tapfer im Nirgendwo feiert den Tag, die Verfassung und die Giraffen.

Warum die Giraffen? Ganz einfach:

Im Bonner Naturkundemuseum Koenig begann nach dem Zweiten Wektkrieg die Arbeit an der Verfassung für die künftige Bundesrepublik. Ein Großteil der im Museum ausgestellten ausgestopften Tiere konnten ausgeräumt werden. Nur die Giraffen waren zu groß. Daher blieben sie einfach stehen. Im Schatten dieser Giraffen wurde das Grundgesetz verfasst. Es sind die Bundesgiraffen:

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