Judenhass in Kalifornien

Ben Shapiro ist ein US-amerikanischer Rechtsanwalt und Autor. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt hatte er mit zwölf Jahren, als er im Jahr 1996 auf seiner Violine das Thema aus dem Film „Schindlers Liste“ beim Israel Bonds Banquet spielte.

Ben Shapiro war mit siebzehn Jahren einer der jüngsten US-amerikanischen Kolumnisten. Bevor er einundzwanzig Jahre war, hatte er bereits zwei Bücher veröffentlicht. Im Jahr 2007 machte er seinen Abschluss an der Harvard Law School. Im Jahr 2015 startete er im Internet seine „The Ben Shapiro Show“, die mittlerweile über 1,4 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten hat.

Laut einer Studie der Anti-Defamation League, die judenfeindliche Tweets zwischen dem August 2015 bis zum Juli 2016 zählte, war Ben Shapiro mit über 7.400 hasserfüllten Tweets gegen ihn der am meisten angegriffene Journalist des Landes. Sein Vergehen: Er ist Jude!

Die, die ihn hassen, behaupten, dass er Jude ist, sei nicht das Problem. Sie sagen, sie hassen ihn, weil er in den Jahren von 2012 bis 2016 für Breitbart News geschrieben hat, als wäre das schon ein Grund für Hass. Sie nutzen aber alte judenfeindliche Bilder, um ihn zu diffamieren.

Am 7. November 2019 hielt Ben Shapiro an der Stanford University in Kalifornien einen Vortrag halten. Das offizielle Motto der Universität lautet: „Die Luft der Freiheit weht“. Einundzwanzig Nobelpreisträger hat die Stanford University bisher hervorgebracht. Der Titel von Ben Shapiros Vortrag lautete: „Fakten kümmern sich nicht um Eure Gefühle“.

Eine selbsternannte antifaschistische Gruppe rief im Vorfeld der Rede dazu auf, den Vortrag von Ben Shapiro zu stören und nutzte dabei ein grausames Bild. Unter der Überschrift „Stille Kundgebung“ wurde ein Insektenvertilgungsmittel gezeigt mit dem Ben Shapiro eliminiert werden sollte.

Die Bezeichnung von Juden als Ungeziefer, Parasiten und Schädlinge hat eine lange Geschichte. Mit dieser radikalen Entmenschlichung wurde die physische Vernichtung von Juden im Nationalsozialismus vorbereitet. Die Nazis erklärten einfach: „Wer Ungeziefer ausrottet, begeht keinen Mord an Menschen.“

Heinrich Himmler organisierte als Reichsführer SS die Judenvernichtung in Deutschland und erklärte: „Sich von Läusen zu befreien, ist keine Frage der Ideologie, sondern eine Sache der Sauberkeit.“

In seiner Biografie „Mein Kampf“ schreibt Adolf Hitler über „den Juden“: „Er ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.“

Im November 1941 schrieb Joseph Goebbels über das Ghetto von Wilna im besetzten Polen: „Die Juden sind die Läuse der zivilisierten Menschheit. Man muss sie irgendwie ausrotten, sonst werden sie immer wieder ihre peinigende und lästige Rolle spielen. Nur wenn man mit der nötigen Brutalität gegen sie vorgeht, wird man mit ihnen fertig.

Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas Abdallah Jarbu: „Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

In dieser unseligen Tradition wurde im November 2019 an einer Universität in Kalifornien dazu aufgerufen, den jüdischen Autor Ben Shapiro wie Ungeziefer zu behandeln.

Wieder handelten jene, die Menschen als Schädlinge bezeichnen, in der Überzeugung, etwas Gutes zu tun, nämlich die Universität zu säubern.

Wer einen Menschen als Schmutz bezeichnet, schreckt vor Lügen nicht zurück. Im Mittelalter wurde behauptet, Juden würden Brunnen vergiften, Hostien schänden, Christen verfolgen und die Pest bringen. Für viele Menschen war klar, dass sich Juden gegen das Prinzip der Nächstenliebe stellen würden. Martin Luther schrieb einst: „Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

Sogar noch heute gibt es Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, das Christentum sei eine Religion der Nächstenliebe, während Juden rachsüchtige Menschen sein sollen. Zur Untermauerung ihrer Überzeugung von der Rachsucht der Juden zerren sie Sätze aus dem Zusammenhang, wie zum Beispiel den biblischen Satz „Ein Auge für ein Auge“, berichten ausnahmslos negativ über Juden, wie oft im Falle Israels oder stellen einfach irgendwelche Behauptungen über Juden aus, weil sie wissen, dass es genug Judenhasser gibt, die erstmal alles Schlechte glaube, was über einen Juden gesagt wird.

In dem Aufruf zum Protest gegen den „Schädling“ Ben Shapiro steht: „Wir haben die Mittäterschaft der Universitätsverwaltung satt, die schwarze, braune, transsexuelle, queere und muslimische Studenten in Gefahr bringt, indem sie Ben Shapiro auf dem Campus lässt.“

In der alten Tradition der judenfeindlichen Behauptung von der Brunnenvergiftung und Hostienschändung wird hier einfach behauptet, Ben Shapiro würde Menschen hassen. Das stimmt jedoch nicht!

Es gibt keinen Grund für Juden, sich zu rechtfertigen, wenn Judenhasser Lügen über sie verbreiten, daher fühle ich ein körperliches Unbehagen, wenn ich Ben Shapiro gegen all die Lügen verteidige, die über ihn verbreitet werden, aber ich muss es einfach sagen: So wenig wie Juden einst Christen in Gefahr brachten, bringt Ben Shapiro heute Muslime, Homosexuelle oder andere Menschen in Gefahr. Ben Shapiro ist als Mensch und gläubiger Jude davon überzeugt, dass alle Menschen gleich erschaffen worden sind und dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden sind, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach Glück.

Das ist die Wahrheit.

Die Menschen jedoch, die Ben Shapiro zu einem Parasiten erklären, lügen. Sie erklären, Ben Shapiro sei schon durch seine pure physische Existenz eine Gefahr.

In dem Aufruf steht klar und deutlich, dass die Universitätsverwaltung die Menschen allein schon dadurch in Gefahr bringen soll, dass sie Ben Shapiro überhaupt auf den Campus lässt. Seine pure Existenz ist somit das Problem. Das ist Judenhass mit Hang zur Vernichtungsphantasie. Deshalb wird auch das Bild des Insektenvernichtungsmittel bemüht.

Die folgenden Worte des Aufrufs wirken daher besonders bedrohlich: „Wir protestieren nicht, weil wir zu sensibel sind, um Meinungen zu hören, die uns nicht gefallen. Wir protestieren, weil wir stark genug sind, um uns zu verteidigen.“

Judenhass hat es immer gegeben. Lebensbedrohlich wurde der Hass für Juden aber immer erst dann, wenn die Judenhasser stark genug waren, sich „zu verteidigen“. Der Aufruf endet mit den Worten: „Tragt, wenn möglich, bitte schwarz“.

Als Schwarzhemden wurden auch die Mitglieder paramilitärischer Milizen der italienischen Faschisten bezeichnet. Ihre selbsterklärte Aufgabe bestand darin, das gute italienische Volk vom bösen Schmutz zu säubern. Sie waren fest davon überzeugt, das Richtige zu tun.

***

Nachtrag: Nach der Veröffentlichung dieses Artikels wurde ich gefragt, warum ich Ben Shapiro nicht kritisiere. Nun, wer mich kennt, weiß, dass es einige Themen gibt, wo ich ganz anderer Meinung bin als Ben Shapiro. Wenn jedoch ein Mensch, selbst wenn ich nicht seiner Meinung bin, mit menschenfeindlichem Hass konfrontiert wird, dann nutze ich die Gelegenheit nicht, ihn zu kritisieren. Schweigen ist auch keine Option. In solchen Momenten der Unmenschlich ist es meine Aufgabe, den Menschen, dem dieser Hass entgegengebracht wird, in seiner Menschlichkeit zu verteidigen. Alles andere wäre unanständig.

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Antisemitismus in Freiburg – Kippa vom Kopf geschlagen und reingespuckt

In einem Fitnessstudio in Freiburg wurde ein 19-jähriger jüdischer Student angegriffen.

Auf Facebook schreibt Samuel K.:

Ich wurde im Fitnessstudio angegriffen, weil ich Jude bin! Heute abend (4. November 2019) gegen 21:15 Uhr schlich sich ein Typ von hinten an mich heran, packte meinen Kopf und riss meine Kippa herunter! Er schrie „Du schmutziger Jude“ und „Freiheit für Palästina“, spuckte in meine Kippa und warf sie in den Müll!

Ich war schockiert! Er sah mich an und fragte mich: „Willst Du, dass ich Dich erst verprügel? Verpiss Dich Du stinkender Jude!“ Ich war von dieser Situation völlig überfordert und fragte ihn (aus welchem Grund auch immer): „Hier, vor allen Leuten?“

Irgendwie hoffte ich, dass sich jemand in der Umkleidekabine, die voller Männer war, einmischen würde. Ich drehte mich um. Ich schaute allen in die Augen! Niemand reagierte. Alle schauten nur zu.

Ich hatte buchstäblich Angst um mein Leben und begriff, dass mir niemand helfen würde, dass alle nur zuzusehen!

Gott sei Dank stand dann ein alter Mann auf und versuchte, die Situation zu beruhigen. Der Angreifer ging einfach weg, als wäre nichts geschehen! Dem Mitarbeiter, der ihn zu befragen versuchte, sagte er, dass nichts passiert sei und selbst wenn etwas passiert sei, es niemand beweisen könne!

Die Polizei kam und jetzt ermittelt die deutsche Staatssicherheit.

Danke Polizei Freiburg, dass Sie diesen ekelhaften Fall von Antisemitismus ernst nehmen und mir geholfen haben!

Vermutlich fragen sich jetzt einige von Euch, warum ich das hier öffentlich mache. Ich möchte wirklich keine unnötige Aufmerksamkeit erregen, aber ich habe es satt, dass Leute denken, Antisemitismus sei keine große Sache oder noch schlimmer, dass Leute Dinge sagen wie: „Trag doch die Kippa einfach nicht, um nicht zu provozieren.“

Ich habe diesem Kerl nichts getan, außer jüdisch zu sein!

Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen und sehe mich als Teil dieses Landes und seiner Menschen! Warum kann ich nicht offen jüdisch sein und ins Fitnessstudio gehen, wie jeder andere sich, ohne um mein Leben zu fürchten?

In Freiburg gibt es die allgemeine Wahrnehmung, Antisemitismus gäbe es nur im Fernsehen oder in Berlin. Das war’s! Die Wahrheit sieht ganz anders aus!

Zum Schluss möchte ich betonen, es ist äußerst wichtig, das Bewusstsein über Antisemitismus zu schärfen, denn vor achtzig Jahren wurden in diesem Land Juden schikaniert und öffentlich gemobbt und wir alle wissen, wie diese Geschichte endete!

Ich möchte endlich sehen, dass die Leute weniger das Klischee „#neveragain“ schreien und vielmehr damit anfangen, danach zu handeln! Erinnert Euch nicht nur ein- oder zweimal im Jahr an die ermordeten Juden, sondern beginnt zu handeln!

Steht auf gegen Antisemitismus! Bitte helft Euren Mitmenschen, wenn Ihr so etwas oder andere Formen von Antisemitismus seht!

Auf Twitter wurde von Antonia Yamin fogende Nachricht gepostet:

In einem Gespräch mit mir erklärte der junge jüdische Mann: „Der Raum war voller junger starker Männer, aber niemand mischte sich ein. Mir wurde klar, dass ich alleine war. Bis zum heutigen Tag dachte ich, es sei nicht wirklich gefährlich als Jude und ich könnte mich in Freiburg frei fühlen, aber jetzt wird mir klar, dass ich mich geirrt habe und dass mir niemand helfen wird, wenn mir auf der Straße etwas passiert.“

Auch in Köln gibt es einen Bericht von einer ähnlichen Tat. Sie liegt allerdings schon zwei Jahre zurück. Lior schreibt auf Facebook:

Mir hat auch im Fitnessstudio (McFit in Köln-Ehrenfeld) jemand mal vor die Füße gespuckt und mich als „Scheiß Yahud“ beschimpft. Die Studioleitung hat sich dafür nur halbherzig interessiert.

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Israel, 2. November 2019 – Israel wurde in der letzten Nacht mit Raketen aus dem Gazastreifen bombardiert. Überall im Süden Israels heulten die Alarmsirenen. Viele Kinder, Frauen und Männer verbrachten die Nacht in Bunkern.

In den letzten Jahren wurden tausende Raketen und Granaten auf Israel abgefeuert. Die Raketen wurden bewusst in die Richtung von Schulen, Hospitälern, Altenheimen und Kindergärten abgefeuert! Das Ziel jeder Rakete war es, so viele Israelis wie möglich zu töten, Kinder und Greise.

Die Motivation für die Angriffe auf Zivilisten benennt die Hamas offen in ihrer Gründungscharta, wo im Artikel 7 offen die Vernichtung des gesamten jüdischen Volks gefordert wird.

Die Intention jedes Geschützes ist der Massenmord!

Der Massenmord misslingt der Hamas jedoch, weil Israel ein hervorragendes Abwehrsystem errichtet hat. Der Iron Dome konnte bisher die meisten Raketen abfeuern, bevor sie einschlagen konnten. Israel schützt die eigene Bevölkerung. Das ist der große Unterschied zwischen Israel und der Hamas:

Israel nutzt Waffen, um Menschen zu schützen. Die Hamas jedoch nutzt Menschen, um ihre Waffen zu schützen.

In Gaza sterben die Menschen, weil die Hamas ihre Bevölkerung missbraucht. Die Hamas beschießt israelische Schulen und nutzt gleichzeitig die eigenen Schulen, in denen der Hass auf Juden in Kinderhirne gehämmert wird, als Schutzschild für die Waffen, die auf Israel abfeuert werden, nur um dann umso lauter zu lamentieren, wenn jene Kinder sterben, die sie als Schutzschilde und Kindersoldaten für ihren Judenhass missbraucht haben.

Wer in den nächsten Stunden und Tagen die Bilder dieser Kinderleichen zeigen und nutzen wird, spielt das Spiel der Kindermörder mit und trägt Verantwortung dafür, wenn noch weitere Kinder im Propagandakrieg gegen Israel sterben.

Keine einzige Rakete Israels wird mit der Absicht abgeschossen, Zivilisten zu töten. Jede Rakete wird lediglich zur Verteidigung abgefeuert und in der klaren Ansage, die Hamas mit ihrem Vernichtungswillen zu schwächen und zu entmachten. Jede Rakete der Hamas jedoch hat zum Ziel, so viele Menschen, auch Kinder, wie möglich zu töten.

Das ist der Grund, warum auf der Seite Israels weniger Menschen sterben als auf der Seite des Gazastreifens. Die Hamas ist zu schwach, ihren Massenmord zu exekutieren.

Schwäche ist keine moralische Überlegenheit.

Es ist gut, wenn Israelhasser zu schwach sind, ihren Hass auf das Volk Israels zu exekutieren.

Jeder Tote ist ein Toter zu viel. Deshalb unternimmt Israel unglaublich viel, um die Opferzahlen auch bei den Feinden gering zu halten. Bei einem Feind, der sich hinter Kindern versteckt, seine Waffen in Schulen hortet und von den Dächern von Krankenhäusern aus Raketen abfeuert, zeugt es von einer unglaublichen Nächsten- und Feindesliebe, wenn die Toten nicht in die Zehntausende gehen.

Die Hamas will in Masse morden, sie kann es aber nicht. Israel könnte in Masse töten, tut es jedoch nicht!

Israel liebt das Leben und will es schützen, selbst das Leben der Kinder und der Unschuldigen auf der Seite der Feinde, die in ihren Schulen, Moscheen, Parlamenten und Fernsehsendungen erklären, dass alle Juden vernichtet gehören.

Kein Land der Erde würde auf die offizielle Erklärung und den mehrfachen Versuch zum Völkermord so besonnen handeln wie Israel.

Hätte die Hamas all das Geld, das die Raketen und Tunnel gekostet haben, genutzt, um Gaza aufzubauen, so stünden in Gaza nicht nur noch alle Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen, sie wären auch noch perfekt ausgestattet. Bei all dem Geld, das Gaza bekommen hat, müsste Gaza eigentlich zu den reichsten Gebieten des Nahen Ostens gehören! Der Wunsch, Israel zu vernichten und der Hass auf Juden, hat jedoch das ganze Geld verschlungen. Nicht Israel und Juden sind eine Gefahr für Palästinenser, sondern der Hass auf Israel und der Hass auf Juden! Hass bringt keinen Wohlstand!

Israel hätte den Gazastreifen tausendmal lieber zum Partner als zum Feind.

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Ein wunderbares Christkind

Auf Facebook wurde folgende Nachricht veröffentlicht:

Was für eine widerliche Aussage über ein 17-jähriges bayrischen Mädchen, das in meinen Augen eine Spitzenbesetzung für das Christkind ist.

Jesus war Jude und lebte in Galiläa und Judäa. Benigna ist als Christkind eine perfekte Besetzung, auch wenn ihr Geburtsort Nürnberg über 2.800km von Jesus‘ Geburtsort Bethlehem entfernt ist.

Das Christentum kommt aus dem Nahen Osten und hat die Naturreligionen Europas schon vor Jahrhunderten ersetzt, nicht immer friedlich, wie ich hinzufügen möchte. Die „Indianer“ Europas sind somit schon seit Bonifatius blutige Geschichte. Bonifatius wird auch der „Apostel der Deutschen“ genannt. Vielleicht kann die AfD mit diesem Framing etwas anfangen.

Liebe Benigna,

lass Dich von diesem Hass nicht unterkriegen. Ich wünsche Dir und uns allen: Friede auf Erden und unter den Menschen Wohlgefallen!

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In welcher Stadt?

In welcher Stadt wurde am 8. Dezember 2017 auf offener Strasse von tausenden Menschen folgende Parole gebrüllt: „Zielt auf die Juden und erschießt sie!“

Die Antwort lautet: Malmö!

Aus den Mündern der Menschen in Malmö donnerte im Dezember 2017 der Ruf: „Von Schweden aus, von Malmö aus sind wir zu der Entscheidung gelangt, damit anzufangen und uns dazu zu entschließen, uns zu erheben!“

Malmö ist eine ganz besondere Stadt. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeine in Malmö, Fred Kahn, sagte vor einigen Jahren: „Das Klima für Juden in Malmö ist beschwerlich.“

Malmö wurde in den letzten Jahren immer wieder Tatort judenfeindlicher Krawalle. Es gab Randale in jüdischen Läden und Drohungen auf offener Straße, Juden zu schlachten. Es fanden Schändungen des jüdischen Friedhofs statt und Ende Juli 2012 explodierten Sprengkörper auf den Eingangsstufen der Synagoge.

Rabbiner Schneur Kesselman berichtet, dass er des Öfteren Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen bekäme. Viele Juden haben Malmö verlassen.

„Nach den Ereignissen der letzten Zeit ist Malmö keine Stadt, in der meine Kinder aufwachsen sollen“, sagt Daniel Eisenberg, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Oktober 2011 nach Stockholm gezogen ist. Auslöser für den Auszug der Eisenbergs war das Davis-Cup-Turnier im März 2011.

Weil Spieler des Staates Israel an dem Wettbewerb in Malmö teilgenommen hatten, kam es auf den Straßen der Stadt zu Demonstrationen, die sich auch gegen Malmös Juden richteten. Die Demonstranten verlangten einen Ausschluss der jüdischen Spieler aufgrund des „Vergehens“ Israelis zu sein. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu lies daraufhin das Tennismatch zwischen Schweden und Israel „aus Sicherheitsgründen“ vor leeren Rängen austragen. Selbst als der Stadtrat der schwedischen Linkspartei, Carlos Gonzalez, die Ausschreitungen gegen Juden mit der Worten rechtfertigte, „Wir können doch nicht einfach die Augen verschließen vor dem, was in Gaza passiert“, widersprach Reepalu nicht.

Als Reepalu einmal gefragt wurde, was er davon halte, dass jetzt immer mehr Juden aus Angst Malmö verlassen, sagte er nur lapidar: „Wenn Malmös Juden nach Israel ziehen, ist das ihre Sache.“

Einige Zeit später lies Reepalu die verbliebenen Juden wissen, dass die Jüdische Gemeinde in Malmö den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnte, wenn sie nur deutlich genug Abstand nähme von „Israels Gewalt gegen die zivile Bevölkerung im Gazastreifen“. Da kann man ja nur hoffen, dass Reepalu nicht bald den schwedischen Frauen rät, Abstand von kurzen Röcken zu nehmen, um so die Möglichkeit einer Vergewaltigung abzuschwächen.

Im Jahr 2014 wurde die schwedische Politikerin Hillevi Larsson, die dem schwedischen Parlament angehört, von einem schwedischen Palästinaverband ausgezeichnet. Auf einem Bild von der Verleihung sieht man Hillevi Larsson lächelnd mit schwarz-weiß-rot-grüner Fahne in der Hand und einer Plakette, auf der Israel komplett von Palästina ersetzt wurde.

Hillevi Larsson lächelt, wenn sie ein Bild hochhält, auf dem der Staat Israel nicht mehr existierte. Israel wird von der Landkarte getilgt und eine schwedische Politikerin lächelt.

Schweden, ein Land des judenhassenden Lächelns.

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Das schaudernde Gefühl

Eine Reaktion von Fabián dos Rios.

Lieber Herr Buurmann,

ich bin Fabian und war heute mit einem Freund auf Deiner Veranstaltung „Der Nathan-Komplex“ im Café Libresso. Als aller erstes möchte ich ein großes Lob für Deine tiefen Auseinandersetzungen und Einblicke aussprechen, denn es ist ein zerreißendes Thema, welches unfassbar schwierig ist, in so einer kurzen Zeit und mit solch einer Klarheit darzustellen.

Das wir uns früher verabschiedet haben und an der Diskussionsrunde nicht mehr teilgenommen haben, lag weniger daran, dass wir nicht interessiert waren, sondern viel mehr, dass wir schlicht und ergreifend mental und emotional ausgeschöpft waren – was für Dein Talent und Deine einnehmende Art spricht.

Nichtsdestotrotz möchte ich mich für die fesselnde Darstellung bedanken, denn seltenst hat mich ein Event in der Form überwältigt.

Nun ist ein Tag vergangen und ich habe Fragen, über dessen Horizont ich es nicht schaffe zu blicken und die ich mit Dir teilen möchte.

Zum einem gelingt es mir nicht zu begreifen, welches Phänomen oder Motiv den Menschen dazu bewegt, über so eine lange Zeit, eine ganz bestimmte Minderheit zu unterdrücken oder gar versuchen auszulöschen. Dass es ausschlaggebende Unterschiede in der Weltanschauung gibt, die dazu geführt haben, vermag ich, auch wenn nur mit mühevoller und unwürdiger Empathie, zu verstehen. Jedoch kann ich mich damit einfach nicht zufrieden geben.

Liegt die Wurzel tatsächlich in jenem Moment, wo sich die Glaubensrichtungen scheiden und eine Gruppe, seine veranlagte Eigenschaften wie Hass und Zorn mit jene Unterschiede begründet, rechtfertigt und auf die Minderheit abwälzt? Inwiefern spielt Macht eine Rolle? Ist es also eine Frage des Glaubens oder der menschlichen Natur innewohnend, welche beständig katastrophale Folgen mit sich zieht? Und welche Art des Glaubens, beziehungsweise universeller Philosophie, könnte gewährleisten, dass so etwas nicht weiter geschieht?

Auch wenn mich als sehr belesen und reflektiv einschätzen würde, viel beobachte und analysiere, habe ich das schaudernde Gefühl, immer weniger zu begreifen.

Schlussendlich wollte ich diese Gedanken und Fragen mit Dir teilen und mich für die Anregungen bedanken.

Ich wünsche Dir einen angenehmen Herbstanfang und einen guten Start in die Woche.

Viele Grüße
Fabián dos Rios

***

Nach der Lektüre habe ich sofort Kontakt mit Fabián aufgenommen. Wir werden uns treffen, um über all die Fragen, die auch ich in mir trage, näher zu sprechen. Tapfer im Nirgendwo wird über das Gespräch berichten.

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Sagt nicht „Beziehungstat“!

Immer wieder werden Frauen Opfer sexistischer Extremisten, so wie manche Menschen aufgrund ihrer äußerlichen Merkmale Opfer von Rassisten werden. Gewalttaten gegen Frauen, ausgeübt von Menschen, die glauben, dadurch einer sexistisch definierten Ehre zu genügen, sind sexistische Terroranschläge.

Das lateinische Wort „terror“ bedeutet Schrecken. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erklärt in seiner Resolution 1566, terroristische Handlunge seien solche, „die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen.“

Unter genau diese Terrordefinition fällt sexistische Gewalt. Mit sexistischer Gewalt werden Frauen gefügig gemacht. Sie werden entweder selbst angegriffen oder so in Angst und Schrecken versetzt, dass sie sich nicht mehr trauen, in gewissen Weisen zu handeln oder gewisse Orte zu betreten. Der sexistische Terrorismus macht ganze Plätze und Parks zu No-go-Areas für Frauen.

Das Wort „Beziehungstat“ verharmlost diese terroristischen Taten.

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Die dunklen Seiten unserer eigenen Herzen

Wenn es schon Antisemitismusbeauftragte in Deutschland gibt, dann sollte jede Partei einen eigenen Antisemitismusbeauftragten haben und die einzige Aufgabe dieser Person sollte darin besteht, den Antisemitismus in der eigenen Partei zu benennen und zu bekämpfen.

Mein Name ist Gerd Buurmann. Politisch befinde ich mich Tapfer im Nirgendwo. Bisher habe ich in meinem Leben folgende Parteien gewählt: SPD, CDU, Grüne, Die Grauen Panther, und FDP. Ich war einst Mitglied bei den Grünen und bin zur Zeit Mitglied bei der FDP. Die meisten dieser Parteien waren oder sind im Bund oder in einem Land in Regierungsverantwortung.

Es gibt einige Parteien, denen ich mein Vertrauen auf keinen Fall geben kann. Fast alle diese Parteien sind weder im Bund noch in einem Land in Regierungsverantwortung. Daher fällt meine Kritik zu diesen Parteien schwächer aus. Meine Kritik richtet sich nämlich vornehmlich an jene, die mit einer gewissen Macht ausgestattet sind und für deren Politik ich teilweise mitverantwortlich bin. Elie Wiesel hat mal gesagt:

„Wenn wir den Antisemitismus wirklich besiegen wollen, dann müssen wir bereit sein, auf die dunklen Seiten unseres eigenen Herzens zu schauen.“

Es gibt Antisemiten, die felsenfest davon überzeugt sind, nichts gegen Juden zu haben und doch unterstützen sie eine Politik, die für Juden gefährlich ist oder werden kann. Sie befinden sich in einer Kultur, in der entscheidende und gefeierte Persönlichkeiten ihrer eigenen Kultur-Geschichte mit höchst judenfeindlichen Aussagen aufgefallen sind, zum Beispiel Martin Luther und Voltaire. In einem solchen Umfeld kann es passieren, dass in bestgesinnter Absicht eine judenfeindliche Politik befördert wird.

Menschen mit Regierungsverantwortung tragen, wie das Wort schon sagt, deutlich mehr Verantwortung als eine Partei, die nur die Position der Opposition kennt.

Sigmar Gabriel von der SPD, der einst Außenminister Deutschlands war und den Judenhasser Mahmud Abbas öffentlich seinen „Freund“ genannt hat, Martin Schulz von der SPD, der eine Rede, die die bösartige Legende von jüdischen Brunnenvergiftern zum Inhalt hatte, als „inspirierend“ bezeichnet hat, Claudia Roth von den Grünen, die sich fröhlich mit Judenhassern gezeigt hat und Jürgen Möllemann von der FDP, der gegen Israel hetzte, tragen alle deutlich mehr Verantwortung als die Figuren der AfD, die von einem „Mahnmal der Schande“ und vom „Vogelschiss in der Geschichte“ faseln.

Es macht einen großen Unterschied, ob eine zutiefst und überall kritisierte Opposition sich im Wort vergreift oder ob eine mit politischer Entscheidungsmacht versehene Instanz durch Worte und Taten Fakten schafft.

Wenn ein deutscher Außenminister einen Judenhasser seinen Freund nennt, dann verblasst alles, was die Opposition von sich gibt, besonders, wenn der Außenminister einer Partei angehört, die ich mal gewählt habe, während die Opposition einer Partei angehört, die ich niemals wählen würde.

In jeder Partei gibt es politische Strömungen, die für Juden gefährlich sind. Es gibt jedoch Menschen, die verurteilen Antisemitismus nur dort, wo es sie selber nicht betrifft. Sie wollen lediglich gut dastehen. Sie wollen zeigen, wie gut sie sind, indem sie andere Menschen verurteilen. Ginge es ihnen wirklich darum, die zum Teil unerträgliche Situation für Juden in diesem Land zu bekämpfen, sie würden das tun, was Elie Wiesel von uns verlangt, nämlich in die dunklen Herzen der eigenen Seelen zu schauen.

Es ist ekelerregend, wenn Menschen, die der AfD nahestehen, nach einem Angriff auf Juden darauf hoffen, der Anschlag möge aus dem islamischen Umfeld kommen, nur um dann laut zu lamentieren, während sie bei anderen Angriffen auf Juden schweigen. Es ist erbärmlich, wenn Menschen, die dem Islam angehören, jede Auseinandersetzung mit ihrem Glauben als Ideologie von sich weisen, wenn ein Angriff auf Juden von dem Täter selbst mit den Lehren des Islams gerechtfertigt wurde. Es ist selbstgerecht, wenn linke Politikerinnen und Politiker einen Anschlag auf eine Synagoge ausnahmslos dafür nutzen, gegen eine rechte Partei zu hetzen.

Beim Kampf gegen Antisemitismus müssen wir verstärkt auf jene Instanzen schauen, die mit einer gewissen politischen Macht ausgestattet sind.

Ein Gericht, das in einem Anschlag auf eine Synagoge „kein Anhaltspunkt für eine antisemitische Tat“ erkennen kann, eine Polizei, die eine Wohnung in Duisburg stürmt, um eine Israelfahne zu entfernen, islamische Länder, in denen Juden von Staats wegen verfolgt werden und eine Organisation wie die Vereinten Nationen, die Israel öfter kritisiert und verurteilt als alle anderen Länder der Welt zusammen, all diese Instanzen schaffen in Worten und Taten ein Klima, in dem Judenhass gedeihen kann. Diese Instanzen müssen kritisieren werden, weil sie sind mit einer gewissen Macht ausgestattet sind.

Es ist nicht leicht, auf die eigene Nachbarschaft und tief in das eigene Herz zu schauen, aber es ist notwendig. Der Kampf gegen Judenhass ist kein Instrument der eigenen moralischen Selbsterhöhung, es ist stets auch eine schmerzhafte Selbstkritik.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

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Theodor Wonja Michael – Ein Nachruf

Im Jahr 2007 spielte ich in einer Inszenierung von Burkhard Schmiester den Narren in William Shakespeares „König Lear“ im Severins-Burg-Theater. Die Hauptrolle spielte Theodor Wonja Michael. Er war 82 Jahre alt.

Als Narr sprang und hüpfte ich über die Bühne und verschwand irgendwann unter dem Tisch des Königs. Dort blieb ich, verschwitzt und außer Atem, für mehrere Minuten hocken und wartete auf meinen nächsten Auftritt. Am Tisch saß Ted als König Lear und spielte seine Rolle.

Was niemand sah, außer mir: während Ted am Tisch die Szene zwischen König Lear und seinen Töchtern spielte, holte er unter dem Tisch, vom Publikum verborgen, ein Taschentuch hervor und reichte es mir zum Abwischen meiner Schweißperlen.

Er tat dies bei jeder Aufführung!

An jedem Abend hatte er vor dem Auftritt für mich ein frisches Taschentuch eingepackt. Es war eine kleine Geste und doch spiegelte sich darin nicht nur die Größe dieses Mannes, sondern auch seine Fähigkeit, selbst in kleinen Momenten die Großzügigkeit des menschlichen Seins hervorscheinen zu lassen.

Ted glaubte an das Gute im Menschen. Wer sein Leben kennt, weiß, wie bemerkenswert das ist. Ted lebte das Gute im Menschen.

Am 19. Oktober 2019 ist Theodor Wonja Michael im Alter von 94 Jahren gestorben.

Nun sitze ich hier, an einem Tisch in einem Kölner Café und denke an all die Taschentücher. Plötzlich fühle ich wieder, wie ich unter dem Tisch hockte. Wie ich seiner sanften und doch starken Stimme lauschte. Wie ich seine Aura voller Stolz und Zerbrechlichkeit spürte.

Theodor Wonja Michael war einer der größten Schauspieler, mit dem ich je gemeinsam auf einer Bühne stehen durfte. Von ihm lernte ich durchs bloße Mitspielen, durchs einfache Dasein auf der Bühne mit ihm. Für Ted war jeder Mensch auf der Bühne von gleicher Bedeutung. Er kannte keine Nebenrollen. Ted kannte nur Mitrollen.

Wie ich diesen Mann vermisse, das Klacken seines Gehstocks, wenn er in die Garderobe kam, seine warme Umarmung, nachdem man gemeinsam auf der Bühne gestorben war, seine Hand, die immer zärtlich die Hand des Gegenübers nahm und seinen unerschütterbaren Glauben an die Menschlichkeit, die er mit jeder Rolle ehrte.

Lieber Ted,

jetzt sitzt Du vermutlich unter dem Tisch Gottes. Du hast dieser Welt so viel gegeben. Ich bin mir sicher, Gott holt gerade ein Taschentuch heraus und reicht es Dir.

Danke!

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Die doppelte Moral der Claudia Roth

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat den iranischen Parlamentssprecher Ali Laridschani bei einer Sitzung in Belgrad mit ausgestreckten Armen und freudig strahlend getroffen.

Ali Laridschani ist zuständig für den Islamischen Dschihad, der Frauen unterdrückt, Homosexuelle und Andersgläubige verfolgt und tötet, sowie weitere unzählige Menschenleben ausgelöscht hat. Im Januar 2015 traf Claudia Roth ihren Kollegen Ali Laridschani in Teheran. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete von dem Treffen wie folgt:

„Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, für ihren Teil, unterstrich die Notwendigkeit der aktiven Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den Parlamente beider Länder und sagte: „Es gibt viele Kapazitäten, die vom Iran und Deutschland genutzt werden können, zur Schaffung von Stabilität und Ruhe, sowie zur Beseitigung Gewalttaten.“

Bei dem Treffen erklärte Ali Laridschani übrigens: „Beleidigung der göttlichen Religionen und Propheten unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit provozieren Gefühle von Hass in der Welt.“

Es waren erst ein paar Tage vergangen, nachdem ein großer Teil der Redaktion von Charlie Hebdo ausgelöscht worden war, als sich Claudia Roth diese Worte von Marziyeh Afkham vom iranischen Außenministerium anhörte:

„Das iranische Außenministerium bedauert die Veröffentlichung der blasphemische Karikatur, die wir als Provokation und beleidigend einstufen. Wir verurteilen die provokative Entscheidung und unserer Ansicht nach ist die Aktion der Wochenzeitung beleidigend. Wir verurteilen sie vollständig, da es provozierend ist und die Gefühle der Muslime der ganzen Welt verletzt. Es wird eine Folge von Extremismus in der Welt schaffen.“

Ebenfalls im Januar 2015 erklärte Claudia Roth: „PEGIDA ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung.“

Warum fuhr sie dann nicht auch nach Dresden, um dort den Dialog mit den selbsternannten Patrioten zu suchen? Sie reiste schließlich auch verschleiert in den Iran, um mit jenen zu reden, die Homosexuelle hinrichten, Frauen unterdrücken und Juden und Christen elementare Grundrechte verweigern. Claudia Roth aber erklärte, nachdem einige Abgeordnete der AfD nach Dresden gereist waren, um mit PEGIDA zu reden:

„Diese Angstmacherei, dieses auf dem Rücken von Minderheiten populistische Politik betreiben zu wollen, Stimmen einfangen zu wollen, ist regelmäßig vom Vorteil der rechts außen, der Rechtsextremen. Und wir sehen ja wie die AfD, diese Rassisten in Nadelstreifen, genau diese Stimmung mit schüren.“

Wenn Leute, die mit PEGIDA reden, als „Rassisten in Nadelstreifen“ bezeichnet werden können, ist dann auch eine Frau, die die iranische Regierung besucht, eine „Judenhasserin und Schwulenmörderin im bunten Kleid“?

Im Jahr 2011, als der damalige Außenminister Guido Westerwelle nach Teheran flog, um zwei deutsche Journalisten aus den Fängen der iranischen Justiz zu befreien und dabei Ahmadinedschad traf und ihm die Hand schüttelte, erklärte Claudia Roth: „Die Bilder mit Herrn Westerwelle und Ahmadinedschad sind keine schönen Bilder, weil Ahmadinedschad dadurch Anerkennung findet.“

Was bitte ist der Unterschied zwischen Claudia Roth und Guido Westerwelle? Wie schafft es Claudia Roth bloß, an ihrer Doppelmoral nicht den Verstand zu verlieren? Hat sie ihn etwa schon längst verloren?

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