„Man muss Israel kritisieren“

„Man kann Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist kein Antisemit.

„Man darf Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist auch kein Antisemit.

„Man sollte Israel kritisieren.“ Wer das sagt, muss kein Antisemit sein.

„Man muss Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist ein Antisemit.

Wer glaubt, Israel müsse kritisiert werden, handelt pathologisch. Israel kann, darf und soll genauso kritisiert werden, wie jedes andere Land auch. Israel muss aber nicht kritisiert werden. Das kleine Land Israel darf einem so egal sein wie Costa Rica, Slowenien oder die Elfenbeinküste.

Stellen Sie sich eine Geiselnahme vor, bei der schon einige Geiseln erschossen wurden. Unter den vielen noch lebenden Geiseln ist jemand, der einen Strafzettel nicht bezahlt hat, eine andere Person hat Steuern hinterzogen hat und ein Mensch hat sogar eine Straftat begangen. Was würden Sie denken, wenn die gerufene Polizei erklären würde, auf beiden Seiten der Geiselnahme seien Verbrecher, sowohl auf der Seite der Geiseln, als auch auf der Seite der Geiselnehmer? Was würden Sie sagen, wenn Politiker beide Seiten dazu aufrufen würden, besonnen zu handeln und alles dafür zu tun, dass die Situation nicht eskaliert? Was würden Sie davon halten, wenn Medien einen Versuch der Geiseln, sich zu befreien, als ein „Öl ins Feuer gießen“ und ein „Drehen an der Gewaltspirale“ kritisieren würden?

Zu verlangen, man müsse Israel kritisieren, bedeutet zu verlangen, einen Menschen kritisieren zu müssen, der mit dem Tod bedroht wird.

Die Gründugscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit und erklärt in Artikel 13 den ewigen Krieg gegen Israel bis zu der totalen Vernichtung. Auch bei Jahrestagen der Fatah wird die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes gepredigt, während Abbas regelmäßig Judenmörder zu „heldenhaften Märtyrern“. Diese Terroristen hassen an Juden, dass sie leben, dass es sie gibt.

Das Einzige, was diese Juden tun können, um zur Deeskalation beizutragen, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren.

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung. Eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalieren heißt für Israel, aufhören, sich zu verteidigen.

Solange ein Mörder eine Knarre an den Kopf einer Geisel hält, kritisiere ich nicht die Geisel, egal, was sie getan hat. Wer möchte, dass die Geisel kritisiert werden soll, muss erst einmal für ihre Sicherheit sorgen und dafür, dass die geladene Pistole von ihrem Kopf verschwindet.

Wer möchte, dass Israel kritisiert wird, muss erst mal dafür sorgen, dass die Vernichtungsdrohungen aufhören und vor allem die immer wieder daraus resultierenden Angriffe, Anschläge, Bombardements und Morde.

Es gibt auch Menschen, die hatten im Jahre 1944 das Bedürfnis, die Aufständischen im Warschauer Ghetto kritisieren zu müssen.

Man muss Israel nicht kritisieren. Alle wissen, das Israel Fehler macht. Israel möchte den Krieg mit seinen Nachbarn nicht. Israel wäre lieber von Freunden umringt als von Feinden umzingelt. Israel möchte keine Kriegstoten. Jedes Kriegsopfer ist ein Opfer zu viel.

Jeder Menschen, der in einen Krieg sein Leben lassen muss, ist ein Fehler. Für Israel ist es jedoch leider unausweichlich, diese Fehler zu begehen, denn wenn Israel seine Waffen niederlegen würde, gäbe es am nächsten Morgen kein Israel mehr. Ein Israel ohne Fehler ist ein totes Israel. Sollte jedoch die Hamas ihre Waffen niederlegen, wäre am nächsten Morgen Frieden.

Die Hamas will den Krieg! Die Hamas möchte so viele Juden wie möglich töten und Israel auslöschen. Es steht so deutlich in der Gründungscharta der Hamas und die Reden der Minister in Gaza sprechen eine deutliche Sprache der Vernichtung.

Die Hamas feuert regelmäßig Raketen in Richtung Israel ab und toleriert keinen einzigen Juden im Gazastreifen. Die Region ist „judenrein“. Allein in den letzten sechs Jahren wurden über achttausend Raketen und Granaten aus Gaza auf Israel abgefeuert. Alle wurden abgefeuert in dem Wunsch, soviele Juden wie möglich zu töten. Die Hamas feuert immer wieder Raketen in Richtung von israelischen Schulen, Kindergärten, Synagogen, Moscheen, Kirchen und Krankenhäusern ab. Der einzige Grund, warum dieser Bombenhagel nicht zum Völkermord führt, ist der Verteidigungsanlage von Israel geschuldet.

Im Gazastreifen kommen deutlich mehr Menschen um. Das heißt aber nicht, dass Israel bösartiger ist. Die Hamas ist lediglich schwächer. Schwäche ist jedoch keine moralische Überlegenheit. Schwäche ist gut, wenn es jene trifft, die morden wollen!

Israel versucht, soviele zivile Tote wie möglich zu vermeiden. Das ist jedoch sehr schwer, weil die Hamas ihre Waffen und Raketen in Kindergärten, Moscheen und Krankenhäuser lagert und die Zivilbevölkerung ganz bewusst als Schutzschild für ihre Waffen missbraucht. Israel nutzt Waffen, um die Bevölkerung zu schützen, die Hamas jedoch benutzt Menschen, um ihre Waffen zu schützen. Die Hamas wirft ihre Kinder vor Raketen und fesselt das eigene Volk an Bomben. Es ist bemerkenswert, dass Israel bei all diesem Horror den Krieg immer noch so präzise führt, dass nicht noch viel mehr Menschen dabei sterben. Man zeige mir nur ein Land auf der Welt, dass bei ähnlicher Bedrohung so umsichtig reagiert wie Israel.

Aber keine noch so große Umsicht kann Fehler vermeiden, wenn man den Krieg nicht wünscht. Die Hamas aber wünscht den Krieg! Die Hamas macht somit keine Fehler. In der perversen Logik der Hamas machen sie alles richtig. Die Hamas will den Krieg und liebt den Tod!

Israel sieht sich konfrontiert mit dieser Logik, die darauf abziehlt, das jüdische Volk zu vernichten. Israel muss sich daher verteidigen, in einem Krieg, den Israel nicht will. Da kann man nur Fehler machen. Israel macht Fehler!

Ich bin auf der Seite derer, die Fehler machen, weil sie den Krieg nicht wollen und nicht auf der Seite derer, die alles richtig machen, weil sie den Krieg stiften!

Wer jedoch in dieser grausamen Realität erklärt, „Israel muss kritisiert werden“, ist vollkommen ohne Empathie und ein Antisemit, wenn er oder sie das nur über den einzigen jüdischen Staat der Welt sagt, nicht aber über alle anderen Länder der Welt.

Kritik an Israel ist nicht judenfeindlich. Eine Dämonisierung Israels allerdings, die sich darin zeigt, dass man Israel stärker kritisieren muss als alle anderen Länder der Welt, ist antisemitisch.

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Frohe Christi Himmelfahrt

Tapfer im Nirgendwo wünscht allen Christinnen und Christen einen gesegneten Aufstieg des Herrn.

Grabeskirche in Jerusalem

Der christliche Glaube besagt, dass an Christi Himmelfahrt Jesus leiblich seinen Platz zu rechten Gottes im Himmel eingenommen hat und somit sein Körper nicht auf Erden geblieben ist. Da stellt sich die Frage: Was ist mit Jesus‘ Vorhaut passiert?

Jesus war Jude. Er wurde am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten, so steht es bei Lukas 2:21 in der Bibel. Den Tag der Beschneidung feiern Christen übrigens als Neujahr. Ist die Vorhaut von Jesus mit in den Himmel gekommen?

Die Antwort ist simpel, jedenfalls laut Lehre der Katholischen Kirche. Jesus ist dem katholischen Glauben folgend körperlich und vor allen unversehrt auferstanden. Die Vorhaut ist allerdings unten geblieben. Sie wird von Jesus erst bei seiner zweiten Ankunft abgeholt. So will es der Katholizismus! Da stellt sich gleich die nächste Frage: Wo ist die Vorhaut jetzt?

Laut katholischer Lehre ist die Vorhaut von Jesu auf Erden geblieben. Im Mittelalter beanspruchten diverse Orte im Besitz der Reliquie der Heiligen Vorhaut zu sein. Unter anderem soll Papst Leo III die Reliquie der heiligen Vorhaut von Karl dem Großen anlässlich seiner Kaiserkrönung am 25. Dezember 800 geschenkt bekommen haben. Karl der Große wiederum soll die Vorhaut entweder von einem Engel oder von der Kaiserin Irene von Byzanz bekommen haben, die Legende ist da uneins. Jedenfalls wurde sie zusammen mit anderen Reliquien in der Kapelle Sancta Sanctorum im Lateran aufbewahrt.

Der Legende nach soll die Reliquie beim der Plünderung Roms im Jahr 1527 durch habsburgische Landsknechte und spanische und italienische Söldner durch einen habsburgischen Söldner gestohlen worden sein, der wiederum auf dem Rückzug nördlich von Rom von Graf Anguillara festgenommen und in der Burg von Calcata festgesetzt wurde. Der Soldat soll die Vorhaut in seiner Zelle versteckt haben, wo sie erst 30 Jahre später wiedergefunden wurde. Sie hat somit nicht mal den Mäusen und Ratten geschmeckt!

Seitdem wurde die Vorhaut in der Pfarrkirche des Ortes aufbewahrt. Die heilige Vorhaut wurde dort regelmäßig bis 1983 bei Prozessionen öffentlich gezeigt. Dann verschwand sie jedoch unter ungeklärten Umständen. Der Versuch des britischen Fernsehjournalisten Miles Kington im Jahr 1997, die heilige Vorhaut zu finden, endete erfolglos. Die Vorhaut hatte sich zurückgezogen.

Eine weitere Reliquie der heiligen Vorhaut tauchte im Jahr 1112 in Antwerpen auf. Nach einem feierlichen Einzug in die Frauenkirche, wo man eigens eine Kapelle errichtete, sah der Bischof von Cambrai drei Blutstropfen von ihr fallen. Diese Reliquie ging jedoch beim Bildersturm von 1566 verloren.

Katharina von Valois wiederum bat im Jahr 1421 ihren Mann, König Heinrich V. von England, ihr diese Reliquie zu verschaffen, da deren süßer Duft eine gute Geburt garantieren würde. Die Reliquie wurde in der Abteikirche von Coulombs niedergelegt und verschwand dort während der Französischen Revolution. Auch das Kloster Andechs beanspruchte im Mittelalter, im Besitz der heiligen Vorhaut zu sein. Bei so viel Vorhaut muss der Penis von Jesus enorm groß gewesen sein! So groß, dass Leo Allatius, ein griechische Gelehrte und Kurator der Vatikanischen Bibliothek in seinem „Vortrag über die Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus“ aus dem 17. Jahrhundert schließlich spekulierte, dass die Heilige Vorhaut ins Weltall empor gestiegen und sich dort in einen der Saturnringe verwandelt haben soll.

Ob nun beim Saturn oder auf Erden, die Vorhaut ist laut katholischem Glauben noch im Diesseits. Deshalb ist es auch katholischer Fakt, dass die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die katholische Lehre von der Transsubstantiation (Wandlung) besagt, dass sich im Moment der Eucharistie die Hostie und der Wein in Jesu Fleisch und Blut verwandelt und zwar nicht nur symbolisch, sondern „dem Wesen nach“ und „in seinen Elementen“. So steht es im Katechismus der Katholischen Kirche, bestätigt im Jahre 1992 von Papst Johannes Paul II, dem Stellvertreter des Mannes, über dessen Blut und Fleisch es hier gerade geht.

„Wer leugnet, dass im Sakrament der heiligsten Eucharistie wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut zugleich mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und folglich der ganze Christus enthalten ist, und behauptet, er sei in ihm nur wie im Zeichen, im Bild oder in der Wirksamkeit, der sei ausgeschlossen.“ [Konzil zu Trient, in Neuner-Roos: Der Glaube der Kirche, Nr. 577. Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1374]

Nur wer wahrhaft glaubt, bei der Kommunion das Fleisch eines auferstandenen Juden zu essen, ist ein wahrer Katholik im Sinne des Katechismus der Katholischen Kirche. Da wundert es mich nicht, dass im Mittelalter so viele Christen geglaubt haben, Juden würden ihr Mazzebrot mit christlichem Blut zubereiten. Sie haben offenkundig von sich auf andere geschlossen.

Was macht eigentlich ein katholischer Vegetarier? Kann er überhaupt das Heil des Leibes Christi empfangen oder gibt es für ihn einen Tofu-Jesus oder einen Gemüse-Christus geben? Was machen die Katholiken, wenn die Grünen einen Vegetariertag verbindlich machen und ihn auf einen Sonntag legen?

„Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung (Transsubstantiation) genannt.“ [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1376.]

Die Katholische Kirche haut zweitausend Jahre altes Fleisch raus! Wenn das kein Gammelfleischskandal ist. Jede Dönerbude wird für weniger dicht gemacht! Zudem bietet die katholische Kirche Wein aus dem Jahre 33 a.D. an. Hat die Kirche eigentlich eine Schankgenehmigung?

Bis heute müssen Hostien kein Verfallsdatum haben, und dass obwohl jedes Produkt, das in der Europäischen Union zum Verzehr ausgehändigt wird, laut Europagesetz ein Verfallsdatum angeben und hygienisch rein verpackt sein muss, sogar Salz. SALZ! Jahrmillionen liegt Salz in irgendwelchen Bergen herum, aber kaum ist es in einem Pappkarton fordert die Europäische Union: „Mindestens haltbar bis zum …“

Eigentlich müsste jede Hostie separat in Folie eingepackt und mit einem Verfallsdatum versehen werde. Genau dies fordert jüngst auch die EU-Kommissarin Emma Bonino, aber nachgekommen wurde ihre Forderung nicht.

Warum nutzt die katholische Kirche nicht die moderne Wissenschaft, um die zweite Ankunft des Herrn zu beschleunigen? Wenn sich während der Transsubstantiation der Wein in Jesus Blut verwandelt und zwar seinem Wesen und seinen Elementen nach, warum entnehmen die Katholiken nicht einfach einen Tropfen, entschlüsseln die DNA und klonen einfach die zweite Ankunft des Herrn? Dann bekommt Jesus auch endlich seine Vorhaut wieder!

Dass die Vorhaut keine Zutat der Hostie ist, wusste im 13. Jahrhundert ein Bauernmädchen aus Plambach jedoch nicht. Ihr Name war Agnes Blannbekin. Sie behauptete, beim Kosten der Eucharistie das Empfinden von Christi Vorhaut in ihrem Munde verspürt zu haben. Die diesbezüglichen Aufzeichnungen ihres Seelsorgers wurden im Jahr 1731 von dem Benediktiner Bernhard Pez veröffentlicht, aber auf Betreiben der Jesuiten schnell wieder eingezogen, weil die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die Mönche entschieden sich dafür, dass Hostien nicht nach Vorhaut schmecken und wer, wenn nicht Mönche, müssen das wissen?

In diesem Sinne: Eine frohe und gesegnete Christi Himmelfahrt!

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Das Verbrennen von Landesflaggen ist in Deutschland verboten

Bisher war es in Deutschland laut §90a StGB lediglich verboten, die Flagge der Bundesrepublik Deutschland und die Flaggen der Bundesländer zu verbrennen. Der Bundestag hat am 14. Mai 2020 ein Gesetz beschlossen, das auch das öffentliche Verbrennen der Flagge der Europäischen Union und der Flagge eines ausländischen Staates unter Strafe stellt. Es drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.

So sehr ich das Verbrennen von Flaggen der Staaten, die ich schätze und ehre, verurteile, so falsch finde ich dieses Gesetz. Ich lebe lieber in einem Land, in dem die Nationalflagge verbrannt werden darf, aber es kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Menschen danach sehnen, die Flagge zu verbrennen, es aber nicht dürfen.

Dass dieses Gesetz problematisch ist, erkennt man schon daran, dass es zwar nun verboten ist, die Fahnen all jener Staaten zu verbrennen, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, das Verbrennen der Regenbogenfahne ist allerdings weiterhin erlaubt.

Ein Mensch, der eine Fahne verbrennt, kann, darf und sollte in gewissen Fällen kritisiert werden. Manchmal aber kann ich das Verbrennen von Fahnen auch verstehen. Ein Mensch, der 1936 die Fahne des Deutschen Reichs verbrannt hat, wird manch einen guten Grund gehabt haben.

Mit dem neuen Gesetzt kriminalisiert Deutschland einen Homosexuellen, der aus Protest die Fahne eines Landes verbrennt, in dem sein Liebhaber ermordet wurde, aber verteidigt das Recht auf Meinungsfreiheit für jeden Fundamentalisten, der öffentlich die Schwulenfahne verbrennt.

Es gibt Staaten, die treiben Unfug und es gibt Staaten, die begehen Verbrechen an der Menschlichkeit. Wenn Staaten Armeen halten, um Menschen zu töten, sollte es Menschen erlaubt sein, in ihren Armen Feuer zu haben, um die Fahnen der Staaten zu verbrennen.

Die Amerikanische Verfassung garantiert mit dem ersten Verfassungszusatz das Recht auf freie Meinungsäußerung und darunter fällt nach einem Urteil des Obersten Gerichts ausdrücklich auch die Verbrennung von Fahnen. Weder das Verbrennen der Amerikanischen Flagge noch das Verbrennen der Verfassung ist in den USA verboten.

Wenn in Deutschland die amerikanische Fahne verbrannt wird, dann ist das ein Zeichen absoluter Dummheit, da wir die Freiheit, in der wir heute leben, den USA zu verdanken haben. Dummheit kann aber nicht dadurch verhindert werden, dass wir unvernünftigen Leuten untersagen, in ihrer Dummheit nichts Besseres zu erfinden, als Fahnen zu verbrennen. Meinungsfreiheit gilt auch für Menschen mit dummen Gedanken und schlechten Geschmäckern.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, erklärt zum Hintergrund der Neuregelung: „In Deutschland dürfen keine israelischen Flaggen brennen.“

Ich kann den Herrn von der SPD sehr gut verstehen. Auch mich schmerzt es, wenn auf deutschem Boden die Israelfahne mit dem wunderbaren Stern verbrannt wird. Als Anlass für die beschlossene Ausweitung auf alle Staatsflaggen gelten judenfeindliche Vorfälle aus den letzten Jahren, als zum Beispiel Demonstranten in Berlin israelische Flaggen verbrannt hatten.

Warum tut sich der Bundestag so schwer, Akte der judenfeindlichen Gewalt direkt zu bekämpfen? Warum soll aufgrund judenfeindlicher Gewalt in Gestalt von Israelhass nun auch das Verbrennen von Staatsflaggen verboten werden, in denen die Vernichtung Israels zur Staatsdoktrin gehört?

Was immer sich der deutsche Bundestag dabei gedacht hat, folgende Auswirkung ist von den Abgeordneten gewiss nicht bedacht worden: Das neue Gesetzt verbietet zwar das Verbrennen der Flagge Israels, nicht aber das Verbrennen der Flagge Palästinas, da es sich bei Palästina nicht um einen Staat handelt. Wenn das mal nicht der Freund des ehemaligen Außenministers Sigmar Gabriel erfährt. Sein Name ist Mahmud Abbas.

Auch das Verbrennen der Fahne Tibets ist weiterhin gestattet. Wer jedoch Chinas Flagge verbrennt, macht sich strafbar.

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Kölner Oberbürgermeisterin und Kölner Polizei bewerten eine Demonstration

Am 10. Mai 2020 erklärte die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker, auf ihrer Facebook-Seite:

„Mit großer Empörung habe ich gestern die unangemeldete Demonstration einer rechtsextremen und verschwörungstheoretischen Mischpoke in unserer Stadt wahrgenommen. Hier wollen Trittbrettfahrer Sorgen und Ängste in der Bevölkerung für die Verbreitung ihres gesellschaftlichen Gifts nutzen. Stadt und Polizei müssen aus den gestrigen Ereignissen lernen und werden solche Vorgänge nicht nochmal hinnehmen.”

Auf Nachfrage erklärt das Polizeipräsidium Köln:

„Am vergangenen Samstag kam es im Bereich der Kölner Innenstadt zu einer unangemeldeten Versammlung zum Thema „Kein Mund-Nasen-Schutz, kein Mindestabstand“. An der Versammlung nahmen etwa 800 Teilnehmer/-innen teil.

Bei den Versammlungsteilnehmern konnte keine einheitliche ideologische Präferenz, beispielsweise Links- oder Rechtextremismus festgestellt werden. Nach polizeilicher Einschätzung handelt es sich bei den Teilnehmern um Personen aus dem bürgerlichen Spektrum, teilweise mit Hang zu Verschwörungstheorien, teilweise auch von Impfgegnern. Offensichtlich nahmen aber auch besorgte Bürger ohne weiteren ideologischen Hintergrund teil.

Zu den bei dieser Versammlung festgestellten Personen, die durch Redebeiträge aufgefallen sind, lagen keinerlei staatschutzrelevante Erkenntnisse vor.

Die Teilnehmer verstießen in Teilen gegen die Coronaschutzverordnung. Entsprechende Straf- und/oder Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen die Coronaschutzverordnung, dass Infektionsschutzgesetz und das Versammlungsgesetz wurden gefertigt. Zu Ausschreitungen und/oder Gewalt kam es nicht.“

Die Polizei bestätigt, dass durchaus extreme Positionen von links bis rechts auf der Demonstration zu finden waren. Wenn Henriette Reker jedoch die Demonstration als eine „rechtsextreme und verschwörungstheoretische Mischpoke“ bezeichnet, dann wird dies so nicht von der Polizei bestätigt.

Grundrechte gelten für alle Bürgerinnen und Bürger, auch für jene, deren Meinung man nicht teilt oder die man falsch findet. Wenn Henriette Reker erklärt, Stadt und Polizei müssten lernen, solche Vorgänge nicht nochmal hinzunehmen, dann erklärt sie, die Rechte des Grundgesetzes sollten nicht mehr hingenommen werden.

Laut Polizei kam es auf der Demonstration weder zu Ausschreitungen noch zu Gewalt. Nur Teile haben gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen. Alle weiteren Demonstrantinnen und Demonstranten bewegten sich auf dem Boden der Verfassung.

Henriette Reker darf alle Positionen kritisieren. Sie darf Verschwörungstheoretiker kritisieren, wie ich es tue. Wenn sie aber erklärt, man dürfe nicht hinnehmen, dass für alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Rechte gelten, dann verstößt sie selbst gegen das Prinzip der Gleichberechtigung von Artikel 3 GG, gegen das Prinzip der Meinungsfreiheit von Artikel 5 GG und gegen das Recht auf Versammlung ohne Anmeldung von Artikel 8 GG. Das dürfen wir nicht hinnehmen.

(Über die fragwürdige Verwendung des Worts „Mischpoke“ habe ich hier geschrieben: „Die Mischpoke von Köln“)

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There‘s no conspiracy

Unfortunately, those who are critical of current policies to combat the coronavirus by massively encroaching on citizens‘ civil liberties are being defamed as alu-hat wearers or conspiracy theorists. Of course, there are crackpots everywhere, but nevertheless there are good reasons to criticize current policy.

I’m not criticizing current policy because I believe Angela Merkel or other heads of state who are enacting restrictions in order to establish a surveillance state. Our government is not evil! But oppressive systems are not always installed by bad people with bad intent, but instead, with naivety and the best of intentions.

There are two very well-known novels that describe dystopia: the novels „1984“ by George Orwell and „Brave New World“ by Aldous Huxley. In „1984“ there is a „big brother“ who suppresses the people. An evil entity keeps the people in bondage. In „Brave New World“, however, we are dealing with a society in which people, with good intentions and in hope of a brave world, who gave up freedoms gradually until oppression became total. In this dystopia, people imposed the lack of freedom on themselves because they were afraid and wanted to live in a non-violent, healthy and peaceful world. For this beautiful world they were ready to sacrifice freedom. Aldous Huxley showed that the desire for the healthy national body gives birth to fascists.

When I criticize Merkel’s current policies, I’m not suspicious of some conspiracy. I feel certain there is no conspiracy. But I am just as certain that because of fear deriving from new, uncertain and sometimes even dangerous situations, people are prepared to sacrifice those freedoms for which millions of people had previously fought for. Although those sacrifices rarely make the world any safer, they have led to a world more humane and worth living in.

Out of selfish fear for their own well-being, some people are too willing to sacrifice their hard-earned freedoms for total peace.

Behind all the imposed restrictions there’s no conspiracy and no secret plan, however we’ve entered a stage of uncertainty and mass fear.

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Die Mischpoke von Köln

Am 10. Mai 2020 veröffentlichte die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, folgende Nachricht:

Mir bereitet diese Aussage großes Unbehagen.

Das Wort Mischpoke kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Familie“. Im 19. Jahrhundert fand der Begriff im Zuge eines massiven Anstiegs des Judenhasses in deutschen Landen Eingang in die deutsche Umgangssprache als abwertende Bezeichnung.

Es ist mehr als nur bedauerlich, wenn die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln im Rahmen einer Debatte rund um eine Epidemie und darauf rekurrierende Verschwörungstheorien ausgerechnet einen jiddischen Begriff als Beleidigung benutzt.

Der Judenhass selbst ist eine Verschwörungstheorie. Außerdem wurden im mittelalterlichen Köln Juden besonders während Epidemien brutal verfolgt und ermordet. Im Jahr 1424 vertrieb der Rat der Stadt Köln alle Juden sogar für mehrere hundert Jahre gänzlich aus der Stadt.

Als Behördenleiterin der Stadt Köln sollte Henriette Reker etwas mehr Sensibilität für die Geschichte ihrer Stadt haben.

Und nein, Frau Reker ist keine Antisemitin. Sie hat nur manchmal Pech bei der Wortwahl.

Es ist ist entschuldbar, wenn man einen fragwürdigen Begriff wider besseren Wissens benutzt. Wenn man den Begriff jedoch verteidigt und weiter benutzt, nachdem man über seine Bedeutung aufgeklärt wurde, handelt man mit Vorsatz.

Frau Reker erklärt, das Wort „Mischpoke“ in der letzteren Bedeutung benutzt zu haben. Es muss daher noch einmal betont werden, dass sich diese abfällige Benutzung des Begriffs in einem judenfeindlichen Kontext gebildet hat. Das Wort „Mischpoke“ sollte daher nie als Beleidigung benutzt werden!

Ich benutze „Mischpoke“ jedenfalls nur in der ersten und eigentlichen Bedeutung. Und ich liebe meine Mischpoke!

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Achtung Fake News

Am 14. März 2020 feierte ich in den 40. Geburtstag meiner Frau rein und das Bundesministerium für Gesundheit warnte vor Fake News:

„Achtung Fake News: Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!

Diese und ähnliche Falschinformationen verunsichern gerade viele Bürgerinnen und Bürger. Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen und sie richtig zu stellen.

Lassen Sie uns gerade jetzt besonnen bleiben und einander auch unter Stress vertrauen.“


Am 22. März 2020 stellten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Bundesländer die Regeln zum Corona-Virus vor. Sie beinhalteten massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Nachtrag: Am 14. März 2021 sind viele massive Einschränkungen immer noch in Kraft. Seit dem 2. November 2020 zum ist mein Beruf als Theaterkünstler vollkommen verboten.

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Gibt es ein Wirtschaftswunder nach Corona?

Angela Merkel hat gesagt, die Coronakrise sei die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Damit mag sie recht haben. Ich möchte jedoch betonen, dass das Wirtschaftswunder nach dem Krieg nur möglich wurde, weil die Ämter und Behörden in Schutt und Asche lagen und daher ein paar Jahre lang nicht mit jenen absurden Auflagen und Vorschriften nerven konnten, die heute und seit einigen Jahrzehnten schon das Leben einer jeden Unternehmerin und eines jeden Unternehmers erschweren.

Das Wirtschaftswunder war möglich, weil die Bauaufsichtsbehörden und andere Ämter in Deutschland noch nicht wieder zur vollen bürokratischen Blüte entfaltet waren.

Heute liegen die Behörden und Ämter nicht in Trümmern. Das wird das Hauptroblem im Umgang mit der Zeit nach Corona sein.

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Wird das Schwesterherz weiter schlagen?

Freia Weißenfels ist Leiterin des Schwesterherz, einer Bar mit Kulturbetrieb in Horhausen im Westerwald. Meine Show „Kunst gegen Bares“ fand dort vor der Coronakrise regelmäßig unter der Leitung von Falk Schug statt.

Nun hat Freia Weißenfels ein Video auf Facebook veröffentlich, in dem sie erklärt, dass sie ihren Betrieb unter den aktuellen Umständen nicht öffnen kann, da sie unter den momentanen Auflagen mehr Verluste macht, wenn sie das Schwesterherz öffnet, als wenn sie ihren Laden geschlossen halten würde.

Was Freia Weißenfels in diesem Video erzählt, ist die schmerzhafte Realität vieler Unternehmerinnen und Unternehmer.

In dem Video erklärt Freia Weißenfels, dass sie zum Ende dieses Monats entscheiden muss, ob das Schwesterherz weiter schlagen kann. Sie hofft es sehr, gibt aber zu bedenken, dass die deutsche Politik schon vor Corona das Leben einer jeden Unternehmerin mit absurden Auflagen, Vorschriften und bürokratischen Unnötigkeiten zur Hölle gemacht hat. Allein schon deshalb sind weitere Auflagen in der momentanen Größenordnung ein Todesstoß für viele Unternehmen.

Es gibt in der Politik zu wenig Bewusstsein für die Nöte von Unternehmerinnen und Unternehmern, die schon vor Corona vom Staat geschröpft und in ihrer Kreativität torpediert wurden. Der jetzige Umgang der Politik mit kreativen Unternehmern in diesem Land ist daher nur folgerichtig, aber dadurch nicht weniger erschreckend.

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Ich ahne schlimmes

Ich kann nur aus meinen Erfahrungen als freier Theaterleiter sprechen: Ich ahne schlimmes.

Mit den Auflagen, die gerade diskutiert werden, macht ein kleines freies Theater mehr Verlust, wenn es öffnet, als wenn es geschlossen bleibt.

Die Bundesliga kann Geisterspiele veranstalten, die Infrastruktur dafür ist gegeben. Fernsehshows können ohne Publikum realisiert werden, denn das eigentliche Publikum sitzt vor der Mattscheibe. Subventionierte Theater können durch die Unterstützung von Kommunen und Länder mit diesen Auflagen unter schweren Umständen einigermaßen den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Freie Theater jedoch werden durch diese Auflagen zerstört.

Ich spüre in der Politik eine geradezu schmerzhafte Ignoranz gegenüber freien Theatern und eine krasse Missachtung all jener Theaterleiterinnen und Theaterleiter, die sich unabhängig und selbstständig finanziert haben. Die momentane Situation ist für alle schwer, aber als freier Theatermensch erlebt man diese Krisensituation besonders hilflos und allein gelassen.

Einige Jahre lang leitete ich in Köln das Severins-Burg-Theater vollkommen ohne Subventionen. Ich musste dennoch mit den Eintrittspreisen der überwiegend subventionierten Theater konkurrieren und Wege finden, meine Künstlerinnen und Künstler zu bezahlen. Es ging nicht immer reibungslos, aber es gelang mir größtenteils.

Dieser Erfolg wäre mir verwehrt geblieben, hätte ich über längere Zeit maximal eine Auslastung von dreißig bis vierzig Prozent in meinem Theater haben dürfen, vor allem, wenn ich auch noch extra Kosten gehabt hätte, um Ordner und Sicherheitspersonal zu stellen, während mir im gastronomischen Bereich an der Bar ein Großteil der Einnahmen weggebrochen wäre.

Ein Theater finanziert sich nicht nur über Eintrittsgelder, sondern auch darüber, dass die Menschen das Theater als Ort des Schauens erleben, eng aneinander sowohl im Zuschauerraum als auch an der Bar, wo besonders in den Pausen und nach der Aufführung ordentlich Umsatz gemacht wird.

Die momentanen Auflagen werden die freie Theaterszene eher zerstören, als dass ihr damit geholfen wird. Selbst bei vollkommener Auslastung des durch die Auflagen Erlaubten würde ein kleines Theater an dem Abend Verluste machen.

Ich mag es kaum schreiben, aber unter diesen Umständen ist es besser, wenn die Theater gar nicht öffnen dürfen, als dass sie so öffnen müssen.

Bei diesen Auflagen fallen nämlich ausgerechnet jene durchs Netz, die bisher erfolgreich und ohne große Subventionen dieses Land mit Kultur bereichert haben.

Ich ahne schlimmes.

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