Im Interview mit der Bild am Sonntag sagte Margot Käßmann:
„Einen gerechten Krieg kann es nicht geben. Selbst beim Zweiten Weltkrieg war es so, dass am Ende bei allen die Vernunft aussetzte. Da wurden Städte voller Flüchtlinge bombardiert oder die ,Wilhelm Gustloff‘ mit Tausenden von Flüchtlingen an Bord versenkt. Da wird auch für die, die den Krieg für Gutes wollen, der Krieg zur zerstörerischen Kraft.“
Vermutlich hat sie recht. Einen gerechten Krieg kann es vielleicht wirklich nicht geben. Eine Sache gibt es jedoch unzweifelhaft: Ungerechten Frieden!
Es muss nicht gleich ein Krieg sein, aber selbst Jesus predigte manchmal mit heiligem Furor und nutzte dabei Worte und Taten, die heute dazu führen würden, ihn von einigen Seiten als Hassprediger zu bezeichnen.
Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Zitate aus dem Evangelium, natürlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen, denn Christentum heißt selbstverständlich Friede:
„Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.“ (Mt 10, 34-35)
„Meinet ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht.“ (Lukas 12, 51)
“Es ging eine große Menge mit Jesus; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es auszuführen? Damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann’s nicht ausführen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten, und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann’s nicht ausführen. Oder welcher König will sich auf einen Krieg einlassen gegen einen andern König und setzt sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit Zehntausend dem begegnen kann, der über ihn kommt mit Zwanzigtausend? Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden. So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein.” (Lukas 14, 25-33)
„Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Und er fand im Tempel die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler, die da saßen. Und er machte eine Peitsche aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern und schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus!“ (Johannes 2, 13-17)
„Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9, 60-62)
„Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?“ (Lukas 9, 23-26)
Jesus bedient sich hier einer bekannten Methodik. Das Abkapseln der Mitglieder aus dem Familien- und Freundeskreis ist hinlänglich bekannte Taktik von Sekten. Wir kennen es von Scientology, den Zeugen Jehovas und den Salafisten. Apropos Salafisten, so ein bißchen Scharia kann auch Jesus:
„Wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt in das ewige Leben als mit beiden Händen in das unauslöschliche Feuer der Hölle. Wenn dich dein Fuß auf Abwege führt, dann hack ihn ab! Es ist besser für dich, mit nur einem Fuß zum ewigen Leben zu kommen, als mit beiden Füßen geradewegs in die Hölle zu marschieren. Wenn dich dein Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus. Es ist viel besser, einäugig in Gottes neue Welt zu gelangen, als mit zwei gesunden Augen schließlich ins Feuer der Hölle geworfen zu werden. Dort wird die Qual nicht enden und das Feuer nicht verlöschen.“ (Markus 9, 43-49)
Es gibt nicht wenige Christen, die behaupten, der Gott der Christen unterscheide sich vom Gott der Juden dadurch, dass der christliche Gott ein versöhnender Gott sei. Ich werde nie verstehen, wie man zu dieser Behauptung gelangen kann. Der Gott des sogenannten Alten Testaments kann ganz schön hart drauf kommen, keine Frage, er vernichtet Städte und schickt die Sintflut, aber sein Zorn und seine Rache beschränken sich nur aufs Diesseits. Der Gott des sogenannten Neuen Testaments jedoch weitet die Kampfzone aus und lässt seinen Zorn und seinen Hass im Jenseits wirken und zwar für immer. Die Schere Gottes ging auseinander. Der Gott der Christen liebt zwar ewiglich, aber er straft auch ewiglich. Versöhnlichkeit sieht für mich anders aus.
Der Gott der Juden ist da schon ein wenig entspannter. Wenn er mal wieder einen schlechten Tag hat und Menschen schlachten will, lässt er sich durchaus bequatschen. Einst wollte Gott Sodom und Gomorrah vernichten. Er war bereit, den Tod vieler Unschuldiger als Kollateralschaden hinzunehmen. Doch da kam Abraham und es entwickelte sich folgender Dialog:
Abraham: “Willst du wirklich den Bewährten raffen mit dem Frevler? Vielleicht sind fünfzig Bewährte anwesend drin in der Stadt, willst du die wirklich raffen?”
Gott: “Finde ich in Sodom fünfzig Bewährte, drin in der Stadt, will ichs all dem Ort tragen um ihretwillen.”
Abraham: “Da habe ich mich doch vorgewagt zu meinem Herrn zu reden, und ich bin ja Staub und Asche, vielleicht fehlen an den fünfzig fünf – willst du um die fünf all die Stadt verderben?”
Gott: “Nicht will ich verderben, finde ich dort fünfundvierzig.”
Abraham: “Vielleicht finden sich dort nur vierzig.”
Am Ende hatte Abraham Gott tatsächlich auf ganze zehn Menschen runtergehandelt. Nicht schlecht! Denn wie heißt es im Koran:
„Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einen Menschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet.“ (Koran 5:32)
Schön gesagt, aber keine Angst, der Gott der Muslime ist in Sachen Hass und Zorn auch ein Meister wie seine Vorgänger. Der Gott der Juden hat im Diesseits seine Tage, der Gott der Christen im Jenseits, der Gott der Muslime jedoch ständig. Aber auch auf Allah warten die Wechseljahre. Irgendwann wird sie milder werden, da bin ich sicher.
Mein Name ist Christy Anastas. Ich bin Palästinenserin und wurde in Bethlehem geboren. Ich bin Christin. Vielen Dank, dass Sie diesen Text hier lesen. Es ist beeindruckend, dass Sie sich für den Israel-Palästina-Konflikt interessieren. Wenn Sie diesen Text jedoch in der Absicht lesen, Partei für eine Seite zu ergreifen, muss ich Sie leider enttäuschen. Das hier ist kein Fußballspiel! Es geht um Menschenleben!
Ich wurde während der ersten Intifada geboren. Intifada bedeutet Aufstand. Nach der ersten Intifada lebten wir in einer sehr friedlichen Zeit, mit Arabern, Moslems, Juden und Christen, die Seite an Seite lebten. Es war wunderschön. Als ich elf Jahre alt wurde, im Jahr 2000, begann die zweite Intifada. Das Haus meiner Kindheit stand vor einem Gebäude, das für Juden sehr bedeutsam war. Damals begann mein Volk, das jüdische Gebäude zu attackieren, Tag und Nacht. Am Tag warfen sie Steine und Bomben, in der Nacht schossen sie. Sie wussten, dass in der unmittelbaren Nähe auch Palästinenser lebten.
Damals fiel mir auf, dass auch Kinder an den Kampfhandlungen beteiligt waren und Steine warfen. Ich erkannte, dass mein Volk Kinder als Kämpfer einsetzte. Diese armen Kinder wurden verführt, ihre Gehirne gewachsen, bis sie glaubten, es sei eine Ehre, für das eigene Land zu sterben. Es war unfassbar traurig, dies mitansehen zu müssen. Sie wurden vor meine Augen ermordet und erschossen. Die Kinder kämpften im Glauben, dadurch etwas Ehre zu besitzen. Zudem bekamen ihre Eltern und Familien später finanzielle Zuwendungen.
Saddam Hussein zum Beispiel, der Ex-Premierminister vom Irak, war bekannt dafür, die Familie eines Märtyrers mit zehntausend Dollar zu belohnen. Die Familie eines Selbstmordattentäters bekam sogar zwanzigtausend Dollar. Erst kürzlich hat meine Regierung, die palästinensische Autonomiebehörde, siebenundvierzigmillionen Dollar an die Familien von Märtyrern ausgeschüttet. Fördert das nicht die Gewalt? Es war tragisch, was ich als Kind mitansehen musste. Das ist der Grund, warum Eltern ihre Kinder ins Gefecht schicken und sterben lassen.
Dann gibt es da noch eine weitere Gruppe, die leider wirklich daran glaubt, dass auf einen Märtyrer zweiundsiebzig Jungfrauen im Jenseits warten. Ich bin mir nicht sicher über die Anzahl. Ich bin mir auch nicht sicher, ob diese Männer mit zweiundsiebzig Jungfrauen umgehen können, aber sie glauben wirklich daran.
So kam es dann, dass israelische Soldaten auf Kinder schossen. Was aber tat meine Regierung? Statt die eigenen Kinder zu schützen und die öffentliche Ordnung zu verteidigen, wie es völkerrechtlich ihre Pflicht gewesen wäre, tat sie das genaue Gegenteil. Es gibt bei uns keine öffentliche Ordnung.
Einige Palästinenser wurden gefangen genommen und in israelische Gefängnisse gebracht. Einige wurden dort geschlagen und misshandelt. Es waren israelische Soldaten, die teilweise gerade mal achtzehn, neunzehn Jahre alt waren. Jugendliche, die losgeschickt wurden, gegen Jugendliche zu kämpfen. Es war eine Unfall, der nur darauf gewartet hatte, zu geschehen.
Die zweite Intifada machte alles viel schlimmer. Ich verlor eine Freundin. Sie war elf, wie ich. Wir waren seit zwei Jahren mit ihr befreundet gewesen. Sie wurde von einem israelischen Soldaten erschossen, aus Versehen. Sie war am falschen Ort zur falschen Zeit im falschen Auto. Sie saß in einem Auto, das direkt hinter einem anderen Wagen war, in dem von Israel gesuchte Menschen saßen. Die beiden Fahrzeuge waren absolut identisch, sogar in der Farbe. Die israelische Armee war verwirrt, schoss auf beide Wagen und tötete meine Freundin. Diese Geschichte wurde nicht nur von meinen Volk öffentlich gemacht, sondern auch von meiner Kirche, da meine Freundin Christin war.
Zur selben Zeit lebte mein Onkel in einer Gemeinde in Bethlehem. Er musste Dschizya zahlen, weil er ein Christ war. Dschizya ist eine Schutzsteuer, die jeder zahlen muss, der kein Moslem ist, um in der Region sicher leben zu können. Sie nennen es eine Steuer. Ich nenne es Mafia. Irgendwann bemerkte mein Onkel, dass die palästinensischen Behörden, die Raketen gegen Israel aus christlichen Nachbarschaften feuerten, damit bei einer Verteidigung von Israels Seite zwar Palästinenser, aber in in erster Linie Christen sterben würden. Daraufhin weigerte sich mein Onkel, die Schutzsteuer weiter zu bezahlen. Er wurde festgenommen und des Verrats beschuldigt. Weil sie ihm aber nichts weiter vorwerfen konnten, ließen sie ihn frei. Ein paar Tage später wurde er vor seinem eigenen Haus ermordet. Sie schossen ihm ins Herz.
Palästinenser, die andere Palästinenser töten. Was für ein Dschungel.
Ein reicher christlicher Mann stand bei der Beerdigung meines Onkels auf und sagte ein paar kritische Worte. Ein paar Tage später wurde ihm in den Kopf Geschossen. Er wurde sofort in ein Hospital gebracht. Es war ein israelisches Hospital. Sie retteten sein Leben, aber er wird blind sein bis zum Ende seines Lebens. Diese beiden Geschichten wurden nicht von meinem Volk öffentlich gemacht und in die Welt getragen. Es gibt viele dieser Geschichten. Keine von ihnen wird erzählt.
Die Zahl der Christen in meiner Heimat ist in den letzten Jahrzehnten leider dramatisch gesunken. Immer wieder behaupten Leute, der Grund dafür sei die Besatzung. Ich jedoch glaube an Fakten und Zahlen. Wenn wir uns die Zahl der Christen in der Region Bethlehem anschauen, dann sehen wir, dass vor der Besatzung einundachtzig Prozent der Bevölkerung christlich waren. Während der Besatzung stieg die Zahl sogar auf fünfundachtzig Prozent. Die Zahl fiel erst mit den beiden Intifadas, dem Aufstieg der PLO und dem Aufkommen der radikalen Hamas. Wenn die Besatzung somit Schuld sein soll an dem Rückgang, warum betrifft es dann nur Christen? Die Gesamtbevölkerung steigt schließlich jährlich um 2,2 Prozent. In Ramallah lebten einst neunzig Prozent Christen. Jetzt sind es fünfundneunzig Prozent Muslime. Bethlehem, die Geburtsstadt von Jesus, hatte einst einundachtzig, fünfundachtzig Prozent Christen. Jetzt sind es nur noch sieben Prozent und die Zahl sinkt.
Die Situation wurde schlechter durch die Intifada. Es gab eine Serie von Selbstmordanschlägen gegen israelische Zivilisten. Sie wurden durchgeführt von meinem Volk. Das ist die traurige Wahrheit! Sogar Palästinenser wurden getötet. Mitglieder meines Volkes banden sich Sprengstoffgürtel um und töteten sich selbst und andere. Es ist der Horror.
Im Jahr 2002 zu Pessach tötete ein Selbstmordattentäter unzählige Juden. Es war der Anschlag, der dazu führte, dass Israel eine Mauer errichtete. Ich war jung damals. Ich erinnere mich, dass ich eines Tages zur Schule ging und als ich nach Hause kam, fand ich eine Mauer, die mein Haus an drei Seiten umfasste. An einem Tag hatten die Israelis die Mauer gebaut. Wir verloren unsere Geschäftsbeziehungen, unser Leben war zerstört, wir waren plötzlich isoliert mit einer Mauer um uns herum. Vier Kameras filmten unser Haus vierundzwanzig Stunden am Tag sieben Tage die Woche. Wir haben immer Witze gemacht: Sollten eines Tages mal Videos auf YouTube auftauchen, auf denen wir zu sehen sind, wie wir duschen, dann kommen sie bestimmt von diesen Kameras. Ich hoffe, niemand wird das je überprüfen.
Von meinem Schlafzimmerfenster kann ich auf die Mauer blicken. 8,5 Prozent der Mauer befindet sich auf palästinensischem Boden. Viel von dem Land war in christlicher Hand. Ich habe eine Tante, die viel Land verloren hat. Aber, wenn Sie mir die schlichte Frage stellen würden, ob ich die Mauer errichtet hätte, wäre ich der Premierminister von Israel gewesen, so ist meine Antwort klar: Ja! Und das sage ich als Frau, die von der Mauer mit am meisten betroffen ist. Die Mauer hat nämlich erreicht, dass mein Volk damit aufgehört hat, sich selbst zu töten und in die Luft zu sprengen. Ich sorge mich um Menschen, nicht um Beton!
Als die zweite Intifada zu Ende ging, beschloss ich, Jura zu studieren. Ich studierte internationales Recht, Meinungsfreiheit und Menschenrechte. Zur selben Zeit lernte ich jedoch auch das Wesen unseres palästinensischen Rechtssystem kennen. Es ist ein sehr interessantes System und nennt sich ʿUrf. Es ist eine Kombination aus Scharia und Stammesrecht. Unser Stammesrecht ist aus der Kultur der Beduinen erwachsen. Die Werte der Beduinenkultur zeichnen sich durch die, wie wir es nennen, drei Ws aus: Women (Frauen), Wealth (Reichtum) und War (Krieg). Als ich von dieser Sache erfuhr, hielt ich inne und entschied, einen Schritt zurück zu gehen, um ein größeres Bild zu sehen, vor allem als Araberin. Es ist traurig und es schmerzt, zu erkennen, was diese drei Ws für mein Volk bedeuten:
Women: Im aktuellen Regime kann jeder Mann bis zu vier Frauen heiraten.
Wealth: Wir haben eine korrupte Regierung, die von der momentanen Situation profitiert. Das Regime wird mit Geld vollgepumpt, während mein Volk leidet. Bei all dem Geld, was bisher von allen Ländern nach Palästina geflossen ist, müsste ich reich sein. Jeder Palästinenser müsste reich sein.
War: Wenn das Feindbild mal ausgeht und es den Israel-Palästina-Konflikt nicht mehr gibt, wird sich mein Volk gegenseitig bekämpfen. Im Jahr 2006 als Israel sich auch dem Gazastreifen zurückzog und den Leuten das Feindbild wegzog, bekriegten sich Hamas und Fatah gegenseitig. Palästinenser töteten Palästinenser.
Tunesien, Algerien, Irak, Libyen, Libanon, Syrien, Ägypten, mein Volk hat diese Werte genommen, sie verbreitet und darauf gebaut. Wir haben zwar eine Verfassung und sie ist wirklich gut, aber sie wird nur nicht umgesetzt, weil wir eine korrupte Regierung haben. Saeb Erekat, unser palästinensischer Hauptverhändler, sagte einst: „Wir mussten Palästinenser töten, um eine Autorität, ein Gewehr und die Rechtsstaatlichkeit zu etablieren.“ Wir haben wirklich viel Zeit und Mühe darin investiert unser eigenes Volk zu töten. Wirklich gut gemacht. Es ist widerlich!
All das beeinflusste meine Kultur. Es gibt kein Recht, kein Gesetz bei uns. Es gibt Ehrenmorde überall. Frauen haben keine Rechte. Es gab eine Frau, die zehn Jahre lang von ihrem Mann verprügelt wurde. Nach zehn Jahren fasste sie endlich den Mut vor Gericht zu ziehen, um eine Scheidung zu verlangen. Als ihr Mann davon erfuhr, zerrte er seine Frau auf den belebten Marktplatz und schlachtete sie dort. Frauen werden wie Besitz behandelt. Frauen werden nicht als Menschen erachtet. Sie haben kein Recht auf freie Meinung und ihnen werden auch sonst elementare Rechte verweigert. Ich kann ihnen unzählige Geschichten von jungen Frauen erzählen, die getötet wurden in sogenannten Ehrenmorden. Im Jahr 2013 sind die Ehrenmorde bei uns um dreihundert Prozent gestiegen. 300 Prozent!
Frauen werden auf offener Straße sexuell belästigt. Ich wurde sexuell belästigt, weil ich zur Universität ging. Oft fühlte ich mich richtiggehend angewidert in der Universität, ganz so als wäre ich in einem Zoo unter Tieren. Auf dem Weg nach Hause saß ich manchmal in einem Kleinbus und wurde dort angegrabscht. Das sind die „Rechte“, die wir dort als Frauen besitzen.
Ein weiteres Problem ist der Landraub. Die Mauer hat uns sehr viel Land geraubt, besonders in dem Gebiet um Bethlehem, aber Palästinenser stehlen ebenfalls palästinensisches Land, besonders von Christen. Ich habe vier Onkel, die alle mehr als die Hälfte ihres Landes an Leute aus Hebron verloren haben. Einfach so. Meine Onkel zogen vor Gericht und forderten ihr Recht ein, aber der Richter kam leider aus Hebron und sagte: „Ich kann es kaum erwarten, Euch drei tot in der Gefriertruhe zu sehen.“ Unser Richter arbeiten übrigens nur von zehn Uhr morgens bis ein Uhr nachmittags fünf Tage die Woche. Sie haben wirklich eine gute Karriere gemacht: Drei Stunden arbeiten am Tag.
Ich bin gebürtige Christin. Mein Glauben ist nicht wirklich stark. Als junge Erwachsene jedoch stolperte ich über diesen biblischen Vers:
„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, dass ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein.“ (Jeremia 31, 31-33)
Dieser Vers forderte mich in meinem Kern heraus. Ich dachte, dieser Vers ist mehr als bizarr. Wenn Gott wirklich existiert und dieser Vers, der ebenfalls im Koran zu finden ist, stimmt, dann finde ich den Beweis für seine Richtigkeit. Es war die junge Anwältin, die damals aus mir sprach. Ich schaute mir daher alle Kriege an, in denen Israel jemals involviert war. Der interessanteste Krieg war der Yom-Kippur-Krieg.
In der militärischen Logik ist es eigentlich klar: Einen Vier-Fronten-Krieg kann man nur verlieren. Im Norden wurde Israel von Libanon und Syrien attackiert, im Osten von Jordanien und im Süden von Ägypten. Libanon fiel schnell. Im Norden hatte Israel nur hundertfünfzig Panzer. Syrien aber hatte eintausendvierhundert Panzer. Im Süden hatte Israel ein Heer von fünfhundert Soldaten. Das ägyptische Heer jedoch umfasste achtzigtausend Soldaten. Israel gewann den Krieg dennoch und eroberte mehr Land. Das waren keine Superkräfte, die dort am Werk waren. Für mich war es die Hand Gottes. Das war mein Beweis für die Richtigkeit des Vers.
Nachdem ich das für mich erkannt hatte, dachte ich, ich besitze das Recht auf freie Meinung und alle Menschenrechte, ich werde diese Rechte ausüben und meine Überzeugungen teilen. Ich fing daher an, meine Überzeugungen mit einer kleinen Gruppe zu teilen. Ich erklärte, dass Gott das Land Israel seinem Volk als Zeichen seines ewigen Bundes gegeben hat, und es Zeit wird, dies zu akzeptieren. Lasst uns zwei Staaten errichten, sie dort, wir hier. Let’s move on and get a life! Ich erklärte weiter, wenn Ihr nicht meinem Glauben folgen möchtet, dann schaut Euch die Welt an. Wieviele christliche Länder gibt es? Wieviele muslimische Länder? Warum können die Juden nicht ein einziges Land haben? Eine sehr einfache Frage.
Nach meinem ersten Treffen mit einer kleinen Gruppe junger Menschen dauerte es keine vierundzwanzig Stunden und ein Familienmitglied rief mich an und bat mich, ihn zu treffen. Als wir uns trafen nahm er eine Pistole, richtete sie an meinen Kopf und sprach: „Ich habe eine Kugel, nur eine Kugel. Ich jage sie Dir in den Kopf und beende Dein Leben! Du spielst mit dem Feuer und ich werde eher Dich verbrennen, als dass Du Deine Familie verbrennst. Ich wurde geschickt, Dich zu stoppen.“
Ich wurde mit dem Tod bedroht, weil ich meine Überzeugungen und Meinungen geteilt hatte. Israelis bedrohen uns nicht, weil wir unsere Meinungen teilen, Palästinenser schon! Ich war geschockt, wütend und zornig, aber ich konnte nicht aufhören. Ich teilte meine Ansichten weiterhin. Ich bin ein Mensch.
Ich ging in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, um noch mehr zu verstehen, was den Juden angetan worden war. Als ich mich selbst in ihre Lage versetze, da verstand ich auf einmal, warum sie taten, was sie so aggressiv taten und warum sie es weiterhin tun. Ich verstehe es. Ich rechtfertige es nicht. Ich verstehe es! Es ist wegen all dem, was geschehen ist. Es gibt immer einen Grund. Es ist keine Rechtfertigung, nur ein Grund. Sie sind überängstlich! Warum? Plötzlich verstehst Du warum!
Als ich verstand, wurde ich verfolgt und des Verrats beschuldigt. Es wurde zu gefährlich für mich dort zu bleiben. Ich musste mein Land verlassen. Ich floh nach Britannien und beantragte Asyl, was mir binnen drei Tagen auch bewährt wurde, weil die Angelegenheit in meinem Fall so klar war. Das ist meine Geschichte.
Danke.
Einst sagte ein junger Mann zu mir, Israel sei ein Apartheidsstaat, der einzige Apartheidsstaat im ganzen Nahen Osten. Als Beweis führte er den jüdischen Bürgermeister einer Gemeinde in der Nähe von Nazareth an, der angeblich einen Weihnachtsbaum von einem öffentlichen Platz verbannt haben soll. Ich fragte den jungen Mann:
Warum schauen wir immer nur darauf, was Israel tut, aber nie darauf, was wir tun? Warum schauen wir auf den Splitter im Auge des Anderen ohne den Balken im eigenen Auge zu sehen? Warum schauen wir nicht darauf, was wir verbrechen, statt darüber zu meckern, dass in Israel ein Weihnachtsbaum verbannt wurde? Warum schaust Du nicht auf die syrischen Kinder, die gerade jetzt ermordet werden? Warum konzentrierst Du nicht auf die ermordeten Kinder, statt Dich um verbannte Weihnachtsbäume zu sorgen? Statt uns auf Israel zu fokussieren, lass uns lieber darauf fokussieren, was wir uns selbst antun als Araber. Wenn Israel ein Apartheidsstaat sein soll, dann sind die palästinensische Autonomiebehörde, Syrien, Libyen, Libanon gewiss Apartheidsstaaten; dann ist die ganze Gegend ein großer Ort der Apartheid.
Die palästinensische Autonomiebehörde ist eine Apartheid in sich!
Wenn Du aber sagst, die Hamas und die Fatah mit all ihren Verfolgungen, Diskriminierungen und Morden seien keine Apartheid, die Verbannung eines Weihnachtsbaum in Israel jedoch schon, dann kann ich nur fragen: Was genau verstehst Du unter Apartheid?
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Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde am 30. Mai 2014 ein 29-jähriger Mann an einem Busbahnhof in der Hafenstadt Marseille festgenommen, der im Verdacht steht, den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel verübt zu haben, bei dem vier Menschen ermordet wurden. Die AFP schließt einen islamistischen Hintergrund nicht aus. Die AFP berichtet, der Mann soll Mehdi Nemmouche heißen und im Jahr 2013 nach Syrien gezogen sein, um dort als Dschihadist gemeinsam mit Islamisten zu kämpfen.
Viele Medien, die bisher über die Festnahme berichtet haben, bezeichnen den mutmaßlichen Täter als Franzosen. Sie vermeiden peinlichst den Hinweis auf seine religiösen und politischen Überzeugungen. Der mutmaßliche Täter fühlt sich dem Islam verpflichtet. Mir ist schon klar, er hat den Islam vermutlich nur missbraucht, und den Koran nicht wirklich verstanden. Geschenkt! Ich hoffe aber, dass sich deshalb jetzt nicht wieder so viele Leute Sorgen um das Bild der Muslime machen.
Nicht selten, wenn irgendwo ein Jude von einem Islamisten ermordet wird, macht sich sogleich die Sorge breit, der Islam könne von dieser Tat Schaden nehmen. Wenn ein Jude von einem Nazi ermordet wird, dann fragt natürlich niemand nach dem Bild Deutschlands. Es wäre schließlich auch rechtsradikale Dreckscheiße, sich um das Bild Deutschlands zu Sorgen, wenn ein Jude von einem Deutschen ermordet wird. Im Falle des Islams aber ist das ganz anders.
Nehmen wir den Rektor der Grossen Moschee in Paris mal beim Wort. Es gibt schätzungsweise 1,3 Milliarden Muslime und rund 15 Millionen Juden auf der Welt. Selbst wenn “nur” 0,1% aller Muslime fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann kommt ein solcher wahnsinniger Judenhasser auf zehn Juden. Jeder Minjan auf der Welt hat somit einen persönlichen Todfeind, bereit Amok zu laufen. Sehr beruhigend klingt das nicht. 0,1 Prozent der Muslime hasst 100 Prozent der Juden. Das klingt nicht sehr beruhigend, wenn diese 0,1 Prozent Kinder ermordet, weil sie Juden sind.
In den nächsten Tagen sollte uns nicht die Sorge um den Islam herumtreiben, weil Muslime hier und da auch zu Unrecht zu Tätern gemacht werden. Der Islam ist nur eine Ideologie! Wir sollten uns um Juden sorgen. 100 Prozent aller Todesopfer der letzten Jahre, die in Europa aufgrund des Nahostkonfliktes zu beklagen sind, Juden waren oder Menschen, die für Juden oder Freunde von Juden gehalten wurden.
„Unter Freunden muss man sich auch mal unangenehme Wahrheiten sagen können.“
Dieser Satz kommt immer, wenn irgendwo irgendwer Israel kritisiert. Bisher war dieser Satz jedoch eine Einbahnstraße und kam immer, wenn Europa Israel kritisierte. Das muss sich ändern! Wenn es eine Freundschaft zwischen Europa und Israel gibt, wird es Zeit, dass auch Europa mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontiert wird:
Der europäische Umgang mit dem Nahostkonflikt hat dazu geführt, dass in Europa Menschen ermordet werden, weil sie Juden sind!
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Nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, bei dem vier Menschen ermordet wurden, hat es offenbar eine Festnahme gegeben.
Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP soll schon am Freitag an einem Busbahnhof in der Hafenstadt Marseille ein 29-jähriger Mann festgenommen worden sein, der mehrere Waffen bei sich getragen haben soll, die vom gleichen Typ sein sollen, wie jene, die bei dem Anschlag im Jüdischen Museum benutzt wurden. In seinem Gepäck soll auch eine schwarze Mütze gefunden worden sein, wie sie der Täter in Brüssel trug. Die AFP schließt einen islamistischen Hintergrund nicht aus. Die AFP berichtet, der Mann aus der nordfranzösischen Industriestadt Roubaix nahe der belgischen Grenze, soll im Jahr 2013 nach Syrien gezogen sein, um dort gemeinsam mit Islamisten und Dschihadisten zu kämpfen.
In Köln setzen sich die Piratenpartei und die Linke für das sogenannte „Bürgerticket“ ein. Alle Kölner Bürgerinnen und Bürger sollen 20 Euro im Monat zahlen, damit sie dann sämtliche Busse und Bahnen der Kölner Verkehs-Betriebe AG (KVB) so oft sie wollen nutzen können. Wer die KVB nicht nutzt, hat Pech gehabt.
Die Idee der Zwangs-Flatrate für die Aktiengesellschaft KVB kommt bei erschreckend vielen Leuten gut an. Laut einer Befragung, auf die sich Express beruft, sind 52 Prozent für das „Bürgerticket“. Na dann können wir ja weitermachen. Ich habe noch ein paar weitere Vorschläge:
20 Euro für eine Flatrate im Schauspielhaus,
20 Euro für Flatrate-Brötchen im Merzenich,
20 Euro für Flatrate-Tanzen im ARTheater,
20 Euro für Flatrate-Karneval im Gürzenich,
20 Euro für Flatrate-Bücher in der Mayerschen,
20 Euro für Flatrate-Zeitungen von Neven-Dumont,
20 Euro für Flatrate-Kölsch von Gaffel,
20 Euro für Flatrate-Oper am Offenbachplatz,
20 Euro für Flatrate-Besuche in Kölner Museen.
Was? Das ist zu viel Geld? Soviel verdienst Du nicht im Monat? Der WDR will schließlich auch noch seine Gebühr? Dann streng Dich gefälligst etwas mehr an! Ich hab noch 138 weitere Flatrates!
Was? Das sind dann zusammen über 3000 Euro? Und die Miete ist noch nicht bezahlt? Da mach ich doch gleich eine Zwangs-Flatrate für Mietshäuser! Ich bin doch kein Unmensch. Da fällt mir noch eine Flatrate ein:
20 Euro für Flatrate-Ficken im Pascha.
Was? Du gehst nicht in den Puff? Du findest Bordelle sogar scheiße? Ja und? Es gibt Leute, die finden die KVB und das Schauspielhaus scheiße. Da musst Du jetzt durch!
Was? Du willst die 20 Puff-Euro im Monat nicht zahlen?
Du bist echt ein egoistisches, asoziales Arschloch!
Veröffentlicht unterLiberalismus|Kommentare deaktiviert für Bürgerticket
Mit diesen Worten begrüßte mich die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, als sie am 18. Mai 2014 wieder mit mir auf einer Bühne stehen musste. Ich moderierte das Frühlingsfest „Kölner Elf“, bei dem sich die Kölner Bürgerzentren feiern. Elfi war geladen, die Grußworte zu sprechen. Der letzte Mittwoch lag ihr jedoch noch in den Knochen. „Es war nicht in Ordnung“, sprach sie, „dass der Rado einfach so meine Blumen auf den Boden geschmissen hat.“
Am Mittwoch zuvor hatte ich den Israeltag auf dem Kölner Heumarkt moderiert, bei dem der 66. Jahrestag der Gründung des Staates Israel gefeiert wurde. Oberbürgermeister Jürgen Roters war Schirmherr der Veranstaltung und hatte Elfi geschickt, die Grußworte zu sprechen. Elfi kam und hielt eine Rede, die so unfassbar unangebracht war, dass Dr. Michael Rado vom Vorstand der Synagogengemeinde Köln, der die ganze Rede über mit Blumen in der Hand vor der Bühne gestanden hatte, um sie am Ende zu übergeben, die Blumen zu Boden sinken ließ, als Elfi Scho-Antwerpes die Bühne verließ.
Der Vorstand der Kölner Synagogengemeinde verweigerte öffentlich die Übergabe von Blumen an die Bürgermeisterin.
„Ich habe sofort mit dem Oberbürgermeister gesprochen“, erklärte mir Elfi neben der Bühne der Kölner Elf, noch sichtlich erschüttert ob der Tatsache, dass es ein Jude gewagt hatte, ihr keine Blume zu schenken, „er sagt, ich hätte alles richtig gemacht.“ Was war am Israeltag geschehen? Ich zitiere mal einen Kommentar, den ich auf Facebook gefunden habe:
„Der Oberbürgermeister kommt natürlich nicht selbst, sondern schickt seine Elfi Scho-Antwerpes. Letztes Jahr nutzte sie die Feier zum Geburtstag von Israel dazu, langatmig der ermordeten jüdischen Deutschen bis 45 zu gedenken und dieses Jahr, Israel „mal als Freund“ zu sagen, was so gesagt sein muss mit der letzten Tinte. Wie gut, dass ich nicht solche Freunde habe, die jedes Jahr meinen Geburtstag versauen. Die wären auch die längste Zeit eingeladen gewesen. Ach so, und unser Roters und sein Außenminister gehen zwar nie auf den Israeltag, aber wenn in Köln zu Premieren von kritischen Filmen gegen Israel eingeladen wird, dann kommen sie natürlich und Roters hält Reden. Keine Ahnung warum, bzw. klar, weiß ich warum, es geht um die Gelder der Stadt, aber dennoch verstehe ich nicht, wieso man freiwillig ein Fest unter die Schirmherrschaft von jemandem stellt, der es mit Sicherheit versauen wird. Ich stehe kopfschüttelnd da. Ich hätte schon vor Jahren gesagt, liebe Stadt, nicht mehr mit Euch, solange die Hassbotschaft vor dem Kölner Dom steht, aber ich bin ja auch kein Politiker und auch keiner von der jüdischen Gemeinde.“
Wenn Elfi Scho-Antwerpes das Wort „Jude“ hört, fällt ihr sofort der Holocaust ein und wenn sie Israel hört, denkt sie sofort an „Besatzung“ . Wenn dann ausgerechnet die jüdische Gemeinde einlädt, um Israel zu feiern, ist ziemlich klar, was da für eine Rede rauskommt. Elfi hat es in den letzten Jahren auf dem Israeltag in Köln immer wieder geschafft, als Erste das Wort „Holocaust“ auf der Bühne zu sagen. Wenn Elfi kommt, gibt es eben keine Party ohne Auschwitz! Sie kann einfach nicht anders.
Als sie letztes Jahr die Bühne betrat, um eine Rede zu halten, drehte ich mich zu meiner Nachbarin um und sagte: „Lass uns bloß schnell Falafel essen gehen, Schoa-Antwerpes will eine Rede halten.“ Dieses Jahr jedoch moderierte ich den Israeltag und konnte daher nicht vor der Rede flüchten. Ich musste zuhören. Was ich zu hören bekam, war nicht schön.
Obwohl der Israeltag auf dem Heumarkt als ein Volksfest angekündigt war, auf dem Israel mal nicht nur als Krisenherd wahrgenommen werden sollte, sondern als Ort der kulturellen und kulinarischen Vielfalt, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft, Überzeugungen und Religionen miteinander leben, arbeiten und feiern, ignorierte Elfi Scho-Antwerpes diese Sehsucht nach einem Nachmittag in Frieden und ließ die Worte „Holocaust“ und „Besatzung“ über den Platz erklingen.
Elfi Scho-Antwerpes hat Holocaust-Besatzungs-Tourette. Wenn sie von Juden umzingelt ist, muss sie diese Worte einfach sagen, um sich selbst daran zu erinnern, was für eine gute Freundin Israels sie doch ist. Die besonderen Freunde Israels sagen nämlich nicht „Ich mag Dich“ oder „Ich glaub an Dich“, sie brüllen „Holocaust“ und „Besatzung“. Sie besitzen die Zärtlichkeit eines Mannes, der seine Ehefrau verprügelt. Elfi Scho-Antwerpes lebt in einer Ehe mit Juden und geschlossen hat sie Auschwitz. Eine solche Ehe steht unter keinem guten Stern. Deshalb schlägt Elfi immer wieder verbal zu, wenn sie unter Juden ist und merkt es nicht mal mehr, wenn sie ausfällig wird.
Israel ist ein Land, das sich seit 66 Jahren in einem Krieg befindet, in dem es der Wunsch der Gegner ist, Israel vollständig zu vernichten. Kein Land in der Geschichte der Menschheit hat es bisher geschafft, einen solch langen Krieg zu durchstehen, ohne dabei die Demokratie abzuschaffen. Israel jedoch ist das erste Land in der Geschichte der Menschheit, dass demokratische Standards bewahrt hat, obwohl es sich seit über sechs Jahrzehnten dem Willen ausgesetzt sieht, physisch und total vernichtet zu werden. Jeder junge Mensch, der in Israel zur Armee geht, weiß, dass es für einen heißen Krieg ausgebildet wird, bei dem es Willen des Feindes ist, Juden zu töten, weil sie Juden sind. Jedes jüdische Kind in Israel weiß, dass es von Kindern umzingelt, die es hassen, weil es Jude ist.
Elfi Scho-Antwerpes hätte in ihrer Rede diese Tatsachen nicht erwähnen müssen, schließlich weiß jeder Jude auch ohne Elfi, was es heißt von Antisemiten gehasst zu werden, aber es ist eine Unverschämtheit, dass sie an einem Tag, an dem es darum gehen sollte, sich nicht vom Krieg zerfressen zu lassen, sondern Frieden zu genießen, diese Sehnsucht zerstört hat, um deutsche Nachhilfe zu geben. In epischer Länge verurteilte sie die sogenannte „Besatzung“ und erklärte „illegale Siedler“ zum Friedenshindernis.
Liebe Elfi,
es gibt nur einen Grund, warum Juden im Gazastreifen „illegale Siedler“ wären, wenn sie dort noch siedeln würden, was sie nicht mehr tun, weil sie es nicht dürfen und deportiert wurden: Der Gazastreifen ist „judenrein“ und die Hamas will, dass das so bleibt. „Illegale Siedler“ sind somit jüdische Siedler. Ihr jüdisch sein macht sie illegal. Es ist daher für eine deutsche Politikerin mehr als geschmacklos, diese Begrifflichkeit kritiklos zu übernehmen. Wenn Du Dich ein wenig informieren möchtest, um Deine brutale Einseitigkeit zu überdenken, empfehle ich diese meine Artikel:
am Sonntag neben der Bühne der Kölner Elf erklärtest Du mir, dass Du ebenfalls mit dem „Herrn Wolff vom Kölner Bürgermeisterbüro für Internationale Angelegenheiten“ über die Angelegenheit gesprochen hättest. Es freut mich, dass sich die Stadt Köln einen eigenen Außenminister gönnt. Ich kenne diesen Mann und finde ihn in Sachen Israel noch weniger vertrauenswürdig als Dich. Ich habe meine Erfahrungen mit ihm machen dürfen, wie diese beiden Artikel zeigen:
ich wünsche Dir gute Besserung von Deinem Holocaust-Besatzungs-Tourette. Ich helfe auch gerne etwas bei der Behandlung. Dafür sind Freunde schließlich da.
Immer noch Freundschaft!
***
Lieber Dr. Rado,
zum Schluss spreche ich Sie an. Ich bin wirklich gespannt darauf, was die Kölner Synagogengemeinde für den nächsten Israeltag planen wird, und ob Elfi Scho-Antwerpes wieder reden und Jürgen Roters wieder Schirmherr sein darf. Ich würde irgendwann aufhören, jemanden, der jedes Jahr kommt und auf den Teppich kotzt, zu meinem Geburtstag einzuladen, selbst wenn er ein Freund ist, oder besser: gerade deswegen. Unter Freunden muss man sich nämlich auch die unangenehmen Wahrheiten sagen können.
Ich beglückwünsche Sie daher zu Ihrer Chuzpe, Elfi Scho-Antwerpes die Blumen verweigert zu haben. Seit Jahren schon predigt Elfi, gute Freunde müssten sich auch „unangenehme Wahrheiten“ sagen können. Bisher war immer nur Elfi eine Freundin der „unangenehmen Wahrheiten“. Dies haben Sie im Mai 2014 geändert. Massel tov! Endlich haben Sie die Freundschaftsanfrage von Elfi angenommen und sind ihr besonderer Freund geworden, indem sie es gewagt haben, folgende „unangenehme Wahrheit“ zu verkünden:
Deine Rede war so schlecht, unpassend und daneben, liebe Elfi, ich habe heute leider keine Blumen für Dich!
Veröffentlicht unterIsrael|Kommentare deaktiviert für Liebe Elfi, ich habe heute leider keine Blumen für Dich!
Wenn ich mir die brutale, einseitige und jeglicher Empathie beraubte Kritik an Israel anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass ein ganz besonderer Fluch auf dem Staat Israel lastet. Es ist ein deutscher Fluch: der Nathan-Fluch.
Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing ist ein aufgeklärter, guter Jude, der jenseits aller menschlichen Eigenarten und Schwächen zum deutschen Sinnbild für den verständnisvollen, vergebenden und vor allem unreligiösen Juden geworden ist. Während allen Figuren in Lessings Stück Schwächen und religiöse Eigenarten zugesprochen werden, thront die Idee des Nathans über alle Menschen und wird so zu einer bloßen Schablone. Dieses übertrieben positive Bild vom Juden Nathan ist für heutige Juden zum Fluch geworden.
Stellen wir uns nur einmal vor, was geschehen würde, wenn Nathan auf einmal menschliche Züge bekäme, wenn er Gefühle, Zorn und Rache entwickeln würde. Nathan ist ein Jude, der gerade deshalb so beliebt ist, weil er mehr Idee als Mensch ist. Lessing hat die Ideen der Aufklärung auf das Judentum projiziert, und seitdem werden Juden zu einer kompromisslosen Einhaltung dieser Prinzipien in einer Art und Weise verpflichtet, wie sie sonst keinem anderen Menschen abverlangt werden.
Solange Juden in Ablehnung von Gewalt zu Opfern werden, solange sie wie Nathan höchstens ihre Rhetorik als Waffe einsetzen, wenn ihnen die Worte „Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!“entgegengeschmettert werden, solange sie ganz friedlich bleiben, sind sie ihren Mitmenschen willkommen. Sobald sie aber beginnen, sich zu wehren, schlägt die angebliche Sympathie in bittere Antipathie um.
Der Jude hat verständnisvoll und vergebend zu sein, um von seiner Umwelt geliebt zu werden. Es ist genau diese Anforderung der Welt an Juden, die einem anderen bekannten Juden aus der Theatergeschichte zum Verhängnis wird: Shakespeares Shylock aus dem Stück „Der Kaufmann von Venedig“.
Shylock ist ein ganz gewöhnlicher Mensch, der sich irgendwann schlicht weigert, die Schmach der Unterdrückung einfach hinzunehmen. Nicht selten wird Shylock als Zerrbild des zornigen, gierigen Juden verstanden. Wenn man das Stück jedoch liest, wird klar, was schon Heinrich Heine erkannte: Shylock ist ein Mensch, dem Unrecht geschieht und sich wehrt. Wie sehr Heinrich Heine die Figur des Shylocks und somit auch das Stück „Der Kaufmann von Venedig“ schätzte, wird allein schon an der Tatsache deutlich, dass er eines seiner berühmtesten Gedichte, nämlich „Die Lore-Ley“ mit den Anfangsworten dieses Stücks von Shakespeare beginnen lässt: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.“
Während sämtliche Christen in Shakespeares Stück nicht in der Lage sind, ihre eigenen christlichen Prinzipien zu leben, fordern sie von dem Juden eben genau diese Verhaltensweise und bestrafen ihn umso heftiger, als sich herausstellt, dass er den christlichen Geboten nicht mehr folgen möchte oder kann als jeder andere Christ. Shylock will und kann nicht besser sein als alle anderen Menschen. Er ist kein Übermensch und bringt dies auch mit folgenden Worten auf den Punkt:
Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muss seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache.
Shylock ist im Gegensatz zu Nathan ein Mensch, mit Gefühlen und Ängsten. Wie jeder Mensch, der bedroht oder angegriffen wird, verteidigt er sich, schützt sein Leben und versetzt zur Not auch seine Umwelt in Angst und Schrecken, so dies die einzige Möglichkeit ist, das eigene Leben zu bewahren.
Genau diese Menschlichkeit wird Juden heutzutage verwehrt. Es reicht schon ein Blick in die Organisation der Vereinten Nationen. Ein Drittel aller Resolutionen und Entscheidungen, die der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seit seinem Bestehen verabschiedet hat, sind gegen Israel gerichtet. In einer manischen Fixiertheit auf nur 0,1% der gesamten Weltbevölkerung, denn dies ist der prozentuelle Anteil der Israelis auf der Erde, sehen die Vereinten Nationen ein Volk, dem ganz besondere Aufmerksamkeit zu Teil werden muss. Während 99,9% der Welt mit geradezu christlicher Milde beäugt werden, müssen die restlichen 0,1% die volle Last der Aufklärung auf ihre Schultern laden.
Alle Juden der Welt zusammengenommen ergeben gerade mal 0,22% der Gesamtbevölkerung. 99,78% der Bevölkerung werden somit von Nicht-Juden gestellt. Dennoch hält sich der wackere Glaube vom starken und stets präsenten Juden. Es ist geradezu amüsant wieviel Menschen an die Macht der Juden glauben. Wenn man diese Menschen nun fragt, wie es denn um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%), bestellt sei, schauen diese Menschen nur ganz verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist selbstverständlich nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz Besonderes. Und weil sie so ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Sie sollen brav und anständig sein, wie ein wohlerzogenes Kind, das zur Vergewaltigung zum lieben Onkel geschickt wird. Solange sich Juden schön abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Journalist Henryk M. Broder hat es auf diese einfache Formel gebracht:
„Es ist einfacher, Kränze vor toten Juden abzuwerfen, als sich mit lebenden auseinanderzusetzen.“
Juden dürfen auf keinen Fall auffallen. Zur Not müssen sie ganz einfach verschwinden, wie Shylock. Als Shylock sich weigert, das Prinzip der Vergebung zu leben, wird er von Portia, die ebenfalls jede Vergebung fahren lässt, brutal bestraft. Im vierten Akt von Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ spricht Shylock seine letzten Sätze und taucht im fünften und finalen Akt nicht mehr auf.
Im letzten Akt ist Venedig judenrein, so wie es die Nazis einst mit der ganzen Welt vor hatten und wie es Gaza heute ist. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”.
Ständig ist von palästinensischen Organisationen, aber auch von vielen europäischen und amerikanischen Regierungen die Forderung zu vernehmen, erst einmal mögen alle jüdischen Siedler verschwinden, bevor ein palästinensischer Staat gegründet werden könne, denn nur ein „judenreines“ Palästina sei ein wahres Palästina. Es gibt Minister, die kein Blatt vor dem Mund nehmen. Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sprach am 28. Februar 2010:
„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“
„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“
Und dann gibt es noch Worte wie diese:
„Der größten Feinden eines jeden Muslims nach dem Teufel sind die Juden! Wer sagt das? Gott sagt das!“ (Al-Rahma TV (Ägypten), 9. Januar 2009)
„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“ (Al-Nas TV (Ägypten), 8. Januar 2008)
„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben. Hahahahaha!“(Wiam Wahhab, ehemaliger libanesischer Minister, auf Al-Jadid/New TV (Libanon) 4. Juli 2010)
Warum ist es für einen möglichen zukünftigen palästinensischen Staat unzumutbar, jüdische Bürger zu tolerieren?
Warum ist es schlimmer, als Siedler Häuser zu bauen, statt als Terroristen Häuser zu bombardieren?
Warum ist es akzeptabler, Juden zu hassen, statt Siedler zu sein?
Warum müssen israelische Regierungen immer erklären, dass sie für eine Zwei-Staaten-Lösung sind, obwohl in den letzten 30 Jahren nicht ein palästinensischer Vertreter für eine solche Lösung eingetreten ist, geschweige denn einen Frieden mit Israel angeboten hat?
Warum wird Israel für die Grenzpolitik zum Gazastreifen kritisiert, eine Grenze, die sich regelmäßig für Hilfsgüter öffnet, während Ägypten für die fest geschlossene Grenze zum selben Gazastreifen nicht kritisiert wird?
Warum soll Israel seine Grenze zum verfeindeten Gazastreifen öffnen, während Ägypten die Grenze zum selben aber befreundeten Gazastreifen geschlossen halten darf?
Warum fordert niemand von einem zukünftigen palästinensischen Staat, dass er Frauen und Männer, Homos und Heteros, Juden und Palästinenser mit gleichen Rechten und Pflichten vor dem Gesetz ausstattet?
Warum werden im Jahr 2014 Synagogen geschändet mit „Heil Hitler“ und Hakenkreuzen, während Demonstranten auf deutschen Straßen „Juden ins Gas“ und „Adolf Hitler“ brüllen?
Warum müssen in Europa Juden um ihr Leben fürchten, wenn Menschen die Politik von Israel nicht gefällt?
Warum muss Israel ein Nathan sein, wenn alle anderen Staaten es nicht sind?
Warum soll sich Israel nicht verteidigen dürfen?
Shylock sagt:
„Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun.“
Auf den Bühnenbildern bin übrigens ich als Shylock in Burkhard Schmiesters Inszenierung von „Der Kaufmann von Venedig“ aus dem Jahr 2009 zu sehen. Die Chefredakteurin Dorothea Marcus schrieb damals für die Theaterzeitung aKT eine interessante Kritik. Achten Sie auf die ersten beiden Sätze:
„Es ist mal wieder das Stück zur Stunde. Während Israel den Gaza-Streifen in Schutt und Asche legt, wird im Severins-Burg-Theater einer der beliebtesten Shakespeare-Abende gezeigt, an dem man sich doch so grandios verheben kann: Denn es wurde wohl kaum jemals so unverblümt ein unsympathischerer Jude gezeigt als im „Kaufmann von Venedig“. Ein rätselhaftes Drama, dem oft Antisemitismus vorgeworfen wurde – den es aber gleichzeitig vorführt und kritisiert. Denn Shylock, dem jüdischen Wucherer, wird von der eitlen Gesellschaft um Kaufmann Antonio zwar übel mitgespielt, aber er hat es ja auch geradezu verdient. Oder umgekehrt? (…)
Der 84-jährige Theodor Michael, der gerade sein 60-jähriges Bühnenjubiläum feierte, lässt seine Erfahrungen strahlen, es ist eine Freude, ihm zuzusehen. Interessant zudem, einen Schwarzen mit der Rolle des Judenhassers zu besetzen: So hebeln sich die Vorurteile selber aus und es zeigt wie willkürlich Außenseitertum ist.
Und dann kommt Gerd Buurmann ins Spiel, deklamiert auf Englisch ein Stück des Hamlet-Monologs und legt damit die Spur, wohin es gehen soll: nämlich direkt in den Wahnsinn. Er ist so lange drangsaliert worden, dass er mittlerweile dem Bild entspricht, das ihm übergestülpt wurde: zitternd und verkrümmt, mit Ticks und Ausfällen – oder eine hektische Michel Friedmann-Kopie und gleichzeitig ihre ironische Brechung: „Woran denkt ihr, wenn ihr Jude denkt – an einen zugekoksten Fernsehmoderator?“ Witzige Aktualisierungen gibt es immer wieder: Antonios Schiffe fahren für Lehman Brothers und sind unterwegs nach Island, da weiß man gleich, was aus einer Landung wird. Und es gibt durchaus schöne, stille Szenen: Shylocks Tochter Jessica (Mareike Marx) spielt ihre Rolle kühl und trocken, und zwischen den Szenepaar Portia und Bassanio schwingt eine ganz verquere Liebesgeschichte, wenn sie denkt, dass er ihre Hand nehmen will, er aber nur seine Sonnenbrille zurückhaben will.
Nach der Pause sitzt Shylock zitternd an der Bar, wurde in den Wahnsinn gemobbt und kann nicht mehr anders, als sich bösartig, engstirnig und mitleidlos zu rächen – bis er gänzlich in den Untergang getrieben wird.
Ein schlüssiger und kluger Regieansatz, getragen vom alle überragenden Schauspieler Buurmann.“
Haben Sie das gelesen?
„Während Israel den Gaza-Streifen in Schutt und Asche legt, wird im Severins-Burg-Theater einer der beliebtesten Shakespeare-Abende gezeigt.”
Der Pressesprecher der Hamas hätte diese Worte nicht besser formulieren können. Das passiert eben, wenn der Jude kein Nathan sein will. Denn einst wusste schon Lessing: am Ende bleibt Nathan allein zurück. Alleine! So dürfte sich auch gerade der Staat Israel fühlen, in einem Meer von Christen, die ihre vermeintliche Nächstenliebe in bittere Kritik ausleben.
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der Du das Bürgerbegehren zur Erhaltung des Rathausplatzes der Stadt Köln unterschrieben hast,
Du gehörst zu den über 30.000 Personen, die ihre Unterschrift unter diesen Text gesetzt haben:
„Der Rat der Stadt Köln hat beschlossen, über den Ausgrabungen auf dem Rathausplatz einen musealen Großbau zu errichten. Dieser wird mindestens 2/3 der bestehenden Fläche verschließen. Durch die geplante Bauhöhe von 15 Metern entsteht ein massives Gebäude. Der ursprüngliche Charakter des Rathausplatzes geht dadurch unwiderbringlich verloren. Der geplante Gebäudekomplex rückt unmittelbar an die Renaissancelaube heran, sodass “Ecke Unter Goldschmied / Portalsgasse” stehend, die Sicht auf das gesamte historische Rathaus verdeckt wird.“
Was bist Du eigentlich für ein Kölner Bürger? Du weißt nicht einmal wo der Rathausplatz in Köln ist. Der Ort der Ausgrabung ist nicht der Rathausplatz! Der Rathausplatz war schon immer der Vorplatz direkt vor der Rathauslaube und dem Bürgerturm, wie dieser Holzstich aus dem 18. Jahrhundert zeigt. Gemacht wurde dieser Stich von dem Ort, den Du für den Rathausplatz hältst. Fällt Dir was auf? Das Bild blickt von oben. Ja, wie ist das denn möglich? Konnte der Künstler etwa fliegen? Nein, Du Tünnes, der Künstler stand vermutlich am Fenster. Da waren nämlich Gebäude!
Und jetzt schau Dir mal dieses Bild an. Es ist aus dem Jahr 1943 und zeigt die Rathauslaube von der Portalsgasse aus. Schau mal nach rechts. Was siehst Du? Leck mich an der Fott, was steht denn da? Ein Haus! Wie kommt das denn da hin? Darf dat dat? Ja, dat darf dat! Dat dat dat darf. Da hat wohl jemand nicht genug Unterschriften gesammelt!
Hast Du Dich eigentlich noch nie gefragt, warum die Portalsgasse zwischen dem vermeintlichen Rathausplatz und dem Spanischen Bau Portalsgasse heißt? Oder weißt Du nicht, was eine Gasse ist? Eine Gasse ist eine enge Straße zwischen zwei Gebäuden, Du Aapekopp!
Die Portalsgasse hat ihren Namen daher, weil man das Portal der wunderschönen Rathauslaube im Renaissancestil eigentlich erst dann sieht, wenn man in die Portalsgasse eingebogen ist! Die Laube wurde in den Jahren 1569–1573 nach den Plänen des Baumeisters Wilhelm Vernukken aus Kalkar am Niederrhein gebaut. Sie wurde als Ersatz für die baufällig gewordene mittelalterliche Vorhalle des Saalbaues geschaffen. Der prächtige Neubau, bei dessen Planung sich Vernukken von dem Architekten und Bildhauer Cornelis Floris de Vriendt aus Antwerpen inspirieren ließ, diente nicht nur der Verschönerung der Westfassade des Rathauses sondern auch praktischem Zweck. Vom Obergeschoss aus verkündete der Rat seine Beschlüsse als sogenannte „Morgenansprachen“. Die Bürger standen auf dem Rathausplatz vor der Laube und dem Bürgerturm. Und jetzt rate mal, was die Bürger, die der „Morgenansprache“ lauschten, sahen, wenn sie nach rechts schauten? Einen Platz? Nein, Gebäude! Der ursprüngliche Charakter des vermeintlichen Platzes ist es somit nicht, ein Platz zu sein! Der ursprüngliche Charakter des Ortes ist es, bebaut zu sein!
Die Rathauslaube ist mit Absicht so konzipiert, dass sie ihre Schönheit nur dann voll und ganz entfalten kann, wenn der Platz bebaut ist! Der Betrachter, der durch die engen, verwinkelten Gassen der Altstadt geht, soll erst mit dem Eintritt in die Portalsgasse das bewusst klein gehaltene und dennoch erhaben verzierte Portal des Rathauses entdecken. Durch den Zweiten Weltkrieg jedoch wurde dieser architektonische Sinn zerstört. Einige Jahrzehnte lang war die Rathauslaube schon vom Gülichplatz aus zu sehen. In dieser traurigen Zeit war der Zauber der Laube vollkommen verschwunden. Dies wird sich jetzt aber wieder ändern. Gott sei Dank!
Apropos Gott! Gebaut werden soll dort ein Museum zur ältesten noch heute praktizierten Religion Kölns, was nicht abwegig ist, denn bis ins Spätmittelalter stand das Rathaus an dem Ort, wo die Mitglieder eben dieser Religionen ihr Veedel hatten. Bleibt nur die Frage: Was ist die älteste noch heute praktizierte Religion in Köln?
Das Christentum kann es nicht sein! Als Köln den Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium erhielt, gab es das Christentum mit dem Evangelium schlicht noch nicht. Der Evangelist Lukas schrieb sein Evangelium, da war Colonia schon über 30 Jahre alt.
Colonia wurde als Stadt römischen Rechtes unter den römischen Kaiser Claudius gegründet. In Rom waren Jupiter, Mars, Venus und Diana die angebeteten Götter. Die Dämmerung dieser Götter liegt jedoch schon lange zurück. In Köln wird diese Religion heute nicht mehr praktiziert.
Bevor die Römer den Ort Colonia nannten, lebten dort die Ubier, ein alter Germanenstamm. Sie beteten die Matronen an. Die Matronen waren Muttergottheiten und wurden immer zu dritt dargestellt. Auf vielen Darstellungen halten sie Kinder in ihren Armen oder aber Fruchtkörbe, Schatzkästchen, Brote, Fische oder Schriftrollen. Noch heute ist die Stadt Köln noch bekannt ist für ihre Matronen, zum Beispiel Trude Herr, Hella von Sinnen und Dirk Bach. Sie werden jedoch nicht als Göttinnen angebetet, jedenfalls nicht staatlich sanktioniert. Die Matronenreligion wird in Köln somit auch nicht mehr praktiziert. Welche Religion ist es also?
Die Religion kam mit den Römern nach Köln. Die Religion brachte die Geschichten von Adam und Eva, Noah, Abraham, Sarah, Rebecca und Moses an den Rhein. Es ist das Judentum!
Juden haben die mit Abstand längste Tradition in Köln. Mittelalterliche Urkunden belegen, dass das „domus in quam cives conveniunt“, also das Haus, in dem die Bürger zusammen kommen, im „domus inter judeos sita“ gelegen ist, also im Judenviertel. Das Judentum prägte die Stadt bereits, als noch keine einzige christliche Kirche am Ort stand. Heute kann an dem Ort, wo das Museum entstehen soll, eine Mikwe besichtigt werden, die Kölner Juden bereits nutzten, als das Rathaus selbst noch nicht stand. Das jüdische Ritualbad wurde in einer Zeit gebaut, als noch nicht einmal der Grundstein zum Kölner Dom gelegt worden war. Bei dem Bauwerk dürfte es sich vermutlich um die älteste Mikwe nördlich der Alpen handeln. Diese Mikwe soll Teil des zu errichtenden Jüdischen Museum werden.
Das erste Mal wird eine jüdische Gemeinde in Köln urkundlich im Jahr 321 erwähnt. In dem Jahr hatte Köln gerade erst den ersten geschichtlich bezeugten Bischof: Maternus. In einer Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge in Köln mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Die Existenz einer Synagoge lässt davon ausgehen, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war.
Dieser längsten Kölner Tradition soll jetzt endlich an dem Ort der Mikwe ein Jüdisches Museum gewidmet werden und zwar dort, wo jahrhundertelang das jüdische Veedel war, nämlich zwischen Portalsgasse und Judengasse. Judengasse, noch so ein Straßenname, bei dem es hätte klingeln müssen!
Noch deutlicher kann es ein Straßenname nicht machen! Der vermeintliche Rathausplatz war nie ein Platz, sondern ein von Juden bewohntes Gebiet! Über Jahrhunderte hat an der Judengasse in Köln jüdisches Leben stattgefunden. Im Spätmittelalter wurden die Juden dort allerdings vertrieben.
Was spricht dagegen, an dem Ort, wo die älteste Religion Kölns gelebt hat, ein Museum für eben diese Religion zu errichten? Es wird Zeit, dass der Platz endlich wieder das wird, was er über Jahrhunderte war und wieder sein muss: Kein Platz!
Am Samstag, 10. Mai 2014 kann Conchita WurstEurovision Song Contest Geschichte schreiben. Nicht nur weil sie als Travestiekünstlerin den Wettbewerb gewinnen kann, schon 1998 siegte Israel mit der wunderbaren transsexuellen Starlette Dana International, sondern weil sie mit der Tradition brechen kann, dass seit Jahren nur Lieder aus dem letzten Drittel der Show gewinnen.
Seit zehn Jahren schon setzen sich beim Eurovision Song Contest nur Lieder durch, die im letzten Drittel der Show gesetzt waren. Im Jahr 2013 startete die Gewinnerin Emmelie de Forest von Platz 18. Die Gewinnerin von 2012, Loreen, startete mit ihrem Lied “Euphoria” von Platz 17. Dieser Startplatz führte in der Geschichte des Eurovision Song Contest schon sieben mal zum Sieg und ist der erfolgreichste Startplatz überhaupt.
Von Startplatz 2 jedoch hat noch nie jemand gewonnen. Startplatz 2 ist und bleibt der verfluchte Platz des Wettbewerbs. Lettland und Israel mussten das in diesem Jahr wieder leidvoll erfahren. Beide Länder starten in den beiden Halbfinals jeweils von Startplatz 2 und verfehlten den Einzug ins Finale und das obwohl Israel bei einigen Wettbüros zu den Favoriten zählte.
Startplatz 1 ist allen Gerüchten zum Trotz gar kein so schlechter Startplatz. Bisher gewannen drei Lieder von dieser Ausgangsposition. Der bekannteste Sieger von der Pole Position dürfte die Band Brotherhood Of Man sein, die 1976 mit „Save Your Kisses For Me“ gewann. Auch Startplatz 8 (fünf Siege) und Startplatz 9 (vier Siege) sind sehr erfolgreiche Ausgangspositionen, aber all diese Siege liegen in weiter Ferne und kommen aus der Zeit, als nur etwa ein dutzend Lieder teilnahmen. In dieser Zeit lagen die besten Startplätze also auch im hinteren Teil. In den letzten Jahren war das nicht anders.
2004 siegte das letzte Mal ein Lied aus der ersten Hälfte. Ruslana tanzte ihren „Wild Dance“ für die Ukraine von Startplatz 10 und gewann. 2003 holte Sertab mit „Everyway That I Can“ von Position 4 den Eurovision Song Contest in die Türkei.
Conchita Wurst wird am 10. Mai 2014 von Startplatz 11 aus singen. Zwei mal schon hat Startplatz 11 in der Geschichte des Eurovision Song Contest gewonnen. Aller guten Dinge sind drei!
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Er hat es geschafft! Ralph Siegel, der alte Haudegen, wird mit einer Komposition am 10. Mai 2014 im Finale des Eurovision Song Contest in Kopenhagen vertreten sein. Am 6. Mai 2014 sang Valentina Monetta seine Ballade „Maybe“ für San Marino und wurde damit ins Finale gewählt. Ralph Siegel war an dem Abend ebenfalls auf der Bühne und begleitete Valentina Monetta am Piano.
Tapfer im Nirgendwo sagt jetzt schon mal „Herzlichen Glückwunsch“. Ralph Siegel ist und bleibt der erfolgreichste Komponist des Eurovision Song Contest.
Ralph Siegel ist einer der zwei einzigen deutschen Komponisten, die den Wettbewerb jemals gewonnen haben.
Im Jahr 1982 gewann er mit „Ein bißchen Frieden“ den Wettbewerb. Der zweite deutsche Komponist gewann 1972 und zwar Klaus Munro mit seiner Komposition für Luxemburg „Après toi“ gesungen von Vicky Leandros. Das Lied „Satellite“, das 2010 für Deutschland gewonnn hat, wurde von der Amerikanerin Julie Frost und dem Dänen John Gordon geschrieben. Stefan Raab hat als Komponist den Wettbewerb auch nie gewonnen. Ralph Siegel sagte einst:
„Er versteht es, die richtigen Leute zusammenzubringen. Ich wünsche ihm Glück, dass er den ESC auch als Komponist gewinnt.“
Ralph Siegel hat Deutschland 8 Top Ten Platzierungen beschert:
9. Platz: „Frei zu leben“ gesungen von Chris Kempers und Daniel Kovac (1990)
4. Platz: „Dschinghis Khan“gesungen von Dschinghis Khan (1979)
3. Platz: „Wir geben ’ne Party“ gesungen von Mekado (1994)
3. Platz: „Reise nach Jerusalem“gesungen von Sürpriz (1999)
2. Platz: „Theater“ gesungen von Katja Epstein (1980)
2. Platz: „Johnny Blue“ gesungen von Lena Valaitis (1981)
2. Platz: „Laß die Sonne in Dein Herz“ gesungen von Wind (1987)
1. Platz: „Ein bißchen Frieden“gesungen von Nicole (1982)
Für Luxemburg hat Ralph Siegel zudem 1974 den 4. Platz für „Bye, Bye I Love You“ und den 9. Platz für „Papa Pingouin“ geholt (1980). Im Jahr 1980 holte er somit sowohl den 2. als auch den 9. Platz! Das bedeutet für Ralph Siegel ein mal 1. Platz, drei Mal 2. Platz, zwei mal 3. Platz, zwei Mal 4. Platz und zwei Mal 9. Platz. Er hat aber noch weitere Geschichte geschrieben.
Ralph Siegel hat eines der fünf Lieder komponiert, die den ESC im Sitzen gewonnen haben:
„Ein bißchen Frieden“ (Nicole, 1982) „Merci Chérie“ (Udo Jürgens, 1966) „All kinds of everything“ (Dana, 1970) „What’s another year“ (Johnny Logan, 1980) „Rock ’n‘ roll kids“ (Harrington & McGettigan, 1994)
Ralph Siegel teilt sich den zweiten Platz der Lieder, die in den meisten Sprachen gesungen wurden.
Seine Kompostion „Reise nach Jerusalem“ (3. Platz 1999) wurde auf Deutsch, Türkisch, Englisch und Hebräisch gesungen. Das Lied „Lasha Tumbai“ (2. Platz 2007) von Verka Serduchka wurde in Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Mongolisch gesungen. Nur das Lied „Liubi liubi, I love You“ (13. Platz 2007) wurde in mehr Sprachen gesungen: Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Rumänisch.
Ralph Siegel ist der Komponist, der am häufigsten am Eurovision Song Contest teilgenommen hat, nämlich 22 Mal!
Ralph Siegel hat zwei der sechs deutschen Eurovision Song Contest Beiträge komponiert, die es auf Platz 1 in den deutschen Charts geschafft haben:
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