Sawsan Chebli ist seit Dezember 2016 Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Davor war sie stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amts unter Frank-Walter Steinmeier. Ihre Kompetenz ist somit die Sprache. Es ist daher sehr merkwürdig, welchen missverständlichen Tweet sie am 19. November 2017 auf Twitter postete:
„Scheinheiligkeit arab. Golfstaaten muss endlich aufhören. Sie kooperieren eng mit Israel, Rest ist Show. Leidtragende: Araber.“
Da diese Aussage so gelesen werden kann, dass Sawsan Chebli die Kooperation der arabischen Staaten mit Israel kritisiert, stellte sie später klar:
„Wer mich kennt, weiß es. Für alle anderen: natürlich bin ich FÜR Kooperation: nicht versteckt, sondern offen! Täte Region gut.“
„Damit das klar ist: Ich bin für eine Normalisierung der Beziehungen zw. Israel u. den Nachbarn. Und zwar nicht nur undercover!“
In einem späteren Tweet schrieb Sawsan Chebli:
„Sie haben doch nur darauf gewartet, mir Antisemitismus vorzuwerfen. Absurder geht’s kaum.“
Wer sind diese „sie“, die nur darauf gewartet haben sollen, Sawsan Chebli Antisemitismus vorzuwerfen?
Ich habe einen Vorschlag für Sawsan Chebli: Statt sich zu einem Opfer finsterer Mächte zu machen, die nur darauf gewartet haben sollen, ihr alles mögliche vorzuwerfen, wäre es vielleicht ratsam, lieber an der eigenen Rhetorik zu arbeiten. Es ist immer besser, an sich selbst zu arbeiten, statt Sündenböcke zu suchen. Die Ablehnung von Selbstkritik beim zeitgleichen Schaffen und Verurteilen von Sündenböcken ist nämlich eine Spezialität eben jener arabischen Staaten und Parteien, die Israel hassen und von Sawsan Chebli als „scheinheilig“ bezeichnet wurden.
Sawsan Chebli sollte zur Klärung einfach mal präzise Worte nutzen und folgendes erklären: „Die Weigerung der arabischen Staaten, Israel anzuerkennen, muss endlich aufhören. Es wird Zeit, dass sie offen mit Israel kooperieren!“
Das wären klare und nötige Worte! Ich frage mich nur, wie diese Worte in Teilen der Community ankommen würden.
In Deutschland herrscht immer noch eine tiefsitzende Angst vor der Demokratie. Anders ist ein großer Teil der Reaktionen auf das Scheitern der Jamaika-Koalitionsverhandlung nicht zu erklären. Dabei ist heute ein guter Tag für die Demokratie!
Kurz vor Mitternacht hat Christian Lindner die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Sondierung zur Schaffung einer Regierungskoalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen gescheitert ist. Viele fürchten jetzt Neuwahlen. Aber für Neuwahlen gibt es überhaupt keinen Grund. Es gibt stattdessen viel mehr gute Gründe für das folgende Szenario: Angela Merkel wird zur Kanzlerin gewählt und gestaltet dann in einer Minderheitsregierung und in einer Zusammenarbeit mit der Opposition auf Augenhöhe die Geschicke unseres Landes.
Auf dieses Experiment sollten wir uns einlassen, denn das Experiment heißt Demokratie!
Wir haben uns in Deutschland mittlerweile so an Koalitionen mit absoluter Mehrheit gewöhnt, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, dass es auch anders geht. Aber es geht auch anders! Eine Regierung kann nämlich auch mit einer einfachen Mehrheit gewählt werden.
Das Grundgesetz setzt ziemlich klare Rahmen und vor allem enge Grenzen für Neuwahlen. Das Parlament zum Beispiel hat gar nicht das Recht, sich selbst aufzulösen. Ein in der Geschichte der Bundesrepublik bereits begangener Weg zu Neuwahlen ist die berühmte Vertrauensfrage nach Artikel 68. Diesen Antrag kann aber nur eine gewählte Kanzlerin stellen und genau das ist Angela Merkel nicht mehr. Sie führt zur Zeit laut Artikel 69 lediglich die Geschäfte. Es liegt am Bundespräsidenten, Neuwahlen auszurufen. Wenn der Bundespräsident keine Neuwahlen ausruft, muss er nach Artikel 63 ein Mitglied des Bundestags zur Wahl stellen und diese Person wird Angela Merkel sein! Wird Angela Merkel gewählt, schlussendlich reicht eine einfache Mehrheit, ist sie Kanzlerin. Danach liegt es an ihr, ob sie die Vertrauensfrage stellt und dadurch Neuwahlen provoziert oder ob sie stattdessen lieber regiert und zwar mit einem Parlament, das das Volk so gewählt und gewollt hat!
Eine Minderheitsregierung hat sogar einen besonderen Vorteil. In einem Parlament mit einer Minderheitsregierung sind Debatten keine pure Show, da sich eine Kanzlerin in der Minderheit stets eine Mehrheit beschaffen muss! Bei Regierungen mit absoluter Mehrheit ist das nicht nötig, denn sie hat die Mehrheit schon vor der Debatte. Eine Regierung jedoch, die in der Minderheit ist, muss argumentieren und vor allem zuhören. Sie muss den ganzen Bundestag als Partner ernst nehmen und kann nicht einfach so durchregieren. Durchregieren, was für ein fürchterliches Wort für eine Demokratie.
Wäre es nicht schön, mal ein Parlament zu haben, in der die Debatten wirklich einen Sinn haben und in dem sich die Mitglieder des Bundestag endlich mal wirklich zuhören müssen?
Mir gefällt die Idee, dass in einem solchen Parlament nicht mehr Parteidisziplin und Machtwort herrschen, sondern das gemeinsame Ringen mit- und das stetige Werben füreinander. Ich freue mich auf eine Zeit, in der alle Mitglieder des Bundestags wissen, dass sie gemeinsam mit der Regierung etwas schaffen können, wenn sie nur wollen. Im Grunde erleben wir gerade die Renaissance der Gewissensfrage und die Emanzipation des Artikels 38, in dem steht:
Die Abgeordneten „sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“
Nirgendwo hat dieser Artikel mehr Gewicht als in einem Bundestag ohne Koalitionszwang. An einer Regierung ohne Koalitionszwang, die jedem Mitglied im Bundestag zuhören muss und in jedem individuellen Mitglied des Bundestags einen potentiellen Partner für eine mögliche Zusammenarbeit erkennen muss, kann ich daher nichts finden, das Neuwahlen nötig macht.
Es ist Demokratie. Mehr Demokratie. Wir sollten sie wagen!
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Im Sommer 2016 wollte ein Mann mit Kuwait Airways von Frankfurt nach Bangkok fliegen. Sein Flug wurde jedoch storniert als die Fluggesellschaft herausfand, dass er israelischer Staatsbürger ist. Der Mann verklagte daraufhin die Fluggesellschaft, aber am 16. November 2017 wieß das Frankfurter Landgericht die Klage zurück und bestätigte, dass Kuwait Airways keine israelischen Staatsangehörigen befördern muss.
Das kuwaitische Gesetz aus dem Jahr 1964, das Vereinbarungen mit israelischen Staatsbürgern verbietet, hat somit auch auf dem Frankfurter Flughafen Gültigkeit. Andere Länder, andere Sitten.
Die Diskrimierung von Israelis hat eine gewisse Tradition in einigen islamischen Ländern. Auch ich bin davon betroffen. Es gibt nämlich acht Länder, die nicht nur Israelis abweisen, sondern darüber hinaus keine Menschen einreisen lassen, die in Israel waren!
Ich kann somit nicht das bunte Nachtleben Libyens erleben und die Schwulen- und Lesbenszene im Sudan muss auch ohne mich auskommen. Ich kann nicht mit Feministinnen im Auto um die Blocks von Saudi Arabien ziehen. Und das alles nur, weil ich in Israel war! Syrer können mich zu Hause besuchen, ich jedoch nicht mehr Syrer in ihrem Haus!
In Flugzeugen wurden Israelis schon öfter selektiert. Ich war gerade mal fünf Wochen alt, als Juden in einem Flugzeug von Deutschen selektiert wurden. Sie wurden selektiert, um getötet werden zu können. Unter den Selektierten waren auch Kinder!
Am 27. Juni 1976, wurde Flug 139 der Air France, der von Tel Aviv nach Paris führen sollte, nach einer Zwischenlandung in Athen entführt. Es waren zwölf Besatzungsmitglieder und zweihundertachtundfünfzig Fluggäste an Bord. Die Entführer nannten sich „Kommando Che Guevara“, benannt nach dem Mann, der noch heute die Herzen vieler Kapitalismuskritiker höher schlagen lässt. Einige Terroristen gehörten zu der Volksfront zur Befreiung Palästinas und zwei Terroristen waren Deutsche. Sie gehörten zu den Revolutionären Zellen. Ihre Namen waren Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann. Gemeinsam zwangen sie die Piloten der Air France Maschine den Flughafen Entebbe in Uganda anzufliegen, da dort die Terroristen durch das Regime Idi Amins unterstützt wurden.
Mit der Flugzeugentführung sollte die Freilassung von insgesamt dreiundfünfzig Inhaftierten aus Gefängnissen in Israel, Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz erpresst werden. Darunter waren auch Mitglieder von zwei deutschen Terrororganisationen, nämlich der Roten Armee Fraktion um Andreas Baader und Ulrike Meinhof und der Bewegung 2. Juni. Außerdem forderten die Entführer fünf Millionen US-Dollar von der französischen Regierung für die Rückgabe des Flugzeuges.
Die Passagiere wurden in der alten Transithalle des Terminals von Entebbe als Geiseln gehalten, wo sie in Juden und Nicht-Juden selektiert wurden. Die Selektion wurde von den Deutschen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann vorgenommen, die anhand der israelischen Papiere, aber auch aufgrund vermeintlich jüdischer Namen die Menschen selektierten. So wurden auch einige Passagiere fälschlicherweise als Juden identifiziert. Nach der Selektion wurden die Juden als Geiseln gehalten und die übrigen Menschen freigelassen. Ein Überlebender des Holocausts zeigte Wilfried Böse bei der Selektion seine eintätowierte Häftlingsnummer, um ihn so an die Selektion in den Konzentrationslagern erinnern. Wilfried Böse erklärte daraufhin, er sei kein Nazi, sondern Idealist.
Wenn Idealisten selektieren, ist es offensichtlich was anderes.
Die Terroranschläge in Frankreich sind von einer unfassbaren Brutalität geprägt. Einige Terroristen schneiden ihren Opfern bei lebendigem Leib die Köpfe ab, andere feuern mit Sturmgewehren auf Menschengruppen oder warfen Handgranaten in ein feierndes Publikum. Die Brutalität erinnert an die bestialische Art und Weise, mit der die Terroristen des Anschlags bei den Olympischen Spielen 1972 in München israelische Spieler ermordet hatten.
Damals schnitten sie dem Gewichtheber Yossef Romano die Hoden ab, missbrauchten ihn, während die anderen Geiseln, die später aller ermordet wurden, zusehen mussten. Yossef Romano Todeskampf zog sich stundenlang qualvoll hin. Er blutete aus.
Was die Anschläge in Frankreich und München ebenfalls miteinander verbindet, ist der Mantel des Schweigens, der von weiten Teilen der deutschen Medienlandschaft über die Bestialität der Anschläge gelegt wird. Die Welt schrieb im Dezember 2015:
„Lange Zeit hatte der deutsche Staat versucht, alle Informationen darüber zurückzuhalten, was palästinensische Terroristen den israelischen Sportlern bei der Geiselnahme in München bei den Olympischen Spielen 1972 alles angetan hatten. Doch nun werden erstmals Details der sadistischen Grausamkeiten bekannt, die die Terroristen an ihren Opfern begangen haben, bevor die dilettantisch geplante deutsche Befreiungsaktion in einem riesigen Blutbad endete.“
Auch zu den Grausamkeiten des Anschlags im Theater Bataclan wird geschwiegen. Große Teile der Medien weigern sich zum Beispiel, die judenfeindlichen Aspekte des Anschlags zu erwähnen. Der WDR behauptete:
„Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Anschlag auf das Bataclan im November 2015, zu dem sich der IS bekannt hat, antisemitisch motiviert war. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Attentate aufgenommen werden.“
Keinerlei Belege? Am 20. Dezember 2008 drehten arabische Terroristen einen Film des Hasses über das Theater und Caféhaus Bataclan, in dem am 13. November 2015 brutal gemordet wurde. Damals drängten vermummte Männer zum Eingang des Bataclan mit einer klaren Nachricht für die jüdischen Besitzer.
Ein Mann sprach:
„Der Zorn und die Revolte in meinen Vierteln ist etwas, das wir nicht länger kontrollieren können, darum haben wir eine Nachricht für die Leiter dieses Theaters. Heute bin ich noch nett, aber eins sollten Sie wissen, mit all den Männern, die wir hinter uns haben, wir werden sie nicht mehr lange zurückhalten können. Das ist es, was ich sagen wollte und jetzt werde ich zurückziehen. Aber wisse das, wir werden mit Ungeduld warten!“
Die Bedrohungslage wurde so heftig, dass die jüdischen Besitzer das Theater kurz vor dem Anschlag verkaufen mussten. Im Jahr 2011 wiederum erklärte ein Mitglied der Terrorgruppe „Armee des Islam“ bei einem Verhör des französischen Inlandsgeheimdienstes: „Wir planen einen Anschlag auf das Bataclan, weil die Eigentümer Juden sind.“
Es ist abenteuerlich, wie der WDR versucht, den Judenhass klein zu reden, wohlwissend, dass auch andere Anschläge in Frankreich und Europa deutlich judenfeindlich waren. In der Nacht zum 4. April 2017 wurde in Paris die 66-jährige Jüdin Sarah Lucy Halimi von einem 27-jährigen Mann schlafend in ihrem Bett mit diversen Messerstichen schwer verwundet und dann vom Balkon ihrer Wohnung im 3. Stock auf die Straße geworfen. Der Täter schrie während der Tat „Allahu Akbar!“ Im späteren Verhör erklärte der Täter, der Koran habe ihm den Auftrag gegeben und er habe ganz bewusst die Frau getötet. Die beiden größten jüdischen Verbände Frankreichs riefen nach dem Mord zu einem Schweigemarsch auf.
Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen.
Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem Mann getötet, der sich als Kämpfer des Islams verstand. Drei der Opfer waren Kinder.
Am 24. Mai 2014 wurde ein israelisches Paar und eine französische Besucherin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Der Mörder glaubte, es im Namen Allahs zu tun. Am selben Tag wurden in Frankreich zwei Juden, die aus einer Synagoge kamen, brutal zusammengeschlagen. Die Täter glaubten, damit dem Propheten zu gefallen.
Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: “Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?” Die Antwort kam prompt: “Ja. Die Juden!”
In der Stadt Odense in Dänemark wurden Ende 2008 zwei Israelis angeschossen. Ein paar Wochen später am 8. Januar 2009 rief auf den Straßen in Oslo ein überwiegend muslimischer Mob “Tötet die Juden!” und “Schlachtet die Juden ab!”
Im Jahr 2016 schickte der Journalist Constantin Schreiber einen Mann inkognito in fast zwanzig Moscheen in Deutschland, um sich die Freitagspredigten anzuhören. Was er zu hören bekam, war wenig vertrauenserweckend und teilweise sogar sehr erschreckend. Die Gläubigen wurden allesamt dazu aufgerufen, sich vom Leben in Deutschland abzugrenzen. Constantin Schreiber sagt: „Der Aufruf zur Abgrenzung zieht sich wie ein roter Faden durch die Texte.“
Auf europäischem Boden werden Menschen verfolgt und ermordet, weil sie Juden sind und weite Teile der deutschen Presse schweigen sowohl über die Brutalität als auch über die judenfeindliche Motivation der Täter. Dieses Schweigen hat eine lange Tradition. Es fand seinen Höhepunkt in München und vielen anderen deutschen Städten in den Jahren vor 1945.
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Sollten Sie wieder einmal von der Statistik über antisemitische Straftaten gehört haben, die belegen soll, das Problem komme zum größten Teil von rechts, präsentiert Tapfer im Nirgendwo Ihnen ein paar wichtige Auszüge aus diesem „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“ des 18. Deutschen Bundestags vom 7. April 2017 (Drucksache 18/11970). Hier wird deutlich, der größte Teil judenfeindlicher Straftaten ist nicht dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen, sondern wird dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet. Ein wichtiger Unterschied für jene, die sich vor Judenhass schützen müssen.
„Antisemitische Straftaten zählen in Deutschland zur politisch motivierten Kriminalität (PMK). (…) Eine politische Motivation wird dann angenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Tat gegen eine Person oder Personengruppe aufgrund deren Nationalität, Volkszugehörigkeit, »Rasse«, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung, ihres gesellschaftlichen Status oder ihres äußeren Erscheinungsbildes richtete. (…) Fremdenfeindliche Straftaten werden heute überwiegend als extremistisch eingestuft. Antisemitische Straftaten gelten generell als extremistisch. Beides wird unter dem Begriff der »Hasskriminalität« zusammengefasst. (…) Innerhalb der PMK wird einerseits nach sogenannten Phänomenbereichen, nämlich »PMK-Rechts«, »PMK-Links«, »PM-Ausländerkriminalität« (PMAK, oder auch PMK-Ausländer) und »PMK- Sonstige«, andererseits zwischen Straftaten generell und der Teilmenge der Gewalttaten unterschieden, denen auch im Fall antijüdischer Straftaten eine besondere Bedeutung zukommt. Der jeweils ermittelte Sachverhalt kann nur einem der drei Phänomenbereiche »PMK-Rechts«, »PMK-Links« oder »PMAK« zugeordnet werden. Ist eine Zuordnung zu diesen nicht möglich, wird der Phänomenbereich »PMK-Sonstige« gewählt.“
Antisemitische motivierte Straftaten werden somit nicht gesondert erfasst, sondern unter Fremdenfeindlichkeit subsumiert! Das heißt, unter „PMK-rechts“ finden sich größtenteils Straftaten gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte. Das bedeutet, über die Verteilung antisemitischer Straftaten kann durch diese Statistik keine Aussage gefällt werden.
„Der PMAK/PMK-Ausländer werden Straftaten zugeordnet, »wenn in Würdigung der Umstände der Tat und/oder der Erkenntnisse über den Täter Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass v. a. die durch eine nicht-deutsche Herkunft geprägte Einstellung des Täters entscheidend für die Tatbegehung war, insbesondere wenn sie darauf gerichtet sind Verhältnisse und Entwicklungen im In- und Ausland oder aus dem Ausland Verhältnisse und Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland zu beeinflussen. Straftaten der PMAK können auch durch deutsche Staatsangehörige verübt werden«.“
Der Begriff „Ausländerkriminalität“ bedeutet somit nicht, Ausländer, die Straftaten begehen, sondern Straftaten mit Verhältnissen zum Ausland, womit auch deutsche Staatsbürger Ausländerkriminalität begehen können.
„Die Polizei kann nur solche Straftaten erfassen, die sie entweder selbst ermittelt hat oder die ihr von dritter Seite bekannt gemacht werden. D. h. wir haben es auch hier, wie bei allen Formen von Kriminalität, mit dem Hellfeld-Dunkelfeld-Problem zu tun. Eine Ursache ist das sogenannte Underreporting, d. h. viele antisemitische Straftaten werden von den Betroffenen oder Zeugen nicht angezeigt.“
Da mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade die judenfeindlichen Äußerungen in Flüchtlingsheimen und Moscheen nicht von den Bewohnern und Besuchern der Räumlichkeiten zur Anzeige gebracht werden, taugt diese Statistik nicht zur Ermittlung von Judenhass unter Muslimen und Flüchtlingen.
„Die Zahl der tatsächlichen antisemitischen Vorfälle wird auch dadurch systematisch unterschätzt, dass bei jedem Vorfall, bei dem es zu mehreren Delikten gekommen ist (z. B. Beleidigung, Raub, Körperverletzung), nur das Delikt mit der höchsten Strafandrohung gezählt wird. Damit gehen alle anderen Delikte nicht in die polizeiliche Statistik ein. Insbesondere bei kollektiven Handlungen, wie Demonstrationen, ist die genaue Anzahl der begangenen Straftaten daher kaum angemessen zu ermitteln.“
In den letzten Jahren waren bei Demonstrationen in Deutschland folgende Parolen zu hören:
„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ „Juden ins Gas!“
Diese Demonstrationen fanden mit tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern muslimischen Glaubens in Berlin, Frankfurt, Essen, Gelsenkirchen und vielen weiteren Städten statt. In der Statistik werden diese Massen nicht angemessen gespiegelt.
„Die Einordnung einer Straftat als antisemitisch hängt von der Wahrnehmung und von den Kriterien ab, nach denen eine Tat eingestuft wird. Es handelt sich also um das »Problem der Motivklärung«, das die Entwicklung eines Problembewusstseins voraussetzt. Es hängt letztlich von den Erfahrungen, der Sensibilität und dem thematischen Kenntnisstand der ermittelnden Beamten ab, ob eine antisemitische Straftat als solche erkannt und korrekt klassifiziert wird.“
Im Jahr 2015 verurteilte das Wuppertaler Amtsgericht zwei Araber zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt für einen Brandanschlag auf eine Synagoge. Ein weiterer 18-Jähriger Täter wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe ohne konkretes Strafmaß verurteilt. Alle drei mussten zudem zweihundert Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das niedrige Strafmaß begründet das Gericht mit der Feststellung, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe. Die Palästinenser hatten gestanden, im Sommer 2014 Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben, erklärten aber, dass sie damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.
Einige Anschläge auf jüdische Einrichtungen werden nicht unter Antisemitismus gefasst, wenn eine „Palästina-Verbindung“ besteht.
„Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich PMK-Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug »Juden raus«) und zu denen keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind. Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“
In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2011 wurde die Aachener Synagoge mit einem Hakenkreuz beschmiert. Im Sommer zuvor war bereits die Außenmauer des jüdischen Friedhofs an der Lütticher Straße verunstaltet worden. Neben Hakenkreuzen wurde auch die Parole „Freiheit für Palästina“ an die Wand geschmiert.
Hakenkreuze und andere Symbole werden nicht nur von rechts verwendet, aber oft ausschließlich rechts zugeordnet. Das heißt: Wenn ein Hakenkreuz dabei ist, wird die Tat als rechtsradikal eingestuft, selbst wenn es von Muslimen kommt.
„Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die PMK-Statistik eine Reihe teils behebbarer, teils reduzierbarer, teils aber auch nicht zu ändernder Schwächen aufweist, so dass sie nur begrenzt zur Beurteilung der Verbreitung von Antisemitismus und entsprechenden Tätergruppen geeignet ist.“
So steht es in dem „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“.
„Nur begrenzt“ ist eine sehr milde Bezeihnung. „Gar nicht“ trifft es besser.
Wer diese Statistik anführt, um Aussagen über die Verteilung von Antisemitismus in Deutschland zu tätigen, betreibt Fake News!
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„Vielleicht hört es sich ein wenig melodramatisch an und theatralisch, aber es gibt diese Momente und dann hat man auf einmal diesen glücklichen Gedanken: Aber es gibt noch immer Henryk. Er ist es. Glücklich! Er ist noch immer da. Das ist ja toll. Solange er da ist, gibt es Hoffnung.“
Diese Worte über Henryk M. Broder stammen von Leon de Winter. Wie Recht er hat. Ich liebe diesen Mann auch, der mit seinem Humor, seinem Wut, seiner Verletztheit und seiner unbändigen Lust am Leben über die Welt schreibt und über die Menschen, die auf diesem Planeten wandeln, fallen und aufstehen. Er stellt alles Frage, weil er den Zweifel liebt. Und er macht sich Sorgen um Deutschland, obwohl er bei einem Kaffeeklatsch mit Leon de Winter zugibt:
„Es ist schon komisch. Da sind zwei Juden an einem Tisch in Dresden und reden darüber, wie schade es ist, dass Deutschland sich aufgegeben hat. Es ist doch völlig absurd, oder? Wir machen uns Sorgen um den Fortbestand Deutschlands. Haben wir gekifft heute?“
Das Gespräch mit Leon de Winter ist Teil der Dokumentation „Der ewige Antisemit“ von Joachim Schröder. In dem Film geht Henryk Broder auf die Suche nach Judenhass in Europa. Was er auf seine Reise findet, ist erschreckend und macht wütend und traurig: Hochbewaffnete Soldaten in jüdischen Vierteln in Paris, die Juden schützen müssen, weil in Frankreich immer mal wieder Juden getötet werden, weil sie Juden sind; einen Rabbiner in Malmö, der erklärt, dass das Leben für Juden in der schwedischen Stadt unerträglich geworden ist und die letzten Juden überlegen, die Stadt zu verlassen; den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Krauschwitz in Sachsen-Anhalt, der den Holocaust leugnet; eine Professorin in Hildesheim, die wortgewandt mörderischen Israelhass relativiert, der an ihrer Universität gelehrt und veröffentlicht wurde, darunter die Aussage, Israel sei schlimmer als Nazideutschland; einen jüdischen Restaurantbetreiber, der ein Restaurant schließen musste, weil seine deutschen Nachbarn erklärten, die Israelis seien das Unglück der Welt; und er trifft mehrmals den Autoren Hamed Abdel-Samad, der nur noch mit Personenschützer das Haus verlassen kann, weil er den Islam hinterfragt und mit Juden befreundet ist und dafür von deutschen Journalisten kritisiert wird, weil er mit seinen aufklärerischen Werken den Islam beleidigen soll. Die Dokumentation endet mit Worten von Leon de Winter:
„Mein Gott, was haben unsere Ahnen, unsere Eltern, das Europa geliebt, das bürgerliche Ideal. Es hat wenige Gruppe gegeben, die das mit so viel Hingabe umarmt haben. Als im frühen 19. Jahrhundert im Ghetto die Türen geöffnet wurden, wie besessen sie waren, wie so unglaublich hungrig. Und ich denke auch, wir erleben jetzt die letzte Phase der jüdischen Existenz in Europa. Es ist die letzte Phase. Es hat angefangen in den dreißiger Jahren. Es war eine eigentlich nie beantwortete Liebe. Ich denke in vierzig, fünfzig Jahren gibt es eigentlich keine Juden mehr in Europa.“
Diese Worte sind so schmerzhaft, dass wir sie alle hören müssen, vor allem, wenn wir an folgende Worte von Henryk Broder denken:
„Antisemitismus ist wie der berühmte Kanarienvogel im Bergbau. Wenn der Kanarienvogel tot umfällt, dann wissen die Bergleute, obwohl sie noch nichts gerochen haben, es ist Zeit, den Schacht zu verlassen. Das ist Antisemitismus. Der Vorbote eines größeren Unheils.“
Ich bin zwar nur ein sehr, sehr kleiner Teil Europas, aber an dieser Stelle möchte ich meine Liebe erwidern. Ich liebe Henryk! Und ich bin stolz, dass er mich seinen Freund nennt.
Ich bin mir sicher, in hundert Jahren werden die kommenden Generationen auf jene Zeitgenossen, die Broder heute mit den blumigsten Worten verteufeln, mit so viel Unverständnis blicken, wie wir heute auf jene blicken, die einst Heinrich Heine verteufelten. Heute wissen wir, was damals die Hauptgründe für das Heine-Bashing und für die Herabsetzungen waren. Heinrich Heine war stets klar, deutlich und direkt mit seinen Worten. Oft lüftete er das Mieder der deutschen Sprache. Er kritisierte Religionen und Majestäten. Sein Spott traf Rechte wie Linke. Und er war Jude.
Henryk ist wie Heinrich, ein Charakter, der sich selbst keinen Maulkorb verpasst, aus Angst, die Falschen könnten ihn zitieren. Er muss sich nicht rechtfertigen. Seine Haltung ist so klar wie die Heines. Deutschland wäre ärmer ohne ihn. Deutschland ist Broders zu Hause, seine Beute, und zu Hause ist dort, wo man die Buxe aufmacht! Allerdings erklärt er:
„Ich muss sagen, mir ist dieses jüdische Beharren, >Wir bleiben hier<, leicht unheimlich. Ich halte das nicht für besonders klug. Wenn man etwas aus der Geschichte gelernt haben will, muss man vermutlich als erstes wissen, wann die Zeit da ist zu gehen."
Lieber Henryk,
egal, ob Du bleibst oder gehst, ob nun nach Paris wie Heinrich Heine oder nach Reykjavik, bitte schreibe noch lange weiter über Deutschland, über die Linken und die Rechten, über die Hybris der Deutschen, die im Luftreich des Traums die Herrschaft so unbestritten zu behaupten suchen, dass sie auf ihren Wegen gar manches Sternlein ausputzen mit ihren Flügelschlägen und lass Dir nicht einreden, Deine deutlichen Worte über Majestäten und Religionen seien Beleidigungen. Schreibe noch viele, viele gesunde Jahre weiter über Dein persönliches Wintermärchen.
In die Stadtbibliothek im südschwedischen Borås rückte im Oktober 2017 die Polizei ein, weil ein Vater die Sicherheit seiner Kinder in dem öffentlichen Gebäude gefährdet sah. Wie die schwedische Zeitung Expressen berichtete, alarmierte der Mann die Polizei, weil er Kinder dabei beobachtet hatte, wie sie einem Hörspiel von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ lauschten. Er nahm besonders Anstoß an dem Wort „Negerkönig“, mit dem Pippis Vater dort bezeichnet wurde.
Der Roman „Pippi Langstrumpf“ wurde im Jahr 1945 erstmals publiziert. Schnell wurden die Geschichten rund um „das stärkste Mädchen der Welt“ ein Welterfolg. Allerdings sagt das stärkste Mädchen der Welt in der Romantrilogie sowas:
“Meine Mutter ist schon lange tot. Mein Vater ist ein Negerkönig. Eines Tages kommt er und holt mich. Dann werde ich eine Negerprinzessin. Heihopp, was wird das für ein Leben!“
An anderer Stelle wird Pippi Langstrumpf noch deutlicher:
“Wie kannst du überhaupt verlangen, dass ein kleines Kind mit einem Engel als Mutter und einem Negerkönig als Vater immer die Wahrheit sagen soll? Übrigens will ich euch verraten, dass es in Nicaragua keinen einzigen Menschen gibt, der die Wahrheit sagt. Sie lügen den ganzen Tag.“
Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf ist sich sicher, dass es keinen einzigen „Neger“ gibt, der die Wahrheit sagt. Ist Pippi Langstrumpf rassistisch?
Diese Frage verstört viele Fans von Pippi. Der Weg von einem Fan zu einem Fanatiker kann sehr kurz sein und wird genau dann beschritten, wenn sich ein Fan weigert, das Objekt seiner Bewunderung als Mensch zu sehen und zwar mit all seinen menschlichen Fehlern und Schwächen.
Pippi ist ein wunderbares Mädchen, keine Frage. Sie ist stark, selbstbewusst und kreativ. Mit all diesen Eigenschaften ist sie ein Vorbild für sämtliche Mädchen und Jungs. Ich liebe ihre Freiheit und ihre Anarchie.
Gute Romane zeichnen sich dadurch aus, dass die Charaktere nicht schlicht in schwarz und weiß gezeichnet werden, sondern dass sie komplex sind, Persönlichkeiten, an denen sich die Leserinnen und Leser reiben können und müssen. Dies gilt auch für Pippi.
Kinder sind klüger als manche Erwachsene denken. Wenn es etwas gibt, dass uns Astrid Lindgren beigebracht hat, dann das.
Astrid Lindgrens Figuren sind Menschen mit guten und schlechten Eigenschaften. Auch Pippi Langstrumpf hat schlechte Seiten. Für manche Völker zum Beispiel nutzt sie Worte der Verachtung. Es sind genau die Völker, die zu ihren Gunsten von ihrem Piratenvater Efraim Langstrumpf beraubt und ausgebeutet werden. Pippis Reichtum, von der Villa bis zum Pferd, ist das Resultat der Unterdrückung, Ausbeutung und Plünderung ihres Vaters. Aus genau diesem Umstand erwächst ihre Anarchie. Pippis Freiheit ist das Resultat des imperialistischen Verhaltens ihres Vaters.
Genau diese Ungerechtigkeit will Pippi nicht erkennen, obwohl sie am Ende der Trilogie spürt, dass an ihrer Freiheit etwas faul ist. Der letzte Satz, den sie im letzen Roman spricht lautet: “Niemals will ich werden groß.“
Pippi Langstrumpf ist neun Jahre alt und sie will es bleiben. Sie will ihre Privilegien genießen wie ein Kind, ohne erkennen zu müssen, aus welch brutaler Ungerechtigkeit sie entstammen. Pippi Langstrumpf ist eine Metapher für alle Menschen, die zwar frei, stark und unabhängig sind, sich aber nicht eingestehen wollen, auf welche zum Teil ausbeuterischen Strukturen diese Freiheit fußt.
Astrid Lindgren hat mit Pippi Langstrumpf eine Heldin verfasst, aber wie alle großen Heldinnen und Helden der Literaturgeschichte hat Pippi Fehler und Schwächen. Sie eignet sich nicht dazu, uneingeschränkt verehrt zu werden.
Eine andere Heldin bei Astrid Lindgren heißt Ronja Räubertochter. Im Gegensatz zu Pippi Langstrumpf erkennt sie, dass ihr Vater, so sehr sie ihn auch liebt, auf sehr unmoralische Art zu seinem Reichtum gelangt. Als Ronja das erkennt, macht sie etwas, das Pippi nicht gemacht hat: Sie lehnt sich gegen ihren Vater auf! Sie liefert sich sogar seinem Erzfeind aus, um ihren Vater zum Umdenken zu zwingen.
Astrid Lindgren hat ihre Leserinnen und Leser immer ernst genommen, gerade weil sie größtenteils Kinder sind. Der Oetinger Verlag hat jedoch beschlossen, die Kinder wieder zu bevormunden und beraubt sie somit ihrer Rechte, die Astrid Lindgren ihnen selbstverständlich zugesprochen hat.
In den neuen Übersetzung spricht Pippi nicht mehr von ihrem Vater als “Negerkönig“ sondern als “Südseekönig“, ganz so, als hätten die Völker der Südsee ganz freiwillig diesen skandinavischen Piraten zum Herrscher. Somit hat der Oetinger Verlag hat eine Figur in Lindgrens Roman zerstört. Aus einer Figur, die mit rassistischen Gedankenmustern verdrängt, dass ihre Freiheit auf Piraterie und Ausbeutung fußt, hat der Verlag ein Mädchen reinen Gewissens gemacht. Das ist Kunstzerstörung und Geschichtsverfälschung, denn Pippi Langstrumpf erinnert uns daran, dass sich selbst unter unseren größten Heldinnen rassistisches Gedankengut breit machte.
Wer die Stellen in den Romanen unserer Heldinnen und Helden nachträglich verändert, wer den Rassismus wegwischt, leugnet den Rassismus unserer Vergangenheit und betreibt damit Geschichtsverfälschung.
Wer Bücher verbrennt, verbrennt die Bücher so, wie sie sind. Der Oetinger Verlag aber hat den Roman „Pippi Langstrumpf“ mit der Tilgung von Erzählmomente, die ihm als unpassend erschienen, nachhaltig und für die Zukunft zerstört.
Den Rassismus aus einer Figur eines Romans zu schneiden, ist so skandalös, als würde man verlangen, Jago in Shakespeares “Othello“ dürfe seinen General nicht mehr als “Mohr“ bezeichnen.
Aus Geschichte(n) lernen wir nicht, indem wir sie einfach umschreiben.
„Aber es ist doch nur ein Kinderbuch“, wird jetzt manch eine sage. Ja, es ist ein Kinderbuch, aber nicht „nur“!
Kinder haben das Recht, sich Gedanken zu machen. Sie dürfen fragen, warum die tolle Pippi so doof über „Neger“ spricht und behauptet, sie würden alle lügen. Und Erwachsene haben die Pflicht, sich mit solchen Heldinnen auseinanderzusetzen, statt die Geschichte umzuschreiben und zu relativieren. Geschichtsfälschung ist niemals akzeptabel.
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Heute ist der 9. November. Wieder gibt es in ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen. Die Deutschen lieben es, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Jedes Jahr setzen sie sich ein bisschen mehr auseinander. Heute sitzen sie so weit weg, dass sie gar nicht mehr sehen können, was doch so offensichtlich ist: Der Judenhass ist heute!
In den letzten Jahren wurden diese Parolen auf deutschen Straßen skandiert: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“, „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“, und immer wieder „Kindermörder Israel“.
Die Parole „Kindermörder Israel“ erschallte in Frankfurt sogar aus einem Lautsprecher auf einem Polizeiauto. Die deutsche Polizei unterstützte somit im Jahr 2014 eine Demonstranten logistisch, die Israel als Kindermörder dämonisierten.
Der Judenhass ist heute!
„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“
Was klingt wie eine Rede von Joseph Göbbels ist in Wirklichkeit viel jünger. Sie wurde am 28. Februar 2010 auf Al-Aqsa TV von einem Minister der Hamas gehalten. Die Hamas wurde in Gaza zur stärksten Partei gewählt und fordert laut Artikel 7 der eigenen Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit. All das passiert heute. Die Deutschen aber bewältigen lieber die Vergangenheit. Gegenwärtige Probleme werden in Deutschland erst in der Zukunft als Vergangenheit bewältigt!
In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Juden, das sind für viele Deutsche die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute.
Der Judenhass ist heute!
Wenn ich in New York bin und dort sage: „Heute gehen wir in ein jüdischen Stück“, dann sehe ich freudige Augen. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn aber in Deutschland sage: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann sehe ich in deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. In Deutschland sind Juden die Toten von damals.
Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist das Holocaust Mahnmal. Altkanzler Gerhard Schröder sagte einst dazu, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“
Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Bei dem ganzen Stolz haben jedoch viele die Gegenwart vergessen, die lebenden Juden von heute. Auf deutschen Straßen wird wieder gegen Juden gehetzt, Synagogen werden attackiert und Juden angegriffen. In Belgien und Frankreich wurden in den letzten Jahren sogar Juden gefoltert und ermordet, weil sie Juden waren.
Am 21. Januar 2006 wurde Ilan Hamimi in Frankreich von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Ihm wurde unter anderem bei lebendigem Leibe der Penis abgeschnitten. Am 19. März 2012 wurden drei Kindern und ein Erwachsener vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet, weil sie Juden waren. Am 24. Mai 2014 wurden zwei Israelis und eine Französin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Am 3. Dezember 2014 wurde ein jüdisches Paar in Paris brutal überfallen. Die Angreifer stürmten in die Wohnung und brüllten: „Ihr seid Juden, also seid ihr reich!“ Sie raubten Schmuck und Geld und vergewaltigten die Frau vor den Augen ihres Freundes. Wochen zuvor hatten die selben Täter einen siebzigjährigen Juden verprügelt. Am 9. Januar 2015 nahm ein selbsternannter Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und tötete vier Juden.
Der Judenhass ist heute!
Malmö ist eine ist eine Stadt in Schweden. Der meist vergebene Vorname in Malmö ist Mohammad. Malmö wurde in den letzten Jahren immer wieder Tatort übler judenfeindlicher Krawalle. Es gab Randale in jüdischen Läden, Drohungen auf offener Straße, Juden zu schlachten und Schändungen des jüdischen Friedhofs. Ende Juli 2012 explodierten Sprengkörper auf den Eingangsstufen der Synagoge in Malmö. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeine in Malmö, Fred Kahn, sagt: „Das Klima für Juden in Malmö ist beschwerlich.“ Er fügt jedoch hinzu: „Die meisten Muslime sind friedliebende Menschen“, aber er fügt auch hinzu, „doch wenn auch nur ein Prozent von ihnen in der Stadt eine judenfeindliche Einstellung hat und diese offen auslebt, dann ist das schon eine ganze Menge.“
Rabbiner Schneur Kesselman berichtet, dass er des Öfteren Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen bekäme. Viele Juden haben Malmö verlassen. „Nach den Ereignissen der letzten Zeit ist Malmö keine Stadt, in der meine Kinder aufwachsen sollen“, sagt Daniel Eisenberg, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Oktober 2011 nach Stockholm gezogen ist. Auslöser für den Auszug der Eisenbergs war das Davis-Cup-Turnier im März 2011.
Weil Spieler des Staates Israel an dem Wettbewerb in Malmö teilgenommen hatten, kam es auf den Straßen der Stadt zu Demonstrationen, die sich auch gegen Malmös Juden richteten. Die Demonstranten verlangten einen Ausschluss der jüdischen Spieler aufgrund des „Vergehens“ Israelis zu sein. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu lies daraufhin das Tennismatch zwischen Schweden und Israel „aus Sicherheitsgründen“ vor leeren Rängen austragen. Selbst als der Stadtrat der schwedischen Linkspartei, Carlos Gonzalez, die Ausschreitungen gegen Juden mit der Worten rechtfertigte, „Wir können doch nicht einfach die Augen verschließen vor dem, was in Gaza passiert“, widersprach Reepalu nicht. Als Reepalu einmal gefragt wurde, was er davon halte, dass jetzt immer mehr Juden aus Angst Malmö verlassen, sagte er nur lapidar: „Wenn Malmös Juden nach Israel ziehen, ist das ihre Sache.“
Einige Zeit später lies Reepalu die verbliebenen Juden wissen, dass die Jüdische Gemeinde in Malmö den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnte, wenn sie nur deutlich genug Abstand nähme von „Israels Gewalt gegen die zivile Bevölkerung im Gazastreifen“. Da kann man ja nur hoffen, dass Reepalu nicht bald den schwedischen Frauen rät, Abstand von kurzen Röcken zu nehmen, um so die Möglichkeit einer Vergewaltigung abzuschwächen.
Der Judenhass ist heute!
Seit über 60 Jahren sieht sich das kleine demokratische Land Israel von Feinden umzingelt, die einen Krieg führen, an dessen Ende die Radikalen von der Hamas die Vernichtung aller Juden fordern, während die sogenannten Gemäßigten von der Fatah nur die Vernichtung des Staates Israels in Aussicht stellen. Seit Jahrzehnten muss sich Israel gegen seine Vernichtung verteidigen. Und was macht die deutsche Mehrheitsgesellschaft? Sie kritisiert Israel!
Natürlich macht Israel Fehler. Israel befindet sich im Krieg. Im Krieg machen alle Fehler! Aber Israel will diesen Krieg nicht! Israel will von Freunden umgeben sein, nicht von Feinden. Israel zu kritisieren, weil das Land die Absichtserklärung der Feinde, alle Juden zu vernichten, ernst nimmt, ist so geschmacklos, wie die revoltierenden Juden im Warschauer Ghetto zu kritisieren, weil sie sich gewehrt haben und dabei töten mussten.
In der niedersächsischen Stadt Oldenburg findet jährliche eine Gedenkveranstaltung in Form eines Gedenkmarsch zur Erinnerung an die Deportation von Oldenburger Juden in Konzentrationslager und die Zerstörung der Synagoge im Jahre 1938 statt. Schülerinnen und Schüler der örtlichen Schulen tragen zum Inhalt der Veranstaltung bei. Bei der Veranstaltung im Jahr 2016 wurde erstmals ein Mann aufgefordert, seine Israelfahne wegzustecken. Sein Name ist Rolf Woltersdorf. Er berichtete später:
„Ich wollte am Marsch der Erinnerung mit meiner israelischen Flagge teilnehmen, als Zeichen der Solidarität mit Israel – dem Land der Überlebenden des Holocaust. Als ich jedoch die Flagge entrollte, kam ein Lehrer zu mir und forderte mich auf, die Flagge wieder einzustecken.“
In einem Gespräch mit der Jerusalem Post erklärt Woltersdorf, ein Veranstalter habe sogar „mit körperlicher Gewalt“ versucht, seine israelische Fahne zu entfernen. Neben Rolf Woltersdorf trug auch die Erzieherin Cordula Behrens eine israelische Flagge. Ihr wurde daraufhin brüsk erklärt: „Die Flagge hat nichts mit der Erinnerung an tote Juden zu tun.“
Statt der Israelfahne waren auf der Gedenkveranstaltung eine Menge Keffiyeh zu sehen, besser bekannt als das Palästinensertücher. Für viele Menschen ist dieses Tuch nur ein Modestück. In Teilen Teilen der arabischen Welt wurd das Tuch als nützlicher Schutz vor Sonne und Staub verwendet. Das Tuch hat aber noch eine andere Bedeutung. Ungefähr um 1936 begann der als Mufti von Jerusalem bekannte Amin el-Husseini, das sogenannte Palästinensertuch bei der Bevölkerung teilweise unter Einsatz von Strafe und Folter durchzusetzen. El-Husseini war einer der engsten Verbündeten der Muslimbruderschaft, die heute Terrorgruppen wie al Qaida und die Hamas umfasst, deren erklärtes Ziel der Judenmord ist.
Der Judenhass ist heute!
Unter Amin el-Husseini fand die erste große Kampagne der Muslimbrüder gegen Juden und Zionisten statt. Mit Parolen wie „Nieder mit den Juden“ und „Juden raus aus Ägypten und Palästina“ wurde damals in den 30er Jahren, schon vor der Existenz des Staates Israels, das Ziel artikuliert, die Länder von jüdischen Menschen zu „säubern“. Die Parolen der Muslimbrüder erinnern nicht zufällig an die Ideologie der Nazis. Amin el-Husseini war ein enger Freund Himmlers. So wurde beispielsweise ein blutiger Aufstand 1936 in Palästina von den Nazis finanziell und durch Waffenlieferungen unterstützt. Für die Verabschiedung der Nürnberger Rassegesetze erhielt Hitler Glückwünsche aus der gesamten arabischen Welt, besonders aus Palästina. Noch heute sind in der arabischen Welt die Werke „Mein Kampf“ und „Die Protokolle der Weisen von Zion“ auf den Bestsellerlisten zu finden.
Das Palästinensertuch ist für viele Menschen, die es tragen, eine Offenbarung des Wunsches nach der Vernichtung Israels. Es steht für eine Gesellschaft, in der Frauen, Homosexuelle und Christen nicht gleichberechtigt sind und wo Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung sind und Individualität und Freiheit nichts zählen.
Der Judenhass ist heute!
Almog Cohen ist ein israelischer Fußballspieler. Er stand beim FC Ingolstadt 04 unter Vertrag. Am 26. April 2015 trennten sich im Stadion an der Alten Försterei die Union Berlin und der FC Ingolstadt mit einem 2:2. Almog Cohen saß das ganze Spiel über auf der Bank und twitterte kurz nach Abpfiff auf hebräisch:
„Heute wurde beim Spiel eine Israel-Fahne entfernt. Eine Fahne, die deutsche Fans mitgebracht haben, wurde von einem Ordner entfernt. ‚Keine Juden-Fahnen‘, sagte er.“
Der stellvertretende Polizeisprecher Berlins, Thomas Neuendorf, erklärte daraufhin: „Das Einsammeln der Israel-Flagge war eine Entscheidung des Polizeiführers.“ Die Entscheidung werde geprüft, hieß es weiter, und sobald der Polizeiführer dem Polizeipräsidenten einen Bericht vorlegt habe, werde die Behördenleitung den Fall bewerten. Auf die Frage der BZ, auf welcher Rechtsgrundlage die Entscheidung des Polizeiführers in der Alten Försterei gefallen sei, erklärte der Polizeisprecher: „Mir ist nur bekannt, dass der Polizeiführer ein Gespräch mit dem Fan-Beauftragten von Ingolstadt geführt hat. Danach wurde die Flagge dann vom Zaun abgehängt.“
Der FC Ingolstadt sagte der BZ später, ihm wurde mitgeteilt, dass in Berlin eine große palästinensische Gemeinde zu Gast sei und daher ein besonnenes Verhalten gewünscht sei. Bei der Gemeinde handelt es sich um die „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“, die an dem selben Wochenende in der „Arena“ in Berlin-Treptow stattfand. Die Organisatoren der Konferenz waren die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland (PGD) und das Palestine Return Center (PRC). Laut Verfassungsschutz unterhalten beide Organisationen Verbindungen zur Hamas.
Die Hamas ist das Regime, das seit 2006 im Gazastreifen herrscht, nachdem das Gebiet „judenrein“ gemacht wurde. In einer wahren „Gazakristallnacht“ wurden alle Synagogen in Gaza angezündet oder zerstört. Heute darf dort kein Jude mehr leben. Minister der Hamas erklären Juden zu Bakterien, die vernichtet werden müssen und verbieten sämtliche Beziehungen zu Juden. Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung aller Juden weltweit. Weltweit! Dazu gehört auch die Alte Försterei in Berlin. Wenn dort eine Fahne des Staates Israel hängt und zwar an einem Tag, da viele Hamassympathisanten in der Stadt sind, die alles Jüdische vernichten wollen, muss die Berliner Ordnungskraft Prioritäten setzen. In diesem Fall lautete die Entscheidung: „Keine Juden-Fahnen!“
Auch bei einer Demonstration vor dem Berliner Hauptbahnhof am 27. März 2011, auf der zu einem Boykott gegen Israel aufgerufen wurde, entfernte die Polizei eine Israelfahne und nahm zwei Menschen in Gewahrsam, weil sie sich weigerten, Ihre friedliche Solidaritätsbekundung mit Israel zu unterlassen. Es waren nur zwei Menschen, die sich mit Israelfahne neben eine anti-israelische Demonstration stellten. Sie störten nicht, sie brüllten nicht, sie randalierten nicht. Weder skandierten sie anti-arabische Parolen, noch präsentierten sie irgendwelche Tafeln mit anti-arabischen Meinungen. Sie riefen zu keinem Boykott auf und stellten niemandes Existenz in Frage. Sie zeigten nur, in Anbetracht der Einseitigkeit der Ausstellung gegen die sie demonstrierten, ganz friedlich die Israelfahne, um zu zeigen, dass Israel nicht ein zu vernichtender Teufel ist, wie es die Hamas behauptet, sondern ein liebenswertes Land mit guten und schlechten Seiten.
Sie waren nicht einmal erkennbar pro-israelisch, denn das Zeigen einer Flagge zur puren Verdeutlichung, dass das Land ein Recht auf Existenz hat, ist kein Zeichen besonderer Zuneigung. Es ist kein besonderes Zeichen der Zuneigung, wenn ich einem Land das Recht auf Existenz und Verteidigung zuspreche, schließlich spreche ich jedem Land diese Selbstverständlichkeit zu. In der Verteidigung des Existenzrechts Israels einen pro-israelischen Akt zu vermuten, ist so absurd, wie zu behaupten, man sei pro-jüdisch, wenn man gegen Auschwitz und die Vernichtung von Juden sei. Die Verurteilung des Holocaust ist natürlich nicht pro-jüdisch, sondern schlicht pro-menschlich, so wie die Verurteilung der Sehnsucht nach der Vernichtung Israels auch nicht pro-israelisch sondern schlicht pro-menschlich ist. Diese Menschlichkeit aber provozierte die pro-palästinensischen Demonstranten aufs Äußerte. Sie gingen auf die beiden Personen los. Die bloße Existenz der Israelfahne war ihnen schon ein Dorn im Auge, so wie für die Hamas schon die bloße Existenz des Landes Israels und Juden überhaupt ein zu lösendes Problem ist.
Als die Demonstranten sich aufmachten, der Existenz der Israelfahne ein Ende zu bereiten, schaltete sich die Polizei ein. Allerdings verteidigte sie nicht etwa das Recht der zwei Personen, die Fahne eines demokratischen Landes friedlich hochzuhalten, sondern sie kassierten die Fahne Israels und nahmen die beiden Personen in Gewahrsam.
Nun kann argumentiert werden, dass angemeldete Demonstrationen nicht gestört werden dürfen und dass die Polizei eine Trennung zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten durchzusetzen habe; aber dürfen zwei Menschen, die die Fahne eines Landes hochhalten schon als Störung der Sicherheit angesehen werden? Sie störten zwar unzweifelhaft die israelhassenden Demonstranten, aber soll man diese Subjekte wirklich zum Maßstab für Bürgerrechte nehmen?
Was wäre gewesen, wenn Nazis vor dem Berliner Hauptbahnhof demonstrieren hätten, die was gegen Afrikaner haben? Hätten dann alle dunkelhäutigen Menschen fortgeschickt und gegebenenfalls in Gewahrsam genommen werden müssen, weil sie sonst die Demonstranten störten? Was wäre gewesen, wenn ein Mensch mit einer Israelfahne als Kippa auf dem Kopf vor dem Hauptbahnhof gestanden hätte? Hätte die Polizei ihm die Kippa vom Kopf genommen oder gleich den ganzen Juden entfernt, wie es vor zwei Jahren die Polizei in Duisburg mit einer Israel-Flagge gemacht hatte?
Damals hing die Flagge Israels an einem Fenster einer Duisburger Wohnung, an der ein anti-israelischer Demonstrationszug vorbeizog. Als sich brutaler Unmut unter den Demonstranten breit machte, löste die Polizei nicht etwa die Demonstration auf, sondern kapitulierte vor dem Trupp und erstürmte die private Wohnung und entfernte die Flagge.
Was passiert, wenn anti-israelische Menschen bald vor Synagogen ziehen, weil sie sich von den Symbolen provoziert fühlen? Gehen deutsche Ordnungshüter dann auch in diese Gebäude und entfernen die dort sichtbaren jüdischen Symbole? Müssen dann auch die Gemeindemitglieder diese Aktion bezahlen? Wird die Aktion an einem 9. November stattfinden?
Natürlich hätte die Polizei das Recht der Personen verteidigen können, die Israelfahne zu zeigen, wie es die Polizei in Bochum am 17. Januar 2009 gemacht hatte, als eine Demonstration von über 1500 Personen gegen den Staat Israel stattfand, zu der vier Moscheegemeinden aufgerufen hatten. Damals holte eine Studentin die Israel-Flagge herausholte. Die Flagge hatte die Studentin nach eigenen Angaben bei sich, da sie gerade auf dem Weg zu einer Kundgebung in Duisburg gewesen war. Als sie jedoch an dieser Demonstration vorbei kam, sei ihr klar geworden, dass sie hier dringender gebraucht werde und schwenkte zusammen mit ihren Freundinnen und Freunden, die ebenfalls auf dem Weg zur Kundgebung nach Duisburg waren, die Israel-Flagge und holten zudem noch ein paar Transparente heraus, die sie für die Duisburger Kundgebung im Gepäck hatten.
Die Polizei erkannte das Recht der Studentin auf das Zeigen der Israelfahne, denn laut Angaben der Studentin akzeptierte die Polizei nach einer kurzen Verhandlung das Angebot der Gruppe, offiziell eine Spontankundgebung anzumelden. Die Gruppe entrollte ihr Transparent, verteilte einige Flugblätter, in denen zur Solidarität mit Israel aufgerufen wurde, und beendete ihre Aktion nach kurzer Zeit wieder.
Später jedoch leitete die Staatsanwaltschaft Bochum ein Strafverfahren gegen die Studentin ein und verurteilte sie mit einer Geldstrafe von € 300,- für das Zeigen der Israelfahne. Vielleicht hatten die Berliner Polizeibehörden diese Entscheidung im Kopf, als sie sich dazu entschlossen, die Israelfahne zu kassieren. Juden dürfen in Deutschland beleidigt werden, aber ihr Stolz wird gerichtlich beschränkt. Israelhass ist durch das Recht auf freie Meinung gedeckt – Israelliebe jedoch nicht! Solidarität mit Juden darf es in Deutschland einfach nicht geben und wenn sich doch so etwas wie Solidarität regt, dann schreitet ein deutsches Gericht ein, wenn sich die Polizei weigert, es zu unterbinden.
Wenn es in Deutschland in diesem Tempo weiter geht, könnte es auch bald wieder geschehen, dass Synagogen in Deutschland eine Gefährdung der inneren Sicherheit darstellen. Die ersten Schritte dahin sind bereits getan. Im Verfahren gegen die Bochumer Studentin, die die Israelfahne gezeigt hatte, argumentierte die Richterin tatsächlich, die Gruppe um die Studentin hätte die antiisraelische Demonstration mit der Israel-Fahne „provoziert“. Mit anderen Worten: Wenn sich Judenhasser in Deutschland durch einen Davidstern provoziert fühlen und bereit sind, ihre Aggression in Gewalt umschlagen zu lassen, sind nicht etwa die Gewalttäter Verbrecher, sondern jene Menschen, gegen die sich der Hass richtet. Die Richterin hielt den Angeklagten sogar vor: „Das war keine ungefährliche Situation, die Sie geschaffen haben.“
Dann war es von den Juden vor dem 9. November 1938 vermutlich auch eine nicht ungefährliche Situation, sich überhaupt auf deutschem Boden nieder zu lassen. Kein Wunder also, dass die Juden und Jüdinnen damals für die Kosten der Zerstörungen der Pogromnacht selbst aufkommen mussten, nicht wahr verehrte Richterin?
Der Judenhass ist heute!
Im Jahr 2015 verurteilte das Wuppertaler Amtsgericht zwei Araber zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt für einen Brandanschlag auf eine Synagoge. Ein weiterer 18-Jähriger Täter wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe ohne konkretes Strafmaß verurteilt. Alle drei mussten zudem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das niedrige Strafmaß begründet das Gericht mit der Feststellung, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe. Die Palästinenser hatten gestanden, im Sommer 2014 Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben, erklärten aber, dass sie damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.
So ist das also! Wenn ein Anschlag auf eine jüdische Einrichtung in Deutschland verübt wird, weil jemandem die Politik Israels nicht gefällt, dann kann das Amtsgericht in Wuppertal keinen Antisemitismus feststellen! Wenn das die Rechtsextremisten von Hooligans Gegen Salafisten erfahren, haben die Moscheen in Deutschland aber ein ganz großes Problem. Von nun an kann jeder Hooligan Brandanschläge auf Moscheen mit der Begründung verüben, die Politik im Iran gefalle ihm nicht. Anhaltspunkte für eine muslimfeindliche Tat wird das Amtsgericht in Wuppertal jedenfalls nicht feststellen können!
Die Tat der drei Palästinenser war ganz klar antisemitisch motiviert! Es ist die Fatah in Judäa und Samaria, die am Tag der 47-Jahr-Feier der regierenden Partei Mufti Muhammad Hussein einlud, um dies zu predigen:
„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben“
Die drei Palästinenser in Wuppertal, die einen Brandanschlag auf eine Synagoge verübt haben, kennen diesen Hass nur zu gut! Am 7. Mai 2011 fand in der Uni-Halle in Wuppertal die „9. Konferenz der Palästinenser in Europa – die Generation der Rückkehr kennt ihren Weg“statt. Ich war dabei! Es war eine beängstigende Veranstaltung! Mir wäre eine bisschen mehr Tanz und etwas weniger Rache auf der Konferenz deutlich lieber gewesen.
Was ich dort erleben durfte, war eine pure Einschwörung der Anwesenden auf grenzenlosen Hass gegen Israel. Auf deutschem Boden fand eine Veranstaltung statt, auf der das Existenzrecht Israels in Frage gestellt wurde und nicht selten in klaren und deutlichen Worten erklärt wurde, Israel besäße eben dieses Recht nicht.
Kein Recht auf Existenz bedeutet die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Millionen jüdischer Menschen in Israel. Dafür haben wir in der westlichen Welt seit einer amerikanischen Fernsehserie aus den 70er Jahren einen anderen Begriff: Holocaust! Wer das Existenzrecht Israels verneint und eine Zerstörung des Staates wünscht, der plant nichts anderes als einen Holocaust. Der Holocaust mag mit der Frage nach dem Existenzrecht auch in noch so milden Worten daher kommen, er bleibt ein Holocaust und eben das wurde am 7. Mai 2011 in der Uni-Halle in Wuppertal besprochen. Das Amtsgericht Wuppertal wird in dem Fall vermutlich auch keine antisemitische Überzeugung feststellen können.
Pausenlos wurde ich bei der Veranstaltung mit Filmen, Vorträgen und Theaterstücken konfrontiert, in denen Juden ausnahmslos als böse und verachtenswerte Menschen dargestellt wurden. Ein Theaterstück endete mit einer Erklärung von Kindern, die ihren Vätern und Müttern schworen, Israel bis zum Tod zu bekämpfen. Wäre ich ein Kind gewesen und hätte diese Show gesehen, wäre wohl auch für mich klar geworden, dass Israel vernichtet gehört.
Der Judenhass ist heute!
Am 7. Mai 2011 wurden Kinder und Jugendliche auf deutschem Boden auf einen Krieg eingeschworen. An diesem Tag gingen der Welt in Wuppertal eine Vielzahl Kinder für den Frieden verloren und die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Juden und Palästinensern rückte in schier ungreifbarer Ferne. Statt auf Integration setzte diese Veranstaltung voll und ganz auf die Dämonisierung.
Bei der Veranstaltung musste ich immer wieder an den judenfeindlichen Dreck denken, der im palästinensischen Fernsehen gesendet wird. In „Kindersendungen“ werden Kinder zu Kanonenfutter erzogen, die Freude daran verspüren sollen, Juden zu töten und wenn es sein muss sogar im Krieg gegen Juden zu sterben.
Die Hamas Mickey Mouse lässt Kinder Lieder über die heldenhafte Tat des Attentats singen.
All diese Sendungen werden via Satellit auch in Deutschland von vielen arabischen Haushalten empfangen! Diese Sendungen sind keine Ausnahmen im arabischen Fernsehpogrom, sondern kindgerechter Alltag in einer Medienlandschaft, die Juden nur als Affen, Mörder und Kakerlaken zeigt, wie dieser ZDF-Bericht beweist.
Im Frühjahr 2017 musste ein 14-jähriger Schüler von einer Berliner Schule genommen werden, weil er über Monate gemobbt worden war, ausschließlich weil er Jude ist! Der Junge wurde getreten und mit der Faust in den Rücken geschlagen. Mitte März 2017 wurde er sogar außerhalb der Schule an einer Bushaltestelle von zwei Schülern gewürgt und mit einer Spielzeugpistole bedroht, während andere Schüler zugeschaut und gelacht haben. All dies wurde von Kindern getan, die die Sprache des Hamas-Häschen Assud sprechen.
Der Judenhass ist heute!
Die Gegenwart von heute wird die Vergangenheit von morgen sein. Anstatt ständig nur Kränze für tote Juden abzuwerfen, während die lebendigen Juden vor allem in Israel kritisiert werden, weil sie sich nicht einfach so abschlachten lassen wollen, sollten wir den lebendigen Juden etwas mehr Solidarität zeigen und den Judenhass von heute bekämpfen, statt nur den von früher zu bewältigen. Vielleicht sparen wir uns in den nächsten Jahren einfach mal ein paar Kränze für tote Juden und laden dafür öfter lebendige Juden ein. Juden lieben nämlich das Leben. Sie stoßen sogar darauf an: Lechaim!
Veröffentlicht unterAntisemitismus, Europa|Kommentare deaktiviert für 9. November – Der Judenhass ist heute!
Oft erscheint uns der Islam als Anhäufung von Menschen, die Israel hassen, sei es nun auf Demonstrationen gegen Israel oder in sozialen Netzwerken. Es gibt jedoch Muslime, die Israel verteidigen. Sie treten allerdings nicht in einem tosenden Mob auf. Die Wahrheit braucht die Masse nicht. Sie braucht nur einen Menschen, der sie ausspricht.
Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Meinungen von Menschen, die im Glauben des Islams erzogen wurden und sich nicht dem Hass ergeben, sondern ihre Vernunft eingeschaltet haben. Mögen ihre Worte die Herzen und Köpfe der muslimischen Brüder und Schwestern mehr rühren, als das Gebrüll der wütenden Menge.
„Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer israelischer, zionistischer, arabischer Moslem.Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache. Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!“
„Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen. Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten. Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden. Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.“
„Mein Name ist Sara Zoabi. Ich bin Araberin, Muslimin, Israelin und stolze Zionistin von Nazrat Ilit. Ich bin Araberin, weil ich Araberin bin. Ich bin Muslimin, weil ich Muslimin bin. Und ich bin Zionistin, weil ich an das Recht des jüdischen Volkes an einen eigenen Staat glaube, den Staat Israel, das Heilige Land. Wir leben hier im Paradies. Im Vergleich mit anderen arabischen Länder ist das hier der Garten Eden. Für mich gibt es kein anderes Heimatland als Israel. Ich habe keine andere Flagge. Welcher Ort ist besser als Israel? Hier kann ich tun, was ich in keinem anderen arabischen Land tun kann. Ich bin mir sicher, wie ich hier lebe, ist es nicht mal einem Prozent der Araber in den arabischen Nachbarländern vergönnt, aber hundert Prozent aller israelischen Araber leben so.“
„Mein Name ist Kothar. Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem Dorf Drijat im Negev. Ich gehöre zu einer 13-köpfigen religiösen Familie. Mein Vater arbeitet als Lehrer, während meine Mutter zu Hause bleibt. Ich arbeite als Lehrerin in einer israelischen Schule. Es gibt viele andere Araber wie mich, die in Israel leben und arbeiten. Sie haben Freude am Leben, arbeiten, passen sich an und haben keine Probleme hier. Wenn Menschen Israel boykottieren, dann boykottieren Sie mich und alle anderen Araber, die hier leben und arbeiten. Ich liebe meine Arbeit, die Freude meiner Kinder und ihre Liebe zu mir. Und ich liebe meine Kollegen und den Spaß mit ihnen und das freundliche Umfeld, das sie bieten. Ich genieße das alles und bin sehr glücklich darüber, erleben zu können, wie Kinder die arabische Sprache sprechen, die ich ihnen beibringe. Ich lebe seit sechs Jahren in Be’er Sheva in einem Apartment zusammen mit zwei jüdischen Mitbewohnerinnen. Wir sind sehr glücklich hier und es wäre wirklich hart für mich zu gehen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, irgendwann einmal zu gehen. Boykotts werden uns nur trennen und verletzen. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir Frieden in unsere Zeit bringen.“
„Mein Name ist Mosab Hassan Yousef. Ich bin in Ramallah als Mitglied der Hamas aufgewachsen. Ich richte meine Worte an die palästinensische Autonomiebehörde, die von sich behauptet, die „alleinige legitime Vertretung“ des palästinensischen Volkes zu sein. Ich frage: Woher nehmen Sie diese Legitimität? Das palästinensische Volk hat Sie nicht gewählt, und es hat Sie nicht dazu veranlasst, von Ihnen vertreten zu werden. Sie haben sich selbst ernannt! Sie entführen palästinensische Studenten vom Campus und quälen sie in Ihren Gefängnissen. Sie quälen Ihre politischen Konkurrenten. Das Leiden des palästinensischen Volkes ist das Ergebnis Ihrer egoistischen politischen Interessen. Sie sind der größte Feind des palästinensischen Volkes. Würde Israel nicht existieren, hätten Sie niemanden, dem Sie Schuld zuschieben könnten. Übernehmen Sie Verantwortung für die Ergebnisse Ihrer eigenen Handlungen. Sie schüren die Flammen des Konflikts, um Ihre eigene missbräuchliche Macht zu erhalten. Sie benutzen sogar diese Plattform, um die internationale Gemeinschaft und die palästinensische Gesellschaft zu täuschen, um ihnen weiszumachen, Israel sei für die Probleme verantwortlich, die Sie selbst erschaffen haben.“
„Wir haben eine Moschee auf ihrem Salomonischen Tempel errichtet, aber sie sind die Invasoren. Man erkläre mir, wie das Sinn ergeben soll. Ich wünsche den rechtmäßigen Besitzern und auserwählten Kindern einen schönen Jerusalem Tag.“
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Warum sowohl ein gläubiger Moslem als auch ein überzeugter Atheist und jeder andere Mensch mit Verstand den Staat Israel anerkennen muss, erklärt Noor Dahri in diesem Kommentar.
Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen.
Aber ich war nicht immer Zionist.
Ich wurde als Teil meiner muslimischen Identität zunächst dazu erzogen, tief antiisraelisch zu sein. Ich ging zu den Al-Quds-Märschen, wo Anhänger der Hamas und der Hisbollah auftraten. Ich hatte jedoch nie einen Israeli oder einen Juden getroffen. Im Jahr 2014 dann begann ich, Dinge für mich selbst zu untersuchen, anstatt nur hinzunehmen, was mir gesagt wurde. Meine gesamte Wahrnehmung von Israel änderte sich fortan.
Im Jahr 2014 kämpften die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas in Gaza. Es war kein einseitiger Krieg, sondern eine Verteidigung des jüdischen Staates, da Israel wahllos von Raketen und durch Tunnel angegriffen wurde. Ich sah einen klaren moralischen Unterschied: Israel zielte auf Terroristen ab. Die Hamas jedoch zielte auf Zivilisten ab. Israel versuchte, zivile Opfer zu minimieren, die Hamas jedoch suchte sie zu maximieren, auch auf ihrer eigenen Seite. Ich beschloss, die Seite zu unterstützten, von der instinktiv wusste, dass sie das Wahre tat. Darum stehe ich heute stolz mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel.
Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten.
Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden.
Ich habe diese Kriege studiert. Ich habe den gesamten Konflikt in meinen Studien erforscht. Ich habe auf Studienreisen meine Ansichten mit Hunderten von pro-israelischen und antiisraelischen Kollegen weltweit ausgetauscht. Es ist bemerkenswert, dass ich dort gelandet bin, wo ich heute bin. Als Muslim pakistanischer Abstammung, der auch ein religiöser Salafi ist, habe ich schließlich den Zionismus akzeptiert, der meiner Meinung nach auf Frieden, Akzeptanz und Dialog basiert.
Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.
Meine Unterstützung für den Zionismus stand niemals meinen religiösen Ritualen als praktizierender Muslim im Weg. Ich kombiniere diese beiden politischen und religiösen Identitäten weiterhin nahtlos als muslimischer Zionist. Die politische Ideologie des Zionismus steht nicht im Widerspruch zum Glauben des Islams, weil der Islam selbst das Leitprinzip des Zionismus unterstützt, nämlich das Recht des jüdischen Volkes auf einen jüdischen Staat Israel im heiligen Land.
Eine genaue Lektüre des Korans zeigt, dass der Islam die Idee des jüdischen Staates unterstützt. Allah sagte im heiligen Buch des Korans: Kapitel 5, Vers 21:
„O mein Volk (die Juden), tretet in das geheiligte Land ein, das Allah für euch bestimmt hat!“
Und in Kapitel 17, Vers 104:
„Und wir sprachen danach zu den Kindern Israels: ‚Streut Euch und lebt auf der ganzen Welt, und wenn das Ende der Welt nahe ist, werden wir Euch wieder in das verheißene Land versammeln.“
Die palästinensische Weigerung, den jüdischen Staat anzuerkennen, ist eine Verweigerung eines Koranrechts, das dem Volk Israel gegeben wurde. Palästinenser, die sich weigern, sich am Friedensprozess zu beteiligen, sind Extremisten und Fanatiker. Israel war niemals eine Bedrohung für die muslimische Welt, besonders nicht für die arabische Welt. Es war die arabische Welt, die immer wieder Kriege gegen Israel begann.
Glücklicherweise erkennen die arabischen Länder des Golfs langsam, dass Israel kein Feind ist, sondern ein Partner für regionalen Frieden und Zusammenarbeit. Die Palästinenser müssen bald erkennen, dass es in ihren religiösen, sozialen und politischen Interessen dient, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Nur dann werden sie sich sicher fühlen und volle Gleichheit und Menschenrechte ausüben können, wie es derzeit 1,8 Millionen Israelische Muslime tun.
Dieser Konflikt wird nicht durch Krieg, Hass und Terrorismus gelöst, sondern durch Frieden, Liebe und gegenseitiges Verständnis. Wenn beide Nationen ein Friedensabkommen akzeptieren, wird die Zeit kommen, da beide Nationen Seite an Seite als leuchtendes Vorbild für die ganze Welt stehen. Dann werden wir die wahre Bedeutung des Buches Jesaja kennen, wo der Prophet verkündet:
„Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Völker zurechtweisen in fernen Ländern. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken.“
Veröffentlicht unterFremde Feder|Kommentare deaktiviert für „Der Islam unterstützt Israel!“
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