9. November – Der Judenhass ist heute!

Heute ist der 9. November. Wieder gibt es in ganz Deutschland Gedenkveranstaltungen. Die Deutschen lieben es, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Jedes Jahr setzen sie sich ein bisschen mehr auseinander. Heute sitzen sie so weit weg, dass sie gar nicht mehr sehen können, was doch so offensichtlich ist: Der Judenhass ist heute!

In den letzten Jahren wurden diese Parolen auf deutschen Straßen skandiert: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“, „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“, und immer wieder „Kindermörder Israel“.

Die Parole „Kindermörder Israel“ erschallte in Frankfurt sogar aus einem Lautsprecher auf einem Polizeiauto. Die deutsche Polizei unterstützte somit im Jahr 2014 eine Demonstranten logistisch, die Israel als Kindermörder dämonisierten.

Der Judenhass ist heute!

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Was klingt wie eine Rede von Joseph Göbbels ist in Wirklichkeit viel jünger. Sie wurde am 28. Februar 2010 auf Al-Aqsa TV von einem Minister der Hamas gehalten. Die Hamas wurde in Gaza zur stärksten Partei gewählt und fordert laut Artikel 7 der eigenen Gründungscharta die Vernichtung aller Juden weltweit. All das passiert heute. Die Deutschen aber bewältigen lieber die Vergangenheit. Gegenwärtige Probleme werden in Deutschland erst in der Zukunft als Vergangenheit bewältigt!

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Juden, das sind für viele Deutsche die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute.

Der Judenhass ist heute!

Wenn ich in New York bin und dort sage: „Heute gehen wir in ein jüdischen Stück“, dann sehe ich freudige Augen. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn aber in Deutschland sage: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann sehe ich in deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. In Deutschland sind Juden die Toten von damals.

Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist das Holocaust Mahnmal. Altkanzler Gerhard Schröder sagte einst dazu, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Bei dem ganzen Stolz haben jedoch viele die Gegenwart vergessen, die lebenden Juden von heute. Auf deutschen Straßen wird wieder gegen Juden gehetzt, Synagogen werden attackiert und Juden angegriffen. In Belgien und Frankreich wurden in den letzten Jahren sogar Juden gefoltert und ermordet, weil sie Juden waren.

Am 21. Januar 2006 wurde Ilan Hamimi in Frankreich von einer Gruppe muslimischer Männer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Ihm wurde unter anderem bei lebendigem Leibe der Penis abgeschnitten. Am 19. März 2012 wurden drei Kindern und ein Erwachsener vor einer jüdischen Schule in Toulouse von einem selbsternannten Kämpfer des Islams ermordet, weil sie Juden waren. Am 24. Mai 2014 wurden zwei Israelis und eine Französin im Jüdischen Museum in Brüssel erschossen. Am 3. Dezember 2014 wurde ein jüdisches Paar in Paris brutal überfallen. Die Angreifer stürmten in die Wohnung und brüllten: „Ihr seid Juden, also seid ihr reich!“ Sie raubten Schmuck und Geld und vergewaltigten die Frau vor den Augen ihres Freundes. Wochen zuvor hatten die selben Täter einen siebzigjährigen Juden verprügelt. Am 9. Januar 2015 nahm ein selbsternannter Kämpfer des Islamischen Staats in einem jüdischen Supermarkt mehrere Geiseln und tötete vier Juden.

Der Judenhass ist heute!

Malmö ist eine ist eine Stadt in Schweden. Der meist vergebene Vorname in Malmö ist Mohammad. Malmö wurde in den letzten Jahren immer wieder Tatort übler judenfeindlicher Krawalle. Es gab Randale in jüdischen Läden, Drohungen auf offener Straße, Juden zu schlachten und Schändungen des jüdischen Friedhofs. Ende Juli 2012 explodierten Sprengkörper auf den Eingangsstufen der Synagoge in Malmö. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeine in Malmö, Fred Kahn, sagt: „Das Klima für Juden in Malmö ist beschwerlich.“ Er fügt jedoch hinzu: „Die meisten Muslime sind friedliebende Menschen“, aber er fügt auch hinzu, „doch wenn auch nur ein Prozent von ihnen in der Stadt eine judenfeindliche Einstellung hat und diese offen auslebt, dann ist das schon eine ganze Menge.“

Rabbiner Schneur Kesselman berichtet, dass er des Öfteren Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen bekäme. Viele Juden haben Malmö verlassen. „Nach den Ereignissen der letzten Zeit ist Malmö keine Stadt, in der meine Kinder aufwachsen sollen“, sagt Daniel Eisenberg, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Oktober 2011 nach Stockholm gezogen ist. Auslöser für den Auszug der Eisenbergs war das Davis-Cup-Turnier im März 2011.

Weil Spieler des Staates Israel an dem Wettbewerb in Malmö teilgenommen hatten, kam es auf den Straßen der Stadt zu Demonstrationen, die sich auch gegen Malmös Juden richteten. Die Demonstranten verlangten einen Ausschluss der jüdischen Spieler aufgrund des „Vergehens“ Israelis zu sein. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu lies daraufhin das Tennismatch zwischen Schweden und Israel „aus Sicherheitsgründen“ vor leeren Rängen austragen. Selbst als der Stadtrat der schwedischen Linkspartei, Carlos Gonzalez, die Ausschreitungen gegen Juden mit der Worten rechtfertigte, „Wir können doch nicht einfach die Augen verschließen vor dem, was in Gaza passiert“, widersprach Reepalu nicht. Als Reepalu einmal gefragt wurde, was er davon halte, dass jetzt immer mehr Juden aus Angst Malmö verlassen, sagte er nur lapidar: „Wenn Malmös Juden nach Israel ziehen, ist das ihre Sache.“

Einige Zeit später lies Reepalu die verbliebenen Juden wissen, dass die Jüdische Gemeinde in Malmö den Hass, der ihr entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnte, wenn sie nur deutlich genug Abstand nähme von „Israels Gewalt gegen die zivile Bevölkerung im Gazastreifen“. Da kann man ja nur hoffen, dass Reepalu nicht bald den schwedischen Frauen rät, Abstand von kurzen Röcken zu nehmen, um so die Möglichkeit einer Vergewaltigung abzuschwächen.

Der Judenhass ist heute!

Seit über 60 Jahren sieht sich das kleine demokratische Land Israel von Feinden umzingelt, die einen Krieg führen, an dessen Ende die Radikalen von der Hamas die Vernichtung aller Juden fordern, während die sogenannten Gemäßigten von der Fatah nur die Vernichtung des Staates Israels in Aussicht stellen. Seit Jahrzehnten muss sich Israel gegen seine Vernichtung verteidigen. Und was macht die deutsche Mehrheitsgesellschaft? Sie kritisiert Israel!

Natürlich macht Israel Fehler. Israel befindet sich im Krieg. Im Krieg machen alle Fehler! Aber Israel will diesen Krieg nicht! Israel will von Freunden umgeben sein, nicht von Feinden. Israel zu kritisieren, weil das Land die Absichtserklärung der Feinde, alle Juden zu vernichten, ernst nimmt, ist so geschmacklos, wie die revoltierenden Juden im Warschauer Ghetto zu kritisieren, weil sie sich gewehrt haben und dabei töten mussten.

In der niedersächsischen Stadt Oldenburg findet jährliche eine Gedenkveranstaltung in Form eines Gedenkmarsch zur Erinnerung an die Deportation von Oldenburger Juden in Konzentrationslager und die Zerstörung der Synagoge im Jahre 1938 statt. Schülerinnen und Schüler der örtlichen Schulen tragen zum Inhalt der Veranstaltung bei. Bei der Veranstaltung im Jahr 2016 wurde erstmals ein Mann aufgefordert, seine Israelfahne wegzustecken. Sein Name ist Rolf Woltersdorf. Er berichtete später:

„Ich wollte am Marsch der Erinnerung mit meiner israelischen Flagge teilnehmen, als Zeichen der Solidarität mit Israel – dem Land der Überlebenden des Holocaust. Als ich jedoch die Flagge entrollte, kam ein Lehrer zu mir und forderte mich auf, die Flagge wieder einzustecken.“

In einem Gespräch mit der Jerusalem Post erklärt Woltersdorf, ein Veranstalter habe sogar „mit körperlicher Gewalt“ versucht, seine israelische Fahne zu entfernen. Neben Rolf Woltersdorf trug auch die Erzieherin Cordula Behrens eine israelische Flagge. Ihr wurde daraufhin brüsk erklärt: „Die Flagge hat nichts mit der Erinnerung an tote Juden zu tun.“

Statt der Israelfahne waren auf der Gedenkveranstaltung eine Menge Keffiyeh zu sehen, besser bekannt als das Palästinensertücher. Für viele Menschen ist dieses Tuch nur ein Modestück. In Teilen Teilen der arabischen Welt wurd das Tuch als nützlicher Schutz vor Sonne und Staub verwendet. Das Tuch hat aber noch eine andere Bedeutung. Ungefähr um 1936 begann der als Mufti von Jerusalem bekannte Amin el-Husseini, das sogenannte Palästinensertuch bei der Bevölkerung teilweise unter Einsatz von Strafe und Folter durchzusetzen. El-Husseini war einer der engsten Verbündeten der Muslimbruderschaft, die heute Terrorgruppen wie al Qaida und die Hamas umfasst, deren erklärtes Ziel der Judenmord ist.

Der Judenhass ist heute!

Unter Amin el-Husseini fand die erste große Kampagne der Muslimbrüder gegen Juden und Zionisten statt. Mit Parolen wie „Nieder mit den Juden“ und „Juden raus aus Ägypten und Palästina“ wurde damals in den 30er Jahren, schon vor der Existenz des Staates Israels, das Ziel artikuliert, die Länder von jüdischen Menschen zu „säubern“. Die Parolen der Muslimbrüder erinnern nicht zufällig an die Ideologie der Nazis. Amin el-Husseini war ein enger Freund Himmlers. So wurde beispielsweise ein blutiger Aufstand 1936 in Palästina von den Nazis finanziell und durch Waffenlieferungen unterstützt. Für die Verabschiedung der Nürnberger Rassegesetze erhielt Hitler Glückwünsche aus der gesamten arabischen Welt, besonders aus Palästina. Noch heute sind in der arabischen Welt die Werke „Mein Kampf“ und „Die Protokolle der Weisen von Zion“ auf den Bestsellerlisten zu finden.

Das Palästinensertuch ist für viele Menschen, die es tragen, eine Offenbarung des Wunsches nach der Vernichtung Israels. Es steht für eine Gesellschaft, in der Frauen, Homosexuelle und Christen nicht gleichberechtigt sind und wo Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung sind und Individualität und Freiheit nichts zählen.

Der Judenhass ist heute!

Almog Cohen ist ein israelischer Fußballspieler. Er stand beim FC Ingolstadt 04 unter Vertrag. Am 26. April 2015 trennten sich im Stadion an der Alten Försterei die Union Berlin und der FC Ingolstadt mit einem 2:2. Almog Cohen saß das ganze Spiel über auf der Bank und twitterte kurz nach Abpfiff auf hebräisch:

„Heute wurde beim Spiel eine Israel-Fahne entfernt. Eine Fahne, die deutsche Fans mitgebracht haben, wurde von einem Ordner entfernt. ‚Keine Juden-Fahnen‘, sagte er.“

Der stellvertretende Polizeisprecher Berlins, Thomas Neuendorf, erklärte daraufhin: „Das Einsammeln der Israel-Flagge war eine Entscheidung des Polizeiführers.“ Die Entscheidung werde geprüft, hieß es weiter, und sobald der Polizeiführer dem Polizeipräsidenten einen Bericht vorlegt habe, werde die Behördenleitung den Fall bewerten. Auf die Frage der BZ, auf welcher Rechtsgrundlage die Entscheidung des Polizeiführers in der Alten Försterei gefallen sei, erklärte der Polizeisprecher: „Mir ist nur bekannt, dass der Polizeiführer ein Gespräch mit dem Fan-Beauftragten von Ingolstadt geführt hat. Danach wurde die Flagge dann vom Zaun abgehängt.“

Der FC Ingolstadt sagte der BZ später, ihm wurde mitgeteilt, dass in Berlin eine große palästinensische Gemeinde zu Gast sei und daher ein besonnenes Verhalten gewünscht sei. Bei der Gemeinde handelt es sich um die „13. Konferenz der Palästinenser in Europa“, die an dem selben Wochenende in der „Arena“ in Berlin-Treptow stattfand. Die Organisatoren der Konferenz waren die Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland (PGD) und das Palestine Return Center (PRC). Laut Verfassungsschutz unterhalten beide Organisationen Verbindungen zur Hamas.

Die Hamas ist das Regime, das seit 2006 im Gazastreifen herrscht, nachdem das Gebiet „judenrein“ gemacht wurde. In einer wahren „Gazakristallnacht“ wurden alle Synagogen in Gaza angezündet oder zerstört. Heute darf dort kein Jude mehr leben. Minister der Hamas erklären Juden zu Bakterien, die vernichtet werden müssen und verbieten sämtliche Beziehungen zu Juden. Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung aller Juden weltweit. Weltweit! Dazu gehört auch die Alte Försterei in Berlin. Wenn dort eine Fahne des Staates Israel hängt und zwar an einem Tag, da viele Hamassympathisanten in der Stadt sind, die alles Jüdische vernichten wollen, muss die Berliner Ordnungskraft Prioritäten setzen. In diesem Fall lautete die Entscheidung: „Keine Juden-Fahnen!“

Auch bei einer Demonstration vor dem Berliner Hauptbahnhof am 27. März 2011, auf der zu einem Boykott gegen Israel aufgerufen wurde, entfernte die Polizei eine Israelfahne und nahm zwei Menschen in Gewahrsam, weil sie sich weigerten, Ihre friedliche Solidaritätsbekundung mit Israel zu unterlassen. Es waren nur zwei Menschen, die sich mit Israelfahne neben eine anti-israelische Demonstration stellten. Sie störten nicht, sie brüllten nicht, sie randalierten nicht. Weder skandierten sie anti-arabische Parolen, noch präsentierten sie irgendwelche Tafeln mit anti-arabischen Meinungen. Sie riefen zu keinem Boykott auf und stellten niemandes Existenz in Frage. Sie zeigten nur, in Anbetracht der Einseitigkeit der Ausstellung gegen die sie demonstrierten, ganz friedlich die Israelfahne, um zu zeigen, dass Israel nicht ein zu vernichtender Teufel ist, wie es die Hamas behauptet, sondern ein liebenswertes Land mit guten und schlechten Seiten.

Sie waren nicht einmal erkennbar pro-israelisch, denn das Zeigen einer Flagge zur puren Verdeutlichung, dass das Land ein Recht auf Existenz hat, ist kein Zeichen besonderer Zuneigung. Es ist kein besonderes Zeichen der Zuneigung, wenn ich einem Land das Recht auf Existenz und Verteidigung zuspreche, schließlich spreche ich jedem Land diese Selbstverständlichkeit zu. In der Verteidigung des Existenzrechts Israels einen pro-israelischen Akt zu vermuten, ist so absurd, wie zu behaupten, man sei pro-jüdisch, wenn man gegen Auschwitz und die Vernichtung von Juden sei. Die Verurteilung des Holocaust ist natürlich nicht pro-jüdisch, sondern schlicht pro-menschlich, so wie die Verurteilung der Sehnsucht nach der Vernichtung Israels auch nicht pro-israelisch sondern schlicht pro-menschlich ist. Diese Menschlichkeit aber provozierte die pro-palästinensischen Demonstranten aufs Äußerte. Sie gingen auf die beiden Personen los. Die bloße Existenz der Israelfahne war ihnen schon ein Dorn im Auge, so wie für die Hamas schon die bloße Existenz des Landes Israels und Juden überhaupt ein zu lösendes Problem ist.

Als die Demonstranten sich aufmachten, der Existenz der Israelfahne ein Ende zu bereiten, schaltete sich die Polizei ein. Allerdings verteidigte sie nicht etwa das Recht der zwei Personen, die Fahne eines demokratischen Landes friedlich hochzuhalten, sondern sie kassierten die Fahne Israels und nahmen die beiden Personen in Gewahrsam.

Nun kann argumentiert werden, dass angemeldete Demonstrationen nicht gestört werden dürfen und dass die Polizei eine Trennung zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten durchzusetzen habe; aber dürfen zwei Menschen, die die Fahne eines Landes hochhalten schon als Störung der Sicherheit angesehen werden? Sie störten zwar unzweifelhaft die israelhassenden Demonstranten, aber soll man diese Subjekte wirklich zum Maßstab für Bürgerrechte nehmen?

Was wäre gewesen, wenn Nazis vor dem Berliner Hauptbahnhof demonstrieren hätten, die was gegen Afrikaner haben? Hätten dann alle dunkelhäutigen Menschen fortgeschickt und gegebenenfalls in Gewahrsam genommen werden müssen, weil sie sonst die Demonstranten störten? Was wäre gewesen, wenn ein Mensch mit einer Israelfahne als Kippa auf dem Kopf vor dem Hauptbahnhof gestanden hätte? Hätte die Polizei ihm die Kippa vom Kopf genommen oder gleich den ganzen Juden entfernt, wie es vor zwei Jahren die Polizei in Duisburg mit einer Israel-Flagge gemacht hatte?

Damals hing die Flagge Israels an einem Fenster einer Duisburger Wohnung, an der ein anti-israelischer Demonstrationszug vorbeizog. Als sich brutaler Unmut unter den Demonstranten breit machte, löste die Polizei nicht etwa die Demonstration auf, sondern kapitulierte vor dem Trupp und erstürmte die private Wohnung und entfernte die Flagge.

Was passiert, wenn anti-israelische Menschen bald vor Synagogen ziehen, weil sie sich von den Symbolen provoziert fühlen? Gehen deutsche Ordnungshüter dann auch in diese Gebäude und entfernen die dort sichtbaren jüdischen Symbole? Müssen dann auch die Gemeindemitglieder diese Aktion bezahlen? Wird die Aktion an einem 9. November stattfinden?

Natürlich hätte die Polizei das Recht der Personen verteidigen können, die Israelfahne zu zeigen, wie es die Polizei in Bochum am 17. Januar 2009 gemacht hatte, als eine Demonstration von über 1500 Personen gegen den Staat Israel stattfand, zu der vier Moscheegemeinden aufgerufen hatten. Damals holte eine Studentin die Israel-Flagge herausholte. Die Flagge hatte die Studentin nach eigenen Angaben bei sich, da sie gerade auf dem Weg zu einer Kundgebung in Duisburg gewesen war. Als sie jedoch an dieser Demonstration vorbei kam, sei ihr klar geworden, dass sie hier dringender gebraucht werde und schwenkte zusammen mit ihren Freundinnen und Freunden, die ebenfalls auf dem Weg zur Kundgebung nach Duisburg waren, die Israel-Flagge und holten zudem noch ein paar Transparente heraus, die sie für die Duisburger Kundgebung im Gepäck hatten.

Die Polizei erkannte das Recht der Studentin auf das Zeigen der Israelfahne, denn laut Angaben der Studentin akzeptierte die Polizei nach einer kurzen Verhandlung das Angebot der Gruppe, offiziell eine Spontankundgebung anzumelden. Die Gruppe entrollte ihr Transparent, verteilte einige Flugblätter, in denen zur Solidarität mit Israel aufgerufen wurde, und beendete ihre Aktion nach kurzer Zeit wieder.

Später jedoch leitete die Staatsanwaltschaft Bochum ein Strafverfahren gegen die Studentin ein und verurteilte sie mit einer Geldstrafe von € 300,- für das Zeigen der Israelfahne. Vielleicht hatten die Berliner Polizeibehörden diese Entscheidung im Kopf, als sie sich dazu entschlossen, die Israelfahne zu kassieren. Juden dürfen in Deutschland beleidigt werden, aber ihr Stolz wird gerichtlich beschränkt. Israelhass ist durch das Recht auf freie Meinung gedeckt – Israelliebe jedoch nicht! Solidarität mit Juden darf es in Deutschland einfach nicht geben und wenn sich doch so etwas wie Solidarität regt, dann schreitet ein deutsches Gericht ein, wenn sich die Polizei weigert, es zu unterbinden.

Wenn es in Deutschland in diesem Tempo weiter geht, könnte es auch bald wieder geschehen, dass Synagogen in Deutschland eine Gefährdung der inneren Sicherheit darstellen. Die ersten Schritte dahin sind bereits getan. Im Verfahren gegen die Bochumer Studentin, die die Israelfahne gezeigt hatte, argumentierte die Richterin tatsächlich, die Gruppe um die Studentin hätte die antiisraelische Demonstration mit der Israel-Fahne „provoziert“. Mit anderen Worten: Wenn sich Judenhasser in Deutschland durch einen Davidstern provoziert fühlen und bereit sind, ihre Aggression in Gewalt umschlagen zu lassen, sind nicht etwa die Gewalttäter Verbrecher, sondern jene Menschen, gegen die sich der Hass richtet. Die Richterin hielt den Angeklagten sogar vor: „Das war keine ungefährliche Situation, die Sie geschaffen haben.“

Dann war es von den Juden vor dem 9. November 1938 vermutlich auch eine nicht ungefährliche Situation, sich überhaupt auf deutschem Boden nieder zu lassen. Kein Wunder also, dass die Juden und Jüdinnen damals für die Kosten der Zerstörungen der Pogromnacht selbst aufkommen mussten, nicht wahr verehrte Richterin?

Der Judenhass ist heute!

Im Jahr 2015 verurteilte das Wuppertaler Amtsgericht zwei Araber zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt für einen Brandanschlag auf eine Synagoge. Ein weiterer 18-Jähriger Täter wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe ohne konkretes Strafmaß verurteilt. Alle drei mussten zudem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das niedrige Strafmaß begründet das Gericht mit der Feststellung, dass es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat gäbe. Die Palästinenser hatten gestanden, im Sommer 2014 Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben, erklärten aber, dass sie damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollten.

So ist das also! Wenn ein Anschlag auf eine jüdische Einrichtung in Deutschland verübt wird, weil jemandem die Politik Israels nicht gefällt, dann kann das Amtsgericht in Wuppertal keinen Antisemitismus feststellen! Wenn das die Rechtsextremisten von Hooligans Gegen Salafisten erfahren, haben die Moscheen in Deutschland aber ein ganz großes Problem. Von nun an kann jeder Hooligan Brandanschläge auf Moscheen mit der Begründung verüben, die Politik im Iran gefalle ihm nicht. Anhaltspunkte für eine muslimfeindliche Tat wird das Amtsgericht in Wuppertal jedenfalls nicht feststellen können!

Die Tat der drei Palästinenser war ganz klar antisemitisch motiviert! Es ist die Fatah in Judäa und Samaria, die am Tag der 47-Jahr-Feier der regierenden Partei Mufti Muhammad Hussein einlud, um dies zu predigen:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben“

Die drei Palästinenser in Wuppertal, die einen Brandanschlag auf eine Synagoge verübt haben, kennen diesen Hass nur zu gut! Am 7. Mai 2011 fand in der Uni-Halle in Wuppertal die „9. Konferenz der Palästinenser in Europa – die Generation der Rückkehr kennt ihren Weg“ statt. Ich war dabei! Es war eine beängstigende Veranstaltung! Mir wäre eine bisschen mehr Tanz und etwas weniger Rache auf der Konferenz deutlich lieber gewesen.

Was ich dort erleben durfte, war eine pure Einschwörung der Anwesenden auf grenzenlosen Hass gegen Israel. Auf deutschem Boden fand eine Veranstaltung statt, auf der das Existenzrecht Israels in Frage gestellt wurde und nicht selten in klaren und deutlichen Worten erklärt wurde, Israel besäße eben dieses Recht nicht.

Kein Recht auf Existenz bedeutet die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Millionen jüdischer Menschen in Israel. Dafür haben wir in der westlichen Welt seit einer amerikanischen Fernsehserie aus den 70er Jahren einen anderen Begriff: Holocaust! Wer das Existenzrecht Israels verneint und eine Zerstörung des Staates wünscht, der plant nichts anderes als einen Holocaust. Der Holocaust mag mit der Frage nach dem Existenzrecht auch in noch so milden Worten daher kommen, er bleibt ein Holocaust und eben das wurde am 7. Mai 2011 in der Uni-Halle in Wuppertal besprochen. Das Amtsgericht Wuppertal wird in dem Fall vermutlich auch keine antisemitische Überzeugung feststellen können.

Pausenlos wurde ich bei der Veranstaltung mit Filmen, Vorträgen und Theaterstücken konfrontiert, in denen Juden ausnahmslos als böse und verachtenswerte Menschen dargestellt wurden. Ein Theaterstück endete mit einer Erklärung von Kindern, die ihren Vätern und Müttern schworen, Israel bis zum Tod zu bekämpfen. Wäre ich ein Kind gewesen und hätte diese Show gesehen, wäre wohl auch für mich klar geworden, dass Israel vernichtet gehört.

Der Judenhass ist heute!

Am 7. Mai 2011 wurden Kinder und Jugendliche auf deutschem Boden auf einen Krieg eingeschworen. An diesem Tag gingen der Welt in Wuppertal eine Vielzahl Kinder für den Frieden verloren und die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Juden und Palästinensern rückte in schier ungreifbarer Ferne. Statt auf Integration setzte diese Veranstaltung voll und ganz auf die Dämonisierung.

Bei der Veranstaltung musste ich immer wieder an den judenfeindlichen Dreck denken, der im palästinensischen Fernsehen gesendet wird. In „Kindersendungen“ werden Kinder zu Kanonenfutter erzogen, die Freude daran verspüren sollen, Juden zu töten und wenn es sein muss sogar im Krieg gegen Juden zu sterben.

Die Hamas Mickey Mouse lässt Kinder Lieder über die heldenhafte Tat des Attentats singen.

All diese Sendungen werden via Satellit auch in Deutschland von vielen arabischen Haushalten empfangen! Diese Sendungen sind keine Ausnahmen im arabischen Fernsehpogrom, sondern kindgerechter Alltag in einer Medienlandschaft, die Juden nur als Affen, Mörder und Kakerlaken zeigt, wie dieser ZDF-Bericht beweist.

Im Frühjahr 2017 musste ein 14-jähriger Schüler von einer Berliner Schule genommen werden, weil er über Monate gemobbt worden war, ausschließlich weil er Jude ist! Der Junge wurde getreten und mit der Faust in den Rücken geschlagen. Mitte März 2017 wurde er sogar außerhalb der Schule an einer Bushaltestelle von zwei Schülern gewürgt und mit einer Spielzeugpistole bedroht, während andere Schüler zugeschaut und gelacht haben. All dies wurde von Kindern getan, die die Sprache des Hamas-Häschen Assud sprechen.

Der Judenhass ist heute!

Die Gegenwart von heute wird die Vergangenheit von morgen sein. Anstatt ständig nur Kränze für tote Juden abzuwerfen, während die lebendigen Juden vor allem in Israel kritisiert werden, weil sie sich nicht einfach so abschlachten lassen wollen, sollten wir den lebendigen Juden etwas mehr Solidarität zeigen und den Judenhass von heute bekämpfen, statt nur den von früher zu bewältigen. Vielleicht sparen wir uns in den nächsten Jahren einfach mal ein paar Kränze für tote Juden und laden dafür öfter lebendige Juden ein. Juden lieben nämlich das Leben. Sie stoßen sogar darauf an: Lechaim!

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Muslime für Israel

Oft erscheint uns der Islam als Anhäufung von Menschen, die Israel hassen, sei es nun auf Demonstrationen gegen Israel oder in sozialen Netzwerken. Es gibt jedoch Muslime, die Israel verteidigen. Sie treten allerdings nicht in einem tosenden Mob auf. Die Wahrheit braucht die Masse nicht. Sie braucht nur einen Menschen, der sie ausspricht.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert ein paar Meinungen von Menschen, die im Glauben des Islams erzogen wurden und sich nicht dem Hass ergeben, sondern ihre Vernunft eingeschaltet haben. Mögen ihre Worte die Herzen und Köpfe der muslimischen Brüder und Schwestern mehr rühren, als das Gebrüll der wütenden Menge.

Mohammad Zoabi:

„Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer israelischer, zionistischer, arabischer Moslem. Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache. Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!

Noor Dahri:

„Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen. Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten. Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden. Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.“

Sara Zoabi:

„Mein Name ist Sara Zoabi. Ich bin Araberin, Muslimin, Israelin und stolze Zionistin von Nazrat Ilit. Ich bin Araberin, weil ich Araberin bin. Ich bin Muslimin, weil ich Muslimin bin. Und ich bin Zionistin, weil ich an das Recht des jüdischen Volkes an einen eigenen Staat glaube, den Staat Israel, das Heilige Land. Wir leben hier im Paradies. Im Vergleich mit anderen arabischen Länder ist das hier der Garten Eden. Für mich gibt es kein anderes Heimatland als Israel. Ich habe keine andere Flagge. Welcher Ort ist besser als Israel? Hier kann ich tun, was ich in keinem anderen arabischen Land tun kann. Ich bin mir sicher, wie ich hier lebe, ist es nicht mal einem Prozent der Araber in den arabischen Nachbarländern vergönnt, aber hundert Prozent aller israelischen Araber leben so.“

Kothar:

„Mein Name ist Kothar. Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem Dorf Drijat im Negev. Ich gehöre zu einer 13-köpfigen religiösen Familie. Mein Vater arbeitet als Lehrer, während meine Mutter zu Hause bleibt. Ich arbeite als Lehrerin in einer israelischen Schule. Es gibt viele andere Araber wie mich, die in Israel leben und arbeiten. Sie haben Freude am Leben, arbeiten, passen sich an und haben keine Probleme hier. Wenn Menschen Israel boykottieren, dann boykottieren Sie mich und alle anderen Araber, die hier leben und arbeiten. Ich liebe meine Arbeit, die Freude meiner Kinder und ihre Liebe zu mir. Und ich liebe meine Kollegen und den Spaß mit ihnen und das freundliche Umfeld, das sie bieten. Ich genieße das alles und bin sehr glücklich darüber, erleben zu können, wie Kinder die arabische Sprache sprechen, die ich ihnen beibringe. Ich lebe seit sechs Jahren in Be’er Sheva in einem Apartment zusammen mit zwei jüdischen Mitbewohnerinnen. Wir sind sehr glücklich hier und es wäre wirklich hart für mich zu gehen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, irgendwann einmal zu gehen. Boykotts werden uns nur trennen und verletzen. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir Frieden in unsere Zeit bringen.“

Mosab Hassan Yousef:

„Mein Name ist Mosab Hassan Yousef. Ich bin in Ramallah als Mitglied der Hamas aufgewachsen. Ich richte meine Worte an die palästinensische Autonomiebehörde, die von sich behauptet, die „alleinige legitime Vertretung“ des palästinensischen Volkes zu sein. Ich frage: Woher nehmen Sie diese Legitimität? Das palästinensische Volk hat Sie nicht gewählt, und es hat Sie nicht dazu veranlasst, von Ihnen vertreten zu werden. Sie haben sich selbst ernannt! Sie entführen palästinensische Studenten vom Campus und quälen sie in Ihren Gefängnissen. Sie quälen Ihre politischen Konkurrenten. Das Leiden des palästinensischen Volkes ist das Ergebnis Ihrer egoistischen politischen Interessen. Sie sind der größte Feind des palästinensischen Volkes. Würde Israel nicht existieren, hätten Sie niemanden, dem Sie Schuld zuschieben könnten. Übernehmen Sie Verantwortung für die Ergebnisse Ihrer eigenen Handlungen. Sie schüren die Flammen des Konflikts, um Ihre eigene missbräuchliche Macht zu erhalten. Sie benutzen sogar diese Plattform, um die internationale Gemeinschaft und die palästinensische Gesellschaft zu täuschen, um ihnen weiszumachen, Israel sei für die Probleme verantwortlich, die Sie selbst erschaffen haben.“

Imam Mohamad Tawhidi:

„Wir haben eine Moschee auf ihrem Salomonischen Tempel errichtet, aber sie sind die Invasoren. Man erkläre mir, wie das Sinn ergeben soll. Ich wünsche den rechtmäßigen Besitzern und auserwählten Kindern einen schönen Jerusalem Tag.“

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„Der Islam unterstützt Israel!“

Warum sowohl ein gläubiger Moslem als auch ein überzeugter Atheist und jeder andere Mensch mit Verstand den Staat Israel anerkennen muss, erklärt Noor Dahri in diesem Kommentar.

Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen.

Aber ich war nicht immer Zionist.

Ich wurde als Teil meiner muslimischen Identität zunächst dazu erzogen, tief antiisraelisch zu sein. Ich ging zu den Al-Quds-Märschen, wo Anhänger der Hamas und der Hisbollah auftraten. Ich hatte jedoch nie einen Israeli oder einen Juden getroffen. Im Jahr 2014 dann begann ich, Dinge für mich selbst zu untersuchen, anstatt nur hinzunehmen, was mir gesagt wurde. Meine gesamte Wahrnehmung von Israel änderte sich fortan.

Im Jahr 2014 kämpften die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas in Gaza. Es war kein einseitiger Krieg, sondern eine Verteidigung des jüdischen Staates, da Israel wahllos von Raketen und durch Tunnel angegriffen wurde. Ich sah einen klaren moralischen Unterschied: Israel zielte auf Terroristen ab. Die Hamas jedoch zielte auf Zivilisten ab. Israel versuchte, zivile Opfer zu minimieren, die Hamas jedoch suchte sie zu maximieren, auch auf ihrer eigenen Seite. Ich beschloss, die Seite zu unterstützten, von der instinktiv wusste, dass sie das Wahre tat. Darum stehe ich heute stolz mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel.

Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten.

Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden.

Ich habe diese Kriege studiert. Ich habe den gesamten Konflikt in meinen Studien erforscht. Ich habe auf Studienreisen meine Ansichten mit Hunderten von pro-israelischen und antiisraelischen Kollegen weltweit ausgetauscht. Es ist bemerkenswert, dass ich dort gelandet bin, wo ich heute bin. Als Muslim pakistanischer Abstammung, der auch ein religiöser Salafi ist, habe ich schließlich den Zionismus akzeptiert, der meiner Meinung nach auf Frieden, Akzeptanz und Dialog basiert.

Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.

Meine Unterstützung für den Zionismus stand niemals meinen religiösen Ritualen als praktizierender Muslim im Weg. Ich kombiniere diese beiden politischen und religiösen Identitäten weiterhin nahtlos als muslimischer Zionist. Die politische Ideologie des Zionismus steht nicht im Widerspruch zum Glauben des Islams, weil der Islam selbst das Leitprinzip des Zionismus unterstützt, nämlich das Recht des jüdischen Volkes auf einen jüdischen Staat Israel im heiligen Land.

Eine genaue Lektüre des Korans zeigt, dass der Islam die Idee des jüdischen Staates unterstützt. Allah sagte im heiligen Buch des Korans: Kapitel 5, Vers 21:

„O mein Volk (die Juden), tretet in das geheiligte Land ein, das Allah für euch bestimmt hat!“

Und in Kapitel 17, Vers 104:

„Und wir sprachen danach zu den Kindern Israels: ‚Streut Euch und lebt auf der ganzen Welt, und wenn das Ende der Welt nahe ist, werden wir Euch wieder in das verheißene Land versammeln.“

Die palästinensische Weigerung, den jüdischen Staat anzuerkennen, ist eine Verweigerung eines Koranrechts, das dem Volk Israel gegeben wurde. Palästinenser, die sich weigern, sich am Friedensprozess zu beteiligen, sind Extremisten und Fanatiker. Israel war niemals eine Bedrohung für die muslimische Welt, besonders nicht für die arabische Welt. Es war die arabische Welt, die immer wieder Kriege gegen Israel begann.

Glücklicherweise erkennen die arabischen Länder des Golfs langsam, dass Israel kein Feind ist, sondern ein Partner für regionalen Frieden und Zusammenarbeit. Die Palästinenser müssen bald erkennen, dass es in ihren religiösen, sozialen und politischen Interessen dient, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Nur dann werden sie sich sicher fühlen und volle Gleichheit und Menschenrechte ausüben können, wie es derzeit 1,8 Millionen Israelische Muslime tun.

Dieser Konflikt wird nicht durch Krieg, Hass und Terrorismus gelöst, sondern durch Frieden, Liebe und gegenseitiges Verständnis. Wenn beide Nationen ein Friedensabkommen akzeptieren, wird die Zeit kommen, da beide Nationen Seite an Seite als leuchtendes Vorbild für die ganze Welt stehen. Dann werden wir die wahre Bedeutung des Buches Jesaja kennen, wo der Prophet verkündet:

„Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Völker zurechtweisen in fernen Ländern. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken.“

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Der Angriff des Meldemobs

Es gibt ein grundlegendes Problem bei den sogenannten „sozialen“ Medien. Dort werden Einträge gelöscht, wenn sie von vielen Menschen gemeldet werden. Diese Methode hat jedoch einen großen Fehler.

Wo sich der Mensch einer kollektiven Ideologie unterwirft, wo das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in der Legion der Vielen auflöst, wird es gefährlich.

Es ist nahezu unmöglich, mit einem Menschen zu reden, der von einer Ideologie besessen ist. Die Dynamik des Mobs kann sehr gefährlich werden, vor allem, wenn der Mob in der Gewissheit der moralischen Überlegenheit daherkommt. Dabei ist es irrelevant, was das Ziel des heiligen Zorns ist; die Methode des Mobs ist immer verabscheuungswürdig.

Nichts rechtfertigt eine Schreckensherrschaft der Tugend. Wenn sich Menschen, die sonst wenig gemeinsam haben, in der gemeinsamen Herabwürdigung einer anderen Person vereinen, wenn Hass identitätsstiftend wird, dann wird es gefährlich.

Der Mob lässt andere Meinungen nicht zu und erklärt stattdessen, Worte seien Gewalt, nur um so dann tatsächliche physische Gewalt gegen den Redner rechtfertigen zu können. Der Mob erklärt jeden Abweichler und jeden Kritiker zu einer Gefahr, gegen die auch Gewalt angewendet werden darf. Es ist schließlich Notwehr.

„Wehret den Anfängen“ brüllen diese selbstgerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer eigenen Angst heraus konstruieren. Aus Angst nimmt der Mob andere Menschen als Geisel einer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht. Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta Müller einst:

„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte, muss auch für ein Verbot des Korans plädieren, denn unzählige Terroristen sind mit den Parolen des Korans spazieren gegangen, bevor sie zum Messer griffen. Das Messer in der Hose eines Menschen verschwindet aber nicht, wenn ihm der Mund verboten wird. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden. Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts!

Worte und Meinungen sind weit weniger gefährlich als eine Legion, die sich so im Recht fühlt, dass sie glaubt, Feuer legen zu dürfen, um die Gefahr auszumerzen. Wer alles verbannt und verbrennt, was ihm nicht gefällt, wird blind für das, was in der Gesellschaft vor sich geht und wird entsetzt aus dem Sessel fallen, wenn bei der nächsten Wahl die Bürgerinnen und Bürger in der geheimen Wahlkabine ihre Meinung in ein definitives Kreuz verwandelt haben. Dann behaupten sie, sie hätten all das nicht kommen sehen. Natürlich haben sie es nicht kommen sehen! Sie haben ja all die Menschen verbannt, die anderer Meinung waren und konnten sich daher nicht mit ihnen auseinandersetzen.

Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Facebook und Twitter aber sperren Nutzerinnen und Nutzer öfter aus nichtigen Gründen, während Beiträge, die unverhohlen und offen Hass predigen, nicht gelöscht werden. Hamed Abdel-Samad ist es passiert und auch ich kann ein Lied davon singen. Unsere Accounts wurden ohne Angaben von Gründen gesperrt und erst nach juristischer Hilfe wieder freigeschaltet. Bei allen Sperrungen erklärten Fundamentalisten öffentlich ihre Freude darüber. Sie hatten im Vorfeld sogar dazu aufgerufen, die Sperrungen der Accounts auf Twitter und Facebook durch massenhaftes Melden der Beiträge zu erwirken.

Wer einen Menschen durch Melden mundtot machen will, meldet aus diversen Gründen. Manche melden Beiträge wegen vermeintlicher Hate-Speech, andere wegen vermeintlichen Fake-News und wieder andere wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzung. Im Falle Hamed Abdel-Samads zeigten bereits alle drei Strategien Wirkung. So konnte es sogar geschehen, dass ein Fundamentalist, der auf YouTube offen gegen Henryk Broder, Seyran Ateş und Hamed Abdel-Samad gehetzt hatte, es erreichen konnte, dass ein Video gelöscht wurde, in dem Henryk Broder, Seyran Ateş und Hamed Abdel-Samad die Stellen zitiert hatten, in denen gegen sie gehetzt wurde. Als Grund für die Löschung wurde eine Urheberrechtsverletzung angegeben.

Wenn Hetze möglich ist, aber das Reagieren der Betroffenen auf diese Hetze geahndet wird, dann ist was faul an dem Urheberrecht.

Im Fall von Hamed Abdel-Samad führt der Meldemob sogar einen Zermürbungskrieg in der virtuellen Welt gegen einen Mann, der in der realen Welt ständig auf der Flucht vor Fundamentalisten ist. Hamed Abdel-Samad kann nicht ohne Personenschützer sein Haus verlassen und er kann seine Freunde nur geheim treffen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt und den Islam kritisiert. Er lebt unter ständiger Lebensgefahr, weil er Homosexuelle nicht verurteilt, für Frauenrechte streitet, das Kopftuch für Frauen nicht fordert, Juden nicht hasst und den Islam an seinen fundamentalistischen Stellen kritisiert. Das ziehen viele Muslime in Europa als Grund heran, Hamed Abdel-Samad umbringen zu wollen.

Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihm diese Waffe zu entreißen und Twitter, Facebook und YouTube sind die willigen Vollstrecker dieses Mobs.

Dabei sind diese Unternehmen Kinder unserer aufgeklärten Gesellschaft. Für ihre Freiheit sind viele Männer und Frauen gestorben, die für das freie Wort gestritten haben, wie Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş. Ausgerechnet diesen Menschen ihre wichtigsten Selbstverteidigungswaffen zu nehmen, ist unerträglich.

Der Mob beherrscht die Netzwerke. Heute gilt, bringe nur genug Menschen gegen Dich auf und eine Sperrung wird sehr wahrscheinlich. Das ist auch der Grund, warum in sozialen Netzwerken so oft offen judenfeindliche Beiträge nicht gelöscht werden, während schon leicht islamkritische Beiträge verschwinden.

Es gibt über 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt aber nicht mal 16 Millionen Juden. Auf einen Juden kommen hundert Muslime. Es ist viel leichter, eine große Anzahl von Muslimen zu finden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie noch so harmlos sein, als eine große Anzahl von Juden, die sich durch eine Aussage beleidigt fühlen und mag sie noch so brutal sein.

Immer wieder kommt es bei vor, dass vollkommen akzeptable Kritik am Islam in sozialen Medien gelöscht wird und die Kritiker mit langen Sperren belegt werden, während offen judenfeindliche Aussagen nicht gelöscht werden. Es kommt nämlich nicht auf die Aussage an, sondern darauf, wieviele Menschen sich beleidigt fühlen.

Über 1,6 Milliarden Muslime weltweit eigenen sich einfach besser für das Schaffen eines Mobs als 16 Millionen Juden. In einer aufgeklärten Demokratie herrschen jedoch nicht die Masse und der Mob, sondern die Vernunft und das Menschenrecht. Die Grundrechte des Einzelnen können nicht durch eine Mehrheit abgeschafft werden. Judenhass fand und findet oft eine Mehrheit und war und ist dennoch immer falsch.

Die Art und Weise wie soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook ihre Seiten verwalten, ist ein Angriff auf den liberalen Geist der Individualität, wo der Gedanke der Freiheit und die persönliche Entfaltung zählen und nicht der Mob.

Eine Rede zu verbieten, weil man glaubt, sie könne Gewalt befördern, ist ein Präventivschlag. Ein solcher Schlag sollte, wenn überhaupt, nur in ganz engen Grenzen gestattet sein.

Niemand ist in Gefahr, weil Hamed Abdel-Samad und Seyran Ateş reden. Sie aber sind in Gefahr, weil sie reden!

Der Mantel des Schweigens ist für die Redefreiheit das, was der Schleier und das Kopftuch für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte und jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob und zu was er schweigen und reden will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens und unter keinen Umständen darf es einem Mob überlassen werden, darüber zu entscheiden, was gesagt werden darf.

Das vom 18. Deutschen Bundestag verabschiedete Netzwerkdurchsetzungsgesetz stärkt den Mob. Durch dieses Gesetz werden soziale Netzwerke unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehener des Staates in Abwesenheit einer Rechtssprechung pro­phy­lak­tisch Aussagen zu löschen, die angeblich gegen das deutsche Gesetz verstoßen sollen. Das ist zwangs-privatisierte milde Zensur, denn im Zweifel werden kritische Aussagen einfach zu unangemessenen Meinungen erklärt, gelöscht und die Nutzerinnen und Nutzer gesperrt, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Das sind durch Strafandrohung an Privatunternehmen delegierte Redeverbote, die dazu führen, dass der Meldemob zum Angriff bläst!

Sozial Netzwerke können sich auch nicht ohne weiteres auf ein „Hausrecht“ zurückziehen, denn jedes soziale Netzwerk hat durch die AGB, denen der User zugestimmt hat, einen Vertrag mit eben diesen User. Ein gültiger Vertrag darf nicht unbegründet gebrochen werden. Hausrecht hin oder her, auch in meinem eigenen Haus darf ich keinen gültigen Vertrag brechen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist eine massive Einschränkung in die Presse- und Meinungsfreiheit aus Angst vor (Sprach)-Terror, ob nun rechts, links, islamistisch oder anders radikal.

Wir haben es mit einem Sieg des Gefühls und der Masse über die Vernunft und das Individuum zu tun.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist ein Problem

Am 30. Juni 2017 verabschiedete der 18. Deutsche Bundestag in Anwesenheit von weniger als hundert Abgeordneten das skandalöse Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Mit diesem Gesetz werden soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehener des Staates in Abwesenheit einer Rechtssprechung pro­phy­lak­tisch Aussagen zu löschen, die angeblich, vermutlich oder vielleicht gegen das deutsche Gesetz verstoßen sollen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist eine massive Einschränkung in die Presse- und Meinungsfreiheit aus Angst vor (Sprach)-Terror, ob nun rechts, links, islamistisch oder sonstwie radikal. Jedes MdB, das dafür gestimmt hat, wird sich einst dafür verantworten müssen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist zwangs-privatisierte Zensur!

Regierungen streben danach, an der Macht zu bleiben. Sie sollten daher nie mit der Macht versehen werden, darüber entscheiden zu dürfen, welche Aussagen angemessene Meinung sind. Sie sollten auch nicht mit der Macht versehen werden, private Unternehmen mit Zwang zu dieser Aufgabe zu verpflichten. Im Zweifel nämlich werden kritische Aussagen einfach zu kriminellen Aussagen erklärt, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Die Vergabe von Macht an den Staat und seinen Beliehenen sollte immer unter dem Vorbehalt geschehen: Was, wenn mein politischer Gegner an der Regierung ist? Ein Land mit einem Netzwerkdurchsetzungsgesetz schenkt einer möglichen repressiven Regierung die Kontrolle über Meinungen.

Staatlich ausgeführte oder durch Strafandrohung an Privatunternehmen delegierte Redeverbote sind sehr gefährlich. Es wäre besser, dem freien Markt der freien Gedanken zu vertrauen.

Der stinkende Prophet auf der Orangenkiste in der dunklen Ecke des Marktplatzes entlarvt sich selbst.

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In Erinnerung an Theo van Gogh

Am 2. November 2004 wurde der niederländische Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh auf offener Straße ermordet. Sein Mörder war ein islamischer Fundamentalist.

Van Gogh war mit dem Fahrrad unterwegs ins Filmstudio, als er von einem Mann eingeholt wurde, der sofort auf ihn zu schießen begann. Als van Gogh am Boden lag, schnitt ihm der Attentäter die Kehle durch und stieß mit zwei Messerstichen ein fünfseitiges Bekennerschreiben in seinen Körper, das eine Morddrohung an Ayaan Hirsi Ali enthielt.

Mit Ayaan Hirsi Ali produzierte er einen seiner letzten Filme: „Submission“. Der Film handelt von vier islamischen Frauen, die über ihre Missbrauchserfahrungen sprechen. In dem Film werden verschleierte Gesichter und durchsichtig bekleideten Körper mit fünf Suren aus dem Koran beschrieben, die Frauen zur Unterwerfung unter ihren Ehemännern auffordern. Die weiblichen Körper sind gezeichnet von Schlägen und Striemen durch Peitschenhiebe. Diesen Film gab der Mörder van Goghs als Grund für seine Mordtat an. Der Mörder sagte bei seinem Prozess aus, als Muslim dürfe er jedem „den Kopf abhacken“, der Allah beleidige. Auch sagte er: „Ich würde es wieder tun“.

Theo van Gogh ging mit dem Islam genauso hart ins Gericht wie mit jeder anderen Religion auch.

Wer Muslimen nicht das selbe zumuten will wie Christen, ist ein Rassist. Wer nach Einschränkungen der Meinungs- und Kunstfreiheit ruft, weil Muslime angeblich nicht ertragen können, was Christen selbstverständlich ertragen, ist ein Rassist! Wer in Muslimen nur Menschen erkennt, die gar nicht anders können, als marodierend die Straßen zu stürmen, wenn Mohammed auch nur dargestellt wird, ist ein Rassist!

Theo van Gogh war kein Rassist. Er beleidigte alle gleich. Er war ein Provokateur. Er beleidigte Juden, Frauen, Christen und viele Menschen mehr. Er machte nicht mal vor dem Holocaust halt. Er erzählte Witze wie diesen: „Es riecht nach Karamel. Heute verbrennen sie wohl die Juden mit Diabetes.“

Der Schriftsteller Leon de Winter nannte ihn einen „Meinungsterroristen“ und erklärte:

„Er folterte mich und meine Frau verbal. So stellte sich van Gogh eine Unterhaltung zwischen mir und meiner Frau vor: „Liebste, lass uns heute Nacht nach Treblinka fahren!“ Woraufhin „die Liebste Leons Pimmel mit Stacheldraht umwindet.“

Viele hassten Theo von Gogh, auch Leon der Winter, allerdings schrieb er später, ihm verziehen zu haben. Theo van Gogh beleidigte alles, oft geschmacklos.

Das Leben kostete ihm allerdings nur das Beleidigen des Islams.

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Warum der Reformationstag kein Tag (nur) zum Feiern ist

Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Reformationstag zum fünfhundertsten Mal. In ganz Deutschland wird dieser Tag als Feiertag begangen. Die Reformation eignet sich jedoch nicht nur zum Feiern. Es waren nämlich oft Reformatoren, die den Judenhass brutalisierten.

Martin Luther hat die abscheulichsten Sachen über Juden geschrieben. Er führte den Judenhass seiner Zeit sogar auf eine ganz neue Ebene. In seiner Abhandlung „Über die Jüden und ihre Lügen“ erklärte er:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ forderte er:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Über dreihundert Jahre später war es wieder ein Reformator, der den Judenhass brutalisierte. Konnten Juden ihrer Vernichtung unter Luther noch durch Konversion zum Christentum entgehen, wurden Juden im 19. Jahrhundert zu einer Rasse erklärt. Als „Endlösung“ für dieses Problem kam dann nur noch die physische Vernichtung der Juden in Frage. Diese neue Form des Judenhasses wurde Antisemitismus genannt.

Das Wort Antisemitismus ist historisch gesehenen der pseudo-wissenschaftliche Versuch, dem alten religiösen Judenhass ein neues modernes Gewandt zu geben. Das Wort taucht in der Mitte des 19. Jahrhundert erstmals auf und wird dann zu einem nicht unerheblichen Teil von dem Journalisten Wilhelm Marr (1819-1904) geprägt. Marr griff das Wort auf und rechtfertigte damit eine rassistische Ausgrenzung der Juden. Er gehörte dem extrem linken Flügel der radikal-demokratischen Partei um 1848 an und war erklärter Atheist. Wilhelm Marr war links, demokratisch und er hasste Juden!

In Marrs reformierter Überzeugung waren die Juden schuld am Liberalismus, weil sie sich den jüdisch konnotierten Kapitalinteressen verschrieben hätten. In Berlin erschien im Februar 1879 seine Propagandaschrift “Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet”, die noch im selben Jahr zwölf Auflagen erlebte. In dieser Schrift grenzt sich Marr deutlich von der traditionellen religiösen Judenfeindschaft ab und behauptet stattdessen, dass die Juden eine fremde Rasse von „Parasiten“ seien, die erfolgreich die Ausbeutung Deutschlands betreiben. Diesen Paradigmenwechsel von Religion zu Rasse verdeutlichte er durch die Benutzung des Begriffs „Antisemitismus“. Marr prägte wesentliche Klischees und Schlagworte. Er legte 1880 mit seiner Schrift “Goldene Ratten und rothe Mäuse” die Basis für die verschwörungstheoretische Gleichsetzung von Judentum, Kapitalismus und Kommunismus.

Die beiden Reformatoren Martin Luther und Wilhelm Marr prägten mit ihren Schriften die Gedankenwelt der Nationalsozialisten. Beim Nürnberger Prozess erklärte Julius Streicher:

„Antisemitische Presseerzeugnisse gab es in Deutschland durch Jahrhunderte. Es wurde bei mir zum Beispiel ein Buch beschlagnahmt von Dr. Martin Luther. Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank. In dem Buch ‚Die Juden und ihre Lügen‘ schreibt Dr. Martin Luther, die Juden seien ein Schlangengezücht, man solle ihre Synagogen niederbrennen, man soll sie vernichten.“

Auch im 21. Jahrhundert sind es wieder sogenannte Reformatoren, die den Judenhass befeuern. Während der Wahl im Iran im Jahr 2013 zum Beispiel wurde der Kleriker Hassan Rohani in vielen deutschen Medien als Reform-Kandidat bezeichnet, obwohl er loyaler Anhänger des politischen und geistlichen Oberhaupts des Irans war, dessen Hass auf Juden und Israel bekannt war.

Für viele deutsche Medienvertreter gilt sogar Mahmoud Abbas von der Fatah als Reformator. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bezeichnet Abbas sogar öffentlich als „Freund“. Abbas sagte eins:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten. Diese Renten wiederum werden durch europäische Gelder finanziert, da die Fatah von Deutschland und der Europäischen Union unterstützt wird. Es sind schließlich die gemäßigten Reformatoren.

Im deutschen Bundestag sind es ebenfalls die sich selbst als ganz reformiert verstehenden Abgeordneten von der Partei Die Linke, die den Judenhass unterstützen. Am 31. Mai 2010 befand sich die Bundestagsabgeordnete Annette Groth auf dem untersten Deck des Schiffs Mavi Marmara, um die israelische Sicherheit und den Frieden zu gefährden. Die Mavi Marmara versuchte eine Blockade zu durchbrechen, die errichtet wurde, um die Terrororganisation Hamas zu schwächen. Die Hamas fordert in ihrer Charta nicht nur die Zerstörung Israels, sondern auch die Vernichtung des gesamten jüdischen Volks weltweit. Politiker der Hamas erklären Juden zu Bakterien, die vernichtet werden müssen.

Annette Groth befand sich übrigens deshalb auf dem untersten Deck der Mavi Marmara, weil es eine strikte Geschlechtertrennung auf dem fundamentalistischen Schiff gab. Wenn es um Judenhass geht, akzeptiert die reformierte Annette Groth eben auch Geschlechterdiskriminierung. Ihr Parteikollege Diether Dehm scheut sich ebenfalls nicht vor einer reformierten Definition des Judenhass:

“Der Antisemitismus wurde das, was er wirklich ist: Eine massenmordende Bestie. Und deswegen dürfen wir nicht zulassen, dass man den Begriff des Antisemitismus für Alles und Jeden inflationiert. Antisemitismus, das ist Massenmord! Und es gibt überhaupt keinen Anlass, wenn mein Kollege und Freund Rolf Becker hier spricht, wenn von irgendeiner Seite dazwischengepöbelt wird Antisemitismus. Antisemitismus ist Massenmord und muss dem Massenmord vorbehalten bleiben!”

In Deutschland beginnt Antisemitismus laut Diether Dehm also erst mit der Vergasung von 6 Millionen Juden. Alles darunter ist vermutlich eine Ordnungswidrigkeit! Das ist eine Reformation!

Zu den in Sachen Judenhass reformierten Denkern gehört auch der Publizist Jakob Augstein, der immer wieder betont, „im Zweifel links“ zu sein. Bei seinen Analysen internationaler Politik bringt er schon mal gerne jüdische Strippenzieher ins Spiel:

„Wenn Jerusalem anruft, beugt sich Berlin dessen Willen.“ (Spiegel)

So denkt es im reformierten Augstein: Der Jude kommandiert, der Deutsche beugt sich. Und was am schlimmsten ist:

„Israel bekommt das, was es will. Und dafür muss Israel nicht einmal zahlen.“ (Spiegel)

Mit diesem linken Herz am rechten Fleck wundert es nicht, dass Jakob Augstein den Schriftsteller Günter Grass zum Heiligen erklärt. Grass ist der Reformator. Wie Jesus hat er die Last der Israelkritik für uns alle auf sich genommen hat:

„Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.“ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.“ (Spiegel)

Für Jakob Augstein steht fest, dass Israel Krieg will und sich dazu ständig der jüdischen Lobby in Amerika bedient und sogar das deutsche schlechte Gewissen wegen des Holocausts instrumentalisiert:

„Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.“ (Spiegel)

Die Überzeugung vieler reformierter Linker von heute lässt sich auf diese einfache Formel bringen: Israel ist unser Unglück! Es war ein langer Weg von Luthers Judenhass bis zum heutigen Israelhass, aber der Weg wurde konsequent gegangen.

Die Reformation von Martin Luther war eine Buchdruck-Revolution. Es war die damals neue Erfindung des Buchdrucks, die es nicht nur den Reformatoren ermöglichte, ihre Schriften zu vervielfältigen. Auch die Judenhasser konnten ihren Hass massenhaft unter die Leute bringen. Martin Luther war beides.

So wie die Reformation eine Buchdruck-Revolution war, so sind die Aufstände im arabischen Raum, die vor einigen Jahren begangen, eine Internet-Revolution. So wie der Buchdruck die Spaltung der christlichen Kirche zur Folge hatte und im Dreißigjährigen Krieg einen brutalen Höhepunkt erreichte, so sorgt heute das Internet dafür, dass sich im arabischen Raum die Gläubigen spalten. Heute haben alle Muslime den gleichen Zugang zum Internet, mögen sie nun Reformmuslime oder Angehörige des Islamischen Staates sein. Und so wie damals bei den Christen sind die Reformatoren des Islams teilweise ebenso jundenfeindlich wie die Konservativen, teilweise sogar noch judenfeindlicher!

Ich bekomme daher regelmäßig ein ungutes Gefühl, wenn ich höre, wie jemand ganz unkritisch und positiv einen Reformator feiert.

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Halloween oder Reformationstag?

Was soll ich am 31. Oktober feiern? Halloween oder Reformationstag?

Lass mich nachdenken.

Halloween wurde in den USA groß, der Reformationstag in Deutschland. An Halloween treiben Menschen albernen Schabernack und Kinder bekommen Süßigkeiten. Der Reformationstag ehrt einen Mann, der forderte, man möge Synagogen niederbrennen, Toras schänden und Juden verfolgen.

Puh.

Am 27. August 2015 fand ein äußerst kurioser Vortrag in der Kölner Melanchthon-Akademie in Zusammenarbeit mit der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit statt. Prof. Dietz Bering referierte zu dem Thema: „War Luther Antisemit?“

Mich erinnerte die Veranstaltung ein wenig an ein Titelbild der Titanic. Eigentlich hätte der ganze Vortrag nur zwei Buchstaben lang sein müssen, „Ja“, aber die Einladung zum Vortrag versprach mehr:

„Sind die großen Verdienste Luthers unbestritten, so sind seine Beziehungen zu den Juden zweifelhaft. War er nun Antisemit oder nur – wie damals geradezu alle – ein schlichter Judenfeind? Diese Frage wird von Dietz Bering aufgearbeitet, indem er als erster eine tief gestaffelte Definition des Antisemitismus vorlegt und Luther an ihr systematisch misst.“

Entwarnung! Luther war kein Antisemit. Er war nur ein „schlichter Judenfeind“. Um genau zu sein, seine Beziehung zu Juden war lediglich „zweifelhaft“. Glück gehabt. Dann zitiere ich einfach mal ein paar schlichte Passage aus dem zweifelhaften Werk „Von den Juden und ihren Lügen“ von Dr. Martin Luther, erstmals gedruckt zu Wittenberg im Jahr 1543:

„Wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht daran, dass du nächst dem Teufel keinen bittereren, giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“

„Tun sie aber etwas Gutes, so wisse, dass es nicht aus Liebe, noch dir zugute geschieht, sondern weil sie Raum haben müssen, bei uns zu wohnen, müssen sie aus Not etwas tun, aber das Herz bleibt und ist, wie ich gesagt habe.“

„Sie sind eitel Diebe und Räuber, die täglich nicht einen Bissen essen noch einen Faden am Leibe tragen, den sie uns nicht gestohlen und geraubt hätten durch ihren verdammten Wucher, leben also täglich von eitel Diebstahl und Raub mit Weib und Kind, als Erzdiebe und Landräuber, in aller unbussfertigen Selbstsicherheit. Denn ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen sollte.“

„Sie sind uns eine schwere Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in unserm Lande.“

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke sehe ewiglich (…) Zum zweiten: dass man ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre, denn sie treiben ebendasselbe darin, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun wie die Zigeuner, auf dass sie wissen, sie seien nicht Herren in unserm Lande, wie sie rühmen, sondern in der Verbannung und gefangen, wie die ohne Unterlass vor Gott über uns Zeter schreien und klagen. Zum dritten: dass man ihnen alle Betbüchlein und Talmudisten nehme, worin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehrt wird. Zum vierten: dass man ihren Rabbinen bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren, denn solches Amt haben sie mit allem Recht verloren (…) Zum fünften: dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe, denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch Amtleute noch Händler noch desgleichen sind; sie sollen daheim bleiben (…) Zum sechsten: dass man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold nehme und zur Verwahrung beiseitelege. Und dies ist die Ursache: alles, was sie haben, haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst kein andres Gewerbe haben. Solches Geld sollte man dazu brauchen (und nicht anders), wenn ein Jude sich ernstlich bekehrte, dass man ihm davon vor die Hand hundert, zweihundert, dreihundert Gulden je nach der Person gebe, womit er ein Gewerbe für sein arm Weib und Kindlein anfangen möge und die Alten und Gebrechlichen damit unterhalte, denn solch böse gewonnenes Gut ist verflucht, wenn man’s nicht mit Gottes Segen zu gutem nötigem Gebrauche wendet. Zum siebenten: dass man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase. Denn es taugt nicht, dass sie uns verfluchte Gojim im Schweiß unseres Angesichts wollten arbeiten lassen, und sie, die heiligen Leute, wolltens hinter dem Ofen mit faulen Tagen und Feisten verzehren und darauf lästerlich rühmen, dass sie der Christen Herrn wären von unserm Schweiß, sondern man müsste ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben.“

„Man möge sie, wie gesagt, zum Lande austreiben und ihnen sagen, dass sie in ihre Lande und Güter gen Jerusalem hinziehen und daselbst Lügen, Fluchen, Lästern, Speien, Morden, Stehlen, Rauben, Wuchern, Spotten und alle solche lästerliche Greuel treiben, wie sie bei uns tun, und uns unsre Herrschaft, Land, Leib und Gut lassen.“

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Eine Bitte an die Freunde Israels

Der Satz „Unter Freunden muss man Israel auch kritisieren dürfen“ ist die moderne Variante von „Einige meiner besten Freunde sind Juden!“

Dieser kurze Artikel ist eine Bitte an die Freunde Israels, besonders an jene, die ihren Freundschaftsdienst darin sehen, Israel zu kritisieren. Allen anderen sei empfohlen, diesen Artikel an jene Menschen zu senden, die erklären, besondere Freunde Israels zu sein. Es wird ihnen gewiss nichts ausmachen, folgenden Brief zu beantworten.

Lieber Freund Israels,

ich habe ein paar Fragen an Dich:

Wie lauten Artikel 7 und 13 der Gründungscharta der Hamas?

Gibt es irgendein Land auf der Welt, das ein Gebiet mit einer Regierung, die erklärt, das Land und sein gesamtes Volk vernichten zu wollen, dennoch mit Nahrung, Wasser und Medikamenten versorgt?

Gibt es irgendein durch totale Vernichtung bedrohtes Land, dem man vorwirft, dem Gebiet, wo die Vernichter regieren, nicht mit genug Wasser zu versorgen?

Gibt es irgendein Volk, das vernichtet werden soll, dessen Angehörige man als illegale Siedler bezeichnet, wenn sie es wagen, dort zu leben, wo die Vernichter sie nicht haben wollen?

Gibt es ein Land das mit mehr UN-Resolutionen belegt und kritisiert wurde als der Iran, wo Homosexuelle hingerichtet werden, Saudi-Arabien, wo Frauen nicht die gleichen Rechte haben wie Männer, sowie China, Russland und die Türkei, wo kritische Journalisten ins Gefängnis gesperrt werden?

Alles Liebe,
Ein Freund.

Glauben Sie mir, die ehrliche Beantwortung dieser Fragen wird jeden Freund Israels verändern.

Sie dürfen die Antworten aber nicht selber geben. Eine Antwort wirkt nämlich nicht, wenn sie nur durch das Ohr geht. Eine Antwort ist erst dann verstanden, wenn sie auch durch den eigenen Mund gegangen ist. Darum lassen Sie die Freunde Israels selbst die Fragen beantworten. Als Hilfe zur Beantwortung können Sie jedoch folgende Artikel empfehlen:

Wer Israel als Besatzungsmacht bezeichnet, soll „Der ewige Besatzer“ lesen.

Wer Palästinenser als alleinige Opfer des Konflikt sieht, soll „Der ewige Flüchtling“ lesen.

Wer von „illegalen Siedlungen“ spricht, soll „Die jüdischen Siedler sind nicht das Problem“ lesen.

Wer erklärt, an Israel höhere Maßstäbe ansetzen zu müssen, soll „Nathan oder Shylock“ lesen.

Wer nicht weiß, wofür die Hamas steht, soll „Neues von der Hamas“ lesen.

Wer den Schutzwall kritisiert, soll „Die Mauer in Jerusalem“ lesen.

Wer Israel als Apartheidsstaat bezeichnet, soll „Der Rassismus der Israelkritik“ lesen.

Wer es jedoch authentisch braucht, soll hören, was die Araber Mosab Hassan Yousef, Sara und Mohammad Zoabi über Israel zu sagen haben.

Wer all die oben gestellten Fragen ehrlich beantwortet hat, wird erkennen: Moment mal, Israel ist ja das einzige Land im Nahen Osten, wo ich nicht verfolgt werde, wenn ich nach all den Rechten lebe, die mir in Deutschland selbstverständlich garantiert werden. Nur in Israel kann ich als Deutscher mit allen Rechten des Grundgesetzes leben. Meine pure Existenz als aufgeklärter Deutscher ist im Nahen Osten somit nur in Israel möglich.

Darauf muss jedoch jeder Freund Israels selber kommen!

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Die Antwort der Tagesschau zum Totalversagen

Nachdem ich über ein Totalversagen der Tagesschau im Umgang mit Judenhass berichtet hatte („So gehen Facebook und die Tagesschau mit Hass um“), erhielt ich folgende Antwort der Redaktion der Tagesschau:

„Wir geben Ihnen insofern Recht, dass auf der Facebook-Seite der Tagesschau Kommentare gestanden haben, die dort nicht hätten stehen dürfen – und das viel zu lange. Am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels über das U-Boot-Geschäft haben uns rund 17.000 Kommentare bei Facebook erreicht. In dieser Flut sind uns die israelfeindlichen und herabsetzenden Inhalte leider durchgegangen. Wir bitten alle Nutzerinnen und Nutzer, die sich durch diese Kommentare verletzt gefühlt haben, um Entschuldigung. Wir werden künftig noch intensiver versuchen, auf die Einhaltung der Netiquette zu achten.“

Ich bin der Redaktion der Tagesschau dankbar für diese Antwort, und auch meinem Kollegen Alan Posener, der ebenfalls über die Angelegenheit berichtet hat und zwar in der Welt („Judenhass auf Facebook? Die Tagesschau versagt“).

Ja, die Tagesschau hat versagt, aber sie hat ihr Versagen eingestanden und verspricht, Konsequenzen daraus zu ziehen. Das respektiere ich. Alles weitere wird sich zeigen.

Ich zitiere jedoch Meister Yoda: „Nein, nicht versuchen! Tu‘ es oder tu‘ es nicht! Es gibt kein Versuchen!“

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