Selbstachtung Fehlanzeige

Deutliche Worte von Simone Schermann nach den diversen Anschlägen auf jüdische Menschen und Einrichtungen der letzten Zeit.

Der Baden-Württembergische Antisemitismus-Beauftragte Michael Blume war am 14. Oktober 2019 zu Gast in der Katholischen Akademie Freiburg. Thema des Nachmittags: „Alter Wein in neuen Schläuchen“ – Antisemitismus und Islamphobie.

Ja, der Mann mit diesem Facebook-Like:

„Zionisten, Nazis und Radikale sollen sich schnell von meiner Freundschaftsliste verabschieden.“

Angetan, aus Versehen, wie er später erklärte, war Blume von dieser Aussage eines seiner ehemaligen Facebook-Freunde. Ein Mann, der notorisch hasserfüllte Verschwörungsphantasien zu Israel postet und die jüdische Nationalbewegung Theodor Herzls gleichgesetzt mit Nazis. Ich hatte ihn vor längerer Zeit auf Facebook geblockt. Nicht so Blume. Er brauchte etwas.

Dafür aber nannte Blume eine pro-israelische Aktivistin sehr schnell und sehr deutlich in einem Atemzug mit Adolf Eichmann, weil sie es gewagt hatte, seine Begeisterung mit dem Israel-hassenden Vereinen JUMA zu kritisieren.

Blume darf zwar selbst mit Kuwait Airways fliegen, wittert aber überall komödienhaft Antisemitismus, wenn man Stellung gegen ihn bezieht, wenn er mit muslimischen Antisemiten den Hass auf Juden bekämpfen will. Derselbe Mann, der nicht versteht, dass Antisemitismus Judenhass ist. Da es Judenhass ist, wenn man als Jude von deutschem Boden aus nicht Kuwait Airways fliegen kann. Der Beauftragte der Landesregierung der mit allem ihm gegebenen Handlungsspielraum durchsetzen will, dass Islamophobie und Judenhass zu einem Einheitsbrei verquirlt werden.

Blumes Kernaussagen sind: Antisemitismus betrifft uns alle – nicht nur Juden. Denn Angela Merkel und er selbst würden antisemitisch attackiert. Zudem sei das ultimativ Böse unserer Zeit die Freiheit von Internet, WhatsApp und Facebook.

Er beendet Vorträge gerne mit Bildchen aus dem Internet: Angela Merkel und die UNO! Beide wären antisemitischen Attacken ausgesetzt. Entsetzen im Publikum. Nein, kein Witz. Die UNO, die Israel in mehr Resolutionen verurteilt als alle anderen Länder zusammen. Die UNO, in der Deutschland sich den wahnwitzigsten, antisemitischsten und verschwörungshafttesten Resolutionen gegen Israel unterwirft. Warum er den Inhalt so einer UN-Resolution nicht als „Lacher“ zum Besten gab, bleibt sein Geheimnis. Gelacht wurde sehr viel bei dem Vortrag. Judenhass ist offenbar ein originelles und urkomisches Thema, selbst der Veranstalter lobte Blume für seinen heiteren Vortrag. Offenbar schien nur mich die Fäulnis seiner Witze zutiefst anzuekeln.

Dabei sind Blumes Lieblingsthemen Verschwörungstheorien aus den Untiefen des Internet, die er mit ungeniertem Dauergrinsen einem ergebenen Publikum kübelweise als Lacher zur freien Verkostung gibt. „Antisemitismus in neuen Schläuchen.“

Mehrfach kann er es nicht unterlassen, die Wichtigkeit seiner Tätigkeit zu betonen, er sei ja schließlich „ein Doktor“, wie ihm diverse „Antisemiten“ versicherten, ergo “müsse er ja den Zionismus als Weltverschwörung erkennen.“ Mit ein wenig Humor wird der schäbigste Judenhass zum Spaß. „Hoffentlich ist das kein Notfall“ lässt er uns wissen, als sein Handy piepst.

Ein Freund aus Israel schrieb auf Facebook folgendes: „Heute sind die Juden in Judäa und Samaria eine Provokation, gestern waren es die Juden in Europa und morgen werden sie`s an beiden Orten sein.“

Jüdische Klugheit und Vorahnung lassen die Wahrheit aus ihm sprechen.

So sollten auch vor allen anderen Juden auf dem Vortag Blumes auch erst einmal die in der JAfD dran sein.

Zuvor ein historischer Exkurs.

Februar 1941: Ben Gurion besucht die Volksoper in Tel Aviv – die Fledermaus von Johann Strauss. Die Operette begann mit Verspätung. Als Grund nannte der Direktor auf Nachfrage Ben Gurions, man warte auf einen prominenten Briten. Die Reaktion Ben Gurions spricht Bände: „Und ich habe mich geschämt“ sagte er. „Wieso spucken wir uns selbst ins Gesicht? Wenn wir so sind – warum ereifern wir uns dann, über Beleidigungen, die andere uns zufügen?“

Auf die verspätete Prominenz mit dem Beginn der Operette zu warten, weil der ein hochrangiger britischer Beamter war, hielt Ben Gurion für eine nationale Schande und Selbstdemütigung. Er sagte:
„Nur wenn wir Selbstachtung zeigen, wird man uns Achtung zollen.“

Eine Selbstdemütigung von Bedeutung wurde im Oktober 2019 in Freiburg geboten. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Freiburg, Irina Katz, stellte an Blume folgende Fragen: Sie wolle von ihm hören, ob die AfD geistiger Brandstifter der Tat in Halle sei und wie man mit den Juden in der AfD umgehen solle und mit Wolfgang Fuhl?

Man lasse sich einmal diese Frage auf der Zunge zergehen, fünf Tage nach Jom Kippur! Dem Tag, an dem Juden um die Vergebung ihrer Sünden beten – gläubige Männer tragen ihr weißes Totenhemd. Es ist der höchste Feiertag der Juden, bei dem sie sich mit ihren Verfehlungen an Gott wenden und ihr Flehen damit unterstützen, dass sie sich mit der rechten Hand leicht auf die linke Brustseite klopfen, wo das Herz ist. Sie beten auch um Vergebung der Sünde der üblen Nachrede.

Auch Herr Blume kam etwas zu spät, fand aber die Zeit, sich zu seiner tiefgehenden Freundschaft mit „Irina“ zu bekennen und dazu, dass er im Anschluss in der Sukka der Gemeinde Freiburg zumindest vorbeischaue. Soweit – so gut.

Auf die Frage, ob er seine Taten bereue, sagte Adolf Eichmann einst: „Mein Gewissen ist völlig rein“. Er habe niemanden getötet und „nur Anweisungen von oben befolgt“. Eichmann war ein deutscher Beamter par excellence, ein gewissenhafter Organisator und Massenmörder, der seinen Handlungsspielraum nutzte. So sagte er: „Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen.“

Siebzig Jahre nach dem Holocaust fordert nun die Vorsitzende einer Jüdischen Gemeinde einem mit ihr aufs engste befreundeten, deutschen Beamten vor versammelter Zuhörerschaft dazu auf, für den Umgang mit bestimmten Juden spezifische Verhaltensregeln zu benennen. Sie hielt ihn für den exakt richtigen Mann. Offenbar stellten sich dabei nur mir die Nackenhaare auf. Mit großer Scham dachte ich an die Worte Ben Gurions.

Theodor Herzl schreibt in seinem Artikel „Protestrabbiner“ vom 16. Juli 1897 eine Replik an die führenden Funktionärsjuden aus großen jüdischen Gemeinden in Deutschland. Diese hatten sich zusammengetan, um den bevorstehenden Ersten Zionistenkongress in Basel zu torpedieren und die zionistische Bewegung als solche zu verhindern. Nichts Geringeres als die Beschneidung der Meinungsfreiheit war hier das Ziel. Herzls Worte dröhnen uns heute entgegen:

„Aber dem Judentum angehören, das Judentum sozusagen berufsmäßig auszuüben und es gleichzeitig bekämpfen, das ist etwas, wogegen sich jedes rechtliche Gefühl auflehnen muss.“

Meine Fragen an Blume ging dahin, was er unternähme, damit der nicht vollendete Terrorakt auf die Synagoge in Berlin als islamischer Antisemitismus benannt wird und warum der muslimische Täter auf freiem Fuß ist? Was tun Sie konkret auch gegen den Antisemitismus aus anderen Parteien wie der SPD, CDU, Linke und Grüne, die beispielsweise die Verbreitung von antisemitischen Brunnenvergiftungslegenden von Mahmud Abbas im EU-Parlament mit teilweise stehendem Applaus honoriert haben oder das die Bundesregierung den Iran hofiert, der ständig Israels Vernichtung ankündigt?

Ich bekam auf meine Fragen keine Antwort. Niemand hakte nach.

Keine Kritik an Sigmar Gabriel, der Israel einen Apartheidstaat nennt und Mahmud Abbas seinen Freund. Dabei sind es genau solche Aussagen hochrangiger deutscher Politiker, die den Nährboden für Antisemitismus und Judenhass legen. Das ist die geistige Brandstiftung im Deutschland von heute, gestern und morgen. Und diese sind die Folgen: An dem Shabbat vor Yom Kippur 2019 stieg ein Mann über den Sicherheitszaun der Berliner Synagoge, in der Hand ein Kampfmesser mit einer zwanzig Zentimeter langen Klinge und rief: „Allahu Akbar“ und „Fuck Israel“. Nach einer kurzen Haftvorführung durfte er wieder gehen.

Beim Anstieg des Antisemitismus macht sich Blume mitschuldig, weil er mithilft, dass ein versuchtes Attentat eines Schutzsuchenden auf die Synagoge Berlin medial und politisch vertuscht wird. Weil er das Attentat von Halle aber nach Gusto erwähnt. Am liebsten in Verbindung mit der Verteuflung des Internets, denn „jeder ist online“ und der „Antisemitismus sei mit den neuen Medien wieder da, auch der Täter von Halle war im Internet.“

Blume wird zum geistigen Mitwisser, weil er seine parteilichen Vorträge dazu verwendet, sich an seinen Brotgeber anzubiedern. Wie beiläufig lässt er innerhalb eines biblischen Exkurses einfließen, dass „die Kinder Noahs noch nichts wussten vom Klimawandel – und trotzdem ist er schon da.“ Auch der Hass auf Greta darf nicht unerwähnt bleiben.

Eine beschämende Darbietung eines von Blasiertheit getriebenen Ideologen und Karrieristen, der mit dem Leid von Juden seine Laufbahn befeuert und dessen oberste Priorität es ist, die Politik der Bundesregierung schonungslos witzig zu vermarkten. Unerwähnt lässt er die hasserfüllten Texte der Rapper des von ihm unterstützten Vereins JUMA, die mit hübsch verpackten Euphemismen die Vernichtung des Staates Israel besingen.

Wenn nach dem Vortrag eines deutschen Beamten die Forderung artikuliert wird, für eine bestimmte Gruppe Juden, bestimmte Verhaltensregeln oder Umgangsformen zu nennen, stehen wir bereits vor dem Scherbenhaufen des Humanismus und der Meinungsfreiheit. Offenbar hatte man vor, hier und heute dem Recht auf freie Meinung einer politischen Gruppe von Juden das Licht auszublasen. Welche Ideale waren wohl hier am Werk? Und wann sind die anderen Juden dran?

Wessen Meinungsfreiheit geht es als nächstes an den Kragen? Wird man für Juden Regeln des Umgangs einfordern, wenn sie in den sozialen Medien zu Israel stehen? Oder wird sich Michael Blume gemeinsam mit Freunden und JUMA eine Vorgehensweise gegen sie überlegen? Vielleicht ein Verbot des Internets? Für wen gilt die Meinungsfreiheit in Deutschland und für wen nicht?

Schließlich hält Herr Blume JUMA für ein „Vorzeigeprojekt gelungener Integration.“ Faten El-Dabbas, eine der Protagonistinnen des Vereins, propagiert lediglich öffentlich die Befreiung Palästinas und noch lieber Verschwörungstheorien, wonach IS-Terroristen vom Mossad ausgebildet würden, um den Islam zu diskreditieren. Kein Aufschrei aus dem Publikum in Freiburg. Es sind wohl doch nicht alle online!

Am Abend des Attentates in Halle befand ich mich in der Synagoge Bonn während ein zum Töten bereiter Mann versucht hatte, sich den Zugang zur Synagoge in Halle freizuschießen. Als verstörend empfand ich den ungetrübten Fortgang der Feierlichkeiten zum Ausgang von Yom Kippur. Man tat, als wäre nichts geschehen, als müsse man die vertuschte Tat vor der Synagoge in Berlin hinnehmen. Ein geradezu makabres Szenario. Jemand sang Lieder. In meinem Kopfkino erinnerte mich dieses Trauerspiel an eine jüdische Version des Untergangs der Titanic, mit ausschließlich Juden an Bord. Eine Band spielt Weltuntergangsmelodien: jiddisches Klezmer, das liebt man in Deutschland ja so.

Warum lassen wir uns das gefallen? Warum sind wir nicht wutentbrannt auf den Straßen? Warum verbrennen wir nicht ein paar Fahnen, meinetwegen die iranische, die von Kuwait oder Katar. Lasst uns wütend sein wie die Antifa in Hamburg! Grund genug hätten wir.

Europa hat zugesehen und mitgemacht, beim Mord an sechs Millionen europäischen Juden. Wir hätten genug Recht auf Rache.

Warum fordert der Berliner Gemeinde keine Stellungnahme dazu, dass der Täter von Berlin einfach frei herumläuft? Warum stellen Juden nicht die Frage, wer dafür die politische Verantwortung trägt?

Aber nein, als brave Nathan-Juden, sind wir ewiges Opfer, denn wir sind Juden. Wir brauchen noch mehr Schutz, noch mehr Polizei, am besten elektrischen Stacheldraht, der unsere Getto-Gemeinden abschottet. Manchmal dürfen wir dann kurz heraus, um Angela Merkel einen schamlosen Dienst zu erweisen. Und dann bedanken wir uns dafür. Selbstachtung Fehlanzeige.

So eine Jüdin will ich nicht sein. Ich bin eine stolze Zionistin und Israelin und eine ebenso stolze deutsche Jüdin. Stolze Juden sind auch die aus Halle. Warum sonst tauchte die Kanzlerin am Abend des Attentats dort nicht auf? Stattdessen sah man sie in Berlin. Komisch. Verweigerten die stolzen Juden von Halle ihr den Dienst etwa? Quid pro quo.

So fordere ich die Bundesregierung auf, die Bewaffnung von Juden in Deutschland finanziell zu fördern. Wenn muslimische Attentäter auf freien Fuß gesetzt werden, möchte ich mich wehren können und dürfen. Das Totalversagen des Staates, seine Bürger zu schützen, ist nicht länger hinnehmbar. Daher verlange ich für Juden, die das wollen, ein staatlich finanziertes Schießtraining und ein juristisch abgesichertes Recht auf einen Waffenschein zum verantwortungsvollen Umgang mit der Waffe und somit das Recht auf Selbstverteidigung. Dann können wir Juden, Seite an Seite mit unseren Landsleuten, den Polizisten, als aufrechte Menschen unser Land und unser Recht auf Sicherheit selbst verteidigen.

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(TINSIS)

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Kennen Sie diese Sätze?

Die folgenden Sätze sind vielen Leuten bekannt, allerdings ranken sich einige Missverständnisse um sie. Klicken Sie einfach auf die jeweiligen Sätze und schauen Sie nach, ob Sie diese Dinge zu den Sätzen gewusst haben.

„Ich missbillige, was du sagst, aber ich werde bis zum Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.“ – Dieser Satz ist von Evelyn Beatrice Hall. Sie erläutert damit die Philosophie von Voltaire.

“Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen.“– Dieser Satz ist von Hannah Arendt. Sie erläutert damit die Philosophie von Immanuel Kant.

„Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“– Dieser Satz ist ein lyrischer Cocktail aus Carl Sandburg, Bertolt Brecht, Thornton Wilder und Harpo Marx.

“Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.” – Dieser Satz ist von Heinrich Heine. Er beschreibt damit sein Heimweh nach Deutschland.

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” – Dieser Satz ist ebenfalls von Heinrich Heine und befasst sich mit der Verbrennung eines Korans.

„Auge um Auge. Zahn um Zahn.“ – Diese Formel findet sich in der Bibel. Sie ist eine Absage vom reinen Racheprinzip.

Und? Haben Sie all die Dinge gewusst?

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Abbrechen oder weitermachen?

In der 56. Folge von „Hut ab“ sprechen Tim Perkovic und Oliver Thom mit den Gästen Gerd Buurmann und Viktoria Burkert über den Umgang mit dramatischen und emotionalen Ereignissen vor oder während einer Veranstaltung.

Wie sollte man als Veranstalter mit einem Terroranschlag, einem Amoklauf oder ähnlich emotionalen Ereignissen umgehen? Ansprechen und eventuell sogar die Show abbrechen oder nicht thematisieren und weitermachen?

Eine schwere Entscheidung. Gerd und Viktoria können dabei aus eigener Erfahrung sprechen. Gleich zweimal lief Veranstaltung, während es in anderen Städten zu dramatischen Ereignissen kam.

https://open.spotify.com/episode/32pdLxO0VgZkTWRrCqkS8t?si=V1kD24orTAO68HtCkCGMPg

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Anschlag auf Synagoge in Halle

In Halle an der Saale wurde ein Anschlag auf die Synagoge verübt. Im Versuch, die Synagoge zu stürmen, feuerte der Neonazi Stephan B. mehrere Schüsse ab und ermordete zwei Menschen.

Die Taten fallen auf das jüdische Versöhnungsfest Jom Kippur. Es ist der höchste jüdischen Feiertag überhaupt und wird als Ruhe- und Fastentag begangen. Es waren daher über siebzig Menschen in der Synagoge. Die Tagesschau schreibt: „Schießerei in Halle“

Wenn versucht wird, in eine Synagoge einzudringen, um dort ein Massaker unter den dort betenden Menschen anzurichten, dann ist das Wort „Schießerei“ absolut unangemessen! Die Definition von „Schießerei“ ist: “heftiger Schusswechsel“. Haben die Menschen in der Synagoge etwa zurückgeschossen?

Das richtige Wort für diese Tat lautet Anschlag! Das ist ein rechtsradikaler Terroranschlag!

Der Mörder, der offen erklärt, den Holocaust habe es nicht gegeben, gibt in einem Video als Motiv für seinen Anschlag an, der Feminismus führe dazu, das weniger deutsche Kinder geboren werden. Der Kindermangel wiederum soll durch eine Masseneinwanderung kompensiert werden und hinter diesem bösartigen Plan, so erklärt es der Mörder, soll „der Jude“ als Strippenzieher stehen.

Wir haben es also mit klassischem Antisemitismus zu tun, der die Moderne und die Frauenemanzipation verabscheut und „den Juden“ zum allgemeinen Sündenbock für so ziemlich alles erklärt, was in der eigenen kranken Welt schief läuft. Für diese Judenhasser sind Juden gleichermaßen am Kommunismus und am Kapitalismus schuld.

Dieser Judenhass hat in Deutschland eine erschreckend lange Geschichte. Er findet sich bei christlichen Theologen des 16. Jahrhunderts wie Martin Luther, bei linken Politikern des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Marr und bei rechten Großmüttern des 21. Jahrhunderts wie Ursula Haverbeck. Ob nun Komponisten wie Bach oder Schriftsteller wie Goethe, ob nun in Opern von Wagner oder in Lines von Haftbefehl, der Judenhass zieht sich durch die deutsche Kultur.

Der Hass, der in Halle gemordet hat, hat was mit Deutschland zu tun! Es ist daher an alle Deutsche, gegen diesen Hass vorzugehen!

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Was war das Motiv von Mohamad?

Am 4. Oktober 2019 stieg Mohamad M. mit einem Messer bewaffnet über den Sicherheitszaun der Synagoge in Berlin-Mitte und soll dabei laut Zeugen „Allahu Akbar“ und „Fuck Israel“ gerufen haben. Die Wachleute der Synagoge überwältigten den Angreifer und übergaben ihn der Polizei. Ein paar Stunden später wurde Mohamad M. allerdings wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, weder eine Befragung noch eine Durchsuchung der Wohnung hätten Aufschluss über ein mögliches Motiv gegeben. Daher sei der Angreifer wegen mangelnder Haftgründe entlassen worden.

Vielleicht hätte die Polizei weniger in der Wohnung als in der Kultur des Täters nachschauen sollen, um Aufschluss über ein Motiv zu erlangen.

Der Hass gegen Juden wird heute in der arabischen Welt wieder so brutal und offen propagiert wie in Deutschland in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Kinder und Jugendliche werden zum Hass auf Juden erzogen. Auf arabisch ruft das lustige Hamas-Häschen Assud die Kinder zum Krieg gegen Juden auf. Zu seinem Hobby gehört es, Juden zu töten. Die Hamas Maus wiederum stachelt Kinder zum Hass gegen Juden auf und lässt sie Lieder über die heldenhafte Tat des Judenmords singen.

Es gibt ganze Hochglanzvideos, in denen der Terrorismus glorifiziert und der Hass auf Juden gefeiert wird.

In einer Serie eines der erfolgreichen arabischen Sender wird gezeigt, wie Juden ein Christenkind schlachten, um aus seinem Blut Mazzebrot zu machen.

Die Serie lief zur besten Sendezeit im Feiertagsprogramm. Sie war und ist auch heute noch in deutschen Wohnzimmern zu sehen. Im arabischen Fernsehpogrom ist der Hass gegen Juden Alltag. Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören.

Bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 zum Beispiel sprach der libanesischer Minister, Wiam Wahhab, am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Hier noch ein paar andere Aussprüche, mit denen arabisch sprechende Kinder auch in Deutschland groß werden, weil sie auch in deutschen Wohnzimmern in internetfähigen Flimmerkisten zu sehen sind:

„Bevor Israel stirbt muss es gedemütigt und erniedrigt werden!“ (Khaled Meshall, Vorsitzender der Hamas am 3. Februar 2006)

„Jeder, der ein Messer, eine Waffe oder ein Auto hat und damit nicht einen Siedler oder einen Juden angreift und mehrere zehn Zionisten tötet, gehört nicht zu Palästina!“ (Fawzi Barhoum, Hamassprecher am 30. Juli 2014)

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten! Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV (Katar), 9. Januar 2009)

„In aller Kürze, so sind die Juden: Als Muslime ist unser Blut voller Rachsucht gegen sie und sie kann nur mit der Vernichtung der Juden gestillt werden, so Gott will.“ (Al-Aqsa TV (Gaza), 28. Februar 2008)

„Die größten Feinde eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)

„Immer wieder hat Gott Strafen über die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgeführt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden übertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe für sie!“ (Al-Jazeera TV (Katar) 30. Januar 2009)

Am 9 Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Dieser ganze Hass ist mittlerweile ebenfalls auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken zu finden. Dort rufen junge Menschen massenhaft im vermeintlichen Namen Allahs und des Korans zum Hass gegen Juden auf. Sie schreiben: „Juden ins Gas“, „Hitler hat es richtig gemacht“ und „Tötet die Juden!“ Es ist genau dieser Hass, der vor einigen Monaten dazu geführt hat, dass ein wütender Mob auf offener Straße in Berlin gebrüllt hat: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

Ging all diese Propaganda an Mohamad spurlos vorbei? Oder gibt es hier ein Aufschluss über ein mögliches Motiv?

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Ein bescheidener Vorschlag

Ein bescheidener Vorschlag von Jonathan Swift im Sinne von Nationalökonomen,
wie Kinder armer Leute zum Wohle des Staates am Besten benutzt werden können.

Es ist ein trauriger Anblick für Spaziergänger in unserer großen Stadt Dublin oder für Reisende in unserem Land, wenn sie die Straßen, Häfen, usw. von Bettlerinnen gefüllt sehen, denen drei, vier oder sechs zerlumpte Kinder folgen, um jeden Reisenden mit Almosenbitten zu belästigen. Diese Mütter werden, anstatt dass sie für ihren Lebensunterhalt arbeiten können, gewissermaßen zur Herumstreiferei gezwungen, damit sie Nahrung für ihre hilflosen Kinder bekommen. Letztere aber werden Diebe, sobald sie größer sind, weil ihnen Arbeit fehlt, oder sie nehmen fremde Kriegsdienste an, vielleicht zum Schaden Englands, oder verkaufen sich als Taglöhner nach den Kolonien.

Wie ich glaube, sind sich alle Parteien darin einig, dass diese ungeheure Zahl von Kindern auf den Armen, auf dem Rücken oder hinter den Fersen ihrer Mütter und oft ihrer Väter, bei den jetzigen beklagenswerten Zeiten und bei dem Zustande des Königreichs ein Hauptproblem neben vielen andern bildet. Wer also eine zweckmäßige, wohlfeile und leichte Methode ausfindig machen kann, diese Kinder zu gesunden und nützlichen Gliedern des Staates umzubilden, wird sich ein so hohes Verdienst um das Publikum erwerben, dass man ihm mit Recht eine Statue als Retter der Nation aufstellen könnte.

Mein Plan ist weit davon entfernt, sich allein auf die Kinder der Berufsbettler anwenden zu lassen; er ist von weit größerer Ausdehnung und wird alle Kinder von einem gewissem Alter an umfassen, deren Eltern zur Ernährung derselben eben so wenig befähigt sind, wie die Bettler in den Straßen.

Was mich betrifft, so habe ich viele Jahre lang diesen höchst wichtigen Gegenstand im Kopfe herumgetrieben und verschiedene Entwürfe von Managern reiflich erwogen, aber auch immer gefunden, dass Letztere sich in ihren Berechnungen gröblichst täuschten. Allerdings kann ein so eben geworfenes Kind mit Milch ein ganzes Jahr lang, bei wenig anderem Futter, ernährt werden; jene andere Nahrung würde höchstens zwei Schillinge kosten und die Mutter kann dieselben entweder im Abfall aus Küchen, oder durch ihr eigenes rechtmäßiges Gewerbe, durch Betteln, sich zusammenbringen; allein gerade in Alter von einem Jahre werde ich durch meinen Vorschlag für die Kinder in solcher Weise sorgen, dass dieselben anstatt ihren Eltern oder der Armenkasse zur Last zu fallen, oder Nahrung und Kleider ihr ganzes Leben lang zu entbehren, im Gegenteil zur Ernährung und teilweise auch zur Kleidung vieler Tausende beitragen werden.

Noch ein anderer großer Vorteil ergibt sich durch meinen Entwurf; es werden nämlich Abtreibungen reduziert, sowie jenes grauenhafte Verfahren behindert, nach welchem Frauen ihre unehelichen Kinder ermorden. Sie opfern auch die armen unschuldigen Geschöpfe zu häufig, wie ich glaube, nicht um sich die Kosten, sondern um sich die Scham zu ersparen, ein Umstand, der Tränen und Mitleid selbst in der wildesten und unmenschlichsten Brust erregen muss.

Die Seelenzahl in Irland wird jetzt (im Jahr 1722) auf anderthalb Millionen berechnet; unter diesen mag es ungefähr 200,000 Paare geben, wovon die Frauen Kinder werfen oder zur Zucht dienen; von dieser Zahl muss ich wohl 30,000 Paar abziehen, die ihre Kinder selbst ernähren können; ich besorge jedoch, dass die Zahl nicht so beträchtlich sein wird, denn die Not ist gar zu groß; wird mir dies zugestanden, so bleiben 170,000 Paare zur Zucht übrig. 50,000 will ich auch noch für diejenigen Weiber abziehen, welche das Unglück einer Fehlgeburt erlitten, oder deren Kinder in Zeit eines Jahres durch Zufall oder Krankheit sterben sollten, alsdann würde die Summe der jährlich von armen Eltern geborenen Kinder 120,000 betragen. Nun ist aber die Frage, wie sollen dieselben aufgezogen und versorgt werden? Wie ich schon sagte, ist dies bei den gegenwärtigen schlimmen Zeiten mit den bis jetzt vorgeschlagenen Methoden durchaus unmöglich. Wir können sie weder in den Gewerben noch im Ackerbau beschäftigen; wir bauen keine Häuser (ich meine auf dem Lande), noch machen wir Ländereien urbar; die Kinder können selten einen Lebensunterhalt durch Stehlen sich hin und wieder erwerben, bis sie das sechste Jahr erreichen, ausgenommen, wenn das eine oder andere besondere Anlagen zeigt, ob ich gleich eingestehen muss, dass sie die Anfangsgründe dieses Gewerbes noch früher zu erlernen pflegen; während jener Zeit können sie aber höchstens als Anfänger zur Probe betrachtet werden, denn, wie mir ein sehr angesehener Herr bestimmt erklärte, findet man kaum ein bis zwei Diebe unter sechs Jahren, sogar in demjenigen Teil des Königreichs, welcher den größten Ruhm in der schnellsten Erlernung dieser Kunst erreicht.

Was ferner den Verkauf der Armen nach den Kolonien als Taglöhner betrifft, so haben mir unsere Kaufleute die Versicherung gegeben, dass ein Knabe oder Mädchen unter zehn Jahren keinen guten Handelsartikel bietet. Sogar wenn sie dies Alter erreichen, sind sie nicht über drei Pfund, oder höchstens drei Pfund eine halbe Krone auf der Börse wert; dieser Preis aber kann weder den Eltern noch dem Staate von Nutzen sein, denn sie haben wenigstens das Vierfache an Ernährung und Lumpen gekostet. Deshalb will ich demütigst meine eigenen Gedanken vorschlagen, welche, wie ich hoffe, auch nicht dem geringsten Einwurf unterworfen sein werden.

Ein sehr kenntnisreicher Amerikaner meiner Bekanntschaft, in London ansässig, hat mir die Versicherung gegeben, dass ein junges, gesundes, wohlgenährtes Kind vom Alter eines Jahres ein höchst schmackhaftes Nahrungsmittel und eine gesunde Speise bietet, ob geschmort, gebraten, gebacken oder gekocht; und ich zweifle gar nicht, dass es ebenfalls als Frikassee oder Ragout sich wird anwenden lassen.

Deshalb mache ich der Überlegung des Publikums den demütigen Antrag, dass von den schon berechneten 120,000 Kindern 20,000 zur Erziehung zurückbehalten werden, wovon ungefähr ein Viertel männlichen Geschlechts sein können; diese Zahl des letzteren ist größer als diejenige, welche wir für Schaf-, Rindvieh- und Schweinezucht bestimmen; da ohnehin diese Kinder selten die Früchte der Ehe sind, ein Umstand, der von den Wilden nicht sehr in Betracht gezogen wird, so kann ein männliches Kind für vier weibliche aufbewahrt werden. Die übrigen 100,000 mögen im Alter eines Jahres den Personen von Stand und Vermögen im Königreiche zum Verkauf angeboten werden; den Müttern muss man hiebei die Anweisung geben, das Kind im letzten Monat reichlich zu säugen, um es fleischig und fett für einen guten Tisch zu machen. Ein Kind kann bei einer Bewirtung von Freunden zwei Gerichte bilden: speist die Familie allein, so wird das Vor- oder Hinterviertel eine gute Schüssel abgeben und, mit Pfeffer und Salz gewürzt, sich noch am vierten Tage, besonders während des Winters, gut kochen lassen.

Ich habe im Durchschnitt berechnet, dass ein neugeborenes Kind 12 Pfund wiegt; in einem Jahre kann dies Gewicht bei gehöriger Säugung sich auf 28 Pfund vermehren.

Allerdings wird diese Speise auf einen ziemlich hohen Preis zu stehen kommen, ist aber desto besser geeignet für die Aristokratie der Grundeigentümer; da diese schon den größten Theil der Eltern gewissermaßen verspeist haben, scheinen sie auch den besten Anspruch auf die Kinder zu besitzen.

Kinderfleisch wird zu jeder Zeit brauchbar, am meisten aber im März, etwas früher oder später, reichlich vorhanden sein. Denn ein sehr bemerkenswerter Schriftsteller, ein ausgezeichneter französischer Arzt, hat den Beweis geliefert, dass mehr Kinder in römisch-katholischen Ländern neun Monat nach der Fastenzeit, wie in irgend einem anderen Zeitraum geboren waren, da die Fische eine sehr fruchtbarmachende Speise bieten. Ein Jahr nach der Fastenzeit wird der Markt deshalb mehr als gewöhnlich gefüllt sein, weil die Zahl der katholischen Kinder sich wenigstens wie drei zu eins im Königreich verhält. Somit wird auch noch ein anderer Nebenvorteil hinzukommen, da die Zahl der Katholiken allmählich sich dadurch bei uns vermindern muss.

Die Kosten, ein Bettlerkind zu ernähren (alle Afterpächter, Taglöhner, und sogar vier Fünfteil der Pächter sind hiermit einbegriffen), habe ich schon mit Inbegriff der Lumpen auf 2 Schilling jährlich berechnet. Wie ich glaube, wird kein Gutsbesitzer 10 Schillinge für den Leib eines guten fetten Kindes verweigern, welches, wie ich schon sagte, vier Schüsseln ausgezeichneten, nahrhaften Fleisches bieten wird, wenn er nur einige genauere Freunde oder nur seine Familie beim Mittagessen hat. Eben dadurch wird auch der Grundbesitzer ein gütiger Herr und bei seinen Pächtern populär werden, denn der Mutter bleiben ja 8 Schillinge reiner Nutzen und sie wird zur Arbeit geeignet sein, bis sie ein anderes Kind zur Welt bringt.

Diejenigen, welche etwas sparsam sind (eine Eigenschaft, welche die schlimmen Zeiten, wie ich gestehen muss, erheischen), mögen den geschlachteten Leib noch ohnedem schinden. Wird die Haut künstlich zubereitet, so lassen sich daraus bewunderungswürdige Damenhandschuhe und Sommerstiefeln für feine Herren verfertigen.

Was nun unsere Stadt Dublin betrifft, so ließen sich Fleischbänke zu dem Zweck an den zweckmäßigsten Orten einrichten, und an Schlächtern, dessen können wir fest versichert sein, wird es niemals fehlen. Jedoch möchte ich empfehlen, die Kinder lebendig zu kaufen und sie noch lebenswarm nach der Abschlachtung zuzurichten, wie wir bei dem Braten von Spanferkeln zu verfahren pflegen.

Ein sehr würdiger Mann, ein wahrer Patriot und Freund seines Vaterlandes, dessen Tugenden ich sehr hoch achte, hatte kürzlich die Güte, als wir über meinen Entwurf uns unterhielten, eine höhere Ausbildung desselben mir vorzuschlagen. Er meinte, da viele vornehme Herren dieses Königreichs seit Kurzem ihr Rotwild ausgerottet hätten, so könne der Mangel an Wildpret durch die Leiber von Knaben und Mädchen nicht über 14 und nicht unter 12 Jahren ersetzt werden; eine große Zahl beider Geschlechter sei ja in vielen Grafschaften bereit, Hungers zu sterben, da Arbeit oder Dienst ihnen fehle; die Eltern derselben, wenn am Leben, oder sonst die nächsten Verwandten könnten ja über sie verfügen. Wie sehr ich aber auch gegen einen so ausgezeichneten Freund und einen so hochverdienten Patrioten die schuldigste Achtung hege, so kann ich doch seiner Meinung nicht durchaus beistimmen; denn was jene Personen männlichen Geschlechtes betrifft, so gab mir mein Bekannter aus Amerika nach häufiger Erfahrung die Versicherung, ihr Fleisch sei im Allgemeinen rau und mager durch häufige Körperbewegung, wie es auch bei unsern Schulknaben der Fall sein wird; der Geschmack ihres Fleisches sei ferner sehr unangenehm, und ihre Mästung würde den Kosten nicht entsprechen. Was aber jene Personen weiblichen Geschlechtes betrifft, so muss ich ihre Benutzung als Speise mit demütigster Untertänigkeit für einen dem Publikum zugefügten Verlust halten, weil dieselben alsbald die Vermehrung der Zucht befördern können. Außerdem würden bedenkliche Leute ein solches Verfahren zu tadeln geneigt sein (obgleich wirklich mit vollkommenem Unrecht) weil dasselbe ein wenig an Grausamkeit zu streifen scheint. Bei mir hat dieser Umstand aber stets einen Einwurf gegen irgendein Projekt gebildet, wie sehr auch dasselbe das allgemeine Beste bezwecken würde.

Damit ich jedoch meinen Freund rechtfertige, muss ich eine Bemerkung von ihm erwähnen. Er gestand mir, jener Gedanke sei ihm durch den berühmten Salmananzor, einen Eingeborenen der Insel Formosa, in den Kopf gekommen. Dieser kam von dort vor ungefähr 20 Jahren nach London und erzählte meinem Freunde im Gespräch, es herrsche in seinem Lande der Brauch, dass der Henker, sobald eine junge Person hingerichtet worden sei, den Leichnam an Personen hohen Standes als auserwählten Leckerbissen verkaufe. Zu seiner Zeit sei der Leib eines fleischigen Mädchens von 15 Jahren, welches wegen eines Versuches, den Kaiser zu vergiften, gekreuzigt wurde, von dem ersten Staatsminister Seiner Kaiserlichen Majestät und von anderen großen Hof-Mandarinen gliederweise vom Galgen zu 500 Kronen erstanden worden. Auch kann ich wirklich nicht leugnen, dass dem Königreiche kein Schaden zugefügt würde, wenn man denselben Gebrauch bei verschiedenen fleischigen Mädchen dieser Stadt anwenden wollte, welche ohne einen Heller im Vermögen zu haben, ihr Haus nicht verlassen können, ohne in einer Portechaise sich austragen zu lassen, die ferner in Schauspielhäusern und in Gesellschaften niemals ohne fremden Putz erscheinen, welchen sie aber auch zu keiner Zeit zu bezahlen pflegen.

Einige Personen von geringem Mut fühlen viel Bekümmernis über die große Zahl armer Leute, die alt, krank oder schon verstümmelt sind. Deßhalb hat man mich gar oft gebeten, meine Gedanken auf die Mittel und Wege zu richten, wodurch der Nation eine so drückende Last abgenommen werden kann. Ich empfand jedoch in dieser Hinsicht durchaus keine Besorgnis, weil es sehr wohl bekannt ist, dass jene alle Tage durch Kälte und Hunger sterben oder in Schmutz und Ungeziefer verfaulen, und zwar in solcher Schnelle, wie es nur irgend aus vernünftigen Gründen sich erwarten lässt. Was aber die jungen Tagelöhner betrifft, so befinden sich auch diese in demselben hoffnungsvollen Zustande. Sie können keine Arbeit bekommen, und magern somit aus Mangel an Nahrung bis zu solchem Grade ab, dass sie, sobald man sie zufällig zu gewöhnlicher Arbeit mietet, nicht mehr Kräfte besitzen, dieselbe zu vollbringen. So wird glücklicher Weise der Staat und sie selbst von kommendem Übel befreit.

Ich habe mich in eine zu lange Abschweifung eingelassen, und werde deshalb zu meinem Hauptgegenstand zurückkehren. Nach meiner Meinung sind die Vorteile des von mir gemachten Vorschlages eben so offenbar und mannigfach, wie auch von der allergrößten Wichtigkeit.

Erstlich, wie ich schon bemerkte, wird derselbe die Zahl der Katholiken sehr vermindern, die uns mit jedem Jahre mehr überlaufen, da von ihnen die hauptsächlichste Zucht der irischen Nation ausgeht. Sie sind ohnedem unsere gefährlichsten Feinde, und bleiben nur in der böswilligen Absicht, Unruhen zu erregen, bei uns zu Hause, indem sie zugleich die Abwesenheit so vieler guten protestantischen Grundbesitzer zu benutzen hoffen, welche ihre Einkünfte außer Landes verzehren, und oft nur deshalb ihr Vaterland verlassen haben, um der Episkopalkirche die Geschenke gegen ihr Gewissen nicht bezahlen zu müssen.

Zweitens werden die ärmeren Bauern etwas Wertvolles als Eigentum besitzen, welches gelegentlich in Zeiten der Not von Gesetzes wegen in Beschlag genommen werden kann, und sie ohnedem in Stand setzt, die Pacht ihrem Gutsherrn zu bezahlen; dies ist aber um so mehr zu berücksichtigen, da ihr Korn und Vieh bereits in Beschlag genommen und Geld ihnen durchaus unbekannt ist.

Drittens wird das Betriebskapital der Nation sich dadurch um 50,000 Pfund jährlich vermehren, da die Ernährung von 100,000 Kindern vom 2ten Jahr an und drüber sich auf nicht weniger als auf 10 Schillinge das Stück berechnen lässt; dabei ist auf den Nutzen noch keine Rücksicht genommen, welcher sich aus der Erfindung eines neuen Gerichtes für die Tafel aller wohlhabenden Herren ergibt, die im Geschmack Verfeinerung besitzen. Geld wird unter uns um so reichlicher im Umlauf sein, da jener Handelsartikel ausschließlich von unserer Produktion ist.

Viertens werden die Zuchtweiber, abgesehen vom Gewinn der 8 Schillinge für den Verkauf der Kinder, der Last, dieselben nach dem ersten Jahre zu ernähren, entbunden werden.

Fünftens wird diese Nahrung auch den Wirtshäusern viel einbringen. Die Wirte werden sicherlich so viel Klugheit besitzen, dass sie sich die besten Rezepte, das Gericht vollkommen anzurichten, verschaffen und folglich für ihre Häuser den Besuch aller feinen Herren erlangen, die sich mit Recht auf ihre Kenntnis trefflicher Speisen Etwas zu Gute tun; ein geschickter Koch, welcher es versteht, die Dankbarkeit seiner Gäste zu erregen, wird schon dafür sorgen, das Gericht so teuer, wie sie wünschen, zu bereiten.

Sechstens wird dies eine große Ermutigung zur Ehe bieten, ein Institut, welches alle weisen Völker entweder durch Belohnungen ermutigt, oder durch Gesetze und Strafen erzwungen haben. Es wird die Sorgfalt und Zärtlichkeit der Mütter gegen ihre Kinder vermehren, sobald Erstere in Betreff des Auskommens ihrer armen Säuglinge auf Lebenszeit versichert sind, welches ihnen gewissermaßen vom Publikum zugleich mit einem jährlichen Profit für sie selbst anstatt der Kosten verschafft wäre. Wir würden bald unter den verheirateten Frauen einen ehrenwerten Wetteifer bemerken, welche von ihnen das fetteste Kind auf den Markt liefern könne. Die Männer würden gegen ihre Frauen während der Schwangerschaft dieselbe Zärtlichkeit fühlen, welche sie gegen ihre Stuten, Kühe und Säue empfinden, wenn sie ein Füllen, Kalb oder Ferkel von denselben erwarten, sie würden alsdann ihre Frauen nicht länger prügeln oder stoßen, wie sie es jetzt nur zu häufig gewohnt sind, denn sie müssten alsdann besorgen, ihre Frauen würden frühzeitig niederkommen.

Viele andere Vorteile ließen sich außerdem noch angeben; z. B. viele Tausend Tonnen gesalzenes Rindfleisch blieben uns zur Ausfuhr übrig; eben so verbliebe uns eine Masse von Schweinefleisch, so dass wir in der Kunst, Schinken zu bereiten, größere Fortschritte machen könnten. Denn hierin sind wir wegen der großen Zerstörung der Schweineherden noch sehr zurück, deren Fleisch auf unsren Tafeln zu häufig gebraucht wird. Schweine aber sind sowohl an Geschmack, wie in guter Beschaffenheit ausgewachsenen, fetten und einjährigen Kindern durchaus nicht zu vergleichen, und ein solches, ganz gebraten, wird sicherlich schon durch das äußere Aussehen bei dem Gastmahl einer Bürgermeisterwahl oder bei andern öffentlichen Festessen eine ausgezeichnete Stelle einnehmen. – Vorausgesetzt, dass tausend Familien in dieser Stadt fortwährend Kunden für Kinderfleisch abgeben, wobei noch außerdem viele andere es gelegentlich bei fröhlichen Zusammenkünften, besonders bei Hochzeiten und Taufen, einkaufen können: – so berechne ich, dass in Dublin ein jährlicher Verbrauch von ungefähr 20,000 Stück Kindern stattfinden wird; die noch übrigen 80,000 werden im andern Königreich, wenn auch zu etwas wohlfeilerem Preise, sich verkaufen lassen.

Ich kann mir keinen Einwurf denken, welcher möglicher Weise sich vorbringen ließe, mit Ausnahme der einzigen Besorgnis, dass die Volkszahl dieses Königreiches dadurch vermindert werden müsste. Die Richtigkeit desselben gestehe ich offen ein; allein darin war zugleich ein Hauptgrund, wie oben bemerkt, geboten, weshalb ich meinen Plan der Welt im Drucke darbiete. Auch bitte ich den Leser, zu bemerken, dass ich dies mein Hilfsmittel allein auf das Königreich, und für kein anderes, welches jemals war, ist, oder wie ich glaube, auf Erden sein wird, berechnet habe. Deshalb spreche mir auch Niemand von andern Mitteln und Wegen uns zu helfen, z. B. von dem Plane, unseren außer Landes lebenden Grundbesitzern eine Abgabe aufzubürden, oder von den Vorschlägen, weder Kleider noch Hausgeräte von fremder Produktion zu gebrauchen, alle Materialien und Werkzeuge, die fremden Luxus verbreiten, zu verweisen, die Verschwendung des Stolzes, die Eitelkeit, Faulheit und Spielsucht bei unsern Frauen zu heilen; Sparsamkeit, Klugheit und Mäßigung zu befördern; Vaterlandsliebe zu erwecken; unsere Parteikämpfe und gegenseitige Erbitterung zu unterlassen; einige Vorsicht darin zu üben, dass wir unser Vaterland und Gewissen nicht länger für Nichts verkaufen; unsern Gutsbesitzern wenigstens Mitleid mit ihren Pächtern einzuschärfen, und endlich unsre Gewerbsleute ehrlich, fleißig und geschickt zu machen.

Niemand spreche mir von den erwähnten und ähnlichen Hilfsmitteln, bis er Grund zur Hoffnung besitzt, sie wirklich ins Werk zu setzen; ich selbst habe mich früher mit solchen Entwürfen abgegeben, bis ich endlich an dem Erfolg gänzlich verzweifelte und glücklicher Weise auf den dargelegten Gedanken geriet; derselbe ist durchaus neu, praktisch und solide, verursacht wenig Kosten und geringe Unruhe und wird sogar diejenigen nicht verdrießlich machen, welche unser ganzes Volk ohne den Vorschlag gerne verspeisen möchten.

Uebrigens bin ich nicht so hartnäckig auf meine eigene Meinung versessen, dass ich alle von weisen Männern gemachten Vorschläge verwerfen sollte, welche man in gleicher Weise als unschuldig, wohlfeil, leicht und wirksam erkennen würde. Bevor jedoch irgend etwas Besseres, wie mein Entwurf, vorgebracht wird, bitte ich die Staatsmänner, vorher zwei Dinge zu überlegen: Erstlich, wie sie wohl bei der jetzigen Lage der Dinge Nahrung und Kleider für hunderttausend nutzlose Mäuler und Leiber finden werden. Zweitens, da sich eine runde Million von Geschöpfen menschlicher Gestalt in diesem Königreiche befindet, deren Existenzmittel in ein gemeinsames Kapital zusammengeworfen, eine Schuldenmasse von 2,000,000 geben würde, mit Inbegriff der Bettler von Profession der Bauern und Taglöhner nebst ihren Kindern, die sämmtlich dem Bettlerstande angehören: so bitte ich die Staatsmänner, welchen mein Vorschlag nicht gefällt, und die vielleicht eine Antwort wagen werden, zuvor die Eltern jener letztgenannten Menschen zu fragen, ob sie es nicht heute für ein großes Glück halten würden, wenn man sie als Nahrungsartikel im ersten Jahr und in der angegebenen Weise verkauft, und ihnen dadurch die fortlaufende Reihe von Elend und Unglück, welche sie seitdem ohne Unterbrechung erfahren mußten, erspart hätte, nämlich die Unterdrückung der Gutsherren, die Unmöglichkeit, ihren Pacht ohne Geld und Handel zu bezahlen, die Entbehrung der Lebensmittel, Wohnung, Kleider, usw. endlich auch die unvermeidliche Aussicht, dasselbe oder noch größeres Elend der nachkommenden Zucht auf immer aufzubürden.

Ich gestehe in der Aufrichtigkeit meines Herzens, dass kein persönliches Interesse mich bewogen hat, jene notwendige Maßregel zu befördern. Mein einziger Beweggrund ist das Wohl meines Vaterlandes, die Vermehrung des Verkehrs, die Versorgung der Kinder, die Erleichterung der Armen und die Erhöhung des Vergnügens für die Reichen. Ich selbst habe keine Kinder, durch die ich einen einzigen Heller mir zu erwerben hoffen könnte, mein jüngstes ist nämlich 9 Jahr alt und meine Frau über die Jahre der Fruchtbarkeit hinaus.

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(TINJS)

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Karel Gott‬ und Dirk Bach vereint

Am 1. Oktober 2019 ist der wunderbare Karel Gott von uns gegangen. Sein Lied von der „Biene Maja“ kennt jedes Kind und jeder Erwachsene weiß Dank Karel Gott, was „Daschen“ sind und warum sie voller Geld sein sollten, wenn es „Einmal um die ganze Welt“ geht.

Mein liebstes Lied von Karel Gott ist jedoch seine Cover-Version von dem Hit der Rolling Stones: „Paint it Black“: „Rot und Schwarz“.

Ebenfalls am 1. Oktober, allerdings im Jahr 2012, starb der ebenfalls wunderbare Dirk Bach. Er wurde uns allen viel zu früh genommen. Auch er sang das Lied „Paint it Black“ auf deutsch:

Wenn es einen Himmel geben sollte, dann sitzen Karel Gott und Dirk Bach gerade gewiss auf einer Wolke, malen sie lachend schwarz an und singen dieses Lied.

Danke Karel für all Deinen schönen Lieder und Grüß mir Dirk.

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Die Erde dreht sich nicht um die Sonne!

Jetzt ist der Buurmann völlig übergeschnappt, werden Sie vielleicht denken, aber es ist so: Die Erde dreht sich nicht um die Sonne. Sie dreht sich um den Mittelpunkt des Sonnensystems und der Mittelpunkt des Sonnensystems ist das Baryzentrum.

Als Baryzentrum bezeichnet man in der Himmelsmechanik den Massenmittelpunkt eines Systems von zwei oder mehreren Himmelskörpern. Es ist der Ruhepunkt des Systems, um den die Körper sich bewegen und mit dem das System an der Bewegung in einem größeren System teilnimmt. Das Baryzentrum des Sonnensystems liegt meistens knapp außerhalb der Sonne und hängt vor allem von der Stellung des Jupiters und des Saturns ab. Die beiden Riesenplaneten besitzen 0,10 beziehungsweise 0,03 Prozent der Sonnenmasse, so dass sie das Baryzentrum um dieses Maß ihrer Bahnachsen beeinflussen, was ungefähr 740.000 und 410.000 Kilometer ausmacht. Da der Sonnenradius 696.000 Kilometer beträgt, kann das Baryzentrum langperiodisch sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sonnenoberfläche liegen. Die meiste Zeit jedoch befindet sich der Mittelpunkt außerhalb der Sonnenfläche.

Schön, dass wir das geklärt haben.

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Bier mit Stern

Das offizielle Symbol der Brauer ist der Davidstern. In der brauenden Zunft wird er allerdings Brauerstern genannt. Er ist auf vielen Bierdeckeln und in vielen Bierhäusern zu finden. In Köln zum Beispiel steht das Brauhaus Em Golde Kappes. Über dem Eingang hängt voller Stolz ein Davidstern.

Wenn man in Deutschland ein schönes Haus mit Davidstern versehen sieht, ist es entweder eine Synagoge oder eine Brauerei. Man muss schon hineingehen, um herauszufinden, was es ist. Sind die Leute im Inneren des Gebäudes betrunken, handelt es sich vermutlich um ein Brauhaus oder um eine Synagoge zu Purim. Um ganz sicher zu gehen, sollte man schauen, ob sich vor dem Gebäude ein Polizeiauto befindet. Ist dem so, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Synagoge.

Zur Herkunft des Brauersterns gibt es verschiedene Hypothesen. Manche glauben, die zwei Dreiecke symbolisierten die zum Bierbrauen notwendigen Stoffe Feuer und Wasser. Andere vermuten, das eine Dreieck stehe für die zum Brauen wichtigen Elemente Feuer, Wasser und Luft, während das andere Dreieck für die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen stehe. Wieder andere weisen darauf hin, dass das Hexagramm als ein Schutzsymbol gegen Feuer und Dämonen benutzt wurde und da die Brandgefahr eine der größten Bedrohungen des Bierbrauen war, der Brauerstern vermutlich Feuerunheil vom Brauhaus abwenden sollte.

Was immer die Herkunft sein mag, Bier ist ein Getränk, das bereits seit über 12.000 Jahren hergestellt wird. Raten Sie mal wo.

Frühe archäologische Funde zeigen, dass Bier seinen Ursprung im sogenannten fruchtbaren Halbmond hat. In dieser Region befinden sich heute Israel, Syrien, Jordanien, der Libanon und der Irak. Einst wurde dort gern und viel Bier konsumiert. Dann aber kam Mohammed und verteufelte das Bier. Seit Mohammed ergeht es dem Bier in den Ländern des fruchtbaren Halbmonds schlecht. In einem Land des fruchtbaren Halbmonds geht es dem Bier heute jedoch ausgezeichnet. Es ist zufälligerweise das Land, das den Brauerstern auf der Landesfahne hat: Israel!

In diesem Sinne Prost und L’Chaim.

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Klingt gut, oder?

„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“

Klingt gut, oder? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Es ist doch gut, wenn all das verboten ist.

Der zitierte Absatz fand sich an fünfter Stelle des sechsten Artikels der Verfassung der DDR. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden.

Deshalb hier die Warnung: Nimm Dich in acht vor selbsternannten Friedensaktivisten, denn sie erklären Dich zum Kriegsaktivisten, sobald Du es auch nur wagst zu widersprechen.

So verführerisch der oben zitierte Absatz klingt, die Antwort auf die Artikulation von extremen Positionen darf nicht ein Verbot sein. Es braucht stattdessen eine starke Verfassung, die an extremen Haltungen nicht zu Grunde geht, sondern sie parlamentarisch zu integrieren versteht.

Ein Land mit einer guten Verfassung weiß, dass es Menschen mit radikal unterschiedlichen Meinungen und Haltungen gibt und dass darunter sogar eine Menge haarsträubender Ideologien zu finden sind. Diese Menschen sollten jedoch nicht kriminalisiert, sondern in einem gut konstituierten Umfeld integriert werden, damit sie sich mit allen anderen politischen Ausrichtungen auseinandersetzen müssen.

Eine Meinung zu verbieten, weil sie einem Angst macht, ist menschlich nachvollziehbar, aber zu kurz gedacht, denn all die Menschen, die diese Meinung haben, werden sie nicht ablegen, wenn sie sie nicht sagen dürfen. Zu glauben, eine Meinung verschwindet, wenn man sie nicht hört, ist so logisch wie ein Kind, das die Augen bei drohender Gefahr zu macht, weil es glaubt, die Gefahr verschwindet, wenn es die Gefahr nicht mehr sieht.

Eine Meinung bleibt, auch wenn sie nicht gehört wird.

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.

Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus. Nur so lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen sollte. Brutalen Taten gehen immer brutale Worte voraus. Worte werden jedoch nicht immer gesprochen, sie werden jedoch immer gedacht! Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts.

Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen! Nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spät.

Vielleicht werden die Träger unangenehmer Meinungen irgendwann an entscheidende Positionen der Macht kommen. Wir können nur hoffen, dass sie dann kein System vorfinden, das es ihnen ermöglicht, andere Meinungen zu verbieten.

In einer Demokratie können die verschiedensten politisches Lager mal eine Mehrheit bekommen. Eine gute Verfassung zeichnet sich dadurch aus, an keiner durchs Volk legitimierten Regierung zugrunde zu gehen.

Bei jedem Gesetz sollte man sich stets die Frage stellen: Kann ich wollen, dass dieses Gesetz auch gilt, wenn meine politischen Gegner an der Macht sind? Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird, sollte von diesem Gesetz Abstand genommen werden.

Ich kämpfe nicht kopflos dagegen an, dass meine Gegner an die Macht kommen und ich nehme dafür erst recht nicht Einschränkung in die Grundrechte in Kauf. Ich kämpfe vielmehr für ein Land, in dem ich sicher leben kann, selbst wenn meine politischen Gegner an der Macht sind. Und sie werden mal an die Macht kommen, weil sich politische Winde stets drehen.

Ich kann nur hoffen, dass meine Gegner dann keine Verfassung vorfinden, die das Kriminalisieren und Unterdrücken des politischen Gegners ermöglicht.

Das Problem in der Weimarer Republik war nicht, dass die Nationalsozialisten ihre hasserfüllten Meinungen artikulieren durften, sondern dass sich die Nazis zunächst die persönliche und später die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen, Versammlungen und Zeitungen zu verbieten. Keine Verfassung hinderte sie daran. Meinungsfreiheit hätte die Ideologie der NSDAP entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Freiheit der Meinung und der Versammlung, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um diese Freiheiten zu attackieren!

Nichts fürchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit. Darum erklärten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Programm unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, Bücher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das war die Gedankenwelt der Nazis.

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