Der Judenhass ist heute

Heute ist der 9. November 2021 und wieder setzten sich Deutsche mit ihrer Vergangenheit auseinander, jedes Jahr ein bisschen mehr. Heute sitzen sie so weit auseinander mit ihrer Vergangenheit, dass sie gar nicht mehr sehen können, was so offensichtlich ist: Der Judenhass ist heute!

Zwischen dem 9. November 2020 und dem 9. November 2021 wurden in Deutschland einige judenfeindliche Taten begangen. Ein Jude in Hamburg wurde brutal zusammengetreten. Ein Jude in Köln wurde zusammengeschlagen. In Berlin wurde ein Mensch lebensgefährlich verletzt, weil er sich geweigert hatte, „Free Palestine“ zu rufen. Dafür erklärte im letzten Jahr die Jugendorganisation der SPD ihre Solidarität mit der judenfeindlichen Fatah-Jugend. Es gab einen versuchten Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm. Vor der Synagoge in Gelsenkirchen wurden judenfeindliche Parolen gebrüllt. Der jüdische Friedhof in Haren wurde mit Hakenkreuzen geschändet. In seiner Chatgruppe hetzte Attila Hildmann gegen Juden und Feyza-Yasmin Ayhan schrieb für das ZDF trotz des Teilens judenfeindlicher Karikaturen. Auf Flugblättern und in Zeitungen wurden judenfeindliche Klischees verbreitet.

Hier eine kleine Auswahl einiger Artikel über judenfeindliche Aktionen des letzten Jahres:

Im November des Jahres 2020 wurde bekannt, dass in einem bislang nicht näher einzugrenzenden Tatzeitraum mehrere Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof durch das Einritzen von mehreren Hakenkreuzen geschändet wurden. Einige Beschädigungen könnten nach Bewertung der Spuren an den Grabmählern bereits mehrere Monate alt sein. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. (Jüdischer Friedhof in Haren geschändet)

Ende November 2020 verabschiedete die Jugendorganisation der SPD (Jusos) auf ihrem virtuellen Bundeskongress einen Antrag, in dem sie sich solidarisch mit der Palästinenserorganisation Fatah-Jugend erklärte. Der führende Politiker der Fatah ist Mahmud Abbas sagte einst: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“ (Nicht alle in der SPD sind so)

Am 4. Dezember 2020 tauchte das Flugblatt in Köln auf. Darauf wird behauptet, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine „polnischstämmige Jüdin“. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Außenminister Heiko Maas werden als Juden bezeichnet. Über den Virologen Christian Drosten wird behauptet, er sei, „dem Phänotyp nach ebenfalls Jude“. Das Flugblatt endet mit der hetzerischen Aussage: „Je mehr Juden in Politik und Medien, desto übler die Zustände!“ (Ein formaljuristisches Verfahren)

Patrick Bahners ist Journalist, schreibt und wirkt unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und erklärte im Dezember 2020 auf Twitter, der israelbezogene Antizionismus sei eine Erfindung, „um Kritik am Zionismus zu skandalisieren.“ (Patrick Bahners: „Der israelbezogene Antisemitismus wurde erfunden, um Kritik am Zionismus zu skandalisieren.“)

Am 31. März 2021 schrieb Attila Hildmann vom „Judenabschaum“ und führte aus, Juden seien keine Menschen, sondern Parasiten. Am selben Tag wandte er Jens Spahn eine „jüdische Pharmatunte“. Am 4. April 2021 behauptete Attila Hildmann, der Holocaust sei eine von Juden erfundene Lüge. Er nannte den Holocaust sogar die „schlimmste Kriegslüge der Menschheitsgeschichte“ und führte aus, den Deutschen träfe keine Schuld. Am selben Tag schrieb er stolz, er sei Nationalsozialist. (Holocaustleugnung, Judenhass und weiterer Dreck von Attila Hildmann)

Im Mai 2021 wurden in der Nähe der Synagoge von Gelsenkirchen von einem aufgebrachten Mob judenfeindliche Parolen gebrüllt. (Deutschland 2021)

Dies sind Bilder einer Demonstration in Köln am 15. Mai 2021 auf dem Heumarkt. Es wurde versucht, eine Israelfahne zu verbrennen. Ein Mann wurde von den Ordnungskräften aufgefordert, seine Israel-Fahne zu verstecken, um nicht zu provozieren; ein anderes Bild von einer Frau jedoch, auf dem die Israel-Fahne ebenfalls zu sehen war, durfte bleiben, allerdings wurde die Israel-Fahne dort auch in negativer Weise dargestellt. Der Einsatzleiter erklärt: „Wir wollen nicht eskalieren.“ (Demo in Köln – 15. Mai 2021)

„Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch klug.“ Mit diesem Satz ist ein Artikel von Malte Lehming für den Berliner Tagesspiegel überschrieben. Der Artikel erschien am 1. Juni 2021 nachdem in Berlin drei junge Menschen von Demonstranten umringt, beschimpft, angegriffen und verletzt worden waren, weil zwei von ihnen einen Davidstern trugen. Nach dem Angriff erhielten sie von der Polizei den Ratschlag, künftig am „Tag der Nakba“ bei einer Demonstration von Palästinensern auf jüdische Symbole zu verzichten. (Der Neue Lehming für Gebotenes Verhalten in der Öffentlichkeit)

Auf die Synagoge in Ulm wurde heute morgen, am 5. Juni 2021, ein Brandanschlag verübt. Verletzt wurde niemand. (Brandanschlag auf Ulmer Synagoge)

Am Schabbat, 20. August 2021 wurde in Köln gegen 23:30 Uhr ein 18-jähriger Mann, der eine Kippa trug, durch einen judenfeindlichen Angriff schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde dem jungen Mann in einem Park am Kaiser-Wilhelm-Ring von einer Gruppe, bestehend aus ungefähr zehn jungen Männern, die Kippa vom Kopf gerissen. Laut Angaben wurde das Opfer antisemitisch beleidigt, geschlagen und getreten. Bei dem Angriff wurde ihm ein Gesichtsknochen gebrochen. Zwei mutmaßliche Täter im Alter von 18 und 19 Jahren konnten aufgrund von Aufnahmen einer Videoüberwachung festgenommen werden. „Dabei handelt es sich um einen Deutschen und einen Deutschtürken“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Weitere Details zu den Verdächtigten nannte die Polizei nicht. Die Verdächtigten wurden vernommen und dann wieder freigelassen. (Judenfeindlicher Angriff in Köln)

Am 18. September 2021 wurde in Hamburg ein 60-jähriger Jude an einer Mahnwache für Israel und gegen Judenhass mit einem Faustschlag ins Gesicht schwer verletzt. Zuvor hatte der Angreifer den Mann judenfeindlich beleidigt. Der Mann musste schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. (Das Schweigen hilft den Tätern)

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ZDF ist völlig überrascht. Für das Comedy-Format „Barrys Barbershop“ hat der Sender die Autorin Feyza-Yasmin Ayhan engagiert und muss nun erkennen, dass sie eine islamische Aktivistin ist, die einigen problematischen Überzeugungen anhängt. Zu den Aktionen von Feyza-Yasmin Ayhan gehört unter anderem die Verbreitung einer antisemitischen Karikatur, auf der ein Jude mit Hakennase dargestellt wurde. Zudem hat sie auf einer Veranstaltung einer Organisation, die der judenfeindlichen Hamas nahesteht, passend zur Gründungscharta der Hamas, wo die Vernichtung aller Juden weltweit gefordert wird, das Ende des Staates Israel gewünscht. (Kleider machen Leute)

Am 25. Oktober 2021 wurde ein 36-jähriger Mann in Berlin-Spandau auf einem Gehweg am Altstädter Ring von drei Männern beinahe umgebracht, weil er sich trotz ihrer aggressiven Aufforderung geweigert hatte, laut „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina) zu rufen. Die unbekannten Täter schlugen den Mann zusammen und traten mehrfach auf ihn ein, auch immer wieder auf den Kopf des Mannes. Nachdem Zeugen einen Rettungswagen alarmiert hatten, wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Lebensgefahr schwebte. (Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe)

Die Gegenwart von heute wird die Vergangenheit von morgen sein. Anstatt ständig nur Kränze für tote Juden abzuwerfen, während die lebendigen Juden vor allem in Israel kritisiert werden, weil sie sich nicht einfach so abschlachten lassen wollen, sollten wir den lebendigen Juden etwas mehr Solidarität zeigen und den Judenhass von heute bekämpfen, statt nur den von früher zu bewältigen. Vielleicht sparen wir uns in den nächsten Jahren einfach mal ein paar Kränze für tote Juden und laden dafür öfter lebendige Juden ein. Juden lieben nämlich das Leben. Sie stoßen sogar darauf an: Lechaim!

Bereits am 9. November 2017 erschien ein Artikel unter dem Titel „Der Judenhass ist heute“.

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Dann bin ich halt U

Tapfer im Nirgendwo präsentiert „Dann bin ich halt U“ von Viktoria Burkert.

Sorry, dass ich wieder in der Oper eingeschlafen bin, ich hab dir doch gesagt: Geh da nicht mit mir hin, nimm lieber den Lutz mit, hab ich gesagt, weil der Lutz im Gegensatz zu mir Oper mag. Du wedeltest die Karten vor meinem Gesicht herum und sagtest: Jetzt sei doch nicht dumm! Das sind die allerbesten Sitzplätze im Haus, für Hochkultur geb ich gern was aus.

Jetzt steh ich hier im Abendkleid im Foyer und du sagst, es tut dir total weh, dass ich immer so indifferent gegenüber allem bin, was dich berührt. Und ich frag: Berührt? Du hast weder geweint noch gelacht, du hast doch gar nichts gespürt. Und du sagst: Innerlich. Und ich sag: Fick dich. Und was ’n toller Abend! Außerdem hab ich nur geschlafen, das hat keiner mitbekommen. Und du sagst: Doch alle! Das war peinlich! Und ich sag: Weißt du, durch dich hat der Begriff Kulturelle Szene gerade ne neue Bedeutung angenommen.

Wir holen unsre Mäntel und gehen vor die Tür und ich frag mich, was wird das hier mit dir und mir? Es hat geregnet und die Straße glitzert nass und ich fragt dich: Gehn wir jetzt noch was trinken oder was? Du sagst, du hast zwar nen Tisch reserviert bei Giovanni für uns zwei, aber weil ich mich immer so daneben benehme ist es jetzt vorbei. Und ich frag: Vorbei? Meinst du diesen Abend oder uns so generell? Und du sagst: Generell. Und ich sag: Ach super, das ging dann doch ziemlich schnell! Dann wünsch ich dir noch ein schönes Leben, Glück und die Liebe obendrauf, ich muss dann jetzt auch los – oh, der Rewe hat noch auf!

Ich dreh mich um, will gehen, doch da legst du nochmal nach und sagst: Ich kann halt nicht mit jemandem zusammen sein, der echte Kunst nicht mag. Ich frag: Was meinst du mit echter Kunst? Du sagst: Na, ernste Kunst, nicht nur Unterhaltung. Ich sage: Ach so, dieses alte Lied, du meinst die E- und U-Spaltung! Da geh ich jetzt nicht weiter drauf ein, denn ich find das ziemlich blöd, ich mach mich auf zum Rewe und ich singe dieses Löd …

Dann bin ich halt U und du bist E, weißt du, mir tut das gar nicht mal so weh, einfach mal einzugestehn, dass gute Kunst nicht bedeutet zu leiden.

Dann bin ich halt U und du bist E, wenn mich was mich berührt, dann sag ich halt ne, und mir ist es ganz egal, ob alle anderen sagen: Du, das ist jetzt aber total intelligent.

Dann bin ich halt U und du bist E, wenn du diese Einteilung brauchst, ist das okay, aber ich kann zum Beispiel den ganzen Tag die Sonaten von Paul Hindemith hörn und zugleich die Avengers gut finden und zwar alle 24 Filme außer vielleicht „Ant Man“ und „Hulk“ mit Edward Norton.

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(TINVB)

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Kennen Sie Winsome Sears?

Es gibt für Frauen immer noch unzählige Möglichkeiten, die erste Frau an gewissen Positionen zu werden. Winsome Sears hat es in ihrem Leben gleich mehrmals geschafft.

Foto: Wikipedia

Winsome Earle Sears wurde am 11. März 1964 in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston geboren und wurde im Alter von sechs Jahren von ihrem Vater in die USA geholt. Ihr Vater war in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert, um dort ein neues Leben für sich und seine Familie zu beginnen. Laut Aussage seiner Tochter sei er mit nur 1,75 Dollar angekommen und soll jeden Job angenommen haben, den er finden konnte, während er gleichzeitig seine Ausbildung fortsetzte.

Winsome Sears wuchs in der Bronx von New York City auf. Als junge Frau diente sie als Elektrikerin bei den United States Marines, obwohl sie noch keine Staatsbürgerin war. Sie erklärt:

„Als ich zum Marine Corps kam, war ich noch Jamaikanerin. Aber dieses Land hatte so viel für mich getan, ich war bereit, für dieses Land zu sterben.“

Nach ihrem Studium betrieb Sears ein Obdachlosenheim und Frauenhaus. Im November 2001 begann sie ihre politische Karriere und kandidierte für den 90. Bezirkssitz im Abgeordnetenhaus von Virginia. Damit starte sie eine Karriere, in der sie oft die Erste wurde.

Sie wurde die erste Veteranin und die erste eingebürgerte Delegierte, die im Abgeordnetenhaus diente. Sie wurde Vizepräsidentin des Bildungsauschuss’ von Virginia und wurde zur Präsidentin der Abteilung für Veteranenangelegenheiten und des statistischen Amtes der USA ernannt. Sears war zudem die Vorsitzende der Schwarzen Amerikaner für die Wiederwahl von Präsident Donald Trump.

Am 2. November 2021 wurde Winsome Sears als erste schwarze Frau zur Vizegouverneurin Virginias gewählt. Bei ihrer Siegesrede in der Wahlnacht erklärte: „Mir fehlen zum ersten Mal in meinem Leben die Worte. Was Sie hier sehen, ist der amerikanische Traum.“

Winsome Sears hat mehrfach Geschichte geschrieben.

Allerdings ist es ihr nie darum gegangen: „Ich bin nicht angetreten, um Geschichte zu schreiben. Ich wollte sie nur besser hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe. Und Dank Eurer Hilfe werden wir das schaffen.“

In ihrer Siegesrede betonte sie: „Ich sage Euch, hier seht Ihr den amerikanischen Traum.“ Sie fügte hinzu: „Falls Ihr es nicht bemerkt habt, ich bin schwarz und war mein ganzes Leben lang schwarz, aber darum geht es hier nicht.

Zu der momentanen politischen Lage in den USA erklärt sie: „Es gibt einige, die und spalten wollen, aber das dürfen wir nicht zulassen.“

Für Winsome Sears ist es zwar klar, dass es Rassismus gibt, aber ebenso klar ist es für sie auch, dass kein Land für Menschen aller Hautfarben so viele Möglichkeiten bereit hält, wie die Vereinigten Staaten von Amerika: „Wir haben nicht nur einmal, sondern zweimal einen schwarzen Präsidenten gewählt, und hier bin ich der lebende Beweis.“

Winsome Sears ist eine glühende Verteidigerin des zweiten Verfassungszusatzes der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie ist somit eine Anhängerin des Rechts, Waffen zu besitzen. Im April 2021 veröffentlichte sie auf Twitter mehrere Fotos, auf denen sie stolz und stark mit einer Waffe zu sehen ist.

Auf die Frage, warum sie das Recht auf Waffenbesitz so vehement verteidigt, erklärte sie:

„Hier ist das Ding. Harriet Tubman trug eine Waffe und wenn sie gut genug für sie war, dann ist sie gut genug für mich. Aber hier ist die andere Sache, die die meisten Leute nicht wissen, nämlich dass sich die Gesetze zur Waffenkonfiskation zuerst gegen Schwarze richteten. Aber wir haben das Recht, Waffen zu besitzen. Es ist unser Recht des zweiten Verfassungszusatzes und wir geben es nicht auf.“

Wer ist diese Harriet Tubman, die Winsome Sears hier erwähnt?

Harriet Tubman war eine amerikanische Freiheitskämpferin. Sie wurde um das Jahr 1820 im US-Bundesstaat Maryland geboren und wuchs als Sklavin auf. Im Jahr 1849 entfloh sie der Sklaverei und half unter dem Codenamen Moses mehrere Sklaven bei der Flucht. Im Amerikanischen Bürgerkrieg arbeitete sie als Krankenschwester, Köchin und Kundschafterin für die Nordstaaten unter dem republikanischen Präsidenten Abraham Lincoln.

Tubman nutzte verschiedene Methoden, um Menschen aus der Sklaverei zu befreien. Sie benutzte Verkleidungen, um unerkannt zu bleiben und Lieder, um auf Gefahren hinzuweisen, unter anderem „Go Down Moses“ und „Bound For the Promised Land“. Mit dem Tempo der Lieder zeigte sie an, wo Gefahren lauerten und wo nicht. Bei ihren Rettungsmissionen hatte sie zum Schutz stets eine kleine Pistole dabei. Während des Bürgerkriegs trug sie immer ein Scharfschützengewehr bei sich.

In dieser Tradition sieht sich auch Winsome Sears, weshalb sie den zweiten Verfassungszusatz so vehement verteidigt. Dort heißt es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“

Der zweite Verfassungszusatz ist im Grunde eine radikale Form der Gewaltenteilung, denn er gibt jedem Bürger und jeder Bürgerin die Möglichkeit, sich effektiv und zur Not auch mit Waffengewalt gegen Übergriffe und Tyrannei zu schützen, besonders gegen Übergriffe von Seiten der Regierung. Der zweite Verfassungszusatz macht allen Politikerinnen und Politikern der USA klar, dass das Volk wahrhaft souverän ist. Jedem Versuch der Unterdrückung und Einschränkung der Souveränität kann das Volk im äußersten Fall sogar mit einem bewaffneten Widerstand begegnen. Gerade für Menschen, die aufgrund der eigenen Familiengeschichte nur allzu gut wissen, zu welchen Gräueltaten eine staatliche Regierung fähig ist, ist das Recht auf Waffenbesitz ein wichtiger Schutz gegen staatliche Tyrannei.

Eine bewaffnete schwarze Frau ist keine Sklavin!

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Solidarität mit Mohammed Ali Slim

Am Abend des 1. Novembers 2021 schrieb Mohammed Ali Slim auf Twitter, seine Onkel hätten ihn besucht, um mit ihm über die Karikatur „reden zu wollen“, die er auf Twitter veröffentlicht hatte. Es handelt sich dabei um diese Karikatur:

Mohammed Ali Slim schreibt:

„Als ich mich im Badezimmer einschließen wollte, stürmten sie rein und konfrontierten mich zur Karikatur. Zum Glück schaffte ich es, das Fenster zu öffnen und Hilfe zu rufen. Meine Hilferufe, hörten wohl die Nachbarn und riefen die Polizei. Ich danke der Polizei für das schnelle Eintreffen und für die Sicherheit die wir hier in diesem Land haben. Leider ist das nicht genug. Es muss mehr passieren. Religiöse Fataniker dürfen nicht die Oberhand gewinnen! In diesem Land herrscht „Gesetz vor Gott“ und nicht „Allah vor deutsches Gesetz“. Als gläubiger Muslim sage ich: Man kann gläubig sein, aber man muss sich vorher im Klaren sein, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu achten und sie wahren.“

Immer wieder bekommt Mohammed Ali Slim bedrohliche Anrufe und Zuschriften, so wie diese:

„In meiner Religion müssen Leute wie du hingerichtet werden. Du bist zwar nicht Teil meiner Religion aber deine Existenz verletzt meine Religion. Also sollten wir dich steinigen.“

„Dich zu töten ist halal.“

„Möge Allah dich vernichten.“

Fick Dich Allah in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!

Das Musical „The Book of Mormon“ gehört mit neun Antoinette Perry Auszeichnungen für exzellentes Theater zu den erfolgreichsten Theaterstücken aus den USA. Es ist ein Stück über die Macht der Hoffnung, die selbst in dem abstrusesten Glauben liegen kann. Die Religion, die in diesem Stück am meisten veralbert wird, ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch als Mormonen bekannt.

In einem Lied des Musicals klagen ugandische Dorfbewohner über ihre Sorgen und Nöte, die so schlimm sind, dass ihre Situation nur noch mit dem ständigen, ekstatischen Rufen eines Sprichwortes zu ertragen ist: „Hasa Diga Eebowai!“ Auf deutsch bedeutet das: „Fick Dich Gott!“

Hier ein Teil des Liedes in deutscher Übersetzung.

Es gibt nicht genug zu essen. Hasa Diga Eebowai! Menschen verhungern in den Straßen. Hasa Diga Eebowai! Es hat seit Tagen nicht mehr geregnet. Hasa Diga Eebowai! Achtzig Prozent von uns haben AIDS. Hasa Diga Eebowai! Junge Frauen werden beschnitten, die Klitoris wird ihnen weggeschnitten, wir aber schauen in den Himmel und rufen: Hasa Diga Eebowai!

Wenn die Welt dich runterzieht und da ist niemand, dem Du die Schuld geben kannst, erhebe Deinen Mittelfinger zum Himmel und verfluche seinen elenden Namen. Wenn Gott Dich in Deinen Hintern fickt, fick ihn zurück in seine Fotze!

Falls Ihr nicht mögt, was wir sagen, versucht einfach mal, ein paar Tage hier zu leben. Seht all Eure Freunde und Familie sterben! Hasa Diga Eebowai! Fick Dich! Fick Dich Gott in Deinen Mund, in Deinen Arsch, in Deine Fotze!

Auf arabisch bedeutet Gott „Allah“. „Hasa Diga Eebowai“ bedeutet somit auch „Fick Dich Allah“.

Was würde wohl geschehen, wenn auf dem Broadway so über Muslime gesungen werden würde wie über Christen? Es kämen gewiss viele muslimische Onkel in Badezimmer, um mal ein ernstes Wort zu sprechen. Köpfe würden rollen, so wie Köpfe schon angeschnitten wurden von Leuten, die es gewagt haben, den Islam so zu behandeln wie zum Beispiel das Christentum.

Es gibt bessere und schlechtere Kulturen. Wenn ich die Werte, die in islamisch beherrschten Ländern eingefordert werden, mit den Werten des Westens vergleiche, ist meine Meinung klar. Der Westen ist besser. Meinungsfreiheit ist besser. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist besser. Die Freiheit der Kunst, der Wissenschaft und der Religion ist besser. Und ja, auch die Mormonen sind momentan im Durchschnitt besser als der Islam.

Die Mormonen sind besser, weil sie keine Ausschreitungen provozieren, keine Fahnen verbrennen, keine Todesurteile ausrufen und keine Morde verüben, nur weil ihr Glaube verarscht wurde. Die offizielle Antwort der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf das Musical ist von einer beeindruckenden Gelassenheit geprägt. Es wurde umgehend erklärt, das Stück “The Book of Mormon” könne zwar für einen Abend unterhalten, das wahre Buch Mormon jedoch würde das ganze Leben durch Jesus verändern. Die Autoren des Musicals, Trey Parker und Matt Stone, kommentierten diese Reaktion wie folgt:

“Das ist eine coole, amerikanische Antwort auf eine Verarsche – ein großes Musical, das in ihrem Namen erschaffen wurde. Bevor die Kirche reagierte, kamen ein Menge Leute zu uns und fragten: “Haben Ihr keine Angst davor, was die Kirche sagen wird?” Trey und ich sagten bloß: “Sie werden cool bleiben.” Und die Leute sagten: “Nein, werden sie nicht. Sie werden protestieren.” Und wir sagten: “Nein, werden sie nicht, sie werden cool bleiben.” Wir waren somit nicht von der Reaktion der Kirche überrascht. Wir glaubten an sie.”

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind auch besser als jedes vom Islam beherrschte Land. Es gibt Länder, die besser sind als andere Länder. Es gibt Länder, denen man näher steht als anderen. Auch Mohammed Ali Slim steht manchen Ländern nähern als anderen. Ganz besonders solidarisch zeigt er sich mit einem Land in dem zwanzig Prozent aller Bürgerinnen und Bürger dem Islam angehören: Israel.

Jeder fünfte Bürger in Israel ist Moslem und Mohammed Ali Slim erklärt, er sei „ein gläubiger Moslem, der sich zu Israel bekennt.“

Mit dieser Aussage ist er nicht allein. Es gibt viele Muslime, die sich offen zu Israel bekennen. Einige von ihnen sind sogar stolze, israelische Patrioten. Hier ein paar Beispiele:

Mohammad Zoabi:

„Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer israelischer, zionistischer, arabischer Moslem. Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache. Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!

Noor Dahri:

„Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen. Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten. Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden. Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.“

Sara Zoabi:

„Mein Name ist Sara Zoabi. Ich bin Araberin, Muslimin, Israelin und stolze Zionistin von Nazrat Ilit. Ich bin Araberin, weil ich Araberin bin. Ich bin Muslimin, weil ich Muslimin bin. Und ich bin Zionistin, weil ich an das Recht des jüdischen Volkes an einen eigenen Staat glaube, den Staat Israel, das Heilige Land. Wir leben hier im Paradies. Im Vergleich mit anderen arabischen Länder ist das hier der Garten Eden. Für mich gibt es kein anderes Heimatland als Israel. Ich habe keine andere Flagge. Welcher Ort ist besser als Israel? Hier kann ich tun, was ich in keinem anderen arabischen Land tun kann. Ich bin mir sicher, wie ich hier lebe, ist es nicht mal einem Prozent der Araber in den arabischen Nachbarländern vergönnt, aber hundert Prozent aller israelischen Araber leben so!“

Kothar:

„Mein Name ist Kothar. Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem Dorf Drijat im Negev. Ich gehöre zu einer 13-köpfigen religiösen Familie. Mein Vater arbeitet als Lehrer, während meine Mutter zu Hause bleibt. Ich arbeite als Lehrerin in einer israelischen Schule. Es gibt viele andere Araber wie mich, die in Israel leben und arbeiten. Sie haben Freude am Leben, arbeiten, passen sich an und haben keine Probleme hier. Wenn Menschen Israel boykottieren, dann boykottieren Sie mich und alle anderen Araber, die hier leben und arbeiten. Ich liebe meine Arbeit, die Freude meiner Kinder und ihre Liebe zu mir. Und ich liebe meine Kollegen und den Spaß mit ihnen und das freundliche Umfeld, das sie bieten. Ich genieße das alles und bin sehr glücklich darüber, erleben zu können, wie Kinder die arabische Sprache sprechen, die ich ihnen beibringe. Ich lebe seit sechs Jahren in Be’er Sheva in einem Apartment zusammen mit zwei jüdischen Mitbewohnerinnen. Wir sind sehr glücklich hier und es wäre wirklich hart für mich zu gehen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, irgendwann einmal zu gehen. Boykotts werden uns nur trennen und verletzen. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir Frieden in unsere Zeit bringen.“

Mosab Hassan Yousef:

„Mein Name ist Mosab Hassan Yousef. Ich bin in Ramallah als Mitglied der Hamas aufgewachsen. Ich richte meine Worte an die palästinensische Autonomiebehörde, die von sich behauptet, die „alleinige legitime Vertretung“ des palästinensischen Volkes zu sein. Ich frage: Woher nehmen Sie diese Legitimität? Das palästinensische Volk hat Sie nicht gewählt, und es hat Sie nicht dazu veranlasst, von Ihnen vertreten zu werden. Sie haben sich selbst ernannt! Sie entführen palästinensische Studenten vom Campus und quälen sie in Ihren Gefängnissen. Sie quälen Ihre politischen Konkurrenten. Das Leiden des palästinensischen Volkes ist das Ergebnis Ihrer egoistischen politischen Interessen. Sie sind der größte Feind des palästinensischen Volkes. Würde Israel nicht existieren, hätten Sie niemanden, dem Sie Schuld zuschieben könnten. Übernehmen Sie Verantwortung für die Ergebnisse Ihrer eigenen Handlungen. Sie schüren die Flammen des Konflikts, um Ihre eigene missbräuchliche Macht zu erhalten. Sie benutzen sogar diese Plattform, um die internationale Gemeinschaft und die palästinensische Gesellschaft zu täuschen, um ihnen weiszumachen, Israel sei für die Probleme verantwortlich, die Sie selbst erschaffen haben.“

Mohammed Ali Slim ist wie die hier zitierten Männer und Frauen ein muslimischer Demokrat. Er erklärt:

„Mein Islam hat keine Angst vor Kritik, vor Karikaturen und auch nicht vor Satire. Als muslimischer Demokrat muss man die Spannung zwischen Meinungsfreiheit und Religion aushalten, wenn man in einer freien demokratischen Gesellschaft leben will.“

Ja, in einer Demokratie muss man Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und Religionen aushalten. Es gehört jedoch auch zu einer Demokratie, dass man sich dort furchtlos und frei in Solidarität vereinigen kann. Ich erkläre daher:

Ich solidarisiere mich mit Mohammed Ali Slim. Er hat meine ganze Unterstützung, wenn es darum geht, sein Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit zu verteidigen.

https://twitter.com/MohammedAliSlim/status/1455453793869565956?s=20

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https://www.paypal.me/gerdbuurmann

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Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe

Am 25. Oktober 2021 wurde ein 36-jähriger Mann in Berlin-Spandau auf einem Gehweg am Altstädter Ring von drei Männern beinahe umgebracht, weil er sich trotz ihrer aggressiven Aufforderung geweigert hatte, laut „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina) zu rufen. Die unbekannten Täter schlugen den Mann zusammen und traten mehrfach auf ihn ein, auch immer wieder auf den Kopf des Mannes. Nachdem Zeugen einen Rettungswagen alarmiert hatten, wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Lebensgefahr schwebte.

Ich rufe nicht „Free Palestine“!

Das heißt nicht, dass ich mich gegen Freiheit für die Menschen in Palästina ausspreche, das mache ich nicht, im Gegenteil.

Ich fordere Freiheit von der menschenverachtenden Hamas im Gazastreifen, die Oppositionelle und Andersgläubige verfolgt, Frauen unterdrückt, Homosexuelle hinrichtetet und Kinder zu Soldaten missbraucht. Ich fordere Freiheit für die Menschen im Gazastreifen, die nicht wollen, dass ihre Hospitäler, Schulen und Kindergärten weiterhin als Waffenlager und Raketenabschussrampen missbraucht werden für Waffen, die abgefeuert werden, um die in der Gründungscharta der Hamas verankerte Forderung zur Vernichtung aller Juden zu exekutieren.

Freiheit für Palästina von der Hamas!

Ich fordere Freiheit von Mahmud Abbas, der zwar im Jahr 2005 zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt wurde, sich aber, da seine Legislaturperiode am 9. Januar 2009 endete, seitdem ohne Legitimation an der Macht hält.

Freiheit für Palästina von der Fatah!

Ich fordere aber eine Freiheit Palästinas im Frieden mit Israel. Ich fordere nämlich auch:

Freiheit für Israel!

In Israel gilt das israelische Gesetz. Israel ist der einzige Ort im Nahen Osten, wo Menschen nicht verfolgt werden, egal welcher Religion sie angehören, welches Geschlecht sie haben, wem sie lieben und welche Meinung sie sagen. Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen. Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Darum fordere ich:

Palästina, schließe Frieden mit Israel!

Unter der Hamas und der von Mahmud Abbas geführten Fatah werde ich Gerd Buurmann verfolgt, wenn ich dort so leben möchte wie in Deutschland. In Israel lebe ich so wie ich bin in Freiheit! Warum soll ich daher ausgerechnet Israel kritisieren, ein Land, das mich leben lässt, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin?

Ich kritisiere Palästina, weil Palästina nicht frei ist!

Dass Palästina nicht frei ist, hat viele Gründe. Israel ist keiner davon, im Gegenteil. Israel fordert seit seiner Unabhängigkeitserklärung ein freies Palästina, dass in Frieden mit Israel erlebt. In der Unabhängigkeitserklärung heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Mahmud Abbas sagte einst etwas ganz anderes: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Freiheit für Palästina vom religiösen Hass!

Weder die Hamas noch die Fatah wollen Frieden. In Israel aber wird der Frieden gelebt und verteidigt. In Israel leben über 1,6 Millionen Muslime friedlich mit Juden zusammen. Muslime und Juden sind dort Nachbarn. Sie sind einander Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Politiker, Polizistinnen, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie. Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute.

Der Gazastreifen jedoch ist „judenrein“. Kein einzige Jude darf dort leben. Als im Jahr 2005 die Hamas im Gazastreifen die Macht übernahm, wurden alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Im Gazastreifen wird die Flagge Palästina immer wieder stolz in Verbindung mit dem Hakenkreuz gezeigt.

Ich fordere Freiheit für Palästina vom Judenhass!

Im Oktober 2021 zeigte sich in Deutschland der Hass Palästinas in seiner ganzen Brutalität. Für dieses Palästina werde ich niemals Freiheit fordern, im Gegenteil. Für das Palästina, für das am 25. Oktober 2021 drei Männer in Berlin-Spandau einen anderen Menschen auf offener Straße fast ermordet hätten, fordere ich:

Nieder mit diesem Palästina!

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„Haben Sie auch noch ein paar sportliche Fragen in petto?“

Direkt nach dem 4:0 Sieg Bayerns gegen Hoffenheim am 23. Oktober 2021 interviewte der Sky-Reporter Patrick Wasserziehr den Bayern-Spieler Joshua Kimmich am Spielfeldrand. Dabei stellte Wasserziehr keine einzige Frage zu dem Spiel, sondern unterzog den Spieler einem fünf-minütigen Verhör, warum er sich nicht impfen lasse. Er ließ den Spieler deutlich wissen: „Ich bin anderer Meinung als Sie. Das sage ich ganz ehrlich.“

Joshua Kimmich blieb wären des ganzen Interviews sachlich und höflich. Er erklärte, einfach für sich und Langzeitstudien abwarten zu wollen. Er sei sich seiner Verantwortung bewusst, halte sich natürlich an die Hygienemaßnahmen und würde sich mindestens alle drei Tage testen lassen. Er sagte, jeder solle für sich die Entscheidung treffen und wenn sich jemand impfen lassen wolle, man alles tun solle, dass er sich impfen lassen kann. Er fügte hinzu, es sei „ein bisschen schade“, dass die Debatte zu einer Spaltung innerhalb der Gesellschaft geführt habe: „Es gibt nur noch geimpft oder nicht geimpft.“

Joshua Kimmich sprach sich für mehr Respekt in der Debatte aus: „Aber ich glaube auch, es gibt auch ein paar andere Menschen zu Hause, die einfach ein paar Bedenken haben, was auch immer die für Gründe haben. Und ich finde, auch das sollte man respektieren. Vor allem, solange man sich an die Maßnahmen hält.“

Der Reporter ließ nicht locker und bohrte immer tiefer, bis Joshua Kimmich fragte: „Haben Sie auch noch ein paar sportliche Fragen hoffentlich in petto?“

Was ist bloß passiert? Sportreporter fragen nicht mehr, wie es im Spiel war, im Restaurant wird nicht mehr gefragt, was es sein darf und im Theater wird nicht mehr gefragt, ob man hereinspazieren möchte. Überall wird jetzt die immer gleiche erste Frage gestellt: „Sind Sie geimpft?“

Um die Stadien, Gaststätten, Theater, Kneipen und anderen kulturellen Einrichtungen wurden millionenfach Grenzen errichtet. Überall wird gefragt, bevor man eintreten darf: „Kann ich Ihre Papiere sehen? Sind Sie geimpft?“

Der Mensch ist dem Mensch ein Grenzsoldat geworden.

Vielleicht sollten wir in Zukunft, einfach nur, um zu zeigen, dass es nicht gut ist so, wie es gerade ist, die Frage nach dem Impfstatus zunächst einmal mit dieser Gegenfrage beantworten:

„Haben Sie auch noch ein paar sportliche Fragen in petto?“

Auch im Netz und auf den sozialen Netzwerken empfehle ich, diesen Satz immer dann zu posten, wenn wieder eine Debatte über den Impfstatus eines Individuums geführt wird. Einfach nur, um zu zeigen, dass da was falsch läuft in der Debatte. Gerne kann auch dieses Bild massenhaft verwendet und geteilt werden:

Möge die Frage von Joshua Kimmich zum Leitspruch werden für alle, die im Menschen gegenüber nicht nur eine Gefahr für Leib und Leben sehen, sondern einen Mitmenschen, dem man vertrauen kann.

Die Frage soll der Leitspruch werden für alle, die nicht nur überleben wollen, sondern leben.

***

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Let’s go Brandon!

Überall in den Vereinigten Staaten taucht seit einigen Tagen der Spruch „Let‘s go Brandon“ auf.

#LetsGoBrandon ist ein Trend auf den sozialen Netzwerken.

Überall in den Vereinigten Staaten erklingen die Sprechchöre: „Let‘s go Brandon!“

Was hat es damit auf sich?

Seit Wochen kommt es bei Veranstaltungen in den Vereinigten Staaten von Amerika immer wieder zu Sprechgesängen, bei denen „Fuck Joe Biden“ gesungen wird. Anfang Oktober 2021 lag die Zustimmungsquote des Präsidenten Joe Biden bei 42%.

Zum Vergleich, hier die durchschnittlichen Bewertungen der letzten Präsidenten: Ronald Reagan: 53% / George H. Bush: 61% / Bill Clinton: 55% / George W. Bush: 49% / Barack Obama: 48% / Donald Trump: 41%

Als bei einem Nascar-Rennen in Alabama im Oktober 2021 der Fahrer Brandon Brown den Sieg holte, interviewte die NBC-Journalistin Kelli Stavast den Sieger. Während des Interviews waren im Hintergrund die Sprechchöre „Fuck Joe Biden“ zu hören. Kelli Stavast aber erklärte, die Menschen würden „Let‘s go Brandon“ rufen.

Nun haben sich viele Menschen, die gegen Joe Biden demonstrieren, diesen Spruch zu eigen gemacht und dokumentieren ihren Unmut über den 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, indem sie laut „Let‘s go Brandon“ rufen.

Es gibt sogar bereits einige Lieder rund um „Let‘s go Brandon“.

Tapfer im Nirgendwo hat ein paar Lieder übersetzt. Es sind es teilweise sehr explizite Sätze:

Loza Alexander textet:

„Let‘s go Brandon – Du weißt was sie wirklich sagen. Und ich sage es mit einer Leidenschaft, während ich im Aston abzische. Niemand mag seinen Arsch, oder? Er versucht zu vertuschen, aber sag ruhig den Leuten „Let‘s go Brandon“, denn wir wissen, was sie wirklich sagen. Du kannst den Gesang in jedem Beitrag hören. Niemand will diesen Kommie, weil wir nicht in China sind. Jeder hasste Trump und jetzt wollen sie endlich eine Leiche haben. Das ist, was sie bekommen dafür, dass sie uns wie in „Squid Game“ behandeln. Grünes Licht, Mandat, als wäre er verrückt. Jetzt wachen die Leute bei all dem auf. „Let’s go Brandon“, aber wir alle wissen, was der Spruch bedeutet.“

Forgiato Blow textet:

Amerikaner rufen: „Let’s go Brandon“. Patrioten rufen: „Let’s go Brandon“. Die Medien, sie versuchen uns zum Narren zu halten. Du weißt, sie hat auch „Fuck Joe Biden“ gehört. Schlafmütze Joe hat keine Unterstützung. Der Ich-höre-Dich-Biden sollte besser vor Gericht erscheinen. Fake News versuchen die Wahrheit zum Schweigen zu bringen. Wir, das Volk, versuchen, die Jugend zu retten. Ich nehme keinen Impfstoff. Ich fliege nicht nach Südwesten. Frag mich gar nicht erst. Und ich trage keine Maske, sie sind ekelig. Und all ihr Liberalen, versucht es besser, mich zu belästigen. Ihr weißt, wir haben versucht, den Diebstahl zu stoppen. Sie oder ich, Republikaner, nehmt die rote Pille. Jetzt schreit die ganze Welt: „Fuck Joe Biden“.

Bryson Gray textet:

„Jemand muss es tun. Ich halte eine Trommel, als wäre ich Nick Cannon. Die Pandemie ist nicht real, sie haben es nur geplant. Wenn Du Fragen stellst, fangen sie an, Dich zu verbannen. Biden hat sagt, die Impfung stoppe die Ausbreitung. Es waren Lügen.

Du bist so woke, aber hast Deine Augen nicht auf? Diese Politiker sind Dämonen, nur in Verkleidung. Schau Dir Kyrie Irving und Nicki Minaj an. Schau Dir Australien an. Das kommt als nächstes, wenn wir nicht aufstehen. Hör auf, einzuwilligen, dass sie unsere Rechte nehmen. Es ist Zeit, sich zu wehren.

Republikaner stimmen für Waffengesetze. Das ist es einfach, was ich nicht trauen kann. Wenn Du Fragen zur Impfung stellst, dann blocken sie Dich. Hier geht es um Kontrolle. Das weiß jeder. Jeder willigt ein, wägt die Vor- und Nachteile ab. Ich brauche kein Flugzeug, ich bin einfach auf die Straße gegangen. Ich mache, was ich will, ich kann meine Seele nicht verkaufen.

Der Markt steht kurz vor dem Absturz. Das ist es, was Du gewählt hast. Das Land zu ruinieren, ich denke, das ist das Ziel. Du fährst den Schildern nach, ich nehme enge Straßen. Ich bin ein Mann Gottes, ich kann niemals aufgeben. Und es ist klar, dass der Mann ein Wrack ist. Jetzt sind die Taliban eine Bedrohung, stehen uns im Nacken und singen: „Tod Amerika“.

Kaum bist Du Präsident, singen sie: „Tod Amerika“. Hör zu, ich glaube nicht, dass Du zuhörst. Lass es mich klar machen: Behalte Deine Hände besser bei Dir. Das Zeug ist komisch. Ich wünschte, ich könnte mit Dir mal zum Spielen in den Hinterhof gehen. Klau den Ball. Du kannst die Impfung nehmen, ich fürchte Gott, ich habe keine Angst vor Menschen. Ich bin im zehnten Gang, glaub mir, wir sind bereit zu raufen.

Das einzige Spiel, das Joe beherrscht, ist Fummeln. Ich denke, wir alle wissen, dass er zum Mittagessen weg ist, dass dieser Typ zelten gegangen. Ich bin Christ, wie soll ich es also sagen? „Let‘s go Brandon!“

Patrioten auf der Straße machen Alarm. Sie jagen uns, weil wir die Wahrheit sagen. Schlage den Pädo nieder. Lass uns die ganze Jugend retten. Medien lügen. Ignoriere all das Weinen. Sie bauen besser zurück, aber nur die Taliban. Piloten streiken, aber für Joe ist das irrelevant. Sie öffnen die Grenze, verlieren die ganze Ordnung. Sie spalten uns, um sie wissen, dass wir nie gewinnen.

Aber wir haben uns vereint, wir hier in den Stadien. Jeder singt es. CNN verleumdet. Biden kollabiert. Und die Demokraten stehlen es. Wir schauen uns Joe an. Können wir eine Rückerstattung bekommen? Wie wäre es mit ein paar gemeinen Tweets? Joe ist ein Gauner und er weiß, wie man täuscht. F.J.B. ist das Motto in diesen Straßen. Sing es mit mir.“

YouTube hat das Video zu diesem Lied auf der Platform von Bryson Gray gelöscht.

Nachtrag: Bei einem Interview im Rahmen einer weihnachtlichen Aktion telefonierte Joe Biden mit einem Vater, der seinen Anruf mit den folgenden Worten beendete: „Merry Christmas and let’s go Brandon!“

Joe Biden stimmte zu und antworte: „Let‘s go Brandon, I agree.”

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Wir sind alle kontrovers

„Zum Thema, ob man auch mal „kontroverse“ Meinungen aushalten müsse, habe ich als Journalist beim @ZDF-Format „13 Fragen“ meine Einschätzung geteilt. „Kontrovers“ ist ein Code, ein Euphemismus für Nazis. Es geht da um freie „Debattenkultur“ für ein bestimmtes Klientel.“

Das schrieb Malcolm Ohanwe am 21. Oktober 2021 auf Twitter.

Malcolm Ohanwe hat Unrecht!

Das Wort „kontrovers“ setzt sich aus den lateinischen Worten „contra“ für „entgegen“ und „versus“ für „gerichtet“ zusammen. „Kontrovers“ bedeutet somit zunächst einmal nur „entgegengerichtet“.

Zu jeder Meinung gibt es immer auch das genaue Gegenteil. Für dieses genaue Gegenteil ist die andere Meinung stets kontrovers.

Die meisten Menschen tendieren dazu, jene Personen, deren Meinungen sie nicht teilen, als polemisch und undifferenziert zu bezeichnen. Sie werfen ihnen vor, die Themen zu verflachen. Menschen, mit denen sie einer Meinung sind, halten sie hingegen für intelligent und sympathisch. Das ist vermutlich der Grund, warum Kontroversen eher als schlecht gelten.

Ich mag Kontroversen und Menschen, die ihre Interessen und Meinungen offen artikulieren. Leute jedoch, die behaupten, objektiv, differenziert und neutral zu sein, sind mir suspekt.

Die selbstsicher Differenzierten erinnern mich an Fundamentalisten, die behaupten, alles verstanden zu haben. Sie begegnen ihren Mitmenschen mit Überheblichkeit. Kritik ist für sie sofort Polemik und ein Witz direkt eine Beleidigung. Jedes kontroverse Wort erklären sie zur Hetze. Malcolm Ohanwe erklärt Menschen, die sich für die Meinungsfreiheit auch für kontroverse Meinungen stark machen, zu Nazis.

Wer andere Menschen zu Nazis erklärt, rechtfertigt damit im Grunde den Einsatz von physischer Gewalt, denn Nazis sind Verbrecher und gehören gestoppt.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden Menschen zu Hexen, Schwarzmagiern, Kinderfressern, Brunnenvergiftern und Teufelsanbetern erklärt, wenn man Gewalt gegen sie rechtfertigen wollte. Sie wurden verbrannt, weil sie für das gute Leben und die reine Menschheit angeblich gefährlich waren. Heute werden die Gegner des einzig wahren Glaubens sofort zu Nazis erklärt, denn das Wort „Nazi“ steht für das Böse schlechthin.

Heute sehen die Menschen überall Nazis, so wie die Menschen früher überall Hexen sahen. Es ist ein Wahn, geboren aus der Überzeugung, dem einzig wahren, guten Glauben anzugehören. Dieser Wahn ermöglicht Gewalt als Präventivschlag über Gedanken. Malcolm Ohanwe sieht sogar schon in dem Wort „kontrovers“ ein Code der Nazis.

Kontroversen sind wichtig!

Wenn es Leuten schlecht geht, flüchten sie. Manche flüchten in andere Länder, andere flüchten in Ideologien. Einige Länder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer sich das Äußern einer Meinung verbittet, sorgt lediglich dafür, dass die Meinung nur noch gedacht wird. Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spät.

Zuhören ist ein präventiver Schutzmechanismus. Nur so lerne ich einen Menschen kennen und kann rechtzeitig erkennen, ob ich mich vor ihm schützen sollte.

Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

Wir sind alle kontrovers für irgendwen!

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Die Stadt Köln hat geantwortet

Am 15. Oktober 2021 stellte ich folgende Frage an die Stadt Köln bezüglich der Religionsfreiheit:

„Hiermit bitte ich um Klärung der Frage, in welcher Zeit der Woche ich den folgenden Aufruf laut via elektronischer Verstärkung durch die Straßen und über die Dächer Kölns erschallen lassen darf:

„Allah ist nicht groß! Ich glaube, dass es keinen Gott gibt, auch nicht Allah. Ich erkläre, dass Mohammed kein Gesandter Gottes war. Lasst das Gebet! Auf zum besten Zweifeln! Auf zur Ketzerei! Allah ist nicht groß! Es gibt keinen Gott, auch nicht Allah.“

Am 21. Oktober 2021 erhielt ich folgende Antwort:

„Guten Tag Gerd Buurmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage an die Stadt Köln bezüglich des Modellprojekts.

In Deutschland stellt die Religionsfreiheit ein Grundrecht dar. Es ist in Artikel 4 des Grundgesetzes verankert.

Durch europäisches Recht ist die Religionsfreiheit durch die Charta der Grundrechte der Europäischen Union gewährleistet.

Völkerrechtlich und gemäß internationalem öffentlichem Recht ist Deutschland u. a. aufgrund der Europäischen Menschenrechtskonvention zum Schutz der Religionsfreiheit verpflichtet. Gleichzeitig herrscht in Deutschland die Trennung zwischen Staat und Religion. Niemand darf verpflichtet werden, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren und niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder zur Teilnahme an religiösen Übungen gezwungen werden (Art. 140 GG i.V.m. Art. 136 Abs. 3 und 4 WRV).

Seit vielen Jahren ist der Islam, wie viele andere Religionen auch, ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Die ersten Moscheen sind in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Seit den 1980er Jahren sind Moscheen insbesondere in Städten entstanden, die einen hohen Zuzug von Menschen muslimischen Glaubens zu verzeichnen hatten. Nach aktuellen Schätzungen leben derzeit circa 4,4 bis 4,7 Millionen Muslim*innen in Deutschland. Deshalb wurde und wird die Frage nach der Erlaubnis der Gebetsrufe an den Moscheen bundesweit immer wieder diskutiert. Bereits während der Einschränkungen zur Corona-Pandemie sind Muezzinrufe innerhalb des Stadtgebietes täglich zur Mittagszeit und während des Ramadans 2020 ebenfalls täglich zur Mittagszeit geduldet worden. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Köln entschlossen, ein zunächst auf zwei Jahre befristetes Modellprojekt durchzuführen.

Mit freundlichen Grüßen / Im Auftrag

Ihr Diversity-Team

Meine Antwort lautet:

Sehr geehrtes Diversity-Team,

Vermutlich ist Ihnen ein bedauerlicher Fehler unterlaufen, denn Sie haben mir eine Mail geschickt, die offensichtlich für jemanden anderes bestimmt war, da dort meine Frage nicht beantwortet wird. Ich hoffe, Sie können noch ausfindig machen, für wen diese Antwort eigentlich gedacht war.

Können Sie mir bitte meine Frage beantworten? Sie lautet: Ich bitte um Klärung der Frage, in welcher Zeit der Woche ich den folgenden Aufruf laut via elektronischer Verstärkung durch die Straßen und über die Dächer Kölns erschallen lassen darf:

„Allah ist nicht groß! Ich glaube, dass es keinen Gott gibt, auch nicht Allah. Ich erkläre, dass Mohammed kein Gesandter Gottes war. Lasst das Gebet! Auf zum besten Zweifeln! Auf zur Ketzerei! Allah ist nicht groß! Es gibt keinen Gott, auch nicht Allah.“

Gerade für all die Menschen, die im Namen des Islams verfolgt, unterdrückt, gequält und erniedrigt wurden, kann es durchaus etwas bedeuten, wenn wir in unserer weltoffenen Stadt auch diesen Biographien Rechnung tragen. So werden auch die Interessen der hier unter dem Islam leidenden Menschen vertreten und ihre individuelle Geschichte mit dem Islam akzeptiert.

Menschen, die unter einem fundamentalistischen Islam leiden, viele von ihnen hier geboren, sind fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft. Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und die individuellen Leidensgeschichten infrage. Wenn wir in unserer Stadt neben dem Ruf des Muezzins auch den Ruf der Kritiker des Islams hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.

Meine Frage lautet: Wann darf die in Wort und Ton laut verstärkte, regelmäßige und friedlich vorgetragene Ablehnung des Islams über Köln erklingen?

Alles Liebe, 
Gerd Buurmann

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Privilegien abschaffen!

„Der neue #Rechtsdrift der Union: Was Leute wie Wolfgang #Bosbach und ⁦@_FriedrichMerz⁩ meinen, wenn sie von einem „schlanken“ ÖRR sprechen: Kritischen Journalismus von #Monitor, #Panorama oder ⁦@zdfmagazin⁩ abschaffen.“

Das schrieb Georg Restle am 21. Oktober 2021 auf Twitter.

Georg Restle hat Unrecht!

Kritischer Journalismus soll nicht abgeschafft werden. Es geht lediglich darum, den Macherinnen und Machern von Monitor, Panorama und anderen öffentlich-rechtlichen Sendungen die Waffe zu nehmen, mit der sie andere Menschen zwingen, ihren Journalismus zu bezahlen.

Nicht der kritische Journalismus der öffentlich-rechtlichen Sendern soll abgeschafft werden, sondern die Gewalt, die von diesen Sendern ausgeht.

Das letzte Mittel jeder staatlichen Forderung ist die Gewalt. Der deutsche Staat hat mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten einen Vertrag geschlossen, der es den Anstalten erlaubt, alle deutschen Bürgerinnen und Bürger mit Waffengewalt zur Finanzierung zu zwingen. Ich plädiere für deutlich mehr staatlichen Pazifismus in dieser Angelegenheit.

Kritischer Journalismus ist auch ohne Gewalt möglich. Viele Zeitungen, Sender, Blogs und andere Medien beweisen es tagtäglich.

Diverse Formate nicht öffentlich-rechtlicher Art sind ebenfalls kritisch. Ob nun bei ARD, ZDF oder auf anderen freien Formaten, überall werden Menschen kritisiert, vorgeführt und teilweise veralbert. Die freien Medien zwingen die kritisierten, vorgeführten und veralberten Menschen jedoch nicht dazu gezwungen, diese Behandlung auch noch selbst zu bezahlen, die öffentlich-rechtlichen schon.

Jede Sendung darf mit jedem Menschen hart ins Gericht gehen, aber jeder Sender sollte wenigstens den Anstand haben, die in die Mangel genommene Person nicht auch noch dazu zu zwingen, für diese Behandlung zu bezahlen.

Die öffentlich-rechtlichen Sender zwingen angegangene Menschen dazu, die mediale Waffe zu finanzieren, mit der sie konfrontiert werden. Zu fürchten haben diese Sender nichts, denn die konfrontierte Person verfügt gar nicht über die medialen Mittel, sich effektiv verteidigen zu können. Der öffentlich-rechtliche Sender ist stärker. Dafür sorgt der Staat. Der Rundfunkbeitrag finanziert die Angreifer, nicht die Angegriffenen.

Die öffentlich-rechtlichen Sendungen sind privilegiert. Sie werden mächtiger gemacht als andere kritische Journalisten.

Mediale Reichweite ist Macht. Je mehr Reichweite ein Mensch hat, umso mächtiger ist er. Wer die Macht hat, Teil des Sprachrohrs der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu sein, bekommt dadurch extrem viel Reichweite. Durch das öffentlich-rechtliche Systeme werden Megaphone an ausgewählte Akteure verteilt, die dann dadurch Millionen Follower auf Twitter, Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken generieren können und dadurch ihre Macht ausbauen. Wer eine solche Macht inne hat, kann damit anderen Menschen empfindlich schaden. Niemand sollte diese Macht haben.

Es geht also darum, den öffentlich-rechtlichen Akteuren ihre Privilegien der Macht zu nehmen, vor allem, weil sie sich ihre Privilegien mit Zwang von allen finanzieren lassen, die nicht privilegiert sind.

Dass es um Macht geht, erkennt man vor allem an der Art, wie die Mächtigen reagieren, wenn man ihnen ihre Privilegien wegnehmen will. Ein typisches Argument der Verteidiger des Zwangs zum Rundfunkbeitrag lautet zum Beispiel, ohne die öffentlich-rechtlichen Sender würde alles noch viel schlimmer werden. Genau dieses Argument ist besonders aus toxischen zwischenmenschlichen Beziehungen bekannt, wo es die Mächtigen und Brutalen sind, die immer wieder behaupten: „Ohne mich wird es Dir noch viel, viel dreckiger gehen.“

Der Inhalt und die Qualität der Sendungen Monitor und Panorama ist völlig irrelevant zur Beurteilung der Rechtmäßigkeit des öffentlich-rechtlichen Systems. Selbst ein edler König macht den Absolutismus nicht erstrebenswert. Sogar ein Fürst mit den schönsten Kleidern und Gedichten macht mich nicht zum Untertan. Ein Mann kann der beste Liebhaber der Welt sein, er kann die besten Qualitäten haben, wenn er mein Nein nicht akzeptiert, ist und bleibt es eine Vergewaltigung.

Deshalb, lieber Georg Restle, tun Sie bitte nicht so, als ginge es darum, kritischen Journalismus abzuschaffen. Darum geht es nicht! Ich bin auch ein kritischer Journalist und ich werde nicht abgeschafft, wenn der Zwang zum Rundfunkbeitrag fällt.

Es geht um Ihre Privilegien. Es geht um die Gewalt, die genutzt wird, um Sie mächtig zu machen. Wir beide sind kritische Journalisten, aber Sie pressen mir Geld ab und ich Ihnen nicht. Darum geht es.

Wer einen Menschen mit Gewalt dazu zwingt, seinen kritischen Journalismus zu bezahlen, sollte wenigstens den Anstand haben, die Kritik an diesen Zwang nicht zu diffamieren. Nichts anderes tun Sie, Herr Reste, aber, wenn Sie behaupten, den Kritikerinnen und Kritikern des Rundfunkbeitrags ginge es darum, kritischen Journalismus abzuschaffen.

Es geht lediglich darum, Ihnen die Privilegien zu nehmen, mit denen Sie kritischen Journalismus und Kritik an Ihrem Journalismus diffamieren.

Würde ich bei Monitor arbeiten, ich würde mit diesen Worten enden: „Georg Restle ist ein alter, weißer, mit Gewalt privilegierter Mann, der seine Macht nutzt, um Kritiker*innen zu diffamieren.“

***

Ich zwinge niemanden, mich zu finanzieren. Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, aber aus freien Stücken in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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