Das I-Wort

„Tschetschenien: Wieder dutzende LGBT verschleppt, zwei getötet“

Mit dieser Überschrift berichtet das Magazin queer im Januar 2019 über eine neue Verfolgungswelle in Tschetschenien gegen homosexuelle Männer. In dem Bericht heißt es:

„Das russische LGBT Network hat am Montagmorgen Meldungen vom Freitag, in Tschetschenien sei die Verfolgung von Homo- und Transsexuellen wieder aufgenommen worden, mit Details bestätigt. Demnach seien seit Ende Dezember um die 40 Personen wegen tatsächlicher oder vermuteter Homosexualität außergesetzlich inhaftiert worden.“

Auch Tapfer im Nirgendwo hat bereits mehrmals über die Verschleppung, Inhaftierung und Folterung von Homosexuellen in Tschetschenien berichtet. Es gibt allerdings einen entscheidenen Unterschied zwischen der Berichterstattung der queer und von Tapfer im Nirgendwo. Die queer bringt es tatsächlich fertig, in dem Bericht über den Schwulenhass in Tschetschenien das I-Wort kein einziges Mal zu benutzen.

Es hat was mit dem Islam zu tun!

Den Islam in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, ist so, als würde man einen Artikel über die Inquisition schreiben, ohne dabei das Christentum zu erwähnen oder über Deutschland 1938, ohne dabei ein einziges Mal das Wort „Nationalsozialismus“ zu benutzen. Stattdessen wird in dem Artikel der queer sehr oft das Wort „russisch“ benutzt.

Der Schwulenhass in Tschetschenien ist jedoch so russisch, wie das Vernichtungslager in Auschwitz polnisch war. Ja, viele Russen und Tschetschenen hassen Schwule. Es gab 1942 auch Polen, die Juden so gehasst haben wie Deutsche. Auschwitz war jedoch so klar ein deutsches Lager, wie die Gefängnisse für Homosexuelle in Tschetschenien heute Lager des muslimischen Präsidenten Tschetschenien sind. Sein Name ist Ramsan Kadyrow.

Am 2. September 2010 ließ Ramsan Kadyrow vom tschetschenischen Parlament seine Bezeichnung von „Präsident“ in „Oberhaupt“ ändern. Im Parlament diskutiert wurden jedoch auch Vorschläge, Kadyrow den Titel „Imam“ oder „Vater des Volkes“ zu verleihen. Wir haben es somit klar und deutlich mit religiösem Fanatismus zu tun.

Zu den Vorwürfen der Schwulenverfolgung in Tschetschenien sagt ein Sprecher von Kadyrow:

„Diese Publikation ist eine absolute Lüge. Man kann nicht jemanden festnehmen und unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt.“

Auf die Frage des Sportjournalisten David Scott vom Sender amerikanischen Sender HBO, was er zu den Berichten über Verschleppung und Folter schwuler Männer in Tschetschenien sagen wolle, meinte Kadyrow:

„Was ist der Sinn dieser Fragen? Das ist Schwachsinn. Wir haben hier keine dieser Leute. Wir haben keine Schwulen. Wenn es welche gibt, bringt sie nach Kanada. Gott sei gepriesen. Bringt sie sehr weit weg von uns, so dass wir sie nicht hier zu Hause haben. Um unser Blut zu reinigen: Wenn es hier irgendwelche gibt, nehmt sie.“

Kadyrow ist sich sicher, dass es keine Homosexuellen in Tschetschenien gibt und betont:

„Auch wenn es solche Menschen in Tschetschenien gegeben hätte, hätten die Sicherheitsbehörden keine Probleme mit ihnen, denn ihre eigenen Verwandten hätten sie dorthin geschickt, woher niemand zurückkommt.“

Diese Antwort erinnert an den ehemaligen Präsidenten Irans, Mahmud Ahmadinedschad, der im Jahr 2007 an der Columbia-Universität in den Vereinigten Staaten von Amerika erklärte: „Im Iran gibt es keine Homosexuellen.“

Es ist ein trauriger Fakt: In allen Ländern, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, herrscht der Islam. Umfragen weltweit bestätigen es: Die deutliche Mehrheit aller Muslime findet, dass Homosexualität verboten sein muss. Sogar in aufgeklärten Ländern wie Großbritannien erklären 52% aller Muslime, dass Homosexualität verboten werden soll. Die Verfolgung von Homosexuellen durch muslimische Führer kann somit nicht kritisiert werden, ohne dabei die „religiösen Gefühle“ derer zu verletzen, die im Namen des Islams gegen Schwule zu Felde ziehen. Wer die Religion aus der Gleichung herausnehmen möchte, wird das Problem niemals lösen. Über Homosexuelle sagt Kadyrow:

„Homosexuelle sind schlimmer als Krieg!“

„Ja, die Schwulen müssen ermordet werden!“

„Das sind Teufel! Das sind keine Menschen! Gott verfluche sie für die Anschuldigungen, die sie gegen uns erheben. Sie werden sich dafür vor dem Allmächtigen rechtfertigen müssen.“

In allen Kulturen, Religionen und Ländern findet sich Schwulenhass. Aber nur ein sehr naiver Mensch kann behaupten, dass es keinen Unterschied zwischen der heutigen islamischen und der heutigen christlichen Welt gibt. Die beiden Städte Mekka und Vatikanstadt sind im Jahr 2019 zwei unterschiedliche Welten. Würden im Vatikan Homosexuelle von Dächern geworfen, Frauen gesteinigt und Ketzer enthauptet werden, es gäbe einen massiven Aufschrei.

Solange das I-Wort nicht endlich deutlich ausgesprochen und zur Verantwortung gezogen wird, wird sich nichts ändern. Kritik an Religionen und fundamentalistischen Ideologien ist weder rassistisch noch rechts, sondern notwendige Voraussetzung für die Aufklärung, Emanzipation und Befreiung eines jeden Menschen aus den Fängen der Unterdrückung.

Veröffentlicht unter Islam | Kommentare deaktiviert für Das I-Wort

Malaysia lässt keine israelischen Sportlerinnen und Sportler einreisen

Wie groß muss der Hass sein?

Die malaysische Regierung hat beschlossen, Sportlerinnen und Sportler aus Israel von allen Sportwettbewerben im Land auszuschließen. Der malaysische Außenminister Abdullah Saifuddin erklärt, keine Veranstaltungen mit israelischer Beteiligung auszurichten, um „den festen Standpunkt in der israelischen Frage widerzuspiegeln“.

Dies betrifft vor allem jene Sportlerinnen und Sportler, die unter dem Dach des Internationalen Paralympischen Komitee antreten, denn im August 2019 kommen in Malaysia Schwimmerinnen und Schwimmer aus rund siebzig Nationen zu den Para-Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 im östlichen Bundesstaat Sarawak zusammen. Israelische Athletinnen und Athleten werden unter der neuen Politik des Landes zu diesem Wettbewerb wohl ausgeschlossen werden.

Eine Stellungnahme des zuständigen Internationalen Olympischen Komitees liegt bislang noch nicht vor.

Veröffentlicht unter Olympia | Kommentare deaktiviert für Malaysia lässt keine israelischen Sportlerinnen und Sportler einreisen

Goldener Orwell für die FAZ

„Israelische Luftangriffe nach Raketenangriff“

Das ist die Überschrift einer Nachricht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13. Januar 2019. Die Nachricht besteht gerade mal aus etwas mehr als zweihundert Worten, aber diese Worte haben es in sich. Sie zeigen, wie einseitig über Israel berichtet werden kann, ohne dass es eine kritische Mehrheit bemerkt.

Es fängt schon mit der Überschrift an. Sie macht mit der bewusst gewählten Reihenfolge klar, wer der eigentliche Schuldige ist. Die Überschrift hätte auch heißen können „Raketenangriff auf Israel“ oder „Israel verteidigt sich nach Raketenangriff“, aber das hätte nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher die kurze Nachricht in drei Abschnitten und bietet Hintergrundwissen an. Bei der Lektüre des Hintergrundwissens werden Sie erkennen, wie stark eine vermeintlich objektive Berichterstattung den Leser oder die Leserin in eine gewisse und vor allem gewollte Richtung beeinflussen kann. Der Artikel beginnt mit den Worten:

Israels Armee hat nach eigenen Angaben Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die Luftschläge waren eine Reaktion auf einen Raketenangriff aus dem Palästinensergebiet.

Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee Vergeltungsangriffe in dem Palästinensergebiet geflogen. Israelische Kampfjets hätten „zwei der unterirdischen Strukturen“ der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas beschossen, teilte die Armee auf Twitter mit. „Wir werden weiter im Einsatz sein, um israelische Zivilisten zu verteidigen“, hieß es weiter.

Lesen Sie hierzu den Artikel: „Eine kleine Frage an große Teile der Deutschen Presse“. Dort steht unter anderem:

„Am 18. und 19. September 2015 wurden Raketen aus Gaza wahllos auf Schulen, Hospitäler, Altenheime und Synagogen in Israel abgefeuert. Schon am 1. September hatte es einen solchen Raketenangriff auf Israel gegeben, ebenso im Juli, Juni und April 2015. Die Intention jeder Rakete war Massenmord, inspiriert von der Charta der Hamas. Dort wird erklärt, dass alle Juden weltweit vernichtet werden müssen. Die „moderate“ Fatah will nur Israel vernichten. Darin unterscheiden sich die Fatah und die Hamas: Die Radikalen wollen alle Juden vernichten, die Moderaten nur alle Juden mit israelischer Staatsbürgerschaft, alle anderen Juden wollen sie nur vertreiben, am besten ins Meer – so ganz moderat. Der Versuch des Massenmords misslang bisher, weil Israel sich verteidigt. Dieses Ereignis wird bei Euch so betitelt: „Israel fliegt Luftangriffe auf Hamas“

Erst im Artikel selbst wird klar, warum Israels Militär reagiert hat, aber erst später und mit einem kleinen „zuvor“ eingeleitet, weil vorher lediglich Israel als Aggressor dargestellt worden war. Seit Jahren berichtet Ihr schon so über Israel. Israel wird angegriffen, Israel reagiert. Ihr aber formuliert eine Schlagzeile, in der Israel agiert und angreift. Statt neutral zu berichten, bewertet Ihr die Nachricht zu Ungunsten Israels. Warum?“

Aus Sicherheitskreisen in Gaza hieß es, die Stadt sei von den israelischen Luftangriffen getroffen worden, es sei aber niemand zu Schaden gekommen. Am Freitag hatte es erneut gewaltsame Proteste an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel gegeben. Laut Hamas-Gesundheitsministerium töteten israelische Soldaten dabei eine 43 Jahre alte Palästinenserin durch Schüsse in den Kopf. 25 Palästinenser wurden verletzt.

Mehr als 200 Palästinenser in den vergangenen Monaten getötet

Seit Ende März gibt es an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel regelmäßig Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Mindestens 241 Palästinenser wurden seitdem getötet, darunter drei Frauen. Im selben Zeitraum wurden zwei israelische Soldaten getötet.

Lesen Sie hierzu „Schwäche ist keine moralische Überlegenheit“. Dort steht unter anderem:

„Keine einzige Rakete Israels wird mit der Absicht abgeschossen, Zivilisten zu töten, sondern nur mit der klaren Ansage, die Hamas mit ihrem Vernichtungswillen zu entmachten. Jede Rakete der Hamas jedoch hat zum Ziel so viele Menschen, auch Kinder, wie möglich zu töten.

Das ist der Unterschied! Deshalb ist die Schwäche der arabischen Seite keine moralische Überlegenheit. Die Hamas will in Masse morden, sie kann es nur nicht. Israel allerdings könnte in Masse morden, tut es jedoch nicht! Israel liebt das Leben und will es schützen, selbst das Leben der Kinder und der Unschuldigen auf der Seite der Feinde, die in ihren Schulen, Moscheen, Parlamenten und Fernsehsendungen erklären, dass alle Juden vernichtet gehören.

Die Rücksicht Israels auf das Leben der Feinde ist beispielhaft. Bei all den Kindern, die die Hamas als Schutzschilde missbraucht, bei all den Kindersoldaten, die in arabischen Schulen erzogen werden, bei all den Terrortunneln, die unter Hospitälern gebaut werden und bei all den Raketen, die in der Nähe von Einrichtungen der Vereinten Nationen im Gazastreifen gelagert werden, ist es bemerkenswert, dass die Zahl der Opfer auf arabischer Seite so gering ist.

Hätte die Hamas all das Geld, das die Raketen und Tunnel gekostet haben, genutzt, um Gaza aufzubauen, so stünden in Gaza nicht nur noch alle Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen, sie wären auch noch perfekt ausgestattet. Bei all dem Geld, das Gaza bekommen hat, müsste Gaza eigentlich zu den reichsten Gebieten des Nahen Ostens gehören! Der Wunsch, Israel zu vernichten und der Hass auf Juden, hat jedoch das ganze Geld verschlungen. Nicht Israel und Juden sind eine Gefahr für Palästinenser, sondern der Hass auf Israel und der Hass auf Juden! Hass bringt jedoch keinen Wohlstand! Israel hätte den Gazastreifen daher tausend mal lieber zum Geschäftspartner als zum Feind.

Daher unternimmt Israel in der Gesichte der Kriegsführung einzigartige Vorkehrungen, um die Zivilbevölkerung zu warnen. Die Hamas will Israel vernichten und will dafür das eigene Volk opfern. Aber selbst das gelingt der Hamas nicht, weil Israel so viele tote Zivilisten wie möglich vermeidet und über jedes tote Kind weint. Die Schwäche der arabischen Seite ist keine moralische Überlegenheit. Es ist gut, wenn Judenhasser zu schwach sind, ihren Judenhass zu exekutieren.“

Die palästinensischen Demonstranten fordern die Aufhebung der von Israel vor mehr als zehn Jahren verhängten Blockade des Gazastreifens. Außerdem beanspruchen sie das Recht auf Rückkehr von Palästinensern auf ihr Land, das sie im Zuge der Gründung des Staates Israel 1948 verlassen mussten.

Lesen Sie hierzu „Der ewige Flüchtling“. Dort steht unter anderem:

„Als im Jahre 1948 Israel gegründet wurde, erklärte die arabische Welt Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges und im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren, verließen 500.000 Menschen ihre Heimat; und das obwohl die meisten von ihnen nicht dazu gezwungen wurden, jedenfalls nicht von israelischer Seite – im Gegenteil: Israel bot den Arabern sogar an zu bleiben, um vollwertige Bürger des Landes zu werden. 160.000 Araber nahmen dieses Angebot an. Mittlerweile gibt es 1.250.000 arabische Israelis. Es kann somit ohne Probleme gesagt werden, dass viele arabische Flüchtlinge in Wirklichkeit Auswanderer waren, was zeigt, dass das Wort „Flüchtling“ eher ein Kampfbegriff ist als eine neutrale Vokabel.“

Sie sehen, eine einfache Nachricht kann durch einen geschickten Aufbau oder durch bewusstes Weglassen objektiv scheinen und doch zutiefst subjektiv sein. Aus diesem Grund vergab Tapfer im Nirgendwo einige Zeit lang den „Goldenen Orwell“. Der Preis wurde an sogenannte Qualitätsmedien für „israelkritische“ Berichte verliehen, die dem Parteislogan aus George Orwells Roman „1984“ alle Ehre machten: „Krieg ist Frieden!“

Unbedingte Voraussetzung für den „Goldenen Orwell“ ist die ideologische Verdrehung einer Nachricht in ihr genaues Gegenteil, zum Wohle des besseren Einfügens in das gefestigte „israelkritische“ Weltbild. Hier die Liste der Preisträger des „Goldenen Orwell“.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat den Preis mit diesem Artikel redlich verdient und bekommt ihn somit verliehen.

Veröffentlicht unter Goldener Orwell | Kommentare deaktiviert für Goldener Orwell für die FAZ

Es muss nicht immer das Grundgesetz sein!

Ralf Dorschel ist Redakteur der Hamburger Morgenpost und schreibt:

„In einer gerechten Welt müsste man AfD-Fans das Wahlrecht entziehen. So, wie man Kindern die Bauklötze wegnimmt, wenn sie randalieren. (…) Und das ist dann immer der Punkt, an dem irgendwer grübelt: Die sind doch demokratisch gewählt! Das war die NSDAP aber auch, hatte 1932 33 Prozent bekommen – kurz drauf war sie im Kanzleramt. Die Folgen sind bekannt – außer in der AfD, versteht sich. Und mit dieser Erfahrung im Hinterkopf dürfen wir den Fehler niemals wiederholen. Wir sind das Millionen Opfern schuldig.“

In einer gerechten Welt gilt also laut Dorschel: Es muss nicht immer das Grundgesetz sein!

Artikel 38 darf hundert Jahre nach der Einführung des allgemeinen, freien und geheimen Wahlrechts für jeden erwachsenen Menschen auch mal infrage gestellt werden. Das Recht dazu gibt Ralf Dorschel Artikel 5. Ralf Dorschels Nutzung des Artikels 5 wiederum gibt mir die Möglichkeit zu erkennen, wie es in ihm tickt.

Ich muss allerdings nicht direkt auf ihn antworten, denn meine Antwort auf diesen hanebüchenen Unsinn schrieb ich bereits Monate bevor Ralf Dorschel vorschlug, die freiheitlich, demokratische Grundordnung heute abzuschaffen, um die Nazis von damals in Zukunft zu verhindern. Hier meine Antwort:

Es gibt keinen Grund zur Panik

Veröffentlicht unter Liberalismus, Politik | Kommentare deaktiviert für Es muss nicht immer das Grundgesetz sein!

Ernst-Hoferichter-Preis für Dieter Hanitzsch

Mit dem Ernst-Hoferichter-Preis werden jedes Jahr Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, die, so heißt es, „Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden“. Im Januar 2019 soll der Karikaturist Dieter Hanitzsch ausgezeichnet werden. Wer ist Dieter Hanitzsch?

Am 15. Mai 2018 erschien eine Karikatur von Dieter Hanitzsch in den Süddeutschen Zeitung, in der die israelische Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2018 zu sehen war, die das Antlitz von Benjamin Netanjahu trug und zwar mit großer Nase und großen Ohren. In der einen Hand hielt sie/er ein Mikrofon und in der anderen Hand eine Rakete, die mit einem Davidstern versehen war. Dabei brüllt er/sie: “Nächstes Jahr in Jerusalem“. Der Stürmer hätte die Zeichnung gewiss anstandslos abgedruckt.

Am 15. Mai 2018 wurde Juden klar gemacht, dass sie in Deutschland nicht mal mehr so etwas harmloses wie den Eurovision Song Contest genießen können, ohne eins auf die Fresse zu bekommen.

In einer Stellungnahme nach der Veröffentlichung dieses Artikels hat die Süddeutsche Zeitung erklärt, dass die Karikatur durchaus als antisemitisch aufgefasst werden kann:

 

„Trotz dieser Intention des Karikaturisten kann man die Zeichnung auch anders verstehen und als antisemitisch auffassen. Ihre Veröffentlichung war deshalb ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten.“

In Deutschland wie in Israel herrschen Kunst- und Meinungsfreiheit und das ist auch gut so. Ich verteidige selbstverständlich das Recht der Süddeutschen Zeitung, diese Karikatur abzudrucken. Nur so kann ich erkennen, wie abgrundtief verdorben die Redaktion der Süddeutschen Zeitung ist. Aber muss es dafür auch noch einen Preis geben?

In einem Land, in dem die Kinder von Juden in Schulen fertig gemacht werden, weil sie Juden sind, wo Menschen verprügelt werden, weil sie eine Kippa tragen, wo es Viertel gibt, in die sich Juden nicht mehr hineintrauen, in dem Synagogen mit Brandsätzen angegriffen werden, weil es Menschen gibt, die mit der Politik in Israel ihre Probleme haben, in dem Polizeiautos vor Synagogen und jüdischen Kindergärten stehen müssen, wo Juden, die als Juden zu erkennen sind, überall und zu jeder Zeit in Gefahr schweben, in einem solchen Land Juden auch noch die Freude an einem harmlosen Gesangswettbewerb zu nehmen, damit es wirklich gar nichts mehr gibt, wo sie mal in Ruhe einen Moment des Friedens erleben und genießen können, hat meiner Meinung nach keinen Preis verdient.

Veröffentlicht unter Kunst | Kommentare deaktiviert für Ernst-Hoferichter-Preis für Dieter Hanitzsch

You dare to call yourself friends of Jews?

An emotional letter for the German government by Aviel Tromm.

You all annoy me the way you mentally please yourself with your ‚culture of rememberence‘ and your ‚raison d’État‘ and how you at the same time learned so much from history that in fifty years Germany will finally be as your murderish grandparents dreamed of – judenrein!

Every time a Jew in Germany gets beaten, you have to act as shocked politicans with your useless Sunday speeches and slogans and actually pretend that you couldn’t understand where that hatred comes from. You fabulate in talk shows that there wouldn’t be place for anti semitism in Germany, you carry wreaths to memorials. Oh, how much you love your dead Jews. I’m inclined to attest you a propensity for necrophilia!

But every time when the living Jew resist, when they insist on their right to self-determination, then you’re there to pass UN-Resolutions together with the religious and ideological fanatics, stylizing Israel as worlds demon. In ‚Stürmer‘ they did it with caricatures. You do it with politics.

High-ranking politicans are allowed to clap hands when in the European Parliament a Mr. Abbas tells the most anti semitic stories. One may allowed to speak of an apartheid state or a regime loudly and it’s also perfectly okay for you to lay down flowers and wreaths at the graves of dead terrorists. To this day, Europe must be very sad that the Arabs failed to drown the Jews in the Middle East in 1948, like a farmerman who’s killing kittens in the barrel of rain.

Either you’re so stupid you can’t distinguish scrambled eggs from shit, or you do it on purpose. You’re a bunch of lousy hypocrites, who presentate themselves infront of memorials, howling in the minor chords of Klezmer-music, and at the same time you’re working only to get rid of the European Jews.

What did you learn from the last years? What have you done? Anti semitic riots throughout Germany, arson attacks on synagogues, endless insults and repressions against Jews and Jewish institutions. What was the consequence? The German Landtag of the state NRW for example examined the incidents in Essen (City in Germany), condemned them and after that the topic was finished. No practical applications happened. The guilty are still sitting exactly where they sat then. The only effective measure was a mass rally, which wasn’t initiated by you, but the Central Council of Jews in Germany.

And what are you working on in practice? You condemn and criticize Israel since the 60s on continuous loop, you have no understanding for self defense and security needs. You reject Jerusalem as capital (of Israel) and pump billions of euros into the terrorist structures of Hamas and others on site. And what does that made of you after your own definition? You dare to call yourself friends of Israel and the Jews? Friends? What the hell is wrong with you?

With this policy of ‚friendship‘ you created such a one-sided media coverage that there are only two types of Jews in the daily Germans lifes. Jews have almost disappeared completely from everday life.

First type: Jews in Germany appear in messages about students who have to change schools because of their Jewish identity. Or in documentations about the Shoa, which have become so irrelevant that they have replaced the black-and-white picture noise of the analogue age on television.

Second type: Jews encounter the majority of people in Germany as a boogeyman in the news, if Israel, as so often, has to defend itself and already in the headline is left no doubt that ‚the Jew‘ is the guilty. In fact, media almost reports always negative about Israel. Attacks on the state itself are usually mentioned as the last line in consistently tendencious news, and politicians of all parties either drown in their temperance prayers or curse, like the German minister of foreign affairs Sigmar Gabriel, Israel as an apartheid state.

The West German post-war narrative is the attempt of a debt defense. In order not to face up to it’s own history, Israel at least get equaled to the Nazis.

And finally, to crown hypocrisy, you use your own anti semitism commissioner who have to beg to get heard at all. If they’re listened to, they may are allowed to have the moral pointer. Fabulous! That’s what I call ‚real big cinema‘. So much perversion and deviousness is otherwise known only in psycho thrillers.

The result of over fourty years of German-Israeli ‚friendship‘ is that anti semitism has become louder, that it’s becoming increasingly dangerous for Jews to take the streets and that more and more Jews emigrate from Germany.

There’s only left to say that you’re bound by tradition, a German tradition which made it possible to slaughter Jews during the Crusades like livestock, a tradition that was inspired by Martin Luthers letter of shame ‚From Jews and their lies‘, a tradition responsible for the murder of six million Jews on government orders.

It’s not us who have become like your grandparents, no, you’re just as your murderish ancestors desired. At least be honest, this farce is almost unbearable.

***
(TINAVT)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für You dare to call yourself friends of Jews?

Die deutschen Medien als Antisemitenmacher

Ein erster Jahresrückblick auf das Jahr 2019 von Sandra Kreisler.

Das Jahr fängt ja schön an. Kaum sind die guten Wünsche vorbei, liest man in den Medien wieder genau dasselbe, was man immer schon las. Die armen toten Juden; wie furchtbar „die Nazis“ im „Holocaust“ gewütet haben; das steht (wieder einmal) in der ZEIT am 2. Januar. Ein großer Artikel darüber, wie menschenverachtend, in wie kurzer Zeit doch, ach, so viele Juden gemeuchelt wurden.

Zur gleichen Zeit in einem anderen Blatt ein Leserbrief, der die Meinung von vielen in klare Worte fasst. Die Juden seien selbst schuld am steigenden Antisemitismus, schreibt nämlich im Kölner Stadt-Anzeiger ein bekannter Aktivist der antisemitischen „BDS“-Bewegung: Sie distanzierten sich nicht ausreichend von der bösen Politik der mordenden Israelis.

Natürlich weiss jeder aufgeklärte Mensch heute, dass der Minirock nicht schuld an der Vergewaltigung sein kann, aber dass die Juden nicht schuld am Antisemitismus sind, das hat sich noch nicht so ganz herumgesprochen. Und ja, die Analogie passt: Wer findet heute noch, dass Frauen sich möglichst verhüllen, möglichst sittsam erscheinen sollen, weil nicht die mangelnde männliche Selbstkontrolle, sondern das Weib selbst die Gefahr sei? Genau: Vormoderne Frauenhasser. Wer findet, der Jude habe sich still und dankbar zu erweisen und möglichst verstreut und unsichtbar in der Welt zu leben, weil nicht die innovationslosen und gewalttätigen arabischen Länder das Problem seien, sondern der Jud selbst? Genau: Vormoderne Judenhasser.

Nun ist es allseits den Denkenden bekannt, dass Täter-Opfer-Umkehr ein beliebtes Muster der Schuldabwehr ist, es ist dieser Leserbrief also nichts Neues. Neu daran ist nur dieses: Der Text steht nicht in den weitgehend unkontrollierten sozialen Medien, es steht in einer Zeitung. Er wurde von Redakteuren als würdig empfunden, abgedruckt zu werden! Der Chefredakteur hat sich zwar – erst nach Protesten – in einem Schreiben für die Veröffentlichung entschuldigt, dennoch finde ich, dass diese krasse Unaufmerksamkeit bei der Veröffentlichung als pars pro toto heranzuziehen ist.

Die Aufteilung der eigenen Schuldkomplexe in einerseits Krokodilstränen über das, was die „Ahnen“ getan haben und andererseits den öffentlich geäußerten Verdacht, dass die Ahnen ja so falsch nicht gelegen haben können, wo doch die Juden heute auch nicht ganz so unschuldig sind, wird zunehmend zur Gewohnheit. Das ist ein jedem Psychologen gängiger Mechanismus. Schuldbewusste greifen nur zu gerne zur Täter-Opfer-Umkehr, um sich selbst besser da stehen lassen zu können. Dieser Mechanismus greift aber gerade in Deutschland inzwischen so gut, dass man, kennte man ihn nicht, direkt an eine Verschwörungstheorie glauben könnte – so flächendeckend wird nicht mehr hinterfragt, wo Kritik an Israel aufhört und Judenhass beginnt.

Natürlich gibt es auch internationale Akteure, die in diesem grausamen Spiel mittun, die UNO zum Beispiel ist aufgrund ihrer Zusammensetzung längst nicht mehr ein objektiver global Player, auch die EU mit der Terrorverniedlicherin Federica Mogherini trägt dazu bei, dass die Schlagworte vom „Apartheidstaat“ oder „Terrorstaat“ nicht mehr hinterfragt werden. Aber gerade in Deutschland sollte man doch eigentlich etwas sensibler gegenüber diesen immer offeneren Prozessen agieren, die ein einzelnes Volk zum bösen Buben stilisieren, ohne jegliche Kontextualisierung oder wenigstens Berichterstattung über andere Sichtweisen! Zugleich mit dem Beklagen eines steigenden Antisemitismus, zugleich mit dem (auch etwas späten und halbherzigen) Etablieren von Antisemitismusbeauftragten – meist sowieso ohne Pouvoir – steigt auch die asymmetrische Berichterstattung über die Geschehnisse in Israel selbst.

Der Themenkomplex Israel trägt tatsächlich Mitschuld am steigenden Antisemitismus. Aber nicht Israel selbst oder die Politik des Landes sind hier die Gefahr, auch nicht die stete Todesdrohung, unter der Israel seit Anbeginn leidet, oder seine Reaktion darauf – sondern die Berichterstattung über Land und Historie ist die „Antisemitenmacherin“!

Ein großer Teil der Medien, und nicht nur die deutschen Medien, berichten gewohnheitsmäßig grob falsch, heftig vereinfachend, Fakten ignorierend und immer wieder sogar gezielt einseitig. Diese Medien, die (sich in einem falsch verstandenen Rechts-links-Schema wähnend), regelmäßig Täter und Opfer verdrehen, indem statt der Ursache einer Tat zuerst genannt wird, wie Israel reagiert. Berühmt ist auch diese Schlagzeile, die eine Selbstverständlichkeit, nämlich das Recht auf Selbstschutz, zu einer Drohung verkehrt.

Aber das ist nur das schillerndste Beispiel. Fast täglich liest man in den meisten deutschsprachigen Blättern, sieht man im ZDF und in der ARD, was Israel tut – oft auch aufgeblasen – kaum jedoch wird darauf hingewiesen, was „die andere Seite“ tut. Nie bekommt man ein “Die Palästinenser sollten” einem “Israel täte gut daran” gegenüber gestellt. Nie werden aktive Feindseligkeiten und offen wiederholte Todesdrohungen von arabischer (oder iranischer) Seite als von mündigen Menschen getätigt dargestellt; derlei wird kaum je ernst genommen. Der Rassismus, der dieser Sichtweise zugrunde liegt, wird dabei genau so ignoriert wie die Überheblichkeit, Juden erklären zu wollen, was sie wie zu finden hätten.

Monatelange mörderische Angriffe werden als „Proteste“ verharmlost, über die vielen und vielseitigen Arten der Terrorangriffe auf Zivilisten wird kaum je berichtet, und Zivilisten werden meist als „Siedler“ in einen vermeintlich negativen Zusammenhang gestellt. Kaum je geht ein Blatt darauf ein, wie ein Jude in einem Gebiet, das seit Menschengedenken „Judäa“ heißt, mehr Siedler sein kann als ein Muslim, der hunderte Jahre später da eintraf, kaum je wird mit anderen, zum Beispiel europäischen „Siedlungen“ verglichen, niemals wird berichtet, wie in Wahrheit die Geschichte des heute Palästina genannten Gebietes war. Keiner überlegt heute, dass schliesslich das arabische Jordanien den Hauptteil des britischen Protektorates Palästina, das eigentlich für die Juden bestimmt war, belegt.

Seitenweise kann man belegen, wie das Gros der deutschen Medien mit Euphorie daran arbeitet, dass der Antisemitismus im Gewande der Israelkritik lebendig gehalten wird, und die Meute derjenigen, die sowieso keinerlei Fakten für ihren Judenhass brauchen, mit dieser Art der einseitigen Berichterstattung vermehrt.
Die Autorin hat selbst eine Auslandsberichterstatterin (der taz) in Israel erlebt, die bei einer öffentlichen Diskussion allen Interessierten längst bekannte Fakten erfahrend, stotternd hervorbrachte, davon habe sie ja noch nie…, das müsse sie aber erst verifizieren…, da könne sie jetzt nichts dazu… Diese Frau lebt in Israel, und ist nicht willens, sich mit Fakten und Recherche zu befassen. Lieber schreibt sie weiter einseitig, vermutlich, weil das den Kunden so gefällt.

So ist auch dieser Leserbrief zu werten: Man darf öffentlich wieder sagen, was man insgeheim gerne denkt. Und das wird dann auch gedruckt. Später entschuldigt man sich verschämt, das liest dann eh kaum jemand mehr. Solange aber die Medien nicht erkennen, dass es ihre Aufgabe ist, vielleicht unpopulär, dafür aber akribisch recherchiert, objektiv und ohne Auslassung von Fakten zu berichten, solange stoßen sie bewusst und heftig ins Horn der Antisemiten, die sich freuen, wenn der Jud wieder mal an allem Schuld ist.

Nachtrag: Hier ist gleich noch so ein Beispiel, wie Medien Falschmeldungen liefern, und ich warte nur drauf, dass das von einem deutschen Medium genau so und unüberprüft übernommen werden wird. Es bedient das klassische Vorurteil.

***

Sollte Ihnen dieser Artikel gefallen haben, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal. Schreiben Sie als Verwendungszweck gerne den Namen der Autorin. Sie wird dann davon profitieren.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

(TINSAK)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für Die deutschen Medien als Antisemitenmacher

Ihr wagt es und nennt Euch Freunde der Juden?

„Unter Freunden muss man sich auch mal unangenehme Wahrheiten sagen können.“

„Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen.“

Diese Sätze höre ich ständig.

Heute erhielt ich einen hoch emotionalen Brief von einem Freund, der seinem Unmut über die „deutsche Normalität“ im Umgang mit Juden und Israel Luft machen wollte. Er schickte mir den Brief mit den Worten:

„Das würde ich gerne mal manchem Volksvertreter sagen, aber ich schäme mich. Ich weiß, die Angesprochen werden nicht darauf reagieren. Sie werden mich höchstens hassen und den Brief als überzogen bezeichnen. Ist er ja auch. Am Ende bin ich nur der kleine Idiot, der mal laut gerufen hat.“

Ich las den Brief und dachte: „So viele Menschen in Deutschland wissen gar nicht, wie sich manche Juden hier fühlen.“

Ich bat meinen Freund, diesen Brief veröffentlichen zu dürfen. Er sagte: „Damit wirst du nicht einen einzigen Blumentopf gewinnen. Der Brief ist eine einzige Wut- und Verzweiflungs-Tirade.“

Ja, es stimmt, der Brief ist eine Tirade. Aber wenn es wirklich irgendwo in Deutschland diese viel beschworene Freundschaft mit Juden geben sollte, dann gehört zu dieser Freundschaft auch, einem guten Freund zuzuhören, wenn er verständlicherweise keine Geduld mehr hat, um mit 34 Jahren dem Hass höflich zu begegnen, den er erstmals im Kindergarten zu spüren bekam, als er erstmals judenfeindlich beleidigt wurde.

Aviel Tromm hat sich bereit erklärt, dass ich diesen Brief veröffentlichen darf. Und nein, mein Freund, Du musst Dich nicht schämen. Das Land muss sich schämen, das Dich so im Stich lässt.

 

„Mein Gott, was haben unsere Ahnen, unsere Eltern, das Europa geliebt, das bürgerliche Ideal. Es hat wenige Gruppe gegeben, die das mit so viel Hingabe umarmt haben. Als im frühen 19. Jahrhundert im Ghetto die Türen geöffnet wurden, wie besessen sie waren, wie so unglaublich hungrig. Und ich denke auch, wir erleben jetzt die letzte Phase der jüdischen Existenz in Europa. Es ist die letzte Phase. Es hat angefangen in den dreißiger Jahren. Es war eine eigentlich nie beantwortete Liebe. Ich denke in vierzig, fünfzig Jahren gibt es eigentlich keine Juden mehr in Europa.“ (Leon de Winter, 2017)

Sehr geehrte Damen und Herren Ministerinnen und Minister,
Werte Bundesregierung,

Ihr allesamt geht mir auf den Sack, wie Ihr Euch auf Eure „Erinnerungskultur“ und Eure „Staatsräson“ geistig einen abwedelt und zeitgleich so viel aus der Geschichte gelernt habt, dass Deutschland in fünfzig Jahren endlich so ist, wie es sich Eure Mörder von Großeltern erträumt haben – judenrein!

Jedes Mal, wenn ein Jude in Deutschland Prügel bezieht, müsst Ihr euch als geschockte Politiker aufspielen, welche nutzlose Sonntagsreden und Slogans von sich geben und tatsächlich so tun, als ob Ihr überhaupt nicht verstehen könntet, woher denn dieser Hass nur kommt. Ihr fabuliert in Talkshows darüber, dass Antisemitismus keinen Platz in Deutschland hätte, tragt Kränze zu Mahnmalen und putzt fleißig Stolpersteine. Oh, was liebt Ihr Eure toten Juden. Ich bin geneigt, Euch einen Hang zur Nekrophilie zu attestieren!

Doch jedes Mal, wenn die lebenden Juden sich wehren, auf ihr Recht der Selbstbestimmung pochen, immer dann seit ihr sofort zur Stelle, um gemeinsam mit den religiösen und ideologischen Fanatikern dieser Welt, UN-Resolutionen zu verabschieden, die Israel zum Dämon der Welt stilisieren. Im Stürmer hat man dies mit Karikaturen getan. Ihr macht es mit Politik.

Da dürfen hochrangige Politiker ruhig mal klatschen, wenn im EU-Parlament ein Herrn Abbas die ältesten antisemitischen Geschichten erzählt, da darf man laut von einem Apartheidsstaat oder Regime sprechen und es ist auch völlig okay für Euch, an den Gräbern toter Terrorfürsten Blumen und Kränze niederzulegen. Europa muss bis heute sehr traurig darüber sein, dass es den Arabern 1948 nicht gelungen ist, die Juden im Nahen Osten zu ersäufen, wie ein Bauer die Katzenbabys in der Regentonne.

Entweder seid Ihr so dumm, dass Ihr Rührei nicht von Scheiße unterscheiden könnt oder ihr macht es mit Absicht. Ihr seit ein Haufen mieser Heuchler, der sich in den Moll-Akkorden der Klezmer-Musik heulend vor Mahnmalen präsentiert und zeitgleich nur daran arbeitet, die europäischen Juden loszuwerden.

Was habt ihr gelernt aus 2014? Was habt ihr gemacht? In ganz Deutschland antisemitische Ausschreitungen, Brandanschläge auf Synagogen, unendlich viele Beleidigungen und Repressionen gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Was war die Konsequenz? Der Landtag NRW zum Beispiel untersuchte die Vorfälle in Essen, verurteilte diese und fertig. Es gab keine praktischen Anwendungen. Die Schuldigen sitzen heute noch genau da, wo sie damals auch gesessen sind. Einzige wirksame Maßnahme war eine Großkundgebung, welche nicht von Euch, sondern vom Zentralrat der Juden in Deutschland initiiert wurde.

Und was arbeitet Ihr nun in der Praxis? Ihr verurteilt und kritisiert Israel seit den 60ern auf Dauerschleife, habt keinerlei Verständnis für Selbstverteidigung und Sicherheitsbedürfnis. Ihr lehnt Jerusalem als Hauptstadt ab und pumpt Milliarden Euro in die Terrorstrukturen der Hamas und anderer vor Ort. Und zu was macht Euch das alles nach Eurer eigenen Definition? Ihr wagt es und nennt Euch Freunde Israels und der Juden? Freunde? Was zum Henker ist falsch mit euch?

Mit dieser Politik der „Freundschaft“ habt Ihr eine dermaßen einseitige Medienberichterstattung geschaffen, dass es nur zwei Arten von Juden im Alltag der Deutschen gibt. Juden sind aus dem realen Alltag fast völlig verschwunden.

Erste Art: Juden erscheinen in Deutschland in Meldungen über Schüler und Schülerinnen, die aufgrund ihres jüdisch Seins die Schule wechseln müssen oder in Dokumentationen zur Shoa, die so belanglos geworden sind, dass sie im Fernsehen das schwarz-weiße Bildrauschen des Analogzeitalters ersetzt haben.

Zweite Art: Juden begegnen den meisten Menschen in Deutschland als Schreckgespenst in den Nachrichten, wenn Israel sich, wie so oft, verteidigen muss und schon in der Überschrift kein Zweifel gelassen wird, dass „der Jude“ schuld ist. Faktisch berichten Medien fast immer negativ über Israel. Angriffe auf den Staat werden meist als letzte Zeile in durchweg tendenziösen Berichten erwähnt und Politiker aller Parteien ertrinken entweder in ihren Mäßigungsgebeten oder beschimpfen wie Sigmar Gabriel Israel als Apartheidsstaat.

Das bundesdeutsche Nachkriegsnarrativ ist der Versuch einer Schuldabwehr. Um sich nicht der eigenen Geschichte mit letzter Konsequenz zu stellen, wird Israel mit den Nazis mindestens gleichgestellt.

Und zu guter Letzt, um der Heuchelei die Krone aufzusetzen, setzt Ihr Antisemitismusbeauftragte ein, welche betteln und bitten müssen, um überhaupt angehört zu werden. Sollten sie angehört werden, dürfen sie den moralischen Zeigefinger haben. Großartig! Das nenne ich ganz großes Kino. Soviel Perversion und Hinterlistigkeit kennt man sonst nur aus Psychothrillern!

Das Ergebnis von über 40 Jahren Deutsch-Israelischer „Freundschaft“ ist, dass der Antisemitismus lauter geworden ist, dass es für Juden immer gefährlicher wird, sichtbar auf die Straße zu gehen und dass immer mehr Juden aus Deutschland auswandern.

Zu Eurem realen Wirken und Werken bleibt mir nur eins, ich muss feststellen, dass Ihr der Tradition verpflichtet seid, einer deutschen Tradition, die es möglich machte, Juden während der Kreuzzüge zu schlachten wie Vieh, eine Tradition, die Martin Luthers Schmähschrift „Von den Juden und Ihren Lügen“ möglich machte, einer Tradition, die dafür verantwortlich ist, dass sechs Millionen Juden im staatlichen Auftrag ermordet wurden.

Nicht wir sind geworden wie Eure Großeltern, nein, Ihr, allesamt, seid genau so, wie es sich Eure Mörder von Vorfahren gewünscht haben. Seid dabei doch wenigstens ehrlich, diese Farce ist kaum noch zu ertragen.

Hochachtungsvoll,
Aviel Tromm

„Wenn Ihr Euch irgendwann wieder mal fragt, wie es so weit kommen konnte, dann ist die Antwort die: Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid!“ (Henryk M. Broder, 2018)

***

Sollte Ihnen dieser Artikel gefallen haben, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal. Schreiben Sie als Verwendungszweck gerne den Namen des Autors. Er wird dann davon profitieren.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

(TINAVT)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für Ihr wagt es und nennt Euch Freunde der Juden?

Wisst ihr, wann wir alle am Arsch sind?

Ein kurzer Kommentar von Maxi Gstettenbauer.

Wisst ihr, wann wir alle am Arsch sind? Wenn SPIEGEL ONLINE entscheidet, was man lustig finden darf und was nicht.

Der große Widerspruch ist ja, alle Zeitungen schreiben, wie furchtbar unwitzig der Auftritt war, aber im Video rasten die Leute komplett aus. Vielleicht, weil die Menschen im Publikum blicken, dass das nicht so gemeint ist? Er war schon immer offensive.

Außerdem probiert er da ein Set aus. Ich habe damals seine Show „Hilarious“ in San Francisco gesehen, ungefähr ein halbes Jahr, bevor es als Special rauskam. Da waren viele Bits noch echt beleidigend und von der Haltung her auch völlig durch den Wind. Später im Special, als es „fertig“ war, war davon nichts mehr zu sehen, weil er einfach Zeit hatte, dran zu arbeiten.

Am Anfang sind viele Bits einfach whack. Gerade wenn man Tabus erforscht.

Und man hat das Recht, auf der Bühne schlimme Dinge zu sagen. Das heißt nicht, dass das die Privatmeinung des Künstlers ist. Aber komm, was rege ich mich auf. Ich kriege echt die Krise, wenn irgendwelche unlustigen weißen Ritter, die Null Plan von Comedy haben, so eine Scheiße schreiben.

Ich hab C.K. selber in meinem Programm angegriffen wegen seinem übergriffigen Verhalten. Aber dass jetzt die komplette Presselandschaft sich als Comedy Experte aufspielt und wieder mal entscheiden will, was lustig ist und was nicht, geht mir ultra auf den Sack. Gerade nach der Relotius Geschichte sollte der SPIEGEL ganz still sein.

Sagen, was ist und nicht sagen, wie man es zu finden hat. Das kriegt das Publikum schon selbst hin.

Ich mach mir jetzt nen Kaffee.

Sollte Ihnen dieser Artikel gefallen haben, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal. Schreiben Sie als Verwendungszweck gerne den Namen des Autors. Er wird dann davon profitieren.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

(TINMAG)

Veröffentlicht unter Fremde Feder | Kommentare deaktiviert für Wisst ihr, wann wir alle am Arsch sind?

Controlled laughter

Those who sort humor into political categories don’t understand humor. And they rarely fail to emphasize that there’s nothing to joke about.

Those who say jokes can be dangerous may also believe that a woman leaving the privacy of the home without a veil is a danger. Censorship is for freedom of speech what the veil is for women’s rights. Every woman is free to decide for herself whether she wants to wear a veil, just as every person is free to decide for himself or herself whether and about what he or she wants to remain silent.

Political attitudes are burkas for humor. Comedy must be naked!

There are talented comedians who have wit, humor and master irony, and then there are those who prefer comedy wrapped in their own political convictions. They deliver humor with a guarantee included, just like the rabble rouser, who aims at a chosen enemy to laugh at.

Political comedy with prepackaged convictions is more about laughing at something or about someone rather than enjoying a good laugh together. Finger pointing relies on an audience’s bias. Poking at those „up there“ is generally risk-free. Audiences can maintain an illusion of not being responsible for politics. Humor aimed at those „up there“ is as if a king or a dictator were magically placed above them.

The one-trick jokester is similar to that of the political agitator. Both create and perpetuate an identity with which an audience can identify as a horde of malcontents looks to release anger. Laughter is then a form of aggression.

There are comedians who point the finger at others and there are comedians who point the finger at themselves.

All ideologies, religions and convictions offer without exception plenty of material for the comedian. It’s absolutely in order to make jokes about those topics! If someone feels insulted by jokes aimed at the Koran, the Gospel, a manifesto, a party, Mohammed or Jesus, then he or she is free to feel insulted. I will never abstain from doubting or criticizing ideas and concepts. People who feel personally attacked when their faith is ridiculed, are confusing themselves with their belief systems. But, people are more than the sum of their ideas!

Laughter itself can’t be located politically, because laughter is not a voluntary action. A person doesn’t listen to a joke, then after categorizing it, decide whether to laugh or not. If a joke is good, then laughter will erupt spontaneously. It’s as simple as that.

„Is that something to laugh about?“ is really an absurd question.

Those who laugh because it coincides with a predetermined mindset aren’t really laughing, but are only confirming group think. Laughing is an involuntary act! For sure, one can be ashamed afterwards to have laughed. Some may even be ashamed to have got an erection in public, but shame doesn’t help. It’s very difficult to suppress laughter. You can only lie afterwards and say you didn’t find the joke funny at all, just like other people deny their sexuality.

Laughter, like pleasure, is a spontaneous eruption.

If someone makes a joke you can’t laugh at, then maybe it’s time to open your ears. If others laugh, then their erogenous laugh muscles have apparently been stimulated. What right do we have to deny people their laughing? Humor is not a pathological perversion.

Of course, people don’t always share the same sense of humor. Humor aims at different targets. For example, comedy with a preconceived political direction leaves me cold. I don’t want to be serviced. I want to be fucked by the comedian. I want to laugh because I have to laugh!

***

Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

Veröffentlicht unter In English | Kommentare deaktiviert für Controlled laughter